Das Haus Zamis | Dorian Hunter | Hexenhammer

Frohes Neues Jahr!

von am 1. Januar 2021

Ehrlich gesagt, ich bin froh, über das alte Jahr den Sargdeckel zu schließen. Zumindest im Geiste, denn natürlich weiß ich, dass es einfach weiterläuft: im Guten wie im Schlechten. Ja, Gutes gab es tatsächlich, und zu meinen Highlights gehörte ganz sicher der zweite HEXENHAMMER-Band „Alles Leid währt Ewigkeit“, oder auch mein Beitrag zum DORIAN HUNTER-Jubiläumsband 100, der im ersten Halbjahr dieses Jahres erscheinen wird.

HEXENHAMMER, „Alles Leid währt Ewigkeit“ (Coverabbildung der Hörbuchfassung)

Als Autor spürt man instinktiv, ob man etwas Gutes oder Schlechteres abgeliefert hat, wobei das Letzte nicht am guten Willen scheitert. Manchmal findet man keinen rechten Zugang mehr zu dem Stoff, irgendwo stockt und ruckelt es. Zum Glück ist mir das selten passiert, und im Falle des HEXENHAMMERS war das Gegenteil der Fall: Während des Schreibprozesses tauchte ich immer tiefer ein in die Welt der Inquisitorin Charlotte de Conde und hatte am Ende das Gefühl, immer weiter schreiben zu können, weil ihr Lebens- und Leidensweg wie ein offenes Buch (sic!) vor mir lag. Dennoch war es eher ein noch roher Stein, der erst durch Dennis’ Lektorat den Feinschliff erhielt und ihn glänzen ließ. Das Gleiche kann ich vom Hörbuch sagen, das wie schon der erste Teil einfach brillant geworden ist und dem Stoff insbesondere durch die Stimme von Stephanie Kellner eine Tiefe und gänsehauterzeugende Intensität verleiht, die ich mit dem Buch nie erreicht hätte.

Aber, um in die Zukunft zu schauen: Da schlummert ja auch noch DAS HAUS ZAMIS, von dem in diesem Jahr ein weiterer Band erscheinen wird. Auch aufgrund der nur noch nur noch 1-2mal jährlichen Erscheinungsweise habe ich mir seit dem letzten Frühjahr viele Gedanken gemacht, wie es mit der Serie weitergehen soll, und mittlerweile habe ich, zumindest schon mal für mich, ein neues Konzept vor Augen. Verraten möchte ich nur so viel: Verabschiedet euch von einigen alten Zöpfen und Charakteren. Auch wenn es anfangs schmerzlich erscheint, so bietet die Zukunft doch unendliche Möglichkeiten.

In diesem Sinne wünsche ich euch alle – auch im Namen des Verlages, aller Mitarbeiter und Autoren – ein inspirierendes, glückliches und vor allem gesundes neues Jahr!
Uwe

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Das Haus Zamis

„Könnte für deine Coco-Zamis-Romane interessant sein …“

von am 30. Oktober 2020

Seit dieser Woche gibt es DAS HAUS ZAMIS erstmalig auch als Romanheft. Im Mittelpunkt steht Coco Zamis, das weiße Schaf ihrer Schwarzen Familie. Als ich damals, im zarten jugendlichen Alter das Originalheft das erste Mal las, war ich hin und weg. Denn nie zuvor las ich etwas Vergleichbares. Was aber ist das Besondere an „Coco Zamis“ oder wie es jetzt heißt „Das Haus Zamis“?

Als ich jetzt, anlässlich der Wiederveröffentlichung, das erste Heft – „Hexensabbat“ – erneut las, war ich, zugegeben, nicht mehr ganz so fasziniert wie damals, das mag mit meinem eigenen Reifeprozess zu tun haben und damit, dass – bei aller Genialität der Dramaturgie und der überzeugenden Charakteristik der Personen – einige Passagen und der Stil halt typisch 70er-Jahre sind. Blasphemie? Mitnichten: Kurt Luif selbst sprach stets distanziert von seinen Werken, manchmal sicherlich zu kritisch. So schrieb er mir beispielsweise: „Ich nahm mir die Dämonenkiller-Hefte 133 und 134 vor. An diese Romane erinnerte ich mich nur höchst ungern, und ich wusste auch gar nicht mehr, worum es da ging. Ich erlebte eine angenehme Überraschung, das las sich zwar stellenweise wie eine Parodie, was ich damals vermutlich auch bezweckt hatte. Ich kann aber nur so viel dazu sagen, es wäre schade, solltet ihr euch nicht zu einer Veröffentlichung entschließen!“

Insofern ist das erste Coco-Zamis-Abenteuer nicht zu Unrecht inzwischen Legende, und Kurt Luif, dem Initiator und Autor, gebührt die Ehre, das Ganze damals ersonnen zu haben. Wie in einem Shakespeare-Drama sind anfangs die Rollen klar verteilt: Dorian Hunter, der tragische Held, der von Hass befeuert, die Dämonen vernichten will. Die gegnerische Schurkenfamilie, die die Tochter Coco auf ihn ansetzt, damit diese ihn bezirzt und vernichtet. Und das ist das eigentliche Shakespeare’sche Moment: Coco verliebt sich in Dorian Hunter, stellt sich gegen die eigene Familie und wird von ihr verstoßen. Das ist großes Theater! Das Ganze endet tragisch, das macht die Liebesgeschichte so nachhaltig. 

