Das Haus Zamis | Dorian Hunter

Wehe wenn der Axman kommt …

von am 20. Dezember 2019

Ich gebe es zu: Das neue HAUS ZAMIS-Buch, das Anfang Dezember erschienen ist, bietet wenig Weihnachtliches. Um nicht zu sagen: Gar nichts. Aber was soll man von einem Buch mit dem Titel „Bluternte“ anderes erwarten? Also: Wenn es bei euch Weihnachten an der Tür klopft, steht da vielleicht nicht der Weihnachtsmann, sondern Charles Axman mit seiner Crew. Und was es mit dem lieben Charles auf sich hat, lest ihr hier:

Ein höllischer Lärm schlug Toth entgegen. Dazu eine Luft, die nach Leder, Alkohol, Drogen,  Kadaver und Ausdünstungen roch, deren Ursprung Toth fremd war.

Der Saal war mit lederbekleideten Dämonen gefüllt, vielleicht zwei Dutzend an der Zahl, die allesamt Dark-Rider-Kutten trugen. Mehrere unbekleidete Frauen bemühten sich, die Aufmerksamkeit des einen oder anderen zu erregen. An einer Stange verrenkte sich eine rothaarige Schönheit. Toth sah, dass die Stange durch ihren Körper hindurchging wie ein Speer. Dennoch lebte sie und lächelte. In einem Käfig unter der Decke schrie eine andere Frau aus Leibeskräften, während irgendein stachel- und rüsselbewehrtes Rieseninsekt ihr das Blut aussaugte. Mehrere der Rocker-Dämonen lieferten sich eine Prügelei. Einer von ihnen lag bereits halb tot am Boden, dennoch fügte ihm einer seiner Gegner mit seiner zur Krallenklaue mutierten Hand weitere tiefe Wunden zu. Das alles wurde begleitet von einem hämmernden Soundtrack, der noch mehr als die draußen zu hörende Musik aus Wahnsinn und Chaos zusammengesetzt schien.

Über allem thronte – ja, Toth wusste tatsächlich keinen besseren Begriff – eine geradezu martialische Gestalt, deren Schädel so aussah, als wäre der Dämon in einen Fleischwolf geraten. Oder als hätte er sich mit der Axt, die an der Seite des Stuhls lehnte, selbst das Gesicht zerfurcht. Er trug eine blutige Schürze, so als käme er gerade erst aus einem Schlachthaus.

Vielleicht kam er das ja auch, dachte Toth, der erst in diesem Augenblick die kopflose Leiche erblickte, die halb unter dem Stuhl hervorragte. Der Stuhl erinnerte tatsächlich eher an einen Thron, entworfen von einem Künstler, der bei H.R. Giger in die Lehre gegangen war, um danach dem Wahnsinn zu verfallen und in diesem Wahn noch bizarrere Gebilde zu schaffen. Inmitten des aus Eisensträngen bestehenden Stuhls waren menschliche Körperteile, Organe und Adern verflochten, die teilweise noch pulsierten.

Toth war mittlerweile so nahe herangetreten – oder vielmehr herangetreten worden, denn sein Begleiter drängte ihn vor sich her –, dass er erkennen konnte, dass der geköpfte Leichnam mittels einer käfigähnlichen Vorrichtung unter dem Stuhl fixiert war. Dann entdeckte er auch den Kopf. Er lag etwas außer Sicht direkt neben dem Stuhl.

Axman fixierte Toth mit finsterem Blick, als wäre der als Nächster an der Reihe, die Schneide der Axt zu spüren zu bekommen.

„Den und seine Puppe haben wir aufgegriffen“, erklärte der Rocker. „Sagt, dass er dich sprechen will.“

„Dann sprich“, sagte Axman. „Du hast fünf Sekunden.“

Toth straffte sich und schrie gegen den Lärm an. „Sind Sie Charles Axman?“

„Siehst du hier sonst noch jemanden, auf den der Name zutreffen könnte?“

„Ich habe Ihnen ein Geschäft vorzuschlagen. Ein sehr lukratives Geschäft.“

„Und wer bist du?“

Toth atmete tief durch. Seine Brust schwellte sich. „Gestatten: Hieronymus Toth.“

„Tod wer?“

„Der Schiedsrichter der Schwarzen Familie.“

Toth hatte zumindest mit einem gewissen Respekt gerechnet, nicht aber damit, dass nicht nur Axman, sondern auch die ihn umgebenden Rocker in Gelächter ausbrachen.

Erst nach einer Minute hob Axman gebieterisch die Hand, und schlagartig herrschte Stille im Saal. Selbst die Musik brach unvermittelt ab.

„Hey, Jungs. Der Schiedsrichter der Schwarzen Familie erweist uns die Ehre seines Besuches!“

Wieder brandete Gelächter auf, und wieder beendete Axman es mit einer einzigen Handbewegung. Er beugte sich ein wenig vor und sah jetzt direkt auf Toth hinab: „Ich will dir was sagen, Tod sowieso: Der Schiedsrichter interessiert mich einen Furz. Asmodi ebenso. Wir sind hier unsere eigenen Herren. Erzähl das deinem Meister, wenn du ihn siehst!“

Das werde ich, mein Freund, das werde ich, schwor sich Toth. Es würde den Fürsten der Finsternis sicherlich interessieren, dass es in dieser Einöde eine Enklave Abtrünniger gab. Und Toth würde ihm gut zureden, ein Exempel zu statuieren. Doch zunächst brauchte er Axman noch, und daher musst er ihn erst einmal für sich gewinnen.

„Auch ich bin, ehrlich gesagt, kein Freund von Hierarchien“, erklärte er. „Und Asmodis Freund ganz sicherlich nicht. Ich habe gehört, dass Sie einem lukrativen Geschäft immer aufgeschlossen sind. Und das Geschäft, das ich Ihnen unterbreiten möchte, ist äußerstlukrativ.“

„Die fünf Sekunden sind um, und bisher hast du mich nur gelangweilt.“ Axman gähnte demonstrativ und ließ zwei Reihen spitz zugefeilter Zähne sehen. Toth konnte sich gut vorstellen, dass er damit seinen Gegnern schon des Öfteren die Kehle durchgebissen hatte.

„Also schön, ich äh …“ Toth spürte, wie ihm der Schweiß ausbrach. Die finsteren Gestalten um ihn herum schienen nur darauf zu warten, auf ein weiteres Handzeichen ihres Chefs hin über ihn herzufallen. Vielleicht würde auch Axman selbst sich das Vergnügen nicht nehmen lassen. Das Blut auf der Schneide seines Beils war noch nicht getrocknet.

Ein greller Schrei ließ Toth herumfahren. Die beiden anderen Rocker hatten Natalie hereingeführt. Was sie zuvor mit ihr angestellt hatten, konnte er nur ahnen, jedenfalls war seine Angestellte nun nackt. Aus ihrer Nase sickerte Blut.

„Ich, äh, habe Ihnen das blonde Ding hier als kleines Präsent mitgebracht“, sagte Toth rasch. Mit derartigen Goodwill-Aktionen war er bisher immer gut gefahren.

