Liebe Hörer,

das Jahr 2015 ist geschafft! Ich hoffe, ihr seid alle gut ins neue Jahr gerutscht, und wünsche euch ein schönes, erfolgreiches und vor allem gesundes Jahr 2016!

Inzwischen werkeln wir eifrig weiter an der neuen Sonderberg-Folge. Der Sprachschnitt ist zu einem großen Teil abgeschlossen ... Sprachschnitt? Nun, das funktioniert folgendermaßen: Ich höre noch einmal sämtliche Aufnahmen durch, die ich mit allen Sprechern absolviert habe. Von fast jedem Satz des Skriptes gibt es dabei mehrere, manchmal sogar mehr als zehn Varianten, von denen jede in Nuancen anders gesprochen und betont ist. Ich wähle dann den „Take“ aus, den ich haben möchte. Dies ist oft genau der letzte, denn schließlich arbeitet man meist so lange mit einem Sprecher, bis der Satz so steht, wie er zuvor in der eigenen Vorstellung existierte. Es geschieht aber durchaus nicht selten, dass der Sprecher selbst einen überzeugenderen Vorschlag abliefert und man sich später im Schnitt selbst korrigiert.

Dabei sind mir natürlich auch die vielen Rollen wieder „über den Weg gelaufen“, die teilweise schon vor Jahresfrist aufgenommen wurden. So zum Beispiel die der exaltierten Dame Elvira von Carnap-Achenbach, die von Katja Brügger in herrlicher Manier gesprochen wird. Neben Inspektor van den Beeck, über den ich ja beim letzten Beitrag schon einige Worte verloren habe, sind natürlich auch Dr. Sonderberg und Minnie Cogner dabei, aber auch ein paar andere Bekannte aus früheren Fällen ... Und wer weiterhin glauben möchte, dass man Hörspiele nur hören, aber nicht riechen kann, der sollte unserer neugierigen Minnie lieber nicht in die finsteren Abgründe folgen, in die sie sich diesmal bei ihren Ermittlungen begeben muss ... Neugierig geworden? Das war beabsichtigt! ;-)

Ein interessantes Detail gibt es übrigens noch zur Titelillustration zu erzählen, die Stefanie Bemmann wieder einmal grandios gelungen ist. Das Bild zeigt Minnie und Dr. Sonderberg beim Pferderennen – mit einem kleinen historischen Fehler. So wurden Ende des 19. Jahrhunderts natürlich schon Galopprennen gelaufen (und auch die Rennbahn auf den Lausward-Wiesen in Düsseldorf, auf der die Handlung zu einem Teil spielt, hat damals existiert). Dennoch kann das abgebildete Rennen so nicht stattgefunden haben! Denn die Jockeys saßen damals noch korrekt im Sattel. Der uns heute vertraute „stehende Sitz“, bei dem sich der weit nach vorn gebeugt über den Hals des Pferdes duckt, wurde erst kurz vor Ende des 19. Jahrhunderts von dem amerikanischen Jockey Tod Sloan eingeführt – wofür er beim ersten Ritt viel Spott und Häme kassierte. Aber der Erfolg gab ihm Recht ...

Das soll es für dieses Mal gewesen sein. Den nächsten Blogeintrag gibt es am 1. Februar – natürlich mit weiteren Infos zur neuen Folge!

Viele Grüße
Dennis Ehrhardt