


Beide enthaltenen Romane haben mir sehr gut gefallen. Besonders der erste wusste mich endlich mal wieder dramaturgisch zu fesseln. Der Angriff auf die Zamis-Villa und überhaupt der "altmodische" Hexenwahn im modernen Wien waren packende Elemente. Der zweite Roman setzte den positiven Eindruck nahtlos fort. Sehr gut! Etwas seichter im Vergleich zum vorherigen Band war es dann aber schon. Mich überraschten bei Corvo die Voehl-typischen Grausamkeiten Frauen gegenüber. Passt sie sich ihm da an, oder sind seine Exposes so detailliert? Und zu den üblichen Schwächen bezüglich des Gesamtzusammenhangs: wenn Asmodi sagt, sein misslungenes Vorhaben im letzten Band habe er einkalkuliert und sei ja nur der erste Teil des Gesamtplans, dann muss ich lachen. Das sagt vielleicht der kleine Ganove von nebenan zu seinen Geldgebern, aber nicht Asmodi zu seinem Ratgeber. Das ist lächerlich.

Zwei Geschichten, die in Wien spielen, jeweils mit Rückblenden auf Michael Zamis' "frühen Jahre in Wien". Für sich gesehen: interessant. Negativ: Drahtzieher um Hintergrund ist "derselbe-wie-immer", der ja dank der im Dämonenkiller bestehenden Ausgangssituation scheitern m u s s. Von daher bleibt dieser Handlungsrahmen zwangsweise langweilig. Beide geschichten haben schöne - d.h. spannde bzw. gruselige - Momente, beide haben aber auch ihhaltliche Lüclken, die das mehr als relativieren. Beispiel: In Wien 1917 (eigentlich zu früh, denn die zamis sind n a c h dem Krieg nach Wien gekommen) herrscht dort "Dämon X" (dessen Name ich nicht nennen will(. Kein Wort von den Lexas (der Sippe aus Südamerika, die ewig lange vor den Zamis hier geherrscht hatte). Und ein stark gekapptes Finale der ersten Geschichte. In der 2. geschichte dafür eine völlig unplausibele Rückbende mit Coco in die Vergangenheit (so sehr an der Motivation der Handelnden vorbei eingefädelt, dass es ein wenig weh tat). Was wieder nervt: "Magische Augen" als Spionkameras, mit denen man sogar heranzoomen kann, sowie übelst gepeinigte Dämonen/Hexen (z.B. Coco) die sich mit einem typischen fantasy-Rollenspiel-Heilzauber ruckzuck wieder gesund zaubern. Wodurch jede Verletztung mehr als langweilig wird (m"macht ja eh nichts"). Wegen der immer wieder guten Szenen aber 3 Sterne, weil alles in allem solides Mittelmaß. Ich hoffe sehr, dass das Thema "Asmodi will was gegen die zamis' machen; Michale Zamis will was gegen Asmodi machen, andere Dämonen wollen was gegen den einen oder anderen machen" endlich abgeschlossen ist. (ich habe aber Sorge, dass da die Hoffnung umsonst sein könnte. na mal sehen, was die nächsten Bände bringen...)
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