Und auch in diesem Fall. Axmans Miene hellte sich auf. „Also gut, was hast du mir konkret anzubieten?“

Toth wusste, dass dies seine einzige Chance war. Und er hatte nicht viel Zeit, das ahnte er. Also spulte er so schnell es ihm möglich war die Details ab – diesmal ganz ohne seine weitschweifigen Erklärungen und Bemerkungen, für die er inzwischen berüchtigt war.

Zum Schluss lehnte sich Axman zurück. Soweit Toth das von dessen zerwüstetem Gesicht ablesen konnte, dachte er nach. Hoffentlich, dachte Toth, über sein Angebot und nicht darüber, was er mit ihm anzustellen gedachte.

„Weißt du, wie man mich nennt?“, fragte Axman zu seiner Überraschung.

Toth nickte. Natürlich hatte er sich kurz vor seinem Flug ausgiebig über Axman in der Demonpedia,der Informations-Wiki der Schwarzen Familie,  informiert. Es gab so gut wie keine Schandtat, derer er sich nicht rühmte. Mehr noch hatte er im Deep Net gefunden. Auf der Internetplattform Debay gab es so gut wie alles zu kaufen oder zu ersteigern, was das Schwarze Herz begehrte. Von Menschenteilen bis zum Haushüter. Und auch Axman war dort überaus aktiv.

„Man nennt mich den Butcher, den Metzger. Dir ist schon klar, dass ich diese Coco Zamis nicht lebendig abliefere, oder?“

„Nun ja, wenn es nicht zu vermeiden ist … Natürlich würde mein Auftraggeber sie lieber lebendig in die Finger bekommen, um sie möglichst lange leiden zu lassen.“

„Das kann ich verstehen, wer hat nicht verdammten Spaß daran? Natürlich werde auch ich sie nicht sofort töten. Insofern kann ich versprechen, im Sinne deines Auftraggebers zu handeln. Und nun zu den Details …“

Ich hoffe, ihr habt genügend Blut geleckt, um Charles näher kennenzulernen. Hier ist auf alle Fälle noch mal der Link zum Buch „Bluternte“!

Schwarze Grüße
Uwe

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Das Haus Zamis | Dorian Hunter

DORIAN HUNTER oder DAS HAUS ZAMIS? Beide!

von am 23. November 2018

Seit ein paar Monaten ist DORIAN HUNTER als Romanheft wieder an den Kiosken und in den Bahnhofsbuchhandlungen präsent. Viele neue Leser sind dadurch auch auf diesen Blog gestoßen und auf ZAUBERMOND aufmerksam geworden. Und so mancher fragt sich, was es denn mit dieser anderen Serie, DAS HAUS ZAMIS, auf sich hat. Nun, was DORIAN HUNTER betrifft, eine ganze Menge …

 

WARUM GIBT ES ÜBERHAUPT ZWEI SERIEN?

DAS HAUS ZAMIS erzählt in den ersten 32 Büchern die Abenteuer der jungen Hexe Coco Zamis – BEVOR sie den Dämonenkiller Dorian Hunter kennenlernt! Das Konzept entstand noch während der regulären DÄMONENKILLER/DORIAN HUNTER-Romanheftserie, wohl weil man sehr schnell erkannt hatte, dass die Auslöschung der Zamis-Sippe im Romanheft  Nr. 12 „Das Mädchen in der Pestgrube“ zu schnell und überhastet erfolgt war.

Der Pabel-Verlag setzte die Jugendabenteuer seinerzeit in der Taschenbuchserie DÄMONENKILLER fort. In den ersten Bänden schickten die Autoren Coco auf eine Weltreise zu befreundeten Familien, um sie auf Spur zu bringen, was aber, wie wir alle wissen, nichts nützte. Der letzte Band trug den Titel „Coco und der Gummitod“ und bedeutete für lange Jahre das Ende der Jugendabenteuer.

Mittlerweile hatte man bei ZAUBERMOND sowohl mit Nachdrucken als auch neuen Romanen der DÄMONENKILLER-Serie begonnen. Da lag es nah, dass man sich auch der Jugendabenteuer annahm. Hier lag jedoch sehr viel weniger Material vor, sodass bereits im fünften Buch, „Des Teufels Günstling“, neue Romane geschrieben wurden. Die Abenteuer der jungen Hexe Coco Zamis gingen also weiter …

 

UND IN WELCHER REIHENFOLGER SOLLTE ICH BEIDE SERIEN JETZT LESEN?

Ich habe sie damals so gelesen, wie sie erschienen sind: gleichzeitig! Und finde es bis heute sehr faszinierend, beide Coco-Zamis-Charaktere zu vergleichen: die erwachsene Coco an Dorian Hunters Seite – und die junge ungestüme Coco, die auch nach vielen Jahren ihren Platz erst noch sucht und hin und hergerissen ist zwischen ihren „menschlichen“ Gefühlen und der Pflicht, ihrer Familie beizustehen. Auch erschließt sich dadurch, indem man DAS HAUS ZAMIS liest, erst die Tiefe dieser Figur, die übrigens für mich, als Autor, mittlerweile eine gute Freundin geworden ist, so als stünde sie neben mir. Mittlerweile ist Coco Zamis nicht mehr in allen Büchern die Hauptfigur, andere Familienmitglieder sind im Laufe der Jahre ebenfalls in den Vordergrund gerückt worden, sodass der Unterttiel „Eine Dämonenchronik“ heute bezeichnend ist.

Beantwortet man die Frage nach der Reihenfolge streng chronologisch, so müsste man zunächst DAS HAUS ZAMIS 1-32 lesen – und sich dann entscheiden, aus welcher Warte man Cocos Zusammentreffen mit Dorian Hunter betrachten will: Aus DORIAN HUNTERS Sicht – oder eben so, wie DAS HAUS ZAMIS es darstellt. Aber das ist im wahrsten Sinne des Wortes wieder eine andere Geschichte. ich liebe sie beide!

 

Keep the Horror burning!
Uwe

 

PS: Vielen Dank an Uwe Schnabel für seinen Korrekturhinweis!

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Das Haus Zamis | Dorian Hunter

Des Teufels Gebetbuch: Aus dem Grimoire der Coco Zamis (3)

von am 11. Oktober 2018

Eine besondere Faszination der DORIAN-HUNTER und DAS-HAUS-ZAMIS-Bücher machte für mich schon immer die realistische Darstellung der Schwarzen Magie aus. Rituale und Bannsprüche werden gerade so ausführlich beschrieben wie nötig, denn Vorsicht: Asmodi zu beschwören, ist kein Kinderspiel. Das nachfolgende Ritual sei daher nur Erwachsenen und geistig reifen und gefestigten Personen empfohlen!

Ein Buch, aus dem schon die Väter des Dämonenkillers gern zitierten, ist Kurt Seligmanns „Weltreich der Magie“. Dort findet sich unter dem Kapitel „Teuflische Riten“ folgende Anweisung, um Asmodi zu beschwören – und rasch reich zu werden natürlich:

Zitiert wird aus dem Schwarzbuch „Der Schwarze Hahn“. Der Verfasser rät dem Zauberer, ein schwarzes Huhn, das noch nie ein Ei gelegt hat, an eine Wegkreuzung zu bringen. Dort muss er um Mitternacht das arme Tier in zwei gleiche Teile schneiden und folgende Worte sprechen: „Eloim, Essaim, frugativi et appellavi!“ Sodann muss er das Gesicht nach Osten wenden, sich niederknien und die große Anrufung sprechen (siehe Abbildung), indem er einen Zypressenstab vor sich hält. Sodann wird Asmodi augenblicklich erscheinen!

