Das Haus Zamis | Dorian Hunter | Hexenhammer

Frohes Neues Jahr!

von am 1. Januar 2021

Ehrlich gesagt, ich bin froh, über das alte Jahr den Sargdeckel zu schließen. Zumindest im Geiste, denn natürlich weiß ich, dass es einfach weiterläuft: im Guten wie im Schlechten. Ja, Gutes gab es tatsächlich, und zu meinen Highlights gehörte ganz sicher der zweite HEXENHAMMER-Band „Alles Leid währt Ewigkeit“, oder auch mein Beitrag zum DORIAN HUNTER-Jubiläumsband 100, der im ersten Halbjahr dieses Jahres erscheinen wird.

HEXENHAMMER, „Alles Leid währt Ewigkeit“ (Coverabbildung der Hörbuchfassung)

Als Autor spürt man instinktiv, ob man etwas Gutes oder Schlechteres abgeliefert hat, wobei das Letzte nicht am guten Willen scheitert. Manchmal findet man keinen rechten Zugang mehr zu dem Stoff, irgendwo stockt und ruckelt es. Zum Glück ist mir das selten passiert, und im Falle des HEXENHAMMERS war das Gegenteil der Fall: Während des Schreibprozesses tauchte ich immer tiefer ein in die Welt der Inquisitorin Charlotte de Conde und hatte am Ende das Gefühl, immer weiter schreiben zu können, weil ihr Lebens- und Leidensweg wie ein offenes Buch (sic!) vor mir lag. Dennoch war es eher ein noch roher Stein, der erst durch Dennis’ Lektorat den Feinschliff erhielt und ihn glänzen ließ. Das Gleiche kann ich vom Hörbuch sagen, das wie schon der erste Teil einfach brillant geworden ist und dem Stoff insbesondere durch die Stimme von Stephanie Kellner eine Tiefe und gänsehauterzeugende Intensität verleiht, die ich mit dem Buch nie erreicht hätte.

Aber, um in die Zukunft zu schauen: Da schlummert ja auch noch DAS HAUS ZAMIS, von dem in diesem Jahr ein weiterer Band erscheinen wird. Auch aufgrund der nur noch nur noch 1-2mal jährlichen Erscheinungsweise habe ich mir seit dem letzten Frühjahr viele Gedanken gemacht, wie es mit der Serie weitergehen soll, und mittlerweile habe ich, zumindest schon mal für mich, ein neues Konzept vor Augen. Verraten möchte ich nur so viel: Verabschiedet euch von einigen alten Zöpfen und Charakteren. Auch wenn es anfangs schmerzlich erscheint, so bietet die Zukunft doch unendliche Möglichkeiten.

In diesem Sinne wünsche ich euch alle – auch im Namen des Verlages, aller Mitarbeiter und Autoren – ein inspirierendes, glückliches und vor allem gesundes neues Jahr!
Uwe

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Hexenhammer

Alles Leid währt Ewigkeit …

von am 7. August 2020

Noch wenige Wochen, und es geht endlich weiter mit der HEXENHAMMER-Saga! Schrieb ich letztens noch, dass eine Serie wie DAS HAUS ZAMIS, die nunmehr nur noch einmal jährlich erscheint,nun anders konzipiert werden muss, so zeigt HEXENHAMMER, wie es zukünftig laufen könnte. Denn „Alles Leid währt Ewigkeit“ (HEXENHAMMER 2) spinnt zwar die Handlung um Charlotte de Conde von Band 1 weiter fort, kann aber auch als eigenständiges Werk gelesen werden. Einen ersten Appetithappen aus dem Buch möchte ich euch hiermit vorstellen:

„Tu es nicht! Geh nicht hinein!“, flüstert die Stimme in meinem Kopf.

„Tu es!“, flüstert eine andere.

Ich weiß nicht, auf welche der Stimmen ich hören soll. Welcher ich vertrauen kann.

Das Haus steht einsam in der Landschaft. Wie ein Würfel, der, vom Teufel geworfen, zufällig hier zum Liegen gekommen ist.

Gehetzt schaue ich mich um. Das Wolfsgeheul ist näher gekommen. Das Rudel ist ausgehungert. Der Winter ist kalt und frostig. Eine dichte Schneedecke liegt über der Landschaft wie ein Leichentuch.

Die ersten Wölfe tauchen auf dem Hügel auf. Wie Scherenschnitte wirken ihre schwarzen Schatten auf dem weißem Grund.

Ich zögere nicht länger und öffne die Tür. Warum wundere ich mich nicht, dass sie nicht verriegelt ist?