Kurt Luif habe ich als typischen Wiener Grantler kennengelernt. Nach außen ruppig, innen umso sensibler. Wenn er über Coco Zamis sprach, blühte er geradezu auf. Ich glaube nicht, dass er die Romane, die nach seiner Schaffenszeit im Zaubermond-Verlag geschrieben wurden, gelesen hat. Wahrscheinlich hatte er viel zu große Sorge, dass sein Baby in falsche Hände geriet. Denn man darf nicht vergessen, dass Kurt Coco Zamis nach einer realen Freundin erschuf! Und wer teilt diese schon gern mit anderen?

Wie auch immer: Mehrmals habe ich Kurt zu überreden versucht, doch noch wenigstens einen Roman für „Das Haus Zamis“ zu schreiben. Aber er hatte mit dem Schreiben generell abgeschlossen.  Niemals abgeschlossen hat er mit seiner Zuneigung zu Coco Zamis. Ich muss noch heute schmunzeln, dass er mir irgendwann Senta Bergers Memoiren ans Herz legte. Natürlich ohne zuzugeben, wie wichtig es ihm war: „Da geht sie auf ihre Jugend in Hietzing ausführlich ein. Könnte für deine Coco-Zamis-Romane interessant sein“, schrieb er lapidar.

Ja, das waren sie tatsächlich. Mehr noch als interessant. Als ich Senta Bergers Erinnerungen las, habe ich wieder ein wenig tiefer in Kurts Seele blicken dürfen. Und natürlich sind Senta Bergers Jugendjahre auch ein wenig in die folgenden Romane eingeflossen. Kurt würde es gefreut haben – hätte er sie denn gelesen! Und manchmal denke ich: Vielleicht hat er ja doch die weiteren Abenteuer seiner Heldin mitverfolgt. Still und klammheimlich. Es hätte ihm ähnlich gesehen …

Schwarze Grüße und Happy Halloween (natürlich mit Maske 😉
Uwe

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Das Haus Zamis

DAS HAUS ZAMIS startet im Romanheft!

von am 23. Oktober 2020

Das Haus Zamis RomanheftLiebe Nachtmahre, Ghoule, Aufhocker und DORIAN HUNTER-Fans, in vier Tagen ist es so weit – die Serie DAS HAUS ZAMIS wird zum ersten Mal überhaupt in Romanheftform am Kiosk ausliegen!

Mit Band 1, „Hexensabbat“, und Band 2, „Die Todesmelodie“, beginnt die Lebens- und Leidensgeschichte der Hexe Coco Zamis, die innerhalb der Schwarzen Familie aufwuchs und sich schließlich im Alter von 22 Jahren in den Dämonenkiller Dorian Hunter verliebte und um seinetwillen die Seiten wechselte.

Was aber hat Coco erlebt, bevor sie auf Dorian getroffen ist? Diese „dunklen“ Jahre blieben für DORIAN HUNTER-Leser lange ein Geheimnis. Erst mit den obigen beiden Romanen, die erstmalig als Band 31 und 32 der DORIAN HUNTER-Serie erschienen, gab Autor Neal Davenport einen ersten Einblick und erzählte von Cocos Leben an der Seite ihrer Eltern im feinen Wiener Stadtteil Hietzing und wie Coco auf dem Schloss ihres Onkel Cyrano von Behemoth zur Hexe ausgebildet wurde. Die Zamis sind Hexer und die mächtigste Familie Wiens, womit sie auch einen gewissen Einfluss innerhalb der Schwarzen Familie ausüben, deren Mitglieder in Tarngestalt unter den Menschen leben …

Cocos Lebensgeschichte und bald darauf auch die Geschichte ihrer Familie zogen die Leser so sehr in ihren Bann, dass daraus die Saga DAS HAUS ZAMIS erwuchs – ein klassisches Spin-Off, das es, Stand heute, auf 61 Bücher bringt.

Nun wird DAS HAUS ZAMIS im Bastei-Verlag als Romanheft neu aufgelegt und kehrt damit erstmals überhaupt  zu den Wurzeln der DORIAN HUNTER-Serie zurück, worüber ich mich besonders freue! Ab sofort erscheint alle 14 Tage ein neues Romanheft von DAS HAUS ZAMIS, immer im Wechsel mit DORIAN HUNTER. Parallel bleiben sämtliche Bücher der Serie natürlich weiterhin hier im Zaubermond Verlag lieferbar bzw. wird die Buchedition im Juni 2021 mit Band 62 fortgesetzt.

Zum Abschluss möchte ich an dieser Stelle noch einmal auf den kommenden DORIAN HUNTER-Kalender 2021 hinweisen. Der Kalender erscheint vierfarbig im Format A3 und zeigt auf insgesamt 13 Seiten eine Auswahl bisheriger Titelbilder der Serie. Der Kelander wird komplett ökologisch und klimaneutral produziert. Der Druck erfolgt z. B. unter Verwendung von Solarstrom und Pflanzenfarben. Da der Kalender nur auf Vorbestellung gefertigt wird, ist eine Bestellung nur noch bis zum 31. Oktober und ausschließlich hier in unserem Zaubermond-Webshop möglich. Der Versand erfolgt ca. Mitte Dezember. Eine zweite Auflage wird es nicht geben!

Viel Spaß mit dem ersten Coco-Abenteuer im Romanheft und bis nächste Woche! – Dennis

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Das Haus Zamis

DAS HAUS ZAMIS ab Oktober bei Bastei!

von am 25. Juli 2020

Noch vier Tage bis zum offiziellen Erscheinungstermin von DORIAN HUNTER-Romanheft Nr. 50, doch inzwischen ist die Katze schon aus dem Sack und geistert durchs Netz. Ja, die Spin-Off-Serie DAS HAUS ZAMIS wird ab dem 27. Oktober bei Bastei als zweite Romanheft-Nachdruckreihe neben DORIAN HUNTER starten. Wie ihr oben seht, haben wir dem Logo extra für die Heftnachdrucke ein kleines Upgrade in rot verpasst, damit sie sich am Kiosk besser von der DORIAN HUNTER-Serie abhebt. (Bei der Buchausgabe wird allerdings das bisherige weiße Logo beibehalten.)