Sollte das aus irgendeinem Grunde nicht klappen, empfiehlt ein anderes Schwarzbuch („Dr. Fausts großer und mächtiger Seegeist“), das 1692 in Amsterdam gedruckt wurde, folgendes Ritual: Zunächst gilt es, einen Kreis aus Blech zu schneiden und bei jedem Hammerschlag laut zu sagen: „Stark gemacht gegen alle bösen Geister und Teufel“. Das Dreieck, das sich in der Mitte des Kreises befindet, muss aus drei Ketten gebildet werden, die von einem Galgen stammen und mit Nägeln befestigt werden, die zuvor in der Stirn hingerichteter Delinquenten versenkt waren. Um sich zu wappnen, wendet sich der Zauberer sodann an Gott und betet inbrünstig. Nach einem salbungsvollen „Amen“ muss folgender Fluch ausgesprochen werden: „Du Hund der Hölle, du Geist, hinuntergestürzt in den Abgrund der ewigen Verdammnis, sieh mich mutig hier stehen und erfülle mir meine Wünsche!“

Ist Asmodi mit einem Sack Juwelen (oder zeitgemäß: einem Bündel gutlaufender Aktien) erschienen, schickt der Zauberer ihn mit grässlichen Flüchen wieder fort, sobald er alles übergeben hat.

Zum Schluss gibt das Schwarzbüchlein noch folgenden Rat: Wenn du die Reichtümer an dich genommen hast. dann danke Gott mit einem Psalm. Bleibe fromm und bedank dich bei ZAUBERMOND für den lukrativen Rat! Unglaublich? Aber so steht es geschrieben!

Kurt Luif alias Neal Davenport, der fleißig Gebrauch machte, aus dem „Weltreich der Magie“ zu zitieren, war untröstlich, dass er es einst verliehen und nie wiedererhalten hatte. Ich war dabei, als er den Missetäter noch nachträglich mit einem schrecklichen Fluch bedachte. Weder Buch noch der Verfluchte sind je wiederaufgetaucht.

Keep the Horror burning!

Uwe

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Das Haus Zamis | Dorian Hunter

Herzlichen Glückwunsch! 50 Bände DAS HAUS ZAMIS Uwe Voehl

von am 9. Juni 2017

Herzlichen Glückwunsch! 50 Bände DAS HAUS ZAMIS

Uwe Voehl

Der 50.Band unserer Serie DAS HAUS ZAMIS ist pünktlich erschienen! Zu einem solchen Jubiläum gibt es natürlich auch herzliche Glückwünsche mit auf den weiteren Weg – von unseren Autoren, Illustratoren bis Kai Meyer.
Und vergesst nicht unseren großen LAGERAUSVERKAUF! Mehr dazu am Ende dieses Beitrags.

Verehrte »Familie Zamis«! Meine Glückwünsche zur 50. Ausgabe dieser phantastischen Familiensaga! Es ist mir eine Ehre, als Covergestalter ein Teil dieser großartigen Gemeinschaft zu sein. Freuen wir uns gemeinsam auf noch viele, viele packende Abenteuer mit Coco Zamis und ihren Mitstreitern! Herzlich Mark Freier

Ein sensationeller Erfolg für die einstige kleine Ablegerserie. Dabei hat DAS HAUS ZAMIS so einige Katastrophen überlebt. Zum Beispiel (kaum zu glauben!) meinen allerersten Roman, den ich damals gemeinsam mit Dario Vandis geschrieben habe. Inzwischen blicke ich auf eine stattliche Reihe von Veröffentlichungen aller Art zurück, aber dieser Moment, als mein Erstling erschien … den werde ich sicher nie vergessen. Christian Montillon

Das Zauberwort heißt Atmosphäre. Damit »bekommt« man mich – immer. Ein Konzept mag bescheuert hoch drei sein; ist seine Atmosphäre unwiderstehlich, dann kann ich ihm nicht widerstehen. Im Falle von »Das Haus Zamis« bestand da gleich doppelt Gefahr für mich, denn zum einen war (und ist) diese Serie nun wirklich alles andere als bescheuert … und zum anderen geizte sie noch nie mit dem, was ich als ihr vielleicht attraktivstes Merkmal betrachte: diese einzigartige Atmosphäre, angesiedelt irgendwo zwischen morbidem Humor, kompromisslos ehrlichem Horror und stets aufs Neue faszinierender Mystik. Fünfzig Bände sind nach diesem Rezept nun schon bei Zaubermond entstanden. Für mich, den Leser von einst, ist es ein ausgesprochenes Vergnügen, diese so einzigartige Serie jetzt auch mit der ein oder anderen eigenen Idee bereichern zu dürfen. Je atmosphärischer diese ausfallen, desto besser. Herzlichen Glückwunsch, Coco! Simon Borner

Besonders gerne denke ich an DAS HAUS ZAMIS zurück, das als eine Reihe von Jugendabenteuern unserer Lieblingshexe begann und sich schließlich von der Hauptserie emanzipierte und in etwas ganz Eigenes mündete. Eine faszinierende Entwicklung. Ich wünsche der Serie von ganzem Herzen ein langes, erfolgreiches Leben. Mögen ihr noch mindestens 50 weitere Bücher beschieden sein. Oliver Fröhlich

Von Hexen träumen … Ich habe sehr früh begonnen, von Hexen zu träumen. In einem Traum – da muss ich drei oder vier gewesen sein – zog eine Prozession von Hexen durch ein altes Stadttor, tanzend und kreischend bei Fackelschein. Ich stand am Ende der Straße, und der Pulk aus Hexen kam genau auf mich zu. Ich weiß nicht, ob es gute oder böse Hexen waren, aber nicht alle waren alt und nur manche sehr hässlich.  Demnach war mir schon als Kind bewusst, dass nicht jede Hexe aussehen muss wie die krumme Vettel im Lebkuchenhaus, und würde ich diese Szene heute in einem Buch nachstellen, wären vermutlich ein paar Versionen von Coco Zamis irgendwo in der tobenden Menge.  Ich habe Cocos Auftritte im Dämonenkiller während der Pubertät gelesen, aber erotisch fand ich sie eigentlich nie; schon damals hatte sie mit ihren überdimensionierten Brüsten für mich etwas von einer frivolen Alte-Herren-Phantasie, einen gewissen Touch von Strip-Club, als hätten die Autoren heimlich davon geträumt, ihr Geldscheine ins Höschen zu stecken.  Es war also nicht ihr Aussehen, das mich an Coco fasziniert hat, sondern immer ihre Geschichte. Die Zerrissenheit zwischen Gut und Böse, natürlich, aber mehr noch der familiäre Hintergrund, ihr Hang zu Auflehnung und Rebellion gegen Eltern und dynastische Konventionen. (Meine Aura Institoris in den Alchimistin-Romanen ist davon nicht sehr weit entfernt, was vermutlich kein Zufall ist.) Dass ich die früh verstorbene Soledad Miranda, Darstellerin in diversen Jess-Franco-Filmen der Sechzigerjahre, bis heute für die ideale Coco-Besetzung halte, sei nur nebenbei erwähnt. Ansonsten bin ich in der Tat sehr froh, dass sich die Autoren der aktuellen Serie stärker auf die Familienkonflikte in Cocos Leben konzentrieren als auf Beschreibungen ihrer Oberweite. Auch deshalb sind die Romane heute so viel komplexer und zeitgemäßer als die etwas angestaubten Originale. Kai Meyer

