Zaubermond in der Presse

18.07.08

Der Dämonenkiller im PC-Zeitalter


stern.de-Kolumnist Scheibe staunt: Die Helden seiner Kindheit sind alle wieder da. Der Hulk, der Dämonenkiller und auch Linus mit der Schmusedecke haben den Übergang ins digitale Zeitalter scheinbar bestens gemeistert. Da ist es an der Zeit für ein elektronisches Hurra.


[....] Der Dämonenkiller hat auch eine bewegte Vergangenheit - er war in den Siebzigern aktiv. Neal Davenport und Ernst Vlcek waren seine Erfinder. Die beiden Wiener haben sich die Figur des Dorian Hunter ursprünglich für die Vampir Horror Serie des Pabel Verlags ausgedacht. Hier kam sie so gut an, dass sie schon bald eine eigene Serie bekam. Wohlgemerkt, wir reden hier über Heftromane, die jede Woche oder spätestens alle zwei Wochen mit einer neuen Ausgabe erscheinen. Die kennt jeder von der Oma, die doch so gerne Arztromane schmökert. Da geht immer alles gut aus am Ende.

Beim Dämonenkiller war das anders, ganz anders. Dorian Hunter war ein schnauzbärtiger und übellauniger Engländer, der auf die unschöne Art herausfindet, dass alle seine Brüder Dämonen sind - Ausgeburten des Teufels. Mit grimmiger Wut macht der Dämonenkiller daraufhin Jagd auf die Teuflischen und nimmt dabei keinerlei Rücksicht auf Gesetze, Moral und Fairness. Ich liebte diese harten Schocker als Teenager ganz ungemein. Lange Ferienfahrten im Auto nach Spanien verbrachte ich lesend auf der Rückbank, während Dorian mit den Janusköpfen kämpfte, mit einem lebendig gewordenen Tattoo zurechtkommen musste und weder Freund noch Frau schonte, um an sein Ziel zu gelangen.

Auf den 66 Seiten des auf grauem Papier in A5 gedruckten Heftes ging es am Ende so heftig zur Sache, dass die Serie schließlich von der Bundesprüfstelle indiziert (hier der damalige Antrag:www.zaubermond.de) wurde - zu gewalt- und sexverherrlichend, nix für Kinder. Damit strandete der Dämonenkiller Ende der Siebziger und wir angefixten Leseratten waren gezwungen, zu anderen Horrorserien wie "Macabros" oder "Professor Zamorra" zu wechseln. Nur nicht "John Sinclair" - das war und ist einfach zu brav und artig.

Nun ist der Dämonenkiller wieder da, denn wie sagte schon H.P. Lovecraft: "Das ist nicht tot, was ewig liegt, bis dass die Zeit den Tod besiegt." Der ambitionierte Zaubermond-Verlag hat sich der Sache angenommen und produziert erfolgreich und schon seit Jahren eine ungekürzte Neuauflage der alten Heftromane im edlen Hardcover - wobei immer vier bis fünf abgeschlossene Romane zu einem Hardcover gebündelt werden. 33 Bände sind bereits erschienen, weitere sind in Vorbereitung. Zugleich haben die Autoren die Handlung einfach weitergeschrieben, sodass die Geschichte noch ein würdiges Ende finden kann.

Und? Ist der Dämonenkiller damit im neuen Jahrtausend angekommen? Und wie: Die edel aufgemachten Bücher werden komplett über das Internet verkauft, es gibt fast den gesamten ersten Roman als kostenlose PDF-Leseprobe (www.zaubermond.de) im Netz und demnächst startet Dorian Hunter eine neue Karriere als Hörspielheld: Seine Abenteuer werden gerade unter Beteiligung vieler populärer Sprecher wie Martin Semmelrogge und Patrick Bach sowie den deutschen Stimmen von Angelina Jolie, Gary Oldman und Michael Caine vertont, die Titelmusik schreibt Joachim Witt. Eine erste Hörprobe gibt es auch schon (www.zaubermond.de). Klarer Fall: Wer den ultimativen Horror nicht lesen kann, muss ihn eben hören. Dorian Hunter als Hörspiel, das ist der moderne Traum aller alten Fans. [...]

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