Anlässlich der Nachricht erreichen uns natürlich im Augenblick viele Fragen von euch, die wir in den nächsten Wochen und Monaten bis zum Start hier im Blog sowie natürlich auf der DORIAN HUNTER-Leserseite „Mystery-Press“ beantworten werden. Beginnen möchte ich an dieser Stelle mit einer Mail von Karsten, die mich schon vor langer Zeit erreicht hat, die ich aber aus naheliegenden Gründen nicht früher beantworten konnte. Dies werde ich allerdings auf der Leserseite von DH-Heft 51 nachholen. Hier nun der entsprechende Spoiler …

Hallo Dennis, mittlerweile ist die Nummer 40 erschienen. Und die Coco-Zamis-Jugendabenteuer sind erzählt. Ich finde, dies ist der passende Zeitpunkt, DAS HAUS ZAMIS als Spin-Off zu starten. Wenn ihr die Romane ebenfalls 14-tägig herausbringt, dann haben wir Leser jede Woche einen Roman zu lesen. Ihr könntet ja mit dem Merlin-Zyklus starten und schauen, wie die Serie so ankommt. Was hältst du davon?


Ich halte sehr, sehr viel davon, lieber Karsten, weshalb ich zwischendurch auch immer wieder beim Verlag auf der Matte stand und nach den Aussichten für eine Romanheftserie DAS HAUS ZAMIS fragte. Wie es aber eben in einer größeren Maschinerie ist, muss so ein Projekt auch zeitlich ins Programm passen, und das war erst jetzt gegeben. Darum erfolgt der Startschuss für DHZ nun am 27. Oktober.

Mit „Cocos Jugendabenteuern“ hast du natürlich die DH-Bände 31 und 32 gemeint, in denen Coco sich während ihrer Gefangenschaft bei Skarabäus Toth an ihre Kindheit erinnert. In der Tat bilden diese Vergangenheitspassagen, die jeweils fast Romanheft-Länge haben, die Grundlage für DAS HAUS ZAMIS. Weswegen wir sie – wie auch schon in der Buchausgabe – aus den beiden DH-Romanen herauslösen und die Texte noch einmal als notwendige Auftaktbände 1 und 2 von DAS HAUS ZAMIS bringen werden. Aber auch die Veröffentlichungen ab Band 3, mit denen DHZ dann richtig Fahrt aufnimmt, werden in vielfacher Hinsicht bemerkenswert sein, worauf ich dann zu gegebener Zeit noch eingehen werde.

Ich freue mich jedenfalls riesig über die Anerkennung und das Vertrauen, das Bastei DHZ entgegenbringt – vor allem, weil diese faszinierende Serie vielleicht noch mehr als DH die Grenzen des Romanhefts sprengt und bisher noch nie in Romanheftform veröffentlicht worden ist!

Soweit das Zitat aus der „Mystery-Press“ von DH 51. Bis nächste Woche an dieser Stelle!

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Das Haus Zamis | Dorian Hunter

Wehe wenn der Axman kommt …

von am 20. Dezember 2019

Ich gebe es zu: Das neue HAUS ZAMIS-Buch, das Anfang Dezember erschienen ist, bietet wenig Weihnachtliches. Um nicht zu sagen: Gar nichts. Aber was soll man von einem Buch mit dem Titel „Bluternte“ anderes erwarten? Also: Wenn es bei euch Weihnachten an der Tür klopft, steht da vielleicht nicht der Weihnachtsmann, sondern Charles Axman mit seiner Crew. Und was es mit dem lieben Charles auf sich hat, lest ihr hier:

Ein höllischer Lärm schlug Toth entgegen. Dazu eine Luft, die nach Leder, Alkohol, Drogen,  Kadaver und Ausdünstungen roch, deren Ursprung Toth fremd war.

Der Saal war mit lederbekleideten Dämonen gefüllt, vielleicht zwei Dutzend an der Zahl, die allesamt Dark-Rider-Kutten trugen. Mehrere unbekleidete Frauen bemühten sich, die Aufmerksamkeit des einen oder anderen zu erregen. An einer Stange verrenkte sich eine rothaarige Schönheit. Toth sah, dass die Stange durch ihren Körper hindurchging wie ein Speer. Dennoch lebte sie und lächelte. In einem Käfig unter der Decke schrie eine andere Frau aus Leibeskräften, während irgendein stachel- und rüsselbewehrtes Rieseninsekt ihr das Blut aussaugte. Mehrere der Rocker-Dämonen lieferten sich eine Prügelei. Einer von ihnen lag bereits halb tot am Boden, dennoch fügte ihm einer seiner Gegner mit seiner zur Krallenklaue mutierten Hand weitere tiefe Wunden zu. Das alles wurde begleitet von einem hämmernden Soundtrack, der noch mehr als die draußen zu hörende Musik aus Wahnsinn und Chaos zusammengesetzt schien.

Über allem thronte – ja, Toth wusste tatsächlich keinen besseren Begriff – eine geradezu martialische Gestalt, deren Schädel so aussah, als wäre der Dämon in einen Fleischwolf geraten. Oder als hätte er sich mit der Axt, die an der Seite des Stuhls lehnte, selbst das Gesicht zerfurcht. Er trug eine blutige Schürze, so als käme er gerade erst aus einem Schlachthaus.