Dies war nur ein Auszug der vielen Glückwünsche, die ihr ausführlich im aktuellen DAS HAUS ZAMIS nachlesen könnt, das übrigens den Titel trägt „Lieb Schwesterlein, magst böse sein …“ Und mit besagter Schwester ist wirklich nicht zu spaßen!  Der 50. Band DAS HAUS ZAMIS geschrieben von Michael Marcus Thurner und Logan Dee!

Natürlich freuen wir uns auf weitere Glückwünsche auch von euch! Wir sind gespannt, was ihr uns zur Serie zu sagen habt.

Zum Abschluss möchten wir noch einmal auf unseren Lagerausverkauf hinweisen: Aktuell wird die Backlist der Buchserien von DORIAN HUNTER und DAS HAUS ZAMIS auf Digitaldruck umgestellt. Was bedeutet das? Zunächst einmal keine besondere Veränderung: Alle Titel werden auch weiterhin im gewohnten Layout und in gewohnter Qualität lieferbar bleiben. Allerdings wird das bisherige Buchlager dafür komplett geräumt und alle Titel von DORIAN HUNTER 1-82 und DAS HAUS ZAMIS 1-44 ab sofort für einen begrenzten Zeitraum zu einem vergünstigten Preis von € 4,99 pro Titel angeboten. Die Lieferung erfolgt natürlich nur, solange der Vorrat reicht. Wichtige Information: Nach dem Ausverkauf werden die Titel dann zum regulären Preis von € 14,95 erhältlich sein. Wer also jetzt günstig seine Sammlung vervollständigen möchte, sollte schnell zuschlagen – zum Beispiel bei unserem Sammelangebot: Wer 30 Exemplare der oben genannten Backlist-Titel auf einmal bestellt, erhält diese zum Paketpreis von 99,-, also zum noch einmal reduzierten Preis von € 3,30 pro Band!

Keep the Horror burning!
Uwe

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Das Haus Zamis | Dorian Hunter

Wir haben Google! Das Haus Zamis – vom Exposé zum Buch (2)

von am 17. Februar 2017

Im ersten Teil ging es darum, euch darzulegen, wie ein Exposé entsteht. Nach der Abnahme durch den Verleger geht das Exposé an die bereits fiebrig wartenden Autoren. Es folgt die Schreibphase …

Kaum ein Verleger leistet sich noch den Luxus, jeweils ein ausführliches Exposé für einen Serienroman zu erstellen. Langlebige und erfolgreiche Serien wie PERY RHODAN beweisen jedoch, dass nur damit eine gleichbleibende Qualität gewährleistet ist. Einer muss den Job halt machen: den roten Faden in der Hand halten und den Autoren, die nicht so nah dran sind an der Serie und unter Umständen auch gar nicht alle Romane gelesen haben, mit Ideen und Informationen zu füttern.

Die Autoren haben in der Regel zwei bis drei Monate Zeit, einen der zwei Teilromane in jedem DORIAN-HUNTER- oder DAS-HAUS-ZAMIS-Buch zu schreiben. Eigentlich Zeit genug, sollte man meinen … Zumal die Einteilung bereits ein ganzes Jshr früher erfolgt. Dennoch steht nicht jeder Autor gleich wartend da und legt los, In der Regel werden die Deadlines gnadenlos ausgereizt.

Auf welche Weise die Autoren das Exposé als Grundlage für ihren Roman benutzen, ist sehr unterschiedlich. Michael Marcus Thurner zum Beispiel liebt es, sehr frei zu arbeiten. Er löst sich nie völlig von der Expo-Handlung, aber gibt seinem Roman oft eine völlig andere überraschende Richtung. Ich selbst habe es eine Weile so gehalten, dass ich wie ein gespannter Leser das Exposé immer nur häppchenweise gelesen habe, um mir selbst die Spannung beim Schreiben zu bewahren. Mittlerweile bevorzuge ich es, mir vorher eine ungefähre Arbeitsaufteilung zu machen, sodass ich weiß, worauf ich hinarbeiten muss. Genauso, noch exakter, macht es Oliver Fröhlich, der das Exposé gleich in einzelne Kapitel unterteilt, bevor er mit dem Schreiben beginnt. Eine Ausnahme bildete der im letzten Jahr verstorbene Malte S. Sembten, der unter dem Pseudonym Rüdiger Silber für beide Serien großartige Romane verfasst hat. EIn Zitat dazu von ihm:

„Aber selbst beim HAUS ZAMIS gibt es Diskontinuitäten, die daran liegen, dass die Autoren die Serie nicht immer lesen (das kann man auch nicht verlangen; Serienprofis müssten sonst regelmäßig mehrere Serien komplett lesen). Z.B. musste ich den Dämon Helmut von Bergen (hieß der so?) schwul machen, um sein erratisches Verhalten gegenüber Coco zu erklären. Catalina wusste nämlich nicht, dass seine Beziehung zu Coco sich in den Romanen von Oli und mir positiv entwickelte, sodass sie ihn danach quasi wieder „auf Null“ gestellt hatte. Oder die Schilderungen des „Labors“ von Asmodi, in dem Asmodi Cocos Ungeborenes heranzieht: die fiel in meinem Roman und dem darauffolgenden von Oli völlig unterschiedlich aus. Strenge Expo-Treue hat nur Sinn, wenn es für die Serie wichtig ist. Die meisten der unterschiedlichen Sichtweisen hingegen haben, zumal es sich um ein sogenanntes Einzelabenteuer handelt, keine Auswirkungen auf spätere Romane und damit auf die Serie. Das ist dann Expo-Treue um der Expo-Treue willen.“

Malte S. Sembten war ein Autor, der die Expos sehr ausreizte oder gerne auch schon in der Expophase Ideen zusteurte – am liebsten aber erst einmal alles infrage stellte und diskutierte. Aber eines kann ich sagen: Es kam stets ein besserer Roman dabei heraus, als ich als Exposé-Autor es mir erhofft hatte.

Und so soll es schließlich sein: Von der ersten Idee bis zum Manuskript arbeiten alle daran, das Vorhandene noch weiter zu optimieren. Jeder Einzelne gibt sein Bestes für die Serie. Die meisten sogar ihr Herzblut!

