Das Haus Zamis | Dorian Hunter | Hexenhammer | Zaubermond allgemein

Von Zauberbüchern, Heimorgeln und ewigem Reichtum

von am 9. Juli 2021

Woran erkannte man bis in die achtziger Jahre hinein den typischen DÄMONENKILLER? Natürlich am grellbunten Titelbild im Drehständer. Aber so richtig authentisch fühlte es sich erst an, wenn man die letzten Seiten mit den Werbeanzeigen aufschlug. Und bitte, winkt jetzt nicht gleich ab. Das hier schon einmal vorgestellte „Sechste und siebente Buch Moses“ leistet mir noch heute gute Dienste. Einen weiteren höchst wirksamen Zauberspruch daraus werde ich euch am Schluss verraten!

Neben besagtem Buch, das mit dem „Geheimnis aller Geheimnisse“ warb und stolze 19, 50 DM plus Porto NN kostete – ein Heftroman kostete damals nur ein Zehntel so viel – verraten die Anzeigen, wie man sich den typischen Heftromanleser so vorstellte:

Natürlich interessierte er sich für Erotik. Der EP-Versand offerierte da zum Beispiel „1 Puppe Miss World Spezial“ für pralle 69,90 DM oder den „Erotik-Super-Katalog“ für schlappe 10 DM.

„Nie mehr Geldsorgen“ garantiert eine andere Anzeige. Was will man denn mehr? Und der anzufordernde Prospekt ist sogar kostenlos!

Eine weitere Anzeige verspricht gleich „Bar-Geld per Post“. Offenbar stellte man sich den Leser als immer klammen Bücherfreund vor, der sich ausschließlich die billigen Horrorheftchen leisten konnte, aber kaum Geld für ein richtiges Buch hatte. Oder um sich zum Beispiel das Musizieren auf einer Heimorgel beizubringen: „In 6 Monaten spielen Sie besser als sonst in 3 Jahren!“ garantiert die Anzeige. Oder um endlich einmal seine Briefmarkensammlung zu erweitern: „35 DDR-Sondermarken + 1 DDR-Block“ gab’s sogar gratis, wenn man beim Fünfstern-Versand eine Preisliste anforderte.

Offensichtlich hielt man den Heftromanleser auch nicht für so besonders helle: „Gehirnzellen benötigen zur Unterstützung wichtiger Funktionen vermehrt Sauerstoff. Immergrün wirkt gegen vorzeitiges Altern der Gehirnzellen …“ und vieles mehr natürlich. 100 Dragees kosteten beim „größten Spezialversandhaus für Heildrogen“ zum Glück nur 24,95 DM.

Ein jahrzehntelanger Dauerbrenner aber war das „sechste und siebente Buch Moses“. Als Horror-Autor weiß ich natürlich um die Gefahren der dämonischen Kreaturen um uns herum. Daher verschaffte mir folgender Zauberspruch aus besagtem Buch immer eine große Erleichterung:

„Es haben mich zwei böse Augen überschattet,
So überschatten mich drei gute Augen.
Das eine ist Sopher,
Das andere ist Sepher,
das dritte ist Sipur,
Die behüten mir mein Blut und Fleisch,
Mein Mark und Bein und alle Adern groß und klein,
Die sollen alle in Gottes Namen behütet sein.

Bleibt also gesund und lasst euch nicht von bösen Geistern plagen!
Uwe

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Wer zum Teufel ist Asmodi?

von am 7. Mai 2021

Und wer ist überhaupt der einzig echte? Oder ist er gar in verschiedenen Identitäten unterwegs? Jedenfalls spinnt er nicht nur in DORIAN HUNTER und DAS HAUS ZAMIS seine finsteren Fäden, sondern treibt auch in den Heftserien PROFESSOR ZAMORRA und JOHN SINCLAIR sein Unwesen. Wir begeben uns da mal auf die Spur …

In der aktuellen Heftserie taucht als Erster Asmodi II. auf, ohne dass zunächst gesagt wird, dass er der zweite Teufel mit diesem Namen ist und es einen Vorgänger gab. Asmodis Gesicht besteht aus einer weißen Fläche, und er erscheint durchaus ehrfurchtgebietend auch schon mal mit Blitz und Donner und schwefeligem Gestank. Mehr und mehr tritt er aber auch in menschlicher Gestalt in Erscheinung, mal als griechischer Reeder und Milliardär namens Anatoll Chalkiris,, der sich mit der Cosa Nostra anlegt, mal als Marassa – einem Priester auf Haiti. Wobei sein Kampf gegen die Cosa nostra umso mehr passt, als dass mich das Gefüge der Schwarzen Familie schon immer an mafiöse Strukturen erinnerte.