„Weil du hier willkommen bist!“, flüstert die zweite Stimme.

„Weil es eine Falle ist“, warnt die zweite.

Rasch schließe ich die Tür hinter mir. Keinen Augenblick zu früh, denn schon wirft sich ein Wolf von außen dagegen. Sein Wutgeheul dringt mir durch Mark und Bein.

Doch dann vergesse ich die Wölfe und die Gefahr, in der ich bis eben noch schwebte. Zu wunderlich ist der Raum, den ich betreten habe.

Flackernder Kerzenschein erhellt ihn. Das Licht fällt auf die dicht gedrängten Bilder. Kaum ein Platz an den Wänden ist mehr frei.

Ich trete näher und betrachte die Bilder. Sie alle müssen von demselben Maler stammen. Sie tragen eine Handschrift.

Und sie alle zeigen Kinder. Mädchen und Jungen unterschiedlichen Alters.

Aber es sind keine fröhlichen Gesichter. Die Kinder weinen, und in ihrer Miene spiegeln sich Trauer und Leid.

Leid, wie auch ich es empfinde.

Und alles Leid in mir währt Ewigkeit.

Wer sind all die Kinder? Wer hat ihnen wehgetan? Was müssen sie erlitten haben?

Ein Schluchzen.

Es kommt von oben.

Zögernd gehe ich die knarrenden Stufen hinauf. Je höher ich gelange, umso schwerer fällt mir jeder Schritt. Mir ist, als würde jemand von hinten an mir ziehen, jemand, der mich schützen möchte vor dem, was mich oben erwartet. Dann aber ist es mir, als würde ich einen Stoß in den Rücken erhalten, der mich weiter hoch befördert.

Und so geht es in einem fort. Ich werde nach hinten gezogen, dann wieder nach oben gestoßen. Wie ein Fetzenball fühle ich mich den unbekannten Kräften, die an mir zerren, ausgeliefert.

Gleichzeitig höre ich erneut die widerstreitenden Stimmen.

„Dort oben erwartet dich die Erkenntnis!“, lockt die eine.

„Dort oben erwartet dich Leid“, warnt die andere. Und sie setzt hinzu: „Das Leid wird nicht allein deins bleiben. Es wird viele treffen. Es wird …“

Die zweite Stimme verstummt. Ich vernehme das triumphierende Lachen der ersten. 

Zugleich fühle ich mich emporgetragen. Da ist kein Zurückzerren mehr in meinem Rücken.

Halb fürchte ich mich, halb giere ich nach dem, was mich erwartet.

Dann stehe ich dort oben. Auch dieser Raum ist von Kerzenschein erhellt. 

Nur ein einziges Gemälde hängt an der Wand. Es ist winzig, sodass ich nähertreten muss, um es zu betrachten.

Doch als ich davorstehe, kommen mir selbst die Tränen.

Denn ich sehe –

MICH!

Doch noch während ich das Bild anstarre, beginnt es sich zu verwandeln, und ich schaue in das weinende Antlitz eines Jungen, der mir so ähnlich sieht, als wäre er mein Bruder.

Mein Bruder, den ich niemals hatte.

So also beginnt der zweite Band der HEXENHAMMER-Saga um Charlotte de Conde, deren Existenz sich einmal mehr mit dem Leben des Dämonenkillers kreuzt – von finsterer Vergangenheit bis in die unmittelbare Gegenwart. Vorbestellen könnt ihr das Buch ab sofort hier!

Seid gespannt und bleibt gesund!
Uwe

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Hexenhammer

GEWINNSPIEL: Hexenhammer

von am 31. Juli 2020

GEWINNSPIEL!

Der zweite Teil der HEXENHAMMER-Reihe von Uwe Voehl erscheint im Oktober! Um euch schon mal ein wenig den Mund wässrig zu machen, verlosen wir 3x ein Poster sowie entweder das Buch oder Hörbuch des ersten Teils „Die Inquisitorin“ – beides vom Autor signiert!

Um teilzunehmen, müsst ihr die Namen von drei Personen erraten, die in der Geschichte vorkommen. Schreibt uns an jugendstilvilla@dorianhunter.de oder bei Facebook.

Das Gewinnspiel endet am Sonntag den 2. August, um 23:50 Uhr.

Hörprobe: https://youtu.be/Tdxd8Svbspk

Unsere Teilnahmebedingungen: http://bit.ly/zaubermond-teilnahmebedingungen

Viel Glück!