Keep the Horror burning!
Uwe

Das Foto zeigt ZAUBERMOND-Autor Christian Humberg auf der Suche nach dem richtigen Anfangssatz.
Foto: Daniel Dornhöfer, Mainz www.dornhoefer-photography.de 

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Das Haus Zamis | Dorian Hunter

Wir haben Google! Das Haus Zamis – vom Exposé zum Buch (1)

von am 28. Oktober 2016

Heutzutage, wo alles ganz einfach scheint, vor allem, ein Buch via Selfpublishing oder „on demand“ zu veröffentlichen, ist es nicht selbstverständlich, dass ein relativ überschaubarer Verlag wie ZAUBERMOND gleich mehrere Serien unter professionellen Voraussetzungen und Bedingungen in regelmäßigem Turnus auf den Markt bringt. Und das seit über zehn Jahren.
Ganz am Anfang eines jeden Buches steht das Exposé …

Doch nicht allein Autoren und Gestalter sind für den Erfolg verantwortlich, sondern genauso die Leute, die nur im Kleingedruckten genannt werden oder ganz im Hintergrund bleiben. Sie alle möchte ich nach und nach vorstellen. Vor allem auch den Verleger, denn eigentlich müsste er ganz am Anfang stehen – denn allein er entscheidet letztendlich über das Programm.

Beginnen möchte ich, wie oben erwähnt, jedoch mit dem Exposé. Weil ich mich damit am besten auskenne. Weil es aber auch zu den elementaren Dingen gehört, die über die Qualität und die Kontinuität und damit letztlich über den Erfolg einer Serie entscheiden. Nicht umsonst leistet sich PERRY RHODAN seit Jahrzehnten eine kostspielige Expoabteilung. Und nicht umsonst beauftragte der Erich-Pabel-Verlag den damaligen Rhodan-Autor Ernst Vlcek seinerzeit damit, auch für die DÄMONENKILLER-Serie, dem Romanheftvorläufer der heutigen DORIAN HUNTER- und DAS HAUS ZAMIS-Bücher, als Exposéautor tätig zu werden. Diese kluge Entscheidung bürgte lange Zeit für den sensationellen Erfolg der Serie. Wie umgekehrt es schiefgehen kann, wenn man die Autoren einfach nur schreiben lässt, ohne ihnen ein gemeinsames Gerüst an die Hand zu geben, zeigten in katastrophaler Weise die neuen Romane der zweiten Auflage, die dann auch recht schnell eingestellt wurde.

Nachdem die Romanhefte der ersten erfolgreichen Auflage im ZAUBERMOND-Verlag als Nachdrucke vorlagen, stellte sich auch für DAS HAUS ZAMIS die Frage, wie man weiter verfahren sollte. Mit oder ohne Serienexposé? Und wenn mit, wer sollte sie schreiben, zumal Ernst Vlcek sich zum damaligen Zeitpunkt längst aus der Serie zurückgezogen hatte. Nach einer kurzen Orientierungsphase, in der sich Dennis Ehrhardt, der damals noch vermehrt an der Serie mitschrieb, Ralf Schuder und ich uns zumindest bei unseren regelmäßigen Treffen über einen groben Handlungsrahmen verständigten, stieß zu unserer großen Freude Ernst Vlcek wieder zum Team und übernahm die Expoarbeit. Er löste damit zumindest bei uns Autoren einen unglaublichen Enthusiasmus aus. Zumal Ernst Vlcek uns aufzeigte, dass seit der damaligen Romanheftserie und den Buchveröffentlichungen mehrere Jahrzehnte lagen. Und die Zeiten hatten sich gewandelt. Vor allen Dingen die Beschränkungen zum Beispiel aufgrund der Selbstkontrolle der Verlage, denen die „Großen Alten“ in dieser Zeit unterworfen gewesen waren. Ernst Vlcek katapultierte mit seinen neuen Exposés die Serie endgültig in die Neuzeit, und nicht umsonst entstanden in dieser Phase die vielleicht grausamsten Romane innerhalb der Serie, die auch uns Autoren heute noch teilweise vorgeworfen werden.

Nach Ernst Vlceks leider viel zu frühem und für alle überraschenden Tod, übernahm ich die Exporedaktion. Zunächst noch den viel zu großen Fußstapfen Ernsts folgend. Doch schnell entdeckte ich, dass DAS HAUS ZAMIS einen viel größeren Rahmen bot, als nur oder hauptsächlich die Abenteuer der jungen Hexe Coco Zamis zu erzählen. Und so entstand nach und nach ein ganzer Familienkosmos, der bis heute noch lange nicht zu Ende erzählt worden ist.

Was aber macht das Besondere der Serie aus? Sie ist komplex, ja, aber nicht so komplex, dass ein Leser nicht jederzeit eines der Bücher zur Hand nehmen und ganz neu oder wieder einsteigen könnte. Jedes Buch ist in sich abgeschlossen, nimmt jedoch den Faden des Vorgängers auf, spinnt ihn weiter und überlässt es dem Nachfolgeband, einige der vielleicht liegengebliebenen Probleme weiter zu verknüpfen.

Das alles habe ich im Kopf, wenn ich mit dem Exposé eines Buches beginne. Jedes Buch umfasst wiederum zwei Romane, wobei jeder Roman in der Regel von einem anderen Autor geschrieben wird. Und zwar in demselben Zeitraum, sodass kaum ein Autor den Teil des anderen lesen kann. Vor allem der Autor des zweiten Teils muss sich also auf das Exposé des ersten Teils verlassen können, wenn er daran anknüpft.

Das Exposé muss also umfassend sein, es muss verständlich sein, es darf aber auch nicht zu ausufernd sein.

Dies alles aber gehört eher zum Handwerklichen, genau wie das Gespür, welchem Autor welche Themen liegen. So schreibt Michael Marcus Thurner nun mal am liebsten über das Café Zamis und seine skurrilen Gäste (kein Wunder, er hat es erfunden!), während Catalina Corvos Lieblings-Charakter Georg Zamis ist.

Ganz am Anfang aber steht: Das Thema, das jedes Buch trägt und es von den anderen abhebt. Die Idee. Der Einfall. Der Geistesblitz. Manchmal kommt er, wenn ich mich gar nicht damit beschäftige. Auf Spaziergängen mit meiner Hündin Ronja zum Beispiel. Oder mitten während eines langweiligen Theaterstücks. Ja, auch wenn es zum Klischee gehört: Zuweilen auch mitten in der Nacht.

Daraufhin folgt die Prüfung, wie sich der jeweilige Einfall mit der laufenden Handlung verträgt. Bei dem kleinen Zyklus um das legendäre Dakota Building ließen sich „Rosemaries Baby“-Flair und Voodoo-Zauber zum Beispiel so gut verquicken, dass anschließend noch ein ganzer Voodoo-Roman folgte.

Passt das neue Thema zur laufenden Handlung, erfolgt die Recherche. Kurt Luif drückte mir einst voller Enthusiasmus „Das Weltreich der Magie“ in die Hand, aus der die Serienväter damals ihr meistes Wissen entnahmen. Darüber staune ich noch heute, wie exakt und realistisch manche Dinge und auch ferne Länder beschrieben wurden. Denn natürlich war es nicht nur ein einziges Buch, das zur Recherche diente, sondern es waren viele mehr.