Wie wir später in der Serie DORIAN HUNTER erfahren, ist der in den ersten Heften eingeführte Asmodi nur der Nachfolger von Asmodi I., dessen Job er 1713 übernahm. Asmodi I. entspricht noch eher dem Bild des klassischen Teufels. So erscheint er dem Baron de Conde zum Beispiel in meinem HEXENHAMMER-Roman „Die Inquisitorin“ folgendermaßen:

Er erschien in der Gestalt des Papstes Sixtus IV., der erst im August letzten Jahres gestorben war. Natürlich machte sich Asmodi einen Spaß daraus, ihn noch nach dem Tode zu verhöhnen, indem er statt einer Krone zwei Bockshörner zur Schau trug, die ihm aus der Stirn erwuchsen. Auch war das goldene Kreuz, das er an einer Kette um den Hals trug, ein auf den Kopf gestelltes. Zu guter Letzt trug er in der linken Armbeuge einen toten Knaben mit einer roten Kardinalsmütze auf dem Kopf – sicherlich ein bitterböser Hinweis darauf, dass dem Papst nachgesagt wurde, seine Lustknaben zu Kardinälen zu erheben.

Aber zurück zu der Frage, wer denn nun der allererste Asmodi war:

In der Serie JOHN SINCLAIR hat sich der finstere Herr noch ein „s“ hintendran gehängt und nennt sich dort Asmodis. Sein Aussehen kann er ebenfalls beliebig verändern. Am liebsten zeigt er sich aber mit einer dreieckigen roten Fratze und Hörnern, die ihm aus der Stirn ragen – also als uns seit Kinderzeiten bekannte Teufelsgestalt mit Bocksfuß und ihn begleitendem Schwefelgestank.

Der erste JOHN SINCLAIR-Roman „Die Nacht des Hexers“ erschien innerhalb der GESPENSTER-KRIMI-Reihe des Bastei-Verlages bekanntlich am 17.7.1973. Das erste DÄMONENKILLER-Heft (jetzt DORIAN HUNTER) erschien innerhalb der VAMPIR-Reihe des Pabel-Verlages – ebenfalls am 17.7.1973. Wollte Asmodi/Asmodis, der Teufel also, auf Nummer sicher gehen und sozusagen omnipräsent sein und hat deshalb in beiden Reihen seinen Bocksfußabdruck gesetzt? Das zeitgleiche Erscheinen gleich zweiter Gruselserien kann jedenfalls kein Zufall sein. Seltsam, aber so steht es geschrieben …

Und warum musste es überhaupt Asmodi sein? In der Höllenhierarchie wie sie beispielsweise im „Le Véritable Dragin Rouge“ von 1522 beschrieben wird, stehen weit mächtigere Höllenbewohner über ihn. Ganz oben steht Baal. Er ist der höchste Herrscher der Hölle und befiehlt über sechsundsechzig Legionen Teufel, darunter Lucifer, Lucifugè, Belzebub und Astarot. Warum wurde also nicht Baal in den Serien als Fürst der Finsternis erkoren? Auch das spricht dafür, dass sich Asmodi/Asmodis da irgendwie leibhaftig in den Vordergrund geschoben hat. Oder hat sich gar einer der anderen Teufel – Lucifer, Belzebub oder sonst einer dieser Höllenschurken seines Namens bemächtigt?

