


Der Reiz der Vergangenheitsabenteuer beginnt mich nun doch noch zu packen, was in erster Linie daran liegt, dass die Erlebnisse Georgs so schick an der Blechtrommel orientiert sind. Diese Anlehnung war mir bisher gar nicht aufgefallen, aber in diesem Band ist es nicht zu übersehen. Und mit dieser Parallele, dass ein Junge nicht mehr wächst, weil er noch nicht bereit ist, sich in die Gesellschaft, in die er hineingeboren ist, zu integrieren, hätte der Band seine fünf Sterne im Grunde verdient, wenn... ja, wenn es nur einen einzigen Hinweis gäbe, dass dieser Zusammenhang nicht nur mir aufgefallen ist, sondern auch den Autoren klar ist. Aber leider, wie so oft schon, habe ich dieses Vertrauen nicht. Derweil taugt der Oppositionsdämonenplot immer weniger dazu, den Zusammenhang der Einzelromane herzustellen. Es wird Zeit diesen Faden aufzulösen.

Zwei weitere Geschichten mit hohem Vergangenheitsanteil mit Hauptperson Georg. Schauplatz: Asmoda. Für alte Dämonenkiller-Leser natürlich ein wunderbar nostalgischer Schauplatz. Schön auch die Idee, den geisteskranken Vuk als Kind auftreten zu lassen. geschmälert wird dieser Genuss durch das offensichtliche Missverhältnis zu Vuks Alter in der ersten DK-Geschichte. So rächt sich vermutlich einerseits der Versuch, die Geschichten "zeitlos" zu machen, anstatt den DK in den 70er Jahren beginnen zu lassen. Und der von mir vermutete Fehler bei der kalkulation, wann die zamis nach Wien kamen (nach WK II statt im WK I). Das macht die schöne Idee leider etwas ... wertlos. Die Vergangenheitsgeschichten verdienen für sich wieder 5 Sterne, auch wenn diesmal ohne Not in der 3. Person erzählt wurde und georg langsam aber sicher "coco-ähnlich" zu werden scheint. jedenfalls hat er enorm viele menschliche Freunde im Laufe seiner Erlebnisse... Die Gegenwartsgeschichte: Cocos Mutter ist weg. Oder wieder da. Oder wer anderes wieder da. Um nicht zu viel zu verraten, sage ich hierzu nichts. Nur, dass es absolut handlungs-entgegengesetzt wäre und unglaublich blöd. Wenn es so ist, wie es scheint, rutscht der Tod einer Haupt- / Nebenperson auf das Niveau von marvel-Superhelden-Comics. Denn auch dort kann man sicher sein: sobald jemand "stirbt" ist er ein jahr später wieder dabei... Das für sich schon eine totale Kathastrophe. Ansonsten alles so langweilig wie gewohnt: Asmodi gegen die O.-Dämonen, O.-Dämonen gegen Asmodi, die einen oder anderen gegen die Zamis, die Zamis gegen alle. Belanglos, ausgenudelt, einschläfernd. leider wieder. Aber ich habe die hoffnung, dass dieser Handlungsstrang sich bald auflösen wird. Hier aber nur einen schlappen einzigen Stern, weil es so dermaßen unbefriedigend ist. Zusammengenommen leider nur 3 Sterne. Hätte man den gegenwartskram einfach weggelassen, wären es 5 gewesen!
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