Heute besitze ich selbst eine relativ umfangreiche Bibliothek über Hexenwesen und Dämonologie. Aber natürlich sind wir heutigen Expokraten und Autoren den Vätern in einem Voraus: Wir haben Google!

Ist das Thema gewählt, gut recherchiert und passt es zur laufenden Handlung, erst dann beginne ich mit der Niederschrift des Exposés. Vorangestellt werden die technischen Daten, zum Beispiel:

DAS HAUS ZAMIS 44:
Mit schwarzen Schwingen kommt der Tod
von Susanne Wilhelm und Rüdiger Silber
Abgabe an Lektorat: 15. September

Es folgt eine Vorbemerkung und einige Sätze zum Stand der Dinge, denn nicht von jedem Autor kann ich voraussetzen, dass er den Band davor gelesen hat. Wichtig ist noch die Angabe der Jahreszeit, die zumeist der entspricht, in der das Buch erscheint.

Das fertige Exposé umfasst je Roman ca. 10 Seiten, insgesamt also 20 Seiten.

Danach erfolgt die Abnahme durch den Verleger. Ist auch das geschehen, bekommen endlich die meistens schon in den Startlöchern stehenden Autoren es endlich in die Hände: Das fertige Exposé!

Falls wir nichts mehr voeinander hören, wünsche ich euch jetzt schon ein möglichst gruseliges Halloween! Vielleicht verbringt ihr ja einen schaurigen Leseabend und besucht DAS HAUS ZAMIS!

Keep the Horror burning!
Uwe 

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Das Haus Zamis | Dorian Hunter

Der Zamis-Zyklus

von am 9. September 2016

Vergangenen Freitag ist sie endlich offiziell erschienen: die 31. Hörspielfolge von DORIAN HUNTER, »Capricorn«. Abonnenten und Vorbesteller bei Zaubermond hatten ihre CD ja schon ein paar Tage früher im Briefkasten … und so ist es jetzt vielleicht Zeit, einmal zurückzublicken auf alle vier Teile, die den Zamis-Zyklus bilden, als da wären:

Folge 29.1: »Hexensabbat – Lehrjahre«
Folge 29.2: »Hexensabbat – Reifeprüfung«
Folge 30: »Hochzeitsnacht«
Folge 31: »Capricorn«

Die ersten beiden Folgen, die Cocos Kindheit auf Schloss Behemoth und später in Wien beleuchten, sind dabei so eng verzahnt, dass sie noch einmal als »Zweiteiler innerhalb des Vierteilers« kenntlich gemacht wurden. Als Romanvorlage diente dabei nicht nur die gleichnamige Story »Hexensabbat«, mit der das Hunter-Spin-Off DAS HAUS ZAMIS startet, sondern auch Elemente aus den Folgestorys »Die Stunde der Ameisen« und »Der Teufelsschüler«. Beide Geschichten sind ebenfalls im ersten HAUS-ZAMIS-Band »Hexensabbat« enthalten. Aus der »Stunde der Ameisen« ist dabei nur die Bedrohung der Zamis-Familie durch einen anonymen Herausforderer entliehen. Wir haben sie verbunden mit der schillernden Figur von Cocos Onkel Boris Zamis, der in der Story »Der Teufelsschüler« seinen großen Auftritt hat. Auf diese Weise bekommt der Hörer einen ersten Eindruck, wie es seinerzeit im Hause Zamis zugegangen sein mag und welche schwierige Zeit Coco dort verlebt hat …

Nur »ein erster Eindruck« deshalb, weil die Familie Zamis natürlich Stoff für noch viel mehr Geschichten bietet, den wir in den Hörspielen bisher noch nicht berücksichtigen konnten. Auch aus der Zamis-Sippe haben wir mit Cocos Geschwistern Vera und Georg und ihren Eltern Michael und Thekla zunächst einmal nur die wichtigsten Figuren eingeführt (okay, aufmerksamen Hörern wird nicht entgangen sein, dass wir darüber hinaus den einen oder anderen Namen fallengelassen haben … So ist auf Claras Hexensabbat in Folge 29.2 zum Beispiel Michael Zamis’ Bruder Ingvar mit seiner Frau Bianca zu Gast, und auch Cocos Schwester Lydia (my favourite!) wird zumindest einmal namentlich erwähnt).

Allein Cocos sechs Geschwister angemessen einzuführen, hätte den Rahmen dieses Hörspielzyklus leider vollkommen gesprengt. Von Ingvars Familienzweig in den Abruzzen oder anderen Verwandten aus Südamerika gar nicht zu reden. Daran krankt leider schon die ursprüngliche Romanhandlung von »Die Stunde der Ameisen«, die den Sippenkrieg zwischen den Zamis und der Wiener Hexerfamilie Forcas thematisiert: Zu viele Angehörige der Zamis werden eingeführt und entweder sofort getötet oder spielen später in der HUNTER-Serie keine nennenswerte Rolle mehr, sodass der Leser gar keine Zeit hat, sie kennenzulernen und eine Beziehung zu ihnen aufzubauen. Aus diesem Grund haben wir die Forcas im Hörspiel auf einen einzigen Gegner reduziert, der diesen Namen nur zur Tarnung benutzt.

Die Romane, das muss man ehrlich sagen, haben an dieser Stelle viel Potenzial verschenkt, was auch der Serienschöpfer Ernst Vlcek später zugegeben hat. Überhaupt wurden die Zamis in der HUNTER-Serie immer sehr stiefmütterlich behandelt. Die gesamte Familie musste ja bereits bei der zweiten Begegnung mit Dorian in Folge 12, »Das Mädchen in der Pestgrube«, ins Gras beißen … So viele Figuren, die den HUNTER-Kosmos hätten bereichern können, wurden ausgelöscht, so viele mögliche interessante Handlungsstränge mit einem Schlag unmöglich gemacht …

Um diesen Fehler gewissermaßen nachträglich zu »korrigieren«, haben die Autoren später das Spin-Off DAS HAUS ZAMIS erschaffen. Hier bekommt zunächst die jugendliche Coco als Haupfigur und in späteren Bänden diese gesamte Familie Zamis mit ihren vielen Verzweigungen und ihrem jahrhundertealten Background den Raum, den sie verdient … DAS HAUS ZAMIS komplett in die HUNTER-Hörspielserie zu integrieren, ist – leider, leider! – völlig illusorisch. Aber wir haben uns dazu eine andere interessante Lösung einfallen lassen, über die ich an dieser Stelle nicht mehr verraten möchte, als dass wir gerade daran arbeiten … Gelüftet wird das Geheimnis voraussichtlich im Frühjahr 2017!

Mit diesen rätselhaften Worten möchte ich heute schließen.

Ach ja, und mit einer Erklärung für die fehlende Download-Möglichkeit von Folge 31 auf Amazon.de. Leider ist uns bei der Titelmeldung ein blöder Fehler unterlaufen, durch den der Amazon-Shop bei der Meldung ausgeklammert wurde. Wir haben das am Erscheinungstag sofort nachgeholt, doch aufgrund eines »Datenbank-Rückstaus« (O-Ton Amazon) wird es leider noch einige Tage dauern, bis die Folge dort als Download verfügbar ist. Aber wir haben natürlich einen guten Tipp für alle Ungeduldigen: ihr könnt die Folge einfach direkt hier auf diesen Seiten im Zaubermond-Shop kaufen, dann klappt es sofort mit dem Hören! 😉

Viele Grüße und bis nächste Woche, wenn Andrea Bottlinger an dieser Stelle wieder das Ruder übernimmt.