Wenden wir uns zu guter Letzt PROFESSOR ZAMORRA zu, dem Meister des Übersinnlichen. Dort nennt sich Asmodi ebenfalls Asmodis, mit „s“ hinten. Hier erschien das allererste Heft erst am 2. Juni 1974, wurde aber wie JOHN SINCLAIR vom „Meister der Geister“ Jason Dark konzipiert, sodass es sich nur um eine Kopie der beiden anderen Asmodi/s handeln kann. Im Laufe der Serienhistorie ist diese Asmodis-Figur vielleicht am vielschichtigsten angelegt, denn er wechselt durchaus auch mal auf die Seite der Guten. Asmodis lebt in vielen Tarnexistenzen unter den Menschen, da er – na klar, wie auch die anderen – jede beliebige Gestalt annehmen kann.

Wobei wir beim Fazit wären: Nichts Genaues weiß man nicht, aber Asmodi/Asmodis hat es seit bald vierzig Jahren geschafft, uns Leser bei gruseliger Laune zu halten!

Bleibt gesund! Mit höllischen Grüßen!

Uwe

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Ein paar Hinweise

von am 20. Februar 2021

Heute gibt es an dieser Stelle einige redaktionelle bzw. verlagsseitige Hinweise:

Aus technischen Gründen war es nicht möglich, bei der Migration auf den neuen Shop die Download(!)-Vorbestellungen für Hörspielfolge 44, „Der Teufelseid“, aus dem alten Shop zu übernehmen. Hörer, die die Folge im alten Shop vorbestellt haben, bitten wir um eine kurze Nachricht an info (at) zaubermond.de, damit wir ihnen die Folge unkompliziert auf direktem Wege zur Verfügung stellen können.

Durch einen internen Fehler sind die E-Book-Fassungen von „Hexenhammer 2: Alles Leid währt Ewigkeit“ bisher nicht bei Thalia, Amazon etc. verfügbar gewesen. Dies wird aber ab kommendem Freitag, dem 26. Februar, der Fall sein (der Titel ist inzwischen in den Shops nachgemeldet und kann dort vorbestellt werden). In der Zwischenzeit ist die E-Book-Fassung natürlich wie üblich hier auf der Zaubermond-Website verfügbar, und wie immer werden bei der Bestellung des E-Books über unseren Shop automatisch beide Dateiversionen (ePub und Mobi/Kindle) ausgeliefert.

Ebenfalls noch einmal darauf hinweisen möchten wir, dass die neuesten Titel (Hexenhammer 2, Dorian Hunter Buch 99, Dorian Hunter Hörspielfolgen 43 + 44) nicht über das Barsortiment bezogen werden können. Alle diese Titel sind aber trotzdem im Buchhandel lieferbar. Bitte teilt eurem Buchhändler einfach mit, dass er die Titel über unsere Verlagsauslieferung Cornelsen Verlagskontor beziehen kann (Tel. 0521-9719-121). Oder bestellt gleich über unsere Website, das ist natürlich noch einfacher. 😉

Inzwischen sind übrigens die ersten Rezensionen zur Hörspielfolge 45 eingetroffen – die alle bombastisch ausgefallen sind. Hier noch einmal die Links im Überblick:

„Einzigartig innerhalb der Hörspielwelt“ (FFM-Rock.de)

„Sound und Musik sind eines Hunters würdig“ (Traumwelt-Hoerspiel.de)

„Oberste Liga“ (Hoerspielsachen.de)

Viele Grüße und bis nächste Woche an dieser Stelle! – Dennis

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Ernst Vlcek wählen!

von am 12. Februar 2021

Es ist wieder so weit: Die Nominierungsrunde des ältesten deutschen Horror-Preises ist gestartet! Für die Kategorie Sonderpreis habe ich heute Ernst Vlcek vorgeschlagen:

Ernst, so finde sicher nicht nur ich, verdient den Preis posthum für seine grandiosen Horror-Romane, insbesondere aber für die Konzeption, Expoarbeit und auch hier für seine Romane zur einzigartigen Serie DÄMONENKILLER, die seit drei Jahren wieder als Romanheft erscheint und seit den neunziger Jahren mit neuen Romanen in Buchform bis heute im ZAUBERMOND-Verlag fortgesetzt wird. Jetzt brauchen wir nur noch eines: EURE STIMMEN!

