Liebe Freunde von SONDERBERG & CO.,

die Mitarbeiter unserer Detektei – Minnie Cogner, meine Wenigkeit sowie mein Neffe Gregor als gelegentlicher wohlmeinender Unterstützer – wünschen Ihnen und euch einen guten Rutsch in ein hoffentlich erfolgreiches und vor allem gesundes Jahr 2017.

Dr. Friedrich Sonderberg und Minnie Cogner entspannenAuch wenn die Welt sich weitergedreht hat in den letzten 125 Jahren, so scheint doch vieles immer noch ähnlich kompliziert wie zu meinen Lebzeiten. Oder komplizierter. Ein bisschen Ruhe und Besinnung hat deshalb noch niemandem geschadet, so schwor Minnie neulich Stein und Bein: einfach mal eine Auszeit nehmen vom täglichen Gehetze und Geschrei, von den Übergriffen fremder Menschen und Maschinen, die versuchen, uns ihre Bedürfnisse als unsere eigenen zu verkaufen. Einfach mal Augen und Ohren entspannen vom Gerede der Ich-habe-es-immer-schon-gesagt-Behaupter und der Das-wird-man-doch-noch-mal-sagen-dürfen-egal-wie-unsinnig-es-ist-Krakeeler. Einfach mal ausruhen vom Gewitter täglicher, stündlicher oder minütlicher Meldungen, die sich bei genauerem Hinsehen doch nur als Aufforderungen zum Anstarren, Anklicken oder gar Kaufen entpuppen – und stattdessen an diejenigen denken, die uns wichtig sind: an unsere Freunde und unsere Familie (herzlicher Glückwunsch an diejenigen, bei denen es darunter eine Schnittmenge gibt ;-) ). Sowie an eine Welt, die endlich ist und doch genug für jeden von uns bietet, wenn wir uns nur ein wenig zurücknehmen und sie nicht ausbeuten bis auf die Knochen. Und natürlich an all jene Mitmenschen, die darin leben und nicht spöttelnd oder zynisch oder schauspielernd durch das Leben gehen, sondern sich und ihre Umgebung so behandeln, wie sie selbst behandelt werden möchten: mit Anstand und Respekt. Und beides nicht nur dann einfordern, wenn es zu ihrem eigenen Vorteil ist. Denkt nicht, dass ihr allein seid, die ihr so handelt. Ihr seid die Mehrheit. Auch wenn die anderen lauter sind.

So viel zu Minnies Predigt. Ich finde, dass sie selbst ja auch manchmal etwas laut ist. Aber sie hat ein gutes Herz, vielleicht das beste und größte von uns allen, und eine Detektei ohne sie mag ich mir überhaupt nicht vorstellen. Ich werde mir also vornehmen, ihren Worten zu folgen. Vielleicht nicht allein?

Ich hoffe, wir lesen und hören uns bald wieder.

Ergebenst, am Abend des 31. Dezember 1892

Dr. Friedrich Sonderberg