Dennis Ehrhardt

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Das Haus Zamis | Dorian Hunter

Blutfrisch auf den Tisch: DORIAN HUNTER 83 und DAS HAUS ZAMIS 45.

von am 4. April 2016

Vor ein paar Tegen pünktlich erschienen: DORiAN HUNTER 83 und DAS HAUS ZAMIS 45! Wir hoffen, dass die Bücher schon bei euch allen eingetroffen sind! Vielleicht habt ihr schon mit dem Lesen begonnen. Wenn nicht, hier ein kurzer Ausblick, was euch erwartet:

DAS HAUS ZAMIS 45: Blackwater Bay

Wie immer erwarten euch auch in diesem Buch zwei Abenteuer: In dem Roman „Lady Mamba“, der von Rüdiger Silber geschrieben wurde, reisen Coco Zamis und ihre Vampirfreundin Rebecca nach New Orleans. Rebecca erhofft sich dort Hilfe von einem Voodoo-Heiler, der sie von ihren Alpträumen erlöst. Stattdessen geraten die beiden mitten in einen dämonischen Krieg zweier erbitterter Gegner. Auf der einen Seite Lady Mamba mit ihrem Gefolge, auf der anderen Prince Wodu mit seinen teuflischen Zombiehorden. Doch zunächst erhalten die beiden Freundinnen eine geheimnisvolle Einladung: Mother Euphrasine, wie sich ihre Gastgeberin nennt, bittet zu einer blutigen Soiré …

Im titelgebenden zweiten Roman, „Blackwater Bay“ von Logan Dee, erreichen Coco und Rebecca endlich die Pazifikküste, um dort Rebeccas Tante Elvira zu besuchen. Doch diese ist spurlos verschwunden. Auf der Suche nach ihr stellen die beiden schnell fest, dass allein die Erwähnung Tante Elviras zu ungeahnten ungeahnte Komplikationen und Feindseligkeiten hervorruft. Und nicht nur Blackwater Bay selbst ist fest in der Hand von Dämonen. Auf einer vorgelagerten Insel residiert der exzentrische Esteban Deli. Steckt er hinter Tante Elviras Verschwinden? Coco und Rebecca haben nur eine Chance das herauszufinden … und stoßen das Tor zur Hölle auf.

„Blackwater Bay“ kaufen.

DORIAN HUNTER 83: Der Orden von Delphi

Die beiden Teilromane in diesem Band hängen eng zusammen. In „Der Orden von Delphi“ nimmt Catherine Parker uns auf eine Reise in die Spätantike mit, und wir erfahren endlich mehr über die Hintergründe des geheimnisvollen Ordens, der beim Orakel von Delphi seinen Ursprung hatte. Gleichzeitig ist der Orden von Delphi wieder hinter Philipp her, und selbst Coco kommt ziemlich ins Schwitzen bei dem Versuch, ihn zu beschützen.

In Simon Borners „Die versunkene Stadt“ wird das Geheimnis schließlich gelüftet. Wir erfahren, warum der Orden tatsächlich versucht hatte, alle aus der Weltgeschichte zu entfernen, die in die Zukunft sehen können. Außerdem ist die titelgebende versunkene Stadt auch mit dem Schicksal von Hugo Bassarak verknüpft, Dorians früherem Leben zur Zeit der Französischen Revolution. Nachdem Hugo in Frankreich nun ein gesuchert Mann ist, macht er sich mit dem Schiff zu neuen Ufern auf.

„Der Orden von Delphi“ kaufen.

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Das Haus Zamis | Dorian Hunter

Ein Gespräch mit Coco Zamis: DAS HAUS ZAMIS

von am 21. Februar 2016

Coco Zamis agiert gleich in zwei erfolgreichen ZAUBERMOND-Serien: In den aktuellen DORIAN HUNTER-Bänden ist sie eine erwachsene Hexe, die lange Zeit an der Seite Dorian Hunters vehement die Schwarze Familie bekämpft hat. DAS HAUS ZAMIS beschreibt sie in jüngeren Jahren, in denen sie sich gegen Dorian Hunter entschieden hat und noch immer Mitglied der Schwarzen Familie ist. Es erschien uns reizvoll, beiden so verschiedenen Charakteren ein wenig auf den Zahn zu fühlen. Beginnen wir mit der Rolle in DAS HAUS ZAMIS …

Frau Zamis …

Coco, bitte. Frau Zamis klingt so alt. Dabei fühle ich mich wie zweiundzwanzig …

Und Sie sind …?

(schmunzelt) Ich will es mal so ausdrücken: Seitdem ich mich von meiner Familie auch räumlich emanzipiert habe und nicht mehr in der Villa Zamis lebe, fühle ich mich richtiggehend erwachsen.

Ihrem Auszug gingen etliche Jahre voran, in denen Sie abwechselnd Ihrer Familie in entscheidenden Situationen beistanden und – statt Dankbarkeit – eher den Stempel des Schwarzen Schafes aufgedrückt bekamen und niedergemacht wurden.

Ich galt wohl eher als weißes Schaf. Für meine Familie, insbesondere für meinen Vater Michael Zamis, bin ich wohl immer noch zu brav.

Dabei gehen Sie nicht gerade zimperlich mit Ihren Gegnern um, das kann man wohl nicht sagen, oder?

Vielleicht wäge ich mehr ab als andere Dämonen. Ich töte nicht wahllos und schon gar nicht aus Spaß. Ich setze mich zur Wehr, wenn ich angegriffen werde. Und, ja, ich habe eine Schwäche für Menschen. Das ist sicherlich der Hauptgrund, warum ich als Außenseiterin in der Schwarzen Familie gelte. Es ist nicht so, dass ich die Menschen unbedingt liebe, aber sie sind nun mal weit schwächer als wir Dämonen und benötigen ab und zu meinen Beistand.

Stellen Sie da Ihr Licht nicht ein wenig unter den Scheffel? Immerhin verfolgen Sie mit Ihrem Café Zamis ein ganz besonderes Ziel.

(lächelt) Sie sprechen da etwas an … Also, das Café liegt mir wirklich am Herzen. Obwohl ich auch hier wieder, wie meistens, eben kein Ziel verfolgt habe, sondern wie die Jungfrau zum Kinde gekommen bin. Das Café ist mit der Vergangenheit meiner Familie verknüpft. Noch habe ich nicht alle seine Geheimnisse und Rätsel erforscht, aber wichtig ist, dass im Café selbst dämonische Kräfte weitgehend außer Kraft gesetzt sind. Es ist wahrscheinlich der einzige Ort auf der Welt, in dem Menschen und Dämonen auf Augenhöhe nebeneinander sitzen und friedlich ihren Kaffee schlürfen.

Sehen Sie das nicht ein wenig durch eine rosarote Brille? Ihre menschlichen Gäste ahnen doch nichts von den Dämonen, die meisten nehmen sie noch nicht einmal wahr!