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Dorian Hunter | Hexenhammer

HEXENHAMMER: Was noch nicht gesagt wurde …

von am 31. Januar 2020

Manchmal gehen einem Romane beim Schreiben leicht von der Hand – wie flüssige Tinte, die aus einem herausfließt. EIn anderes Mal sind es schwere Geburten, die einem Autor viel abverlangen. HEXENHAMMER: Die Inquisitorin war solch  eine Geburt. Doch wie das so ist: Manchmal sind einem gerade diese Kinder besonders ans Herz gewachsen. Vor allem, wenn sie am Ende gut geraten sind.

Als ich nach Monaten das Wort ENDE unter den fertigen Roman schrieb, hatte ich das Bedürfnis, ein Nachwort zu verfassen. Damals erschien es mir dann doch zu persönlich und emotional, sodass es erstmal in der Schublade verschwand. Jetzt, nach dem Abstand von fast einem Jahr, kann ich sagen, dass es meine damalige Seelenlage, was den HEXENHAMMER betrift, auf den Punkt bringt, mehr noch aber ausdrückt, wie tief ich mit Charlotte de Conde litt. Als wäre sie keine fiktive Person, sondern ein Teil meiner selbst. Was niemanden mehr als mich selbst erstaunt. Oder sollte ich sagen: erschreckt?

Ein Wort danach …

Diesen Roman zu schreiben, hat mir alles abverlangt.

Doch am Ende hat er mir alles wiedergegeben.

Ich bin mit dem Baron de Conde, vor allem aber mit Lotte durch alle Tiefen gegangen.

Manches mag den Leser abschrecken, manche Szenen ihn geradezu abstoßen, doch um wie viel schrecklicher waren die wahren Gräuel jener Zeit und insbesondere die der Inquisition, die noch viele Jahrhunderte lang ihre widerwärtige Spur durch Europa zog. Gerade mal zweieinhalb Jahrhunderte (1782) ist es her, dass mit Anna Göldi eine letzte Frau gefoltert, der Hexerei für schuldig befunden und hingerichtet wurde. Der Anklagegrund bezeugt den ganzen Irrsinn jener Zeit: Ihr wurde vorgeworfen, die Milch einer Tochter ihres Dienstherrn verzaubert zu haben. Auch soll die Tochter mehrfach Nägel gespuckt haben.

Der vorliegende Roman ist ausdrücklich kein historischer. So habe ich die Rolle des Heinrich Institoris dem Roman angepasst. In Wahrheit ist Institoris, dessen eigentlicher Name schlicht Kramer lautete, ein blutiger Scherge der katholischen Kirche gewesen. Ein größenwahnsinniger, irregeleiteter Massenmörder, der sich am Ende seines Lebens rühmte, zweihundert Hexen zur Strecke gebracht zu haben.

Weit mehr Unheil und Unrecht aber dürfte sein Machwerk Der Hexenhammer, das Malleus Maleficarum, über die Menschen gebracht haben, wurde es doch in zigfacher Auflage verbreitet und schürte den verblendeten Hexenglauben, erzeugte Hass und rief zur Denunziation auf. Allein ein Satz wie „Alle Hexenkunst erlahmt, sobald sie durch Beamte der staatlichen Gerichtsbarkeit gefangengenommen werden“ zeigt die ganze irregeleitete Anmaßung der Verfasser. Insofern steht der Hexenhammer einem Pamphlet wie Mein Kampf um nichts nach.
Lotte ist mir ans Herz gewachsen. Noch ist sie jung, verletzt und verblendet. Noch glaubt sie an das Gute, das die Inquisition bringt:

Gott ist gut!

Ich glaube nicht.

Uwe Voehl, Bad Salzuflen im März 2019 

Schwarze Grüße
UIwe

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Dorian Hunter | Hexenhammer

Gewinne ein signiertes HEXENHAMMER-Paket!

von am 10. Juni 2019

Aktuell läuft unser großes HEXENHAMMER-Gewinnspiel! Mitmachen ist supereinfach: Kommentiere einfach einen der aktuellen Videobeiträge auf unserem Zaubermond-Youtube-Kanal, und schon bist du im Lostopf. Der Gewinn: ein HEXENHAMMER-Komplettpaket, bestehend aus der Buchausgabe von „Die Inquisitorin“, der zugehörigen Hörbuch-Ausgabe, signiert von Uwe Voehl und Stephanie Kellner, sowie einem HEXENHAMMER-Poster, signiert von Uwe Voehl. Jeder Kommentar bedeutet eine eigene Gewinnchance, d. h., wer mehr Videos kommentiert, ist klar im Vorteil! 🙂 Das Gewinnspiel endet am 14. Juni um 23:59 Uhr. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Glück!