Vielleicht kam er das ja auch, dachte Toth, der erst in diesem Augenblick die kopflose Leiche erblickte, die halb unter dem Stuhl hervorragte. Der Stuhl erinnerte tatsächlich eher an einen Thron, entworfen von einem Künstler, der bei H.R. Giger in die Lehre gegangen war, um danach dem Wahnsinn zu verfallen und in diesem Wahn noch bizarrere Gebilde zu schaffen. Inmitten des aus Eisensträngen bestehenden Stuhls waren menschliche Körperteile, Organe und Adern verflochten, die teilweise noch pulsierten.

Toth war mittlerweile so nahe herangetreten – oder vielmehr herangetreten worden, denn sein Begleiter drängte ihn vor sich her –, dass er erkennen konnte, dass der geköpfte Leichnam mittels einer käfigähnlichen Vorrichtung unter dem Stuhl fixiert war. Dann entdeckte er auch den Kopf. Er lag etwas außer Sicht direkt neben dem Stuhl.

Axman fixierte Toth mit finsterem Blick, als wäre der als Nächster an der Reihe, die Schneide der Axt zu spüren zu bekommen.

„Den und seine Puppe haben wir aufgegriffen“, erklärte der Rocker. „Sagt, dass er dich sprechen will.“

„Dann sprich“, sagte Axman. „Du hast fünf Sekunden.“

Toth straffte sich und schrie gegen den Lärm an. „Sind Sie Charles Axman?“

„Siehst du hier sonst noch jemanden, auf den der Name zutreffen könnte?“

„Ich habe Ihnen ein Geschäft vorzuschlagen. Ein sehr lukratives Geschäft.“

„Und wer bist du?“

Toth atmete tief durch. Seine Brust schwellte sich. „Gestatten: Hieronymus Toth.“

„Tod wer?“

„Der Schiedsrichter der Schwarzen Familie.“

Toth hatte zumindest mit einem gewissen Respekt gerechnet, nicht aber damit, dass nicht nur Axman, sondern auch die ihn umgebenden Rocker in Gelächter ausbrachen.

Erst nach einer Minute hob Axman gebieterisch die Hand, und schlagartig herrschte Stille im Saal. Selbst die Musik brach unvermittelt ab.

„Hey, Jungs. Der Schiedsrichter der Schwarzen Familie erweist uns die Ehre seines Besuches!“

Wieder brandete Gelächter auf, und wieder beendete Axman es mit einer einzigen Handbewegung. Er beugte sich ein wenig vor und sah jetzt direkt auf Toth hinab: „Ich will dir was sagen, Tod sowieso: Der Schiedsrichter interessiert mich einen Furz. Asmodi ebenso. Wir sind hier unsere eigenen Herren. Erzähl das deinem Meister, wenn du ihn siehst!“

Das werde ich, mein Freund, das werde ich, schwor sich Toth. Es würde den Fürsten der Finsternis sicherlich interessieren, dass es in dieser Einöde eine Enklave Abtrünniger gab. Und Toth würde ihm gut zureden, ein Exempel zu statuieren. Doch zunächst brauchte er Axman noch, und daher musst er ihn erst einmal für sich gewinnen.

„Auch ich bin, ehrlich gesagt, kein Freund von Hierarchien“, erklärte er. „Und Asmodis Freund ganz sicherlich nicht. Ich habe gehört, dass Sie einem lukrativen Geschäft immer aufgeschlossen sind. Und das Geschäft, das ich Ihnen unterbreiten möchte, ist äußerstlukrativ.“

„Die fünf Sekunden sind um, und bisher hast du mich nur gelangweilt.“ Axman gähnte demonstrativ und ließ zwei Reihen spitz zugefeilter Zähne sehen. Toth konnte sich gut vorstellen, dass er damit seinen Gegnern schon des Öfteren die Kehle durchgebissen hatte.

„Also schön, ich äh …“ Toth spürte, wie ihm der Schweiß ausbrach. Die finsteren Gestalten um ihn herum schienen nur darauf zu warten, auf ein weiteres Handzeichen ihres Chefs hin über ihn herzufallen. Vielleicht würde auch Axman selbst sich das Vergnügen nicht nehmen lassen. Das Blut auf der Schneide seines Beils war noch nicht getrocknet.

Ein greller Schrei ließ Toth herumfahren. Die beiden anderen Rocker hatten Natalie hereingeführt. Was sie zuvor mit ihr angestellt hatten, konnte er nur ahnen, jedenfalls war seine Angestellte nun nackt. Aus ihrer Nase sickerte Blut.

„Ich, äh, habe Ihnen das blonde Ding hier als kleines Präsent mitgebracht“, sagte Toth rasch. Mit derartigen Goodwill-Aktionen war er bisher immer gut gefahren.

Und auch in diesem Fall. Axmans Miene hellte sich auf. „Also gut, was hast du mir konkret anzubieten?“

Toth wusste, dass dies seine einzige Chance war. Und er hatte nicht viel Zeit, das ahnte er. Also spulte er so schnell es ihm möglich war die Details ab – diesmal ganz ohne seine weitschweifigen Erklärungen und Bemerkungen, für die er inzwischen berüchtigt war.

Zum Schluss lehnte sich Axman zurück. Soweit Toth das von dessen zerwüstetem Gesicht ablesen konnte, dachte er nach. Hoffentlich, dachte Toth, über sein Angebot und nicht darüber, was er mit ihm anzustellen gedachte.

„Weißt du, wie man mich nennt?“, fragte Axman zu seiner Überraschung.

Toth nickte. Natürlich hatte er sich kurz vor seinem Flug ausgiebig über Axman in der Demonpedia,der Informations-Wiki der Schwarzen Familie,  informiert. Es gab so gut wie keine Schandtat, derer er sich nicht rühmte. Mehr noch hatte er im Deep Net gefunden. Auf der Internetplattform Debay gab es so gut wie alles zu kaufen oder zu ersteigern, was das Schwarze Herz begehrte. Von Menschenteilen bis zum Haushüter. Und auch Axman war dort überaus aktiv.

