Dorian Hunter ist hart im Nehmen, da sind wir uns alle eilig. Die durchschnittliche Dämonenbegegnung ist für ihn so alltäglich wie für andere Leute der Papierstau im Drucker und schlechter Bürokaffee. Aber das macht es umso interessanter zu fragen: Was bräuchte es, damit selbst ihm noch ein kalter Schauer den Rücken hinunter läuft?


Diese Frage habe ich mir für DORIAN HUNTER 92: "Taklaman" gestellt. In seinem früheren Leben als Hugo Bassarak hat Dorian etwas erlebt, das so schrecklich war, dass er es nur noch vergessen wollte. Keine einfach Sache bei jemandem, der schon mehrere Leben voller Begegnungen mit Dämonen hinter sich hat. Was gibt es denn, was Dorian Hunter noch nicht gesehen hat? Nicht sehr viel. Selbst sein eigener, teilweise ziemlich grauenhafter Tod kann ihn kaum noch schrecken. Als Nicolas de Conde wurde er von der Inqusition hingerichtet. Als Michele da Mosto war er unter magischen Einfluss gezwungen, sich selbst zu töten. Was kann so einen Menschen überhaupt noch aus den Socken hauen?

Nun, die Antwort, die ich gefunden habe, war, dass es etwas sein müsste, das ihn nicht körperlich, sondern vor allem geistig trifft. In der Zeitschleife, in der Hugo Bassark feststeckt, ist er vor allem einem ausgesetzt: Hoffnungslosigkeit und Machtlosigkeit. Was er auch versucht, es gelingt ihm einfach nicht zu entkommen. Immer und immer wieder muss er denselben Tag durchleben, was ihn schließlich aus purer Verzweiflung zu Taten treibt, die er unter normalen Umständen nie begehen würde. Es ist nicht so, als wäre Dorian Hunter der freundliche Held von nebenan mit weißer Weste. Was er vor allem in seinen früheren Leben schon getan hat, ist alles andere als leicht verdaulich. Aber auch er hat seine Prinzipien, sonst hätte er ja gleich Mitglied der Schwarzen Familie werden können, als er in Band 1 die Gelegenheit dazu hatte. Hugo Bassaraks Erlebnisse in der Taklamakan Wüste stellen diese Prinzipien auf einen harten Prüfstand und leeren selbst den Dämonenkiller das Gruseln.