


Oha, da hat Michael Thurner einiges an Boden wieder wettgemacht, den die Coco-Reihe seit einigen Bänden verlor. Nicht nur hat er dem verhunzten Zyklus endlich Handlung verliehen, in dem man nun endlich weiß, was Sinn und Zweck der Reise sein soll, sondern er hat auch in etwa einen Plan umrissen, welche Vision um die Buchreihe(n) CZ (und DH?) derzeit verfolgt wird. Das ist Gold wert und sehr überfällig seit spätestens dem Rasputin-Zyklus. Catalina Corvo wusste in der zweiten Hälfte ihres Romans gut zu unterhalten, nachdem mich ihre atmosphäreheischenden Versuche in der ersten Hälfte wie schon im Vorband eher entsetzten. Aber was soll sie auch schreiben, wenn es keine Handlung gibt, die beschrieben werden kann? Denn dahingehend hat sich ja nichts geändert: der komplette Zyklus ist bisher ein aufgeblasenes Nichts, der wahrscheinlich am Ende irgendetwas hat, weswegen man es erreichen musste. Und auf dem Weg dahin gibt es nichts Notwendiges zu erzählen, es sei denn, man erfindet es. Und wie banal das sein kann, darf man hier schon viel zu lange mitverfolgen. Dank Michael Thurner und dank meiner Hoffnung an ein bigger picture, dem die Serie folgt, bekommt dieser Band 3 Sterne.

Der Handlungsfaden? Leider im Grunde nicht existent. Offenbar befinden sich Coco und georg auf ominösen "Ebenen" ins Centro Terrae (wo Coco ja bereits war und eigentlich alles darüber gesagt war...) . Unausgegoren geht es weiter. Georg stolpert Coco hinterher, torkelt durch das frühere Dorf der Stille und fällt danach in die Folgehandlung (vermutlich im folgenden Buch nachzulesen). In Wien wollen die anderen Familien die Zamis "stürzen". Was spräche denn dagegen, wenn erstmal der nächsteind er Erbfolge den clan übernehmen würde? Auf die Idee kommt leider keiner. Immerhin kreuzt der Bruder Adalmar endlich in Wien auf. Nun vermisse ich nur noch einen: den überlebenden Zwilling von Demian Zamis. Aber den haben wohl alle Autoren vergessen. Besonders lächerlich: irgendwann nennt jemand Georg "junger Zamis" (während dieser ja ca. 70+ Jahre alt sein dürfte. Langsam rächt sich die Vorverlegung der Zamis-Geschichte vor die Jahrhundertwende... Ebenso ärgerlich: wieder muss Coco ihre erinnerungen verlieren, wieder verrät prinzipiell niemand etwas, nur damit eine "Handlung" Seiten füllen kann, die ansonsten mit einem Satz erzählt wäre. Am Ende besteht der Eindruck, dass es niemand bemerken würde, wenn sich der ganze Band in Luft auflösen würde und das vorhergehende Buch unmittelbar mit dem folgenden fortgesetzt werden würde... Insgesamt ist die gesamte Geschichte einfach zu hahnebüchen... Einziger hingehauchter Lichtblick: bei Georg der Begleiter Peter, und bei Coco der widerliche aber unterhaltsame Wholey. Diesen ist dann auch zu verdanken, dass es überhaupt 2 Sterne werden.
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