Um mit abzustimmen, müsst ihr folgendes beachten:

Wahlberechtigt sind alle Mitglieder des Phantastik-Literatur Forum und eine ausgewählte Jury aus Autoren, Grafikern, Verlegern und Journalisten. Wer sich berufen fühlt, dem Vincent Preis seine Expertise zur Verfügung zu stellen, kann einfach nachfragen. Die auf den Listen vertretenen Künstler (Autoren, Grafiker, Herausgeber, Verleger, etc.) sind natürlich ebenfalls wahlberechtigt.
Zusätzlich dürfen auch Mitglieder der Foren Horrorundthriller.de und gruselroman-forum.de und www.scifinet.org abstimmen.

Falls ihr also noch nicht zu dem erwähnten Personenkreis gehört, müsstet ihr euch vorher in einem der Foren anmelden, was ganz unkompliziert ist.

Alles Weitere erfahrt ihr hier!

Hier könnt ihr den Abstimmungsbogen herunterladen, und euch über die Regeln schlau machen.

Es gibt nicht nur den Sonderpreis, sondern noch weitere Kategorien. So ist aus dem ZAUBERMOND-VERLAG in der Kategorie Romane zum Beispiel auch der HEXENHAMMER  (“Alles Leid währt Ewigkeit“) aufgeführt.

Am besten verschafft ihr euch, bevor ihr wählt, einen Überblick über die Kategorien und die bisher vorgeschlagenen Werke.

So, ich hoffe, dass ich euch ein wenig begeistern konnte. Und vor allem: ERNST WÄHLEN! Das würde mich echt freuen und insbesondere Ernsts Lebenswerk einmal mehr würdigen!

Uwe

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Hörspielfolge 44 ist da – und die Buchserie pausiert!

von am 5. Februar 2021

Wir schreiben den 5. Februar, und die 44. DORIAN HUNTER-Hörspielfolge, „Der Teufelseid“, ist ab sofort überall im Handel und hier im Zaubermond-Shop erhältlich. Das DH-Jubiläumsbuch Nr. 100, „Dämonensterben“, wurde allerdings noch einmal verschoben – für längere Zeit. Warum die Buchserie eine Pause machen muss und was ansonsten aktuell bei DORIAN HUNTER und DAS HAUS ZAMIS los ist, erfahrt ihr von mir im unten angehängten Redaktionsvideo.

Zuvor jedoch noch ein wichtiger Hinweis für alle Vorbesteller, die die Hörspielfolge 44 noch im alten Shop als Download gekauft haben. Diese Download-Käufe konnten aus technischen Gründen leider nicht über unsere Schnittstelle in den neuen Shop übertragen werden. Bitte meldet euch deshalb am besten per E-Mail (info (at) zaubermond.de) bei uns, und wir schicken euch einen kostenlosen Downloadllink für die Folge zu.

Alles Weitere zum „Teufelseid“ erfahrt ihr hier im Video:

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Frohes Neues Jahr!

von am 1. Januar 2021

Ehrlich gesagt, ich bin froh, über das alte Jahr den Sargdeckel zu schließen. Zumindest im Geiste, denn natürlich weiß ich, dass es einfach weiterläuft: im Guten wie im Schlechten. Ja, Gutes gab es tatsächlich, und zu meinen Highlights gehörte ganz sicher der zweite HEXENHAMMER-Band „Alles Leid währt Ewigkeit“, oder auch mein Beitrag zum DORIAN HUNTER-Jubiläumsband 100, der im ersten Halbjahr dieses Jahres erscheinen wird.

HEXENHAMMER, „Alles Leid währt Ewigkeit“ (Coverabbildung der Hörbuchfassung)

Als Autor spürt man instinktiv, ob man etwas Gutes oder Schlechteres abgeliefert hat, wobei das Letzte nicht am guten Willen scheitert. Manchmal findet man keinen rechten Zugang mehr zu dem Stoff, irgendwo stockt und ruckelt es. Zum Glück ist mir das selten passiert, und im Falle des HEXENHAMMERS war das Gegenteil der Fall: Während des Schreibprozesses tauchte ich immer tiefer ein in die Welt der Inquisitorin Charlotte de Conde und hatte am Ende das Gefühl, immer weiter schreiben zu können, weil ihr Lebens- und Leidensweg wie ein offenes Buch (sic!) vor mir lag. Dennoch war es eher ein noch roher Stein, der erst durch Dennis’ Lektorat den Feinschliff erhielt und ihn glänzen ließ. Das Gleiche kann ich vom Hörbuch sagen, das wie schon der erste Teil einfach brillant geworden ist und dem Stoff insbesondere durch die Stimme von Stephanie Kellner eine Tiefe und gänsehauterzeugende Intensität verleiht, die ich mit dem Buch nie erreicht hätte.