Los geht’s unter : https://www.youtube.com/zaubermondaudio/videos

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Dorian Hunter | Hexenhammer

HEXENHAMMER – die allererste Leseprobe

von am 17. Mai 2019

Das Cover des ersten Buches unserer neuen HEXENHAMMER-Serie haben wir euch schon vor einigen Wochen vorgestellt. Nun lüften wir den Vorhang ein wenig mehr und präsentieren euch eine erste Leseprobe. Die Szene ist der Beginn des Buches und schließt direkt an das legendäre DORIAN HUNTER-Abenteuer „Der Folterknecht“ an.

Vergangenheit
Anno Domini 1485
Letzte Nacht habe ich den Teufel erneut angerufen. Es war noch nicht lange her, dass wir uns gegenüberstanden, und Asmodi erkannte mich sofort wieder. Er erschien in der Gestalt des Papstes Sixtus IV., der erst im August letzten Jahres gestorben war. Natürlich machte sich Asmodi einen Spaß daraus, ihn noch nach dem Tode zu verhöhnen, indem er statt einer Krone zwei Bockshörner zur Schau trug, die ihm aus der Stirn erwuchsen. Auch war das goldene Kreuz, das er an einer Kette um den Hals trug, ein auf den Kopf gestelltes. Zu guter Letzt trug er in der linken Armbeuge einen toten Knaben mit einer roten Kardinalsmütze auf dem Kopf – sicherlich ein Hinweis darauf, dass dem Papst nachgesagt worden war, seine Lustknaben zu Kardinälen zu erheben.
Voller Hass starrte ich Asmodi an. Mich konnte er mit seinem Auftritt nicht mehr schockieren. Dazu hatte ich mich durch mein Tun selbst zu weit vom ehrenhaften Pfad entfernt. Wäre er ein normaler Mensch gewesen, ich wäre ihm an die Gurgel gesprungen und hätte ihn auf der Stelle erwürgt. Er hatte mein Leben zerstört, indem er meine Familie getötet und mir meine geliebte Frau und meine nicht minder geliebten Kinder genommen hatte … Erhofft hatte ich mir das ewige Leben. Bekommen hatte ich ewiges Leid.
Meine Wut war Labsal auf seiner schwarzen Seele, denn der Fürst der Finsternis grinste mich an, während er um den Bannkreis, den ich zu meinem Schutze gezogen hatte, herumtänzelte.
„Womit kann ich dir diesmal dienen?“, fragte er mit falscher Höflichkeit. „Reicht dir nicht das ewige Leben, das ich dir geschenkt habe? Dürstet dir nach Gold und Geschmeide? Nach schönen Frauen oder hübschen Knaben gar? Nach Prunk und Macht und …?“
„Schweig!“, fuhr ich ihn an. „Nichts hast du mir geschenkt. Für alles, was du mir gabst, habe ich mehr als genug bezahlt!“
Er lachte dröhnend. „Hast du dich nicht einen gelehrten Mann geschimpft? Hättest du die Schriften sorgfältig studiert, so hättest du gewusst, worauf du dich einlässt. Also, weshalb störst du mich diesmal, Baron Nicolas de Conde?“
Auch wenn er Eindruck zu schinden versuchte, wusste ich es doch besser. Indem ich ihn herbeizitiert hatte, war er in meiner Gewalt – nicht umgekehrt. Und doch fühlte ich keinen Triumph, wusste ich doch nur zu gut, dass das, was ich von ihm begehrte, mich erneut in seine Fänge trieb. Und auch er wusste es. Denn wer den Teufel herbeiruft, tut dies nicht ohne triftigen Grund. Und mag sein Begehren aus noch so reinem Herzen kommen, so weiß der Teufel es doch zu vergiften. Gewiss, der freie Menschenwille neigt zum Guten wie zum Bösen, aber um zum sündigen Handeln zu schreiten, ist es nötig, dass er von etwas zum Bösen bestimmt werde. Und wer ist dafür besser geschaffen als der Teufel selbst? Insofern, so er sich mit dem Teufel und seinen Heerscharen einlässt, ist der Mensch stets der Verlierer.
Und wieder stellte ich mir die Frage: Hatte ich nicht schon genug verloren, um mich ein zweites Mal mit Asmodi einzulassen?

So weit eine erste Leseprobe aus „Die Inquisitorin“. Buch und Hörbuch erscheinen zeitgleich am 7. Juni. Wenn ihr es direkt beim Verlag bestellt, erhaltet ihr als Dankleschön ein Poster des Titelbilds dazu. Zu bestellen sind Buch und Hörbuch hier.

 

Keep the Horror burning!
Uwe

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