


Am Ende stürzt der komplette Zyklus dann endgültig in sich zusammen. Was bleibt ist eine Ansammlung teils bizarrer Schauplätze, durch die die Personen hindurchstolpern, ohne jemals zu wissen, warum sie es tun. Es taugt nicht als Reise-Erzählung, die geschilderten Szenen sind nicht surreal genug, um als Groteske herzuhalten. Lustig war es auch zu keinem Zeitpunkt, dann hätte es als Farce durchgehen können. Nicht mal der eigentliche Ort des Geschehens ist klar. Mal wird das centro terrae genannt, dann ist es eine Daseins-Schicht über diesem, schließlich zieht man noch einen völlig neuen Begriff aus dem Hut. Aus den Vampir-Horror-Büchern her erkenne ich Uwe Voehls Handschrift wieder: Personen geraten an bizarren Orten in gefährliche Situationen. Dieses Konzept ist hier gnadenlos gescheitert. Immerhin musste der Leser sich fast zwei Jahre durch diese Sache hindurch quälen und es gibt keine Belohnung dafür. Nun, dieser Band ist jedenfalls der erste in der Serie, den ich um ein Haar nicht mehr zu Ende gelesen hätte. Ich konnte nur nicht glauben, dass ein Finalband nicht irgend etwas noch herausreisst. Das war aber leider doch so. Es ist ein echter Jammer um eine Serie, die so gut sein könnte. Wann schreitet hier endlich jemand ein?

Der große Pluspunkt: der ganze Handlungs-Wirrwarr um Nocturo scheint hiermit zuende zu sein. Unausgegoren jedoch auch hier die Schauplätze (der große Friedhof und die Großstadt, wie ich sie mal nennen will). Die Erklärung am Ende, was das alles "wirklich" war, passt kaum zu den diversen enthaltenen Nebenpersonen und bleibt bis zuletzt unbefriedigend. Zudem einige inhaltliche Fehltritte: Rebecca taucht auf (für sich gesehen gut), aber plötzlich mag Lydia sie nicht ?? (immerhin wohnt sie in london regelmäßig bei ihr); Rebeccas Liebhaber sind doch immer große Fledermäuse (meinetwegen "Fledermausmenschen", aber nicht zwischendurch athletsche Nackttänzer...); die verwandlung in einen Freak ist - glaube ich - nicht einfach umkehrbar sondern endgültig. Das Herumgezaubere in Wien (Verfolgungsjagd mit abzuschüttelnden Spionaugen) ist albern. Man fürchtet teilweise, dass die Zielgruppe der Romane 12 Jahre alt ist. was natürlich nicht zu den enthaltenen Grausamkeiten passen würde. Also sind wohl doch Erwachsene gemeint. Die sollte man aber mit so etwas verschonen. Ansonsten: vier Handlungsfäden (Coco, Georg, Wien und zuletzt Rebecca), von denen zwei absolut egal sind und einer recht irrelevant für die eigentliche Handlung. Das alles zusammen wäre nur 1 Stern. Ich gebe 2 Sterne, weil immerhin die Geschichte um georg (2. Geschichte) so skurril und lesenswert war und weil mir sein Begleiter Peter irgendwie gut gefällt.
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