Aber, um in die Zukunft zu schauen: Da schlummert ja auch noch DAS HAUS ZAMIS, von dem in diesem Jahr ein weiterer Band erscheinen wird. Auch aufgrund der nur noch nur noch 1-2mal jährlichen Erscheinungsweise habe ich mir seit dem letzten Frühjahr viele Gedanken gemacht, wie es mit der Serie weitergehen soll, und mittlerweile habe ich, zumindest schon mal für mich, ein neues Konzept vor Augen. Verraten möchte ich nur so viel: Verabschiedet euch von einigen alten Zöpfen und Charakteren. Auch wenn es anfangs schmerzlich erscheint, so bietet die Zukunft doch unendliche Möglichkeiten.

In diesem Sinne wünsche ich euch alle – auch im Namen des Verlages, aller Mitarbeiter und Autoren – ein inspirierendes, glückliches und vor allem gesundes neues Jahr!
Uwe

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Hexenhammer

Alles Leid währt Ewigkeit …

von am 7. August 2020

Noch wenige Wochen, und es geht endlich weiter mit der HEXENHAMMER-Saga! Schrieb ich letztens noch, dass eine Serie wie DAS HAUS ZAMIS, die nunmehr nur noch einmal jährlich erscheint,nun anders konzipiert werden muss, so zeigt HEXENHAMMER, wie es zukünftig laufen könnte. Denn „Alles Leid währt Ewigkeit“ (HEXENHAMMER 2) spinnt zwar die Handlung um Charlotte de Conde von Band 1 weiter fort, kann aber auch als eigenständiges Werk gelesen werden. Einen ersten Appetithappen aus dem Buch möchte ich euch hiermit vorstellen:

„Tu es nicht! Geh nicht hinein!“, flüstert die Stimme in meinem Kopf.

„Tu es!“, flüstert eine andere.

Ich weiß nicht, auf welche der Stimmen ich hören soll. Welcher ich vertrauen kann.

Das Haus steht einsam in der Landschaft. Wie ein Würfel, der, vom Teufel geworfen, zufällig hier zum Liegen gekommen ist.

Gehetzt schaue ich mich um. Das Wolfsgeheul ist näher gekommen. Das Rudel ist ausgehungert. Der Winter ist kalt und frostig. Eine dichte Schneedecke liegt über der Landschaft wie ein Leichentuch.

Die ersten Wölfe tauchen auf dem Hügel auf. Wie Scherenschnitte wirken ihre schwarzen Schatten auf dem weißem Grund.

Ich zögere nicht länger und öffne die Tür. Warum wundere ich mich nicht, dass sie nicht verriegelt ist?

„Weil du hier willkommen bist!“, flüstert die zweite Stimme.

„Weil es eine Falle ist“, warnt die zweite.

Rasch schließe ich die Tür hinter mir. Keinen Augenblick zu früh, denn schon wirft sich ein Wolf von außen dagegen. Sein Wutgeheul dringt mir durch Mark und Bein.

Doch dann vergesse ich die Wölfe und die Gefahr, in der ich bis eben noch schwebte. Zu wunderlich ist der Raum, den ich betreten habe.

Flackernder Kerzenschein erhellt ihn. Das Licht fällt auf die dicht gedrängten Bilder. Kaum ein Platz an den Wänden ist mehr frei.

Ich trete näher und betrachte die Bilder. Sie alle müssen von demselben Maler stammen. Sie tragen eine Handschrift.

Und sie alle zeigen Kinder. Mädchen und Jungen unterschiedlichen Alters.

