Das Dämonenkillerteam mag seinen Hauptsitz in London haben, aber es ist meist in der ganzen Welt unterwegs und könnte wahrscheinlich allein eine kleine Fluggesellschaft finanzieren. Beim Schreiben der Exposés für DORIAN HUNTER geht es deshalb immer auch darum, zu entscheiden, wo die Geschichte spielen soll. Wo gibt es interessante Legenden, die man verwenden kann? Was für eine Art von Atmosphäre soll ein Roman haben? Was wäre einfach mal ein cooles Setting? Auch für Band 93: "Rache der Dschinnen" gab es in dieser Hinsicht viele Fragen zu beantworten.

Immerhin, der interessantest und exotischste der Handlungsorte in diesem Band stand schon fest: Punt. Punt ist so etwas wie das El Dorado der alten Ägypter. Nun, nicht ganz, denn es existiert tatsächlich, und die Ägypter haben viele Handelsreisen unternommen, um dort Weihrauch und Elfenbein zu kaufen. Heutzutage weiß niemand mehr so wirklich, wo genau es lag, denn niemand hat sich damals die Mühe gemacht, aufzuschreiben, wie man dorthin kommt. Man geht aber davon aus, dass es irgendwo am Horn von Afrika liegen muss, also im heutigen Äthiopien.

Nach solchen Geschichten halte ich für HUNTER immer sehr gerne Ausschau, weil ich hoffe, dass es euch genauso viel Spaß macht wie mir, von solchen Dingen zu erfahren. Allerdings spielen oft auch deutlich taktischere Überleungen eine Rolle bei der Wahl des Handlungsortes. Zu den Freuden des Exposéautorendaseins gehört nämlich auch, dass man über eine Karte von Großbritannien sitzt und murmelt: "Von wo würde ich am ehesten angreifen, wenn ich ein Dämon wäre?"

Wie ihr alle wisst, wird Großbritannien ja neuerdings von einer Barriere geschützt, von der die Magische Bruderschaft sich bemüht, sie so lückenlos wie möglich zu halten. Aber nicht in allen Gegenden gab es so viele willige Helfer dafür wie in Loondon oder in der Nähe anderer großer Städte. Also habe ich mir den abgelegendsten Ort ausgesucht, um eine Schwachstelle daraus zu machen. Cape Wrath.

(Foto: Colin Wheatley / Cape Wrath from seaward / CC BY-SA 2.0)

Cape Warth ist sehr malerisch, wie ihr seht, aber wenn man an diesen Klippen Dämonenbanner anbringen will, begibt man sich schon in Lebensgefahr. Und wenn dann auch noch Dämonen alles daransetzen, durch diese Schwachstelle zu brechen, wird es dadurch nicht besser.