© Pabel-MoewigLasst uns mal über die Hauptfigur dieser Serie sprechen und darüber nachdenken, wer oder was Dorian Hunter eigentlich ist.

Kenner der Serie wissen, dass Dorian in seinem ersten Leben als Nicolas de Conde bereits im 15. Jahrhundert aktiv war. Seitdem hat er viele Inkarnationen durchlaufen.

In seinen früheren Leben wird er nicht immer als sonderlich sympathisch beschrieben. – Wie denn auch? Er ist einer von vielen Söhne des Fürsten der Finsternis. Das ist eine Sache, die wir Serienautoren uns immer wieder in Erinnerung rufen müssen. Dorians dunkle Seite ist stark in ihm verankert – und sie steht ihm mehr als einmal im Weg.

Im Datenblatt, mit dem wir arbeiten, wird er als 1,90 Meter großer Mann beschrieben. Schlank, mit stechenden dunklen Augen und einem dunklen Teint. Er trägt seit den Siebzigern, als der »Dämonenkiller« erstmals an den Kiosken erhältlich war, einen Schnurrbart (der aber in den Romanen kaum einmal erwähnt wird).

Charakterlich wird Dorian als düster beschrieben, als zynisch und durchaus gewaltbereit. Er hat sein Leben der Vernichtung aller Dämonen verschrieben. Er trinkt und raucht, er ist also keinesfalls frei von Lastern, und auch sein Liebesleben wird nicht unbedingt durch Treue gekennzeichnet.

Im Kampf gegen die Dämonenbrut hat er eigentlich keine besonderen Fähigkeiten aufzubieten, möchte man meinen. Er hat mittlerweile natürlich einige Erfahrungen im Kampf gegen seine Feinde angehäuft und er weiß mit seinen Werkzeugen zur Vernichtung der Schwarzen Familie richtig gut umzugehen. Aber was prädestiniert ihn eigentlich als Dämonenkiller? Was macht Dorian so außergewöhnlich?

Seine Frau Lilian verfiel in Band 1 der Dämonenkiller-Saga dem Wahnsinn. Damals, bei Dorians erster Begegnung mit Asmodi, dem Oberhaupt der Schwarzen Familie. kippte wohl alles in seinem Leben. Seine bis dahin heile Welt wurde zum Einsturz gebracht – und ein unbändiger Hass auf die Mitglieder der Schwarzen Familie erwachte. Eine Flamme wurde entzündet, die seitdem nicht mehr erloschen ist.

Aber ist das alles? War es wirklich dieser eine Augenblick, der alles veränderte?

Ich habe viel darüber nachgedacht, was Dorian Hunter so interessant macht. Was die Leser an ihm derart fasziniert, so dass sich die Serie in unterschiedlichen Formaten seit mehr als 40 Jahren am Markt hält und man immer noch gerne von seinen Abenteuern liest.

Was macht Dorian also aus? Sind es Dorians menschliche Seiten, die durch Fehler und Lasterhaftigkeit geprägt sind? Sein wacher Geist, sein unbändiger Wille? Die Geschichte seiner früheren Leben, die Einfluss auf das Hier und Jetzt nehmen?

Dürfen wir Autoren der vierten, fünften oder gar sechsten Generation die Figur (behutsam) an die neue Zeit anpassen – oder haben wir sogar die Verpflichtung dazu? Vergraulen wir mit einer sachten Modernisierung der Serie treue Stammleser, gewinnen wir neue hinzu?

Das sind Fragen, die man wohl nicht allgemein gültig beantworten kann. Aber ich denke, dass eine sanfte Anpassung möglich und auch notwendig ist.

Keine Sorge – Dorian wird weiterhin der fluchende, sarkastische und bourbontrinkende Dämonenkiller bleiben, der sich die eine oder andere Players ansteckt. So kennen wir ihn, so lieben wir ihn.

Aber bei der Arbeit an den Expos für die Serie sehe ich Möglichkeiten, Dorian Hunter als Persönlichkeit mehr Tiefe zu geben – und mehr über sein Seelenleben zu verraten.

Es gibt einige Ideen dazu, so viel verrate ich jetzt schon mal. Ob und wann sie eingesetzt werden …

Hm.