
Bewertung von Folge 1:
Wer an den Dämonenkiller Dorian Hunter denkt, der denkt natürlich unweigerlich an die Mini-Kult-Serie von Europa aus den 80er Jahren. Ich persönlich hätte schon damals gerne mehr vom Dämonenkiller gehört und bin daher umso erfreuter, dass Zaubermond Audio nun eine komplette Neuvertonung der Abenteuer vom Dämonenkiller veröffentlicht.
Und der erste Teil "Im Zeichen des Bösen" ist dann auch einer besonderen Aufmerksamkeit ausgesetzt, da diese Episode ja auch die Auftaktfolge der alten Europa Vertonungen gewesen ist.
Doch schon nach den ersten Sekunden ist ein jeder Hauch von Skepsis, der sich irgendwo in das Gewissen des Hörers eingeschlichen haben könnte, wie weggewischt. Zaubermond Audio setzt mit dieser Serie definitv neue Maßstäbe im Bereich des Mystery-Horror-Hörspiels.
Die Umsetzung des Inhalts der Romanvorlage ist deutlich detaillierter und somit auch wesentlich besser für den Hörer nachzuvollziehen, als das bei der früheren Aufnahme der Fall war. Die knapp 80 Minuten Spielzeit vergehen wie im Flug und während ich gespannt zu "Im Zeichen des Bösen" bin ich immer wieder aufs Neue von den verschiedensten Elementen und Ideen des Produktionsteams um Dennis Ehrhardt überrascht worden.
So eine Neuauflage einer bereits einmal mit einigen Folgen vertonten Serie steht und fällt in erster Linie natürlich mit den Sprechern. Diesbezüglich hat man jedoch seitens Zaubermond Audio wirklich am oberen Limit gearbeitet und für eine jede zu vergebende Rolle den idealen Sprecher ausgesucht, ohne dabei auf richtig große Namen zu verzichten.
So wird die Hauptfigur der Serie, Dorian Hunter, von Thomas Schmuckert gesprochen. Er gefällt mir hervorragend und verleiht dem Dämonenkiller einen bedacht coolen und zugleich emotional bestimmten und hartnäckigen Charakter - genauso, wie ich mir das vorgestellt hatte.
Martin Semmelrogge ist als Irrer Vukujev eine Wucht. Diese Rolle ist ihm wie auf den Leib geschrieben und niemand kann einen verwirrten und banalen Menschen besser verkörpern als er. Aber auch mit Klaus-Dieter Klebsch als Asmodi hat man Fingerspitzengefühl besessen, ganz zu schweigen von Marco Göllner als Bruno Guozzi. Eine genialere Umsetzung dieser Rolle gibt es nicht!
Die Entscheidung, komplett auf einen Erzähler zu verzichten, war sicherlich gewagt, erwies sich aber letztlich als genau richtig. Stattdessen wird der Hörer mittels impulsiver Elektrobeats von einer Situation in die nächste geleitet - schnell und kompromisslos. Man ist somit in Musik und Atmosphäre gefangen und wird in einem schnellen aber nicht unangenehmen Tempo durchs Geschehen rund um das Schloss derer von Lethian geführt. Der Aufbau des Hörspiels, das das Schicksal Dorians und seiner Frau quasi etwas rückblickend erzählt, ist sehr gut umgesetzt und durch das Wechseln der Zeiten kommt zusätzliche Spannung in die Erzählung.
Und auch in punkto schauerlicher Atmosphäre mit Gruselfaktor wird der Hörer hervorragend von "Im Zeichen des Bösen" bedient. Die Szenen im Schloss sind teilweise nichts für schwache Nerven. Die Beklemmungen und Dunkelheiten der Räume sind spürbar und wenn es dann knarrt oder ein anderer Effekt eingesetzt wird, ist man geneigt, das Licht anzuschalten - genau so muss es beim Konsumieren eines Gruselhörspiels sein.
Alles in allem also eine grandiose Auftaktfolge der neuen "Dorian Hunter" Hörspielserie - und man kann nur hoffen, dass Zaubermond Audio davon noch ganz ganz viele Folgen produzieren wird.
Wer auf Gruselhörspiele steht, der kommt definitiv nicht an "Dorian Hunter" vorbei - absoluter Kauftipp! - 10 von 10 Punkten
Bewertung von Folge 2
Die zweite Folge der Dorian Hunter Serie von Zauberverlag Audio setzt fast genau am Ende der Auftaktepisode an, lässt allerdings dem Hörer einen kleinen angenehmen Interpretationsspielraum . Der Dämonenkiller ist auf dem Weg nach Wien, um dem scheinbar vorbestimmten Schicksal seiner Frau Lilian entgegenzuwirken. Diese wurde von Dorian Hunters eigenem Vater, einem Dämon und zugleich Oberhaupt der Schwarzen Familie, missbraucht und hat daraufhin den Verstand verloren.
Die Heilung soll in einer Wiener Spezialklinik erfolgen. Zusammen mit dem von Michael Pan gesprochenen Dr. Jerome Barrett macht sich Hunter daher auf den Weg nach Wien. Um seinem Kampf gegen die Dämonen mit effektiveren Mitteln bestreiten zu können, trifft er sich dort zudem noch mit jemandem, die ihm diese Mittel zur Verfügung stellen kann und zudem lernt er eine sowohl attraktive als auch geheimnisvolle Frau kennen, die sodann ebenfalls eine Schlüsselposition in dieser Folge einnimmt, für den späteren Verlauf der Serie jedoch ernorm an Bedeutung gewinnt und fortan Dorian Hunter zur Seite stehen wird. Mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden.