„Man nennt mich den Butcher, den Metzger. Dir ist schon klar, dass ich diese Coco Zamis nicht lebendig abliefere, oder?“

„Nun ja, wenn es nicht zu vermeiden ist … Natürlich würde mein Auftraggeber sie lieber lebendig in die Finger bekommen, um sie möglichst lange leiden zu lassen.“

„Das kann ich verstehen, wer hat nicht verdammten Spaß daran? Natürlich werde auch ich sie nicht sofort töten. Insofern kann ich versprechen, im Sinne deines Auftraggebers zu handeln. Und nun zu den Details …“

Ich hoffe, ihr habt genügend Blut geleckt, um Charles näher kennenzulernen. Hier ist auf alle Fälle noch mal der Link zum Buch „Bluternte“!

Schwarze Grüße
Uwe

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Das Haus Zamis | Dorian Hunter

DORIAN HUNTER oder DAS HAUS ZAMIS? Beide!

von am 23. November 2018

Seit ein paar Monaten ist DORIAN HUNTER als Romanheft wieder an den Kiosken und in den Bahnhofsbuchhandlungen präsent. Viele neue Leser sind dadurch auch auf diesen Blog gestoßen und auf ZAUBERMOND aufmerksam geworden. Und so mancher fragt sich, was es denn mit dieser anderen Serie, DAS HAUS ZAMIS, auf sich hat. Nun, was DORIAN HUNTER betrifft, eine ganze Menge …

 

WARUM GIBT ES ÜBERHAUPT ZWEI SERIEN?

DAS HAUS ZAMIS erzählt in den ersten 32 Büchern die Abenteuer der jungen Hexe Coco Zamis – BEVOR sie den Dämonenkiller Dorian Hunter kennenlernt! Das Konzept entstand noch während der regulären DÄMONENKILLER/DORIAN HUNTER-Romanheftserie, wohl weil man sehr schnell erkannt hatte, dass die Auslöschung der Zamis-Sippe im Romanheft  Nr. 12 „Das Mädchen in der Pestgrube“ zu schnell und überhastet erfolgt war.

Der Pabel-Verlag setzte die Jugendabenteuer seinerzeit in der Taschenbuchserie DÄMONENKILLER fort. In den ersten Bänden schickten die Autoren Coco auf eine Weltreise zu befreundeten Familien, um sie auf Spur zu bringen, was aber, wie wir alle wissen, nichts nützte. Der letzte Band trug den Titel „Coco und der Gummitod“ und bedeutete für lange Jahre das Ende der Jugendabenteuer.

Mittlerweile hatte man bei ZAUBERMOND sowohl mit Nachdrucken als auch neuen Romanen der DÄMONENKILLER-Serie begonnen. Da lag es nah, dass man sich auch der Jugendabenteuer annahm. Hier lag jedoch sehr viel weniger Material vor, sodass bereits im fünften Buch, „Des Teufels Günstling“, neue Romane geschrieben wurden. Die Abenteuer der jungen Hexe Coco Zamis gingen also weiter …

 

UND IN WELCHER REIHENFOLGER SOLLTE ICH BEIDE SERIEN JETZT LESEN?

Ich habe sie damals so gelesen, wie sie erschienen sind: gleichzeitig! Und finde es bis heute sehr faszinierend, beide Coco-Zamis-Charaktere zu vergleichen: die erwachsene Coco an Dorian Hunters Seite – und die junge ungestüme Coco, die auch nach vielen Jahren ihren Platz erst noch sucht und hin und hergerissen ist zwischen ihren „menschlichen“ Gefühlen und der Pflicht, ihrer Familie beizustehen. Auch erschließt sich dadurch, indem man DAS HAUS ZAMIS liest, erst die Tiefe dieser Figur, die übrigens für mich, als Autor, mittlerweile eine gute Freundin geworden ist, so als stünde sie neben mir. Mittlerweile ist Coco Zamis nicht mehr in allen Büchern die Hauptfigur, andere Familienmitglieder sind im Laufe der Jahre ebenfalls in den Vordergrund gerückt worden, sodass der Unterttiel „Eine Dämonenchronik“ heute bezeichnend ist.

Beantwortet man die Frage nach der Reihenfolge streng chronologisch, so müsste man zunächst DAS HAUS ZAMIS 1-32 lesen – und sich dann entscheiden, aus welcher Warte man Cocos Zusammentreffen mit Dorian Hunter betrachten will: Aus DORIAN HUNTERS Sicht – oder eben so, wie DAS HAUS ZAMIS es darstellt. Aber das ist im wahrsten Sinne des Wortes wieder eine andere Geschichte. ich liebe sie beide!

 

Keep the Horror burning!
Uwe

 

PS: Vielen Dank an Uwe Schnabel für seinen Korrekturhinweis!

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Das Haus Zamis | Dorian Hunter

Des Teufels Gebetbuch: Aus dem Grimoire der Coco Zamis (3)

von am 11. Oktober 2018

Eine besondere Faszination der DORIAN-HUNTER und DAS-HAUS-ZAMIS-Bücher machte für mich schon immer die realistische Darstellung der Schwarzen Magie aus. Rituale und Bannsprüche werden gerade so ausführlich beschrieben wie nötig, denn Vorsicht: Asmodi zu beschwören, ist kein Kinderspiel. Das nachfolgende Ritual sei daher nur Erwachsenen und geistig reifen und gefestigten Personen empfohlen!