Aber es sind keine fröhlichen Gesichter. Die Kinder weinen, und in ihrer Miene spiegeln sich Trauer und Leid.

Leid, wie auch ich es empfinde.

Und alles Leid in mir währt Ewigkeit.

Wer sind all die Kinder? Wer hat ihnen wehgetan? Was müssen sie erlitten haben?

Ein Schluchzen.

Es kommt von oben.

Zögernd gehe ich die knarrenden Stufen hinauf. Je höher ich gelange, umso schwerer fällt mir jeder Schritt. Mir ist, als würde jemand von hinten an mir ziehen, jemand, der mich schützen möchte vor dem, was mich oben erwartet. Dann aber ist es mir, als würde ich einen Stoß in den Rücken erhalten, der mich weiter hoch befördert.

Und so geht es in einem fort. Ich werde nach hinten gezogen, dann wieder nach oben gestoßen. Wie ein Fetzenball fühle ich mich den unbekannten Kräften, die an mir zerren, ausgeliefert.

Gleichzeitig höre ich erneut die widerstreitenden Stimmen.

„Dort oben erwartet dich die Erkenntnis!“, lockt die eine.

„Dort oben erwartet dich Leid“, warnt die andere. Und sie setzt hinzu: „Das Leid wird nicht allein deins bleiben. Es wird viele treffen. Es wird …“

Die zweite Stimme verstummt. Ich vernehme das triumphierende Lachen der ersten. 

Zugleich fühle ich mich emporgetragen. Da ist kein Zurückzerren mehr in meinem Rücken.

Halb fürchte ich mich, halb giere ich nach dem, was mich erwartet.

Dann stehe ich dort oben. Auch dieser Raum ist von Kerzenschein erhellt. 

Nur ein einziges Gemälde hängt an der Wand. Es ist winzig, sodass ich nähertreten muss, um es zu betrachten.

Doch als ich davorstehe, kommen mir selbst die Tränen.

Denn ich sehe –

MICH!

Doch noch während ich das Bild anstarre, beginnt es sich zu verwandeln, und ich schaue in das weinende Antlitz eines Jungen, der mir so ähnlich sieht, als wäre er mein Bruder.

Mein Bruder, den ich niemals hatte.

So also beginnt der zweite Band der HEXENHAMMER-Saga um Charlotte de Conde, deren Existenz sich einmal mehr mit dem Leben des Dämonenkillers kreuzt – von finsterer Vergangenheit bis in die unmittelbare Gegenwart. Vorbestellen könnt ihr das Buch ab sofort hier!

Seid gespannt und bleibt gesund!
Uwe

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Hexenhammer

GEWINNSPIEL: Hexenhammer

von am 31. Juli 2020

GEWINNSPIEL!

Der zweite Teil der HEXENHAMMER-Reihe von Uwe Voehl erscheint im Oktober! Um euch schon mal ein wenig den Mund wässrig zu machen, verlosen wir 3x ein Poster sowie entweder das Buch oder Hörbuch des ersten Teils „Die Inquisitorin“ – beides vom Autor signiert!

Um teilzunehmen, müsst ihr die Namen von drei Personen erraten, die in der Geschichte vorkommen. Schreibt uns an jugendstilvilla@dorianhunter.de oder bei Facebook.

Das Gewinnspiel endet am Sonntag den 2. August, um 23:50 Uhr.

Hörprobe: https://youtu.be/Tdxd8Svbspk

Unsere Teilnahmebedingungen: http://bit.ly/zaubermond-teilnahmebedingungen

Viel Glück!

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Dorian Hunter | Hexenhammer

HEXENHAMMER: Was noch nicht gesagt wurde …

von am 31. Januar 2020

Manchmal gehen einem Romane beim Schreiben leicht von der Hand – wie flüssige Tinte, die aus einem herausfließt. EIn anderes Mal sind es schwere Geburten, die einem Autor viel abverlangen. HEXENHAMMER: Die Inquisitorin war solch  eine Geburt. Doch wie das so ist: Manchmal sind einem gerade diese Kinder besonders ans Herz gewachsen. Vor allem, wenn sie am Ende gut geraten sind.

