Es war im August 1973, als ich Michael Zamis das erste Mal begegnete und er mir vom „Henkerschwert“ berichtete. Er war ein großer, beindruckender Mann, ein Dämon, um genau zu sein, und ich war gerade 14 geworden. Wir trafen uns in einer Hagener Bahnhofsbuchhandlung, und irgendwie hatten wir sofort einen Narren aneinander gefressen …

Ich fürchte, eher ich an ihm als umgekehrt. Aber irgendwie mochte er mich. Und so trafen wir uns erst monatlich, dann alle zwei Wochen und schließlich wöchentlich. Er stellte mir seine Familie vor: Seine Frau Thekla, seine Söhne Adalmar, Georg und die Zwillinge. Auf die Töchter war er weniger gut zu sprechen: Lydia, seine älteste, war ein verkommenes Luder. Vera war mehr nach seinem Holz geschnitzt, aber schon damals äußerst eigenwillig. Am schlimmsten wetterte er über seine jüngste Tochter: Coco Zamis.

Ich konnte seinen Ärger verstehen, hatte Coco sich doch ausgerechnet mit einem Dämonenkiller davongemacht: Dorian Hunter. Dennoch: Ich spürte, dass ihm Coco besonders am Herzen lag, aber der harte Brocken wollte es natürlich nicht zugeben. Und auch ich fand sie faszinierend. Mehr noch als ihre gegenwärtigen Eskapaden an Dorian Hunters Seite interessierte mich aber ihre Vergangenheit: ihr ständiger Kampf als Weißes Schaf innerhalb der Schwarzen Familie …

Es dauerte bis zum März 1975, bis ich endlich auch Cocos Vertrauen gewonnen hatte und sie mir ihre Lebensgeschichte beichtete – die mit dem „Hexensabbat“ begann und mit der „Stunde der Ameisen“ weiterging. Unsere doch recht außergewöhnliche Beziehung dauert bis zum heutigen Tage an.

Was ich selbst zu erzählen habe? Ich fürchte, es ist nicht halbwegs so interessant – aber hört selbst:

Keep the Horror burning!

Uwe

PS: Ab dem 11. September erscheint DORIAN HUNTER zweiwöchentlich als Romanheft-Neuauflage, und damit habe ich das seltene Glück, alles noch einmal von vorn zu erleben …