Ein Buch, aus dem schon die Väter des Dämonenkillers gern zitierten, ist Kurt Seligmanns „Weltreich der Magie“. Dort findet sich unter dem Kapitel „Teuflische Riten“ folgende Anweisung, um Asmodi zu beschwören – und rasch reich zu werden natürlich:

Zitiert wird aus dem Schwarzbuch „Der Schwarze Hahn“. Der Verfasser rät dem Zauberer, ein schwarzes Huhn, das noch nie ein Ei gelegt hat, an eine Wegkreuzung zu bringen. Dort muss er um Mitternacht das arme Tier in zwei gleiche Teile schneiden und folgende Worte sprechen: „Eloim, Essaim, frugativi et appellavi!“ Sodann muss er das Gesicht nach Osten wenden, sich niederknien und die große Anrufung sprechen (siehe Abbildung), indem er einen Zypressenstab vor sich hält. Sodann wird Asmodi augenblicklich erscheinen!

Sollte das aus irgendeinem Grunde nicht klappen, empfiehlt ein anderes Schwarzbuch („Dr. Fausts großer und mächtiger Seegeist“), das 1692 in Amsterdam gedruckt wurde, folgendes Ritual: Zunächst gilt es, einen Kreis aus Blech zu schneiden und bei jedem Hammerschlag laut zu sagen: „Stark gemacht gegen alle bösen Geister und Teufel“. Das Dreieck, das sich in der Mitte des Kreises befindet, muss aus drei Ketten gebildet werden, die von einem Galgen stammen und mit Nägeln befestigt werden, die zuvor in der Stirn hingerichteter Delinquenten versenkt waren. Um sich zu wappnen, wendet sich der Zauberer sodann an Gott und betet inbrünstig. Nach einem salbungsvollen „Amen“ muss folgender Fluch ausgesprochen werden: „Du Hund der Hölle, du Geist, hinuntergestürzt in den Abgrund der ewigen Verdammnis, sieh mich mutig hier stehen und erfülle mir meine Wünsche!“

Ist Asmodi mit einem Sack Juwelen (oder zeitgemäß: einem Bündel gutlaufender Aktien) erschienen, schickt der Zauberer ihn mit grässlichen Flüchen wieder fort, sobald er alles übergeben hat.

Zum Schluss gibt das Schwarzbüchlein noch folgenden Rat: Wenn du die Reichtümer an dich genommen hast. dann danke Gott mit einem Psalm. Bleibe fromm und bedank dich bei ZAUBERMOND für den lukrativen Rat! Unglaublich? Aber so steht es geschrieben!

Kurt Luif alias Neal Davenport, der fleißig Gebrauch machte, aus dem „Weltreich der Magie“ zu zitieren, war untröstlich, dass er es einst verliehen und nie wiedererhalten hatte. Ich war dabei, als er den Missetäter noch nachträglich mit einem schrecklichen Fluch bedachte. Weder Buch noch der Verfluchte sind je wiederaufgetaucht.

Keep the Horror burning!

Uwe

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Das Haus Zamis | Dorian Hunter

Herzlichen Glückwunsch! 50 Bände DAS HAUS ZAMIS Uwe Voehl

von am 9. Juni 2017

Herzlichen Glückwunsch! 50 Bände DAS HAUS ZAMIS

Uwe Voehl

Der 50.Band unserer Serie DAS HAUS ZAMIS ist pünktlich erschienen! Zu einem solchen Jubiläum gibt es natürlich auch herzliche Glückwünsche mit auf den weiteren Weg – von unseren Autoren, Illustratoren bis Kai Meyer.
Und vergesst nicht unseren großen LAGERAUSVERKAUF! Mehr dazu am Ende dieses Beitrags.

Verehrte »Familie Zamis«! Meine Glückwünsche zur 50. Ausgabe dieser phantastischen Familiensaga! Es ist mir eine Ehre, als Covergestalter ein Teil dieser großartigen Gemeinschaft zu sein. Freuen wir uns gemeinsam auf noch viele, viele packende Abenteuer mit Coco Zamis und ihren Mitstreitern! Herzlich Mark Freier

Ein sensationeller Erfolg für die einstige kleine Ablegerserie. Dabei hat DAS HAUS ZAMIS so einige Katastrophen überlebt. Zum Beispiel (kaum zu glauben!) meinen allerersten Roman, den ich damals gemeinsam mit Dario Vandis geschrieben habe. Inzwischen blicke ich auf eine stattliche Reihe von Veröffentlichungen aller Art zurück, aber dieser Moment, als mein Erstling erschien … den werde ich sicher nie vergessen. Christian Montillon

Das Zauberwort heißt Atmosphäre. Damit »bekommt« man mich – immer. Ein Konzept mag bescheuert hoch drei sein; ist seine Atmosphäre unwiderstehlich, dann kann ich ihm nicht widerstehen. Im Falle von »Das Haus Zamis« bestand da gleich doppelt Gefahr für mich, denn zum einen war (und ist) diese Serie nun wirklich alles andere als bescheuert … und zum anderen geizte sie noch nie mit dem, was ich als ihr vielleicht attraktivstes Merkmal betrachte: diese einzigartige Atmosphäre, angesiedelt irgendwo zwischen morbidem Humor, kompromisslos ehrlichem Horror und stets aufs Neue faszinierender Mystik. Fünfzig Bände sind nach diesem Rezept nun schon bei Zaubermond entstanden. Für mich, den Leser von einst, ist es ein ausgesprochenes Vergnügen, diese so einzigartige Serie jetzt auch mit der ein oder anderen eigenen Idee bereichern zu dürfen. Je atmosphärischer diese ausfallen, desto besser. Herzlichen Glückwunsch, Coco! Simon Borner