Als ich nach Monaten das Wort ENDE unter den fertigen Roman schrieb, hatte ich das Bedürfnis, ein Nachwort zu verfassen. Damals erschien es mir dann doch zu persönlich und emotional, sodass es erstmal in der Schublade verschwand. Jetzt, nach dem Abstand von fast einem Jahr, kann ich sagen, dass es meine damalige Seelenlage, was den HEXENHAMMER betrift, auf den Punkt bringt, mehr noch aber ausdrückt, wie tief ich mit Charlotte de Conde litt. Als wäre sie keine fiktive Person, sondern ein Teil meiner selbst. Was niemanden mehr als mich selbst erstaunt. Oder sollte ich sagen: erschreckt?

Ein Wort danach …

Diesen Roman zu schreiben, hat mir alles abverlangt.

Doch am Ende hat er mir alles wiedergegeben.

Ich bin mit dem Baron de Conde, vor allem aber mit Lotte durch alle Tiefen gegangen.

Manches mag den Leser abschrecken, manche Szenen ihn geradezu abstoßen, doch um wie viel schrecklicher waren die wahren Gräuel jener Zeit und insbesondere die der Inquisition, die noch viele Jahrhunderte lang ihre widerwärtige Spur durch Europa zog. Gerade mal zweieinhalb Jahrhunderte (1782) ist es her, dass mit Anna Göldi eine letzte Frau gefoltert, der Hexerei für schuldig befunden und hingerichtet wurde. Der Anklagegrund bezeugt den ganzen Irrsinn jener Zeit: Ihr wurde vorgeworfen, die Milch einer Tochter ihres Dienstherrn verzaubert zu haben. Auch soll die Tochter mehrfach Nägel gespuckt haben.

Der vorliegende Roman ist ausdrücklich kein historischer. So habe ich die Rolle des Heinrich Institoris dem Roman angepasst. In Wahrheit ist Institoris, dessen eigentlicher Name schlicht Kramer lautete, ein blutiger Scherge der katholischen Kirche gewesen. Ein größenwahnsinniger, irregeleiteter Massenmörder, der sich am Ende seines Lebens rühmte, zweihundert Hexen zur Strecke gebracht zu haben.

Weit mehr Unheil und Unrecht aber dürfte sein Machwerk Der Hexenhammer, das Malleus Maleficarum, über die Menschen gebracht haben, wurde es doch in zigfacher Auflage verbreitet und schürte den verblendeten Hexenglauben, erzeugte Hass und rief zur Denunziation auf. Allein ein Satz wie „Alle Hexenkunst erlahmt, sobald sie durch Beamte der staatlichen Gerichtsbarkeit gefangengenommen werden“ zeigt die ganze irregeleitete Anmaßung der Verfasser. Insofern steht der Hexenhammer einem Pamphlet wie Mein Kampf um nichts nach.
Lotte ist mir ans Herz gewachsen. Noch ist sie jung, verletzt und verblendet. Noch glaubt sie an das Gute, das die Inquisition bringt:

Gott ist gut!

Ich glaube nicht.

Uwe Voehl, Bad Salzuflen im März 2019 

Schwarze Grüße
UIwe

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Dorian Hunter | Hexenhammer

Gewinne ein signiertes HEXENHAMMER-Paket!

von am 10. Juni 2019

Aktuell läuft unser großes HEXENHAMMER-Gewinnspiel! Mitmachen ist supereinfach: Kommentiere einfach einen der aktuellen Videobeiträge auf unserem Zaubermond-Youtube-Kanal, und schon bist du im Lostopf. Der Gewinn: ein HEXENHAMMER-Komplettpaket, bestehend aus der Buchausgabe von „Die Inquisitorin“, der zugehörigen Hörbuch-Ausgabe, signiert von Uwe Voehl und Stephanie Kellner, sowie einem HEXENHAMMER-Poster, signiert von Uwe Voehl. Jeder Kommentar bedeutet eine eigene Gewinnchance, d. h., wer mehr Videos kommentiert, ist klar im Vorteil! 🙂 Das Gewinnspiel endet am 14. Juni um 23:59 Uhr. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Glück!

Los geht’s unter : https://www.youtube.com/zaubermondaudio/videos

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