Dorian Hunter

In eigener Sache

2. Juli 2021

Ich arbeite seit bald 20 Jahren als Schriftsteller. Der Job fordert und zehrt, aber er bietet natürlich auch viele großartige Möglichkeiten, das Leben zu gestalten, die ich nicht mehr missen möchte. Sich den Tag selbst einteilen zu können und ihn nach den eigenen Bedürfnissen zu gestalten – das ist großartig. Gerade für einen unstrukturierten Mensch, wie ich es bin, sind die Arbeitsvoraussetzungen optimal.

In nächster Zeit wird sich in dieser Hinsicht allerdings etwas ändern – und ich freue mich riesig drauf. Denn ich erfülle mir einen Lebenstraum.
Ab nächster Woche begebe ich mich mit dem Motorrad auf Reisen, quer durch Europa und noch ein Stückchen weiter weg. So einfach und so spartanisch wie möglich. Mein Zelt wird in dieser Zeit zum Hauptwohnsitz werden. Ich werde mindestens sechs Monate unterwegs sein, vielleicht sogar bis zu zweieinhalb Jahre. Ich lege bei meiner „Alte Eisen auf Reisen“-Tour relativ beschaulich los und werde Freunde, Fans und Bekannte im deutschsprachigen Raum besuchen. Anschließend geht es in den hohen Norden. Den Winter wiederum werde ich in wärmeren Gefilden verbringen, bevorzugt im Mittelmeerraum (auch in Nordafrika): Nächstes Jahr soll’s dann in einer großen „Runde“ ums Schwarze Meer gehen, auch Armenien und Aserbaidschan habe ich auf dem Radar.

Aber dieser Teil der Reise ist noch Zukunftsmusik. Um eine Brücke zum eigentlich Inhalt dieser Kolumne zu schlagen: Ich werde unterwegs arbeiten und mir durchs Schreiben die Weiterfahrt verdienen. Auch DORIAN HUNTER-Manuskripte und Expos sollen unterwegs entstehen, und wenn Uwe Vöhl mich benötigt, werde ich mich sicherlich auch bei DAS HAUS ZAMIS blicken lassen.

Die Arbeitsbedingungen werden nicht ideal sein, dessen bin ich mir bewusst. Ich werde bei Sturm und Regen im Zelt schreiben müssen, von ergonomischem Arbeitsplatz wird wohl keine Rede sein. Aber ich werde genau das machen, was ich mir immer schon mal erträumt habe: unterwegs sein, fremde Leute und Kulturen kennenlernen, mich neu inspirieren lassen. Abenteuer erleben, um darüber schreiben zu können. So ist es zum Beispiel auch schon bei Abenteuern geschehen, die Coco Zamis auf Korsika und Madeira erlebt hat. Denn der Mensch, der ich bin, und die Dinge, die ich sehe, finden sich unweigerlich in meinen Texten wieder. Und darüber freue ich mich ganz besonders: als Person weiter zu wachsen, um bessere Texte schreiben zu können.