Besonders gerne denke ich an DAS HAUS ZAMIS zurück, das als eine Reihe von Jugendabenteuern unserer Lieblingshexe begann und sich schließlich von der Hauptserie emanzipierte und in etwas ganz Eigenes mündete. Eine faszinierende Entwicklung. Ich wünsche der Serie von ganzem Herzen ein langes, erfolgreiches Leben. Mögen ihr noch mindestens 50 weitere Bücher beschieden sein. Oliver Fröhlich

Von Hexen träumen … Ich habe sehr früh begonnen, von Hexen zu träumen. In einem Traum – da muss ich drei oder vier gewesen sein – zog eine Prozession von Hexen durch ein altes Stadttor, tanzend und kreischend bei Fackelschein. Ich stand am Ende der Straße, und der Pulk aus Hexen kam genau auf mich zu. Ich weiß nicht, ob es gute oder böse Hexen waren, aber nicht alle waren alt und nur manche sehr hässlich.  Demnach war mir schon als Kind bewusst, dass nicht jede Hexe aussehen muss wie die krumme Vettel im Lebkuchenhaus, und würde ich diese Szene heute in einem Buch nachstellen, wären vermutlich ein paar Versionen von Coco Zamis irgendwo in der tobenden Menge.  Ich habe Cocos Auftritte im Dämonenkiller während der Pubertät gelesen, aber erotisch fand ich sie eigentlich nie; schon damals hatte sie mit ihren überdimensionierten Brüsten für mich etwas von einer frivolen Alte-Herren-Phantasie, einen gewissen Touch von Strip-Club, als hätten die Autoren heimlich davon geträumt, ihr Geldscheine ins Höschen zu stecken.  Es war also nicht ihr Aussehen, das mich an Coco fasziniert hat, sondern immer ihre Geschichte. Die Zerrissenheit zwischen Gut und Böse, natürlich, aber mehr noch der familiäre Hintergrund, ihr Hang zu Auflehnung und Rebellion gegen Eltern und dynastische Konventionen. (Meine Aura Institoris in den Alchimistin-Romanen ist davon nicht sehr weit entfernt, was vermutlich kein Zufall ist.) Dass ich die früh verstorbene Soledad Miranda, Darstellerin in diversen Jess-Franco-Filmen der Sechzigerjahre, bis heute für die ideale Coco-Besetzung halte, sei nur nebenbei erwähnt. Ansonsten bin ich in der Tat sehr froh, dass sich die Autoren der aktuellen Serie stärker auf die Familienkonflikte in Cocos Leben konzentrieren als auf Beschreibungen ihrer Oberweite. Auch deshalb sind die Romane heute so viel komplexer und zeitgemäßer als die etwas angestaubten Originale. Kai Meyer

Dies war nur ein Auszug der vielen Glückwünsche, die ihr ausführlich im aktuellen DAS HAUS ZAMIS nachlesen könnt, das übrigens den Titel trägt „Lieb Schwesterlein, magst böse sein …“ Und mit besagter Schwester ist wirklich nicht zu spaßen!  Der 50. Band DAS HAUS ZAMIS geschrieben von Michael Marcus Thurner und Logan Dee!

Natürlich freuen wir uns auf weitere Glückwünsche auch von euch! Wir sind gespannt, was ihr uns zur Serie zu sagen habt.

Zum Abschluss möchten wir noch einmal auf unseren Lagerausverkauf hinweisen: Aktuell wird die Backlist der Buchserien von DORIAN HUNTER und DAS HAUS ZAMIS auf Digitaldruck umgestellt. Was bedeutet das? Zunächst einmal keine besondere Veränderung: Alle Titel werden auch weiterhin im gewohnten Layout und in gewohnter Qualität lieferbar bleiben. Allerdings wird das bisherige Buchlager dafür komplett geräumt und alle Titel von DORIAN HUNTER 1-82 und DAS HAUS ZAMIS 1-44 ab sofort für einen begrenzten Zeitraum zu einem vergünstigten Preis von € 4,99 pro Titel angeboten. Die Lieferung erfolgt natürlich nur, solange der Vorrat reicht. Wichtige Information: Nach dem Ausverkauf werden die Titel dann zum regulären Preis von € 14,95 erhältlich sein. Wer also jetzt günstig seine Sammlung vervollständigen möchte, sollte schnell zuschlagen – zum Beispiel bei unserem Sammelangebot: Wer 30 Exemplare der oben genannten Backlist-Titel auf einmal bestellt, erhält diese zum Paketpreis von 99,-, also zum noch einmal reduzierten Preis von € 3,30 pro Band!

Keep the Horror burning!
Uwe

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Das Haus Zamis | Dorian Hunter

Wir haben Google! Das Haus Zamis – vom Exposé zum Buch (2)

von am 17. Februar 2017

Im ersten Teil ging es darum, euch darzulegen, wie ein Exposé entsteht. Nach der Abnahme durch den Verleger geht das Exposé an die bereits fiebrig wartenden Autoren. Es folgt die Schreibphase …

Kaum ein Verleger leistet sich noch den Luxus, jeweils ein ausführliches Exposé für einen Serienroman zu erstellen. Langlebige und erfolgreiche Serien wie PERY RHODAN beweisen jedoch, dass nur damit eine gleichbleibende Qualität gewährleistet ist. Einer muss den Job halt machen: den roten Faden in der Hand halten und den Autoren, die nicht so nah dran sind an der Serie und unter Umständen auch gar nicht alle Romane gelesen haben, mit Ideen und Informationen zu füttern.

Die Autoren haben in der Regel zwei bis drei Monate Zeit, einen der zwei Teilromane in jedem DORIAN-HUNTER- oder DAS-HAUS-ZAMIS-Buch zu schreiben. Eigentlich Zeit genug, sollte man meinen … Zumal die Einteilung bereits ein ganzes Jshr früher erfolgt. Dennoch steht nicht jeder Autor gleich wartend da und legt los, In der Regel werden die Deadlines gnadenlos ausgereizt.

Auf welche Weise die Autoren das Exposé als Grundlage für ihren Roman benutzen, ist sehr unterschiedlich. Michael Marcus Thurner zum Beispiel liebt es, sehr frei zu arbeiten. Er löst sich nie völlig von der Expo-Handlung, aber gibt seinem Roman oft eine völlig andere überraschende Richtung. Ich selbst habe es eine Weile so gehalten, dass ich wie ein gespannter Leser das Exposé immer nur häppchenweise gelesen habe, um mir selbst die Spannung beim Schreiben zu bewahren. Mittlerweile bevorzuge ich es, mir vorher eine ungefähre Arbeitsaufteilung zu machen, sodass ich weiß, worauf ich hinarbeiten muss. Genauso, noch exakter, macht es Oliver Fröhlich, der das Exposé gleich in einzelne Kapitel unterteilt, bevor er mit dem Schreiben beginnt. Eine Ausnahme bildete der im letzten Jahr verstorbene Malte S. Sembten, der unter dem Pseudonym Rüdiger Silber für beide Serien großartige Romane verfasst hat. EIn Zitat dazu von ihm:

„Aber selbst beim HAUS ZAMIS gibt es Diskontinuitäten, die daran liegen, dass die Autoren die Serie nicht immer lesen (das kann man auch nicht verlangen; Serienprofis müssten sonst regelmäßig mehrere Serien komplett lesen). Z.B. musste ich den Dämon Helmut von Bergen (hieß der so?) schwul machen, um sein erratisches Verhalten gegenüber Coco zu erklären. Catalina wusste nämlich nicht, dass seine Beziehung zu Coco sich in den Romanen von Oli und mir positiv entwickelte, sodass sie ihn danach quasi wieder „auf Null“ gestellt hatte. Oder die Schilderungen des „Labors“ von Asmodi, in dem Asmodi Cocos Ungeborenes heranzieht: die fiel in meinem Roman und dem darauffolgenden von Oli völlig unterschiedlich aus. Strenge Expo-Treue hat nur Sinn, wenn es für die Serie wichtig ist. Die meisten der unterschiedlichen Sichtweisen hingegen haben, zumal es sich um ein sogenanntes Einzelabenteuer handelt, keine Auswirkungen auf spätere Romane und damit auf die Serie. Das ist dann Expo-Treue um der Expo-Treue willen.“

Malte S. Sembten war ein Autor, der die Expos sehr ausreizte oder gerne auch schon in der Expophase Ideen zusteurte – am liebsten aber erst einmal alles infrage stellte und diskutierte. Aber eines kann ich sagen: Es kam stets ein besserer Roman dabei heraus, als ich als Exposé-Autor es mir erhofft hatte.

Und so soll es schließlich sein: Von der ersten Idee bis zum Manuskript arbeiten alle daran, das Vorhandene noch weiter zu optimieren. Jeder Einzelne gibt sein Bestes für die Serie. Die meisten sogar ihr Herzblut!

Keep the Horror burning!
Uwe

Das Foto zeigt ZAUBERMOND-Autor Christian Humberg auf der Suche nach dem richtigen Anfangssatz.
Foto: Daniel Dornhöfer, Mainz www.dornhoefer-photography.de 

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Das Haus Zamis | Dorian Hunter

Wir haben Google! Das Haus Zamis – vom Exposé zum Buch (1)

von am 28. Oktober 2016

Heutzutage, wo alles ganz einfach scheint, vor allem, ein Buch via Selfpublishing oder „on demand“ zu veröffentlichen, ist es nicht selbstverständlich, dass ein relativ überschaubarer Verlag wie ZAUBERMOND gleich mehrere Serien unter professionellen Voraussetzungen und Bedingungen in regelmäßigem Turnus auf den Markt bringt. Und das seit über zehn Jahren.
Ganz am Anfang eines jeden Buches steht das Exposé …

Doch nicht allein Autoren und Gestalter sind für den Erfolg verantwortlich, sondern genauso die Leute, die nur im Kleingedruckten genannt werden oder ganz im Hintergrund bleiben. Sie alle möchte ich nach und nach vorstellen. Vor allem auch den Verleger, denn eigentlich müsste er ganz am Anfang stehen – denn allein er entscheidet letztendlich über das Programm.

Beginnen möchte ich, wie oben erwähnt, jedoch mit dem Exposé. Weil ich mich damit am besten auskenne. Weil es aber auch zu den elementaren Dingen gehört, die über die Qualität und die Kontinuität und damit letztlich über den Erfolg einer Serie entscheiden. Nicht umsonst leistet sich PERRY RHODAN seit Jahrzehnten eine kostspielige Expoabteilung. Und nicht umsonst beauftragte der Erich-Pabel-Verlag den damaligen Rhodan-Autor Ernst Vlcek seinerzeit damit, auch für die DÄMONENKILLER-Serie, dem Romanheftvorläufer der heutigen DORIAN HUNTER- und DAS HAUS ZAMIS-Bücher, als Exposéautor tätig zu werden. Diese kluge Entscheidung bürgte lange Zeit für den sensationellen Erfolg der Serie. Wie umgekehrt es schiefgehen kann, wenn man die Autoren einfach nur schreiben lässt, ohne ihnen ein gemeinsames Gerüst an die Hand zu geben, zeigten in katastrophaler Weise die neuen Romane der zweiten