Natürlich ist auch viel Illusion dabei im Spiel. Vielleicht sogar in meinem Fall, also, dass ich mir zu viel erhoffe und es schönrede. Aber es ist zumindest ein Anfang, wie die Welt eines Tages aussehen könnte.

Sie haben Ihre Familie bereits erwähnt. Könnten Sie einfach kurz und knapp in einem Satz die folgenden Personen beschreiben? Michael Zamis …

Mein Vater und das despotische Oberhaupt nicht nur unserer reizenden Sippe, sondern auch der Wiener Schwarzen Familien.

Thekla Zamis?

Meine Mutter, die zum Glück in den letzten Jahren ihr Mauerblümchendasein abgestreift hat und in entscheidenden Situationen meinem Vater contra gibt.

Georg Zamis?

Mein Lieblingsbruder, der im Gegensatz zu mir immer noch in der Villa wohnt und damit viel zu sehr dem Einfluss meines Vaters ausgesetzt ist. Erlauben Sie mir einen zweiten Satz?

Natürlich. Auch einen dritten oder vierten.

„Georg habe ich schon oft mein Leben zu verdanken gehabt. Auch wenn ich sonst auf keinen mehr zählen konnte: Mein Bruder Georg war da.

Adalmar Zamis?

Oh je. Muss ich dazu wirklich was sagen? Wahrscheinlich ist mein ältester Bruder Adalmar der beste Hexer, den unsere Familie je hervorgebracht hat, aber er ist absolut eigensinnig, eigenbrötlerisch und undurchschaubar. Ein echter Finsterling und Kotzbrocken. Als ich noch in der Villa wohnte, war ich immer froh, wenn er nicht da war und in den Abruzzen seinen Experimenten nachging …

Das waren aber jetzt auch mehr Sätze. Es zeigt mir, dass Ihr Bruder Adalmar Ihnen doch ganz schön im Kopf herumspukt.

Das scheint nur so. Er lebt in seiner Welt, ich in meiner, und im Allgemeinen bin ich froh, wenn sich unsere beiden Welten nicht tangieren.

Lydia Zamis?

Meine weltreisende Schwester und bekennende Nymphomanin. Oberflächlich ist ihr zweiter Vorname. Jedes weitere Wort aus meinem Mund würde sie wahrscheinlich beleidigen.

Coco, zum Schluss noch eine Frage. Eine Ihrer großen Lieben trug den Namen Dorian Hunter. Sie sollen sogar ein Kind mit ihm gezeugt haben.

Also gut, ich stelle hier ein für allemal klar, dass die Sache für mich erledigt ist und ich nichts, aber auch gar nichts für Dorian Hunter empfinde. Unsere damalige Affäre beruhte auf dem Irrtum, dass ich glaubte, ihn davon abbringen zu können, meine Familie zu töten. Er jedoch hat mich nur benutzt …

… während Sie ihn verhext haben. Das war ja auch nicht ganz ohne.

(blickt zornig) Wollen Sie damit andeuten, ich habe ihn nur ins Bett bekommen, weil ich Magie angewandt habe? Jedenfalls hat er seine gerechte Strafe bekommen: Es ist eine Art Geisterleben, das er führt. In einer anderen Dimension. Nichts um ihn herum ist wirklich, und für die Welt gilt er als gestorben. Für mich auch, basta!

Und Ihr gemeinsames Kind?

Ich habe es nie ausgetragen, wie Sie vielleicht wissen. Ich habe den Fötus abgegeben. Er ist in sicherer Obhut, und ich werde ihn nie wiedersehen …

Coco, noch eine letzte Frage: Können Sie sich vorstellen, wenn es damals anders gelaufen wäre, also Sie sich mit Dorian Hunter verbündet hätten, Sie noch heute Seite an Seite gegen die Schwarze Familie kämpfen würden?

Welch abstruse Frage! Haben Sie etwas getrunken?

Ich danke Ihnen!

 

Steckbrief:

Coco Zamis

Geburtsdatum: unbekannt, dem Aussehen nach 22 Jahre

Augenfarbe: dunkelgrün

Haarfarbe: pechschwarz

Größe: 1,71 m

Statur: schlank, schmale Schultern

Besondere Kennzeichen: stark hervortretende Wangenknochen, tiefe, rauchige Stimme.

Fähigkeiten:

– Hypnose (sogar zwei Menschen gleichzeitig, da sie als Hexe mit beiden Augen in zwei verschiedene Richtungen schauen kann)

– Kampf: In ihrer Ausbildung hat sie auch Reiten, Schießen, Judo, Fechten etc. gelernt

– Schneller Zeitablauf bzw. Zeitmanipulation

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Das Haus Zamis | Dorian Hunter

Ein kleiner Rundgang durch Wien bis zur Villa Zamis

von am 1. Oktober 2013

DORIAN HUNTER und DAS HAUS ZAMIS waren der Stadt Wien schon immer eng verbunden. Coco Zamis lebt mit ihrer Familie dort, und Dorian Hunter pflegt regen Kontakt zu dem Wiener Antiquitätenhändler Helnwein, bis dieser stirbt. Dazu kommt, dass Wien eine wahre Dämonenhochburg zu sein scheint. Asmodi persönlich kann man oft dort antreffen, und seit jeher befindet sich in Wien das Büro des Schiedsrichters der Schwarzen Familie.

Das alles ist kein Wunder, stammen doch die beiden Begründer der Serien, Ernst Vlcek und Kurt Luif (Neal Davenport), aus dieser Stadt. Auch derzeit haben wir einer Wiener im Autorenteam: Michael Marcus Thurner. Er war so freundlich, für dieses Blog ein paar der Schauplätze der Serien zu fotografieren.

Die Ratmannsdorfgasse. Hier steht die Villa Zamis. Die genaue Adresse ist die Ratmannsdorfgasse 218, ein Eckgrundstück, wie es in den Romanen beschrieben wird. Hier soll sich hinter einer Steinmauer hundert Meter von der Straße versetzt die Villa Zamis erheben, die man hinter allerlei Bäumen kaum sehen kann.
Ein Eckgrundstück ist diese Adresse tatsächlich, und ein recht schickes Haus gibt es dort auch:

An der Ecke Ratmannsdorfgasse und Jagdschlossgasse soll der Antiquitätenhändler Helnwein leben. Von ihm hat Dorian das Henkersschwert, in dessen Schwertkasten er ein Bild des Dämons Olivaro findet. Helnwein hilft Dorian zudem immer, wenn dieser nach Wien kommt, bis der Antiquitätenhändler schließlich leider ein Opfer der Dämonen wird.
Seit Neuestem spielt Helnwein allerdings in DAS HAUS ZAMIS wieder eine kleine Rolle.

Das ist natürlich noch längst nicht alles, was es in Wien in Zusammenhang mit DORIAN HUNTER und DAS HAUS ZAMIS zu entdecken gibt. Weitere Einträge mit Bildern werden nach und nach folgen, sowie sich Michael dazu überreden lässt. Freut euch auf schaurige Schauplätze und interessante Wien-Geschichten.

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