Atemberaubende Effekte, gigantische und bebende musikalische Umsetzungen und fesselnde Dialoge bestimmen "Das Henkersschwert". Der Hörer ist sofort wieder mitten im Geschehen und durch das auch hier hervorragend integrierte Wechselspiel der Geschehnisse und Zeiten, entsteht ein Sog, dem zu entrinnen unmöglich ist. Das Produktionsteam kreiert mit dieser Art von Umsetzung der Geschichte einen Spannungsbogen, der stets auf allerhöchstem Niveau bleibt. Die einzelnen Zeitschienen sind durch hämmernde Elektrosounds voneinander abgegrenzt, die kurz, knapp und einschlagend in Szene gesetzt sind und dem Hörspiel somit zusätzliche Rasanz verleihen.
Die Geschehnisse in Wien sind genial vermittelt, sowohl das erste Treffen mit der von Claudia Urbschat-Mingues glanz- und zugleich geheimnisvoll in Szene gesetzten Hexe Coco Zamis über die Begegnung mit ihrer grauenhaften und skrupellosen Familie auf einem Wien er Friedhof bis hin zum lebendigen Begraben des Dämonenkillers. Die Atmosphäre ist knisternd und unheimlich. Dunkeldüstere Schauer werden dem Hörer hier im Minutentakt über den Rücken gejagt. Die Dialoge sind kernig und stets auf den Punkt gebracht und man hat zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, hier lediglich unwichtige Informationen zu erhalten.
Und letztlich fügt sich das Geschehen, welches in verschiedenen zeitlichen Ebenen geschildert wurde wieder zu einem Handlungsstrang zusammen. Und zu guter Letzt endet "Das Henkersschwert" noch mit einem herrlich offenen Ende. "Der Puppenmacher" kann also kommen! Zaubermond Audio hat auch bei der Umsetzung der zweiten Folge der neuen "Dorian Hunter" Serie ganze Arbeit geleistet.
Ein erneut famoser Sprecherpool mit unter anderem Thomas Schmuckert, Konrad Halver, Martin Semmelrogge, Wolf Frass, Till Hagen oder auch David Nathan birgt für verbale Qualität des allerhöchsten Niveaus. Und die Wechselwirkung aus Dialogen und unterlegten sowie Sequenzen trennenden Musiken ist hervorragend und treibt den Puls des Hörers stets in die Höhe. Und was kann es bei einem Gruselhörspiel Besseres geben? Nichts! - 10 von 10 Punkten
Bewertung von Folge 3:
Auch die dritte Folge der erste Veröffentlichungsstaffel der neuen "Dorian Hunter" Hörspiele von Zaubermond Audio liefert allerbeste Gruselhörspielqualität ab. Die Geschichte rund um den Puppenmacher, der sich letztlich als ein weiteres Mitglied der Schwarzen Familie und zugleich ein angeblicher Bruder des Dämonenkillers entpuppt. ist genial umgesetzt und lässt den Hörer immer weiter in die Machenschaften der Dämonen Einblick nehmen.
Die Verbindung von Episode zwei zu drei ist gut geglückt und man findet sich ab der ersten Sekunde im Geschehen zurecht. Die Handlung ist schlüssig und hervorragend umgesetzt. In dieser Folge finden die Zeitsprünge im Rahmen der Handlung nur noch einmal statt, ansonsten ist das Geschehen rund um das mysteriöse Treiben im Haus des Lord Hayward chronologisch umgesetzt worden.
Speziell die Verwandlungsszenen von realen Menschen in Puppen und der Wahnsinn in der Stimme des Puppenmachers wurden optimal in Szene gesetzt. Aber auch die Szene, in welcher das Oberhaupt der Schwarzen Familie kompromisslos in Erscheinung tritt und den Puppenmacher für seine mangelhafte Durchführung des ihm obliegenden Auftrags "bestraft" fesselt und fasziniert auf erschreckende und voluminöse Art.
Die Geräuschunterlegungen und die damit verbundene Atmosphäre ist einmal mehr brillant in Szene gesetzt und nehmen den Hörer auf eine famose Art und Weise gefangen, die ihresgleichen sucht. Selten habe ich eine so dichte und auf den Punkt umgesetzte Art der Untermalung wahrgenommen. Hier werden Ohren und Sinne beim Konsumieren verwöhnt.
Der Sprecherpool, den man seitens des Zaubermond Audio Teams für die Umsetzung der "Puppenmacher" Romanvorlage gewinnen konnte, kann sich ebenfalls sehen und vor allem hören lassen.
So gibt es hier neben den beiden Hauptakteuren Thomas Schmuckert als Dorian Hunter und Claudia Ubschat-Mingues als Coco Zamis noch Jürgen Thormann, Patrick Bach, Gisela Trowe, Martin Semmelrogge und auch Stefan Krause zu hören.
Und die Sounds, die einmal mehr wuchtig und düster erdrückend in Szene gesetzt worden sind, unterstreichen die unheimlichen Handlungen auf futuristisch dunkle Weise. Bei den neuen Dorian Hunter Hörspielen stimmt einfach alles - ein Muss fürs Ohr! - 10 von 10 Punkten
Link zu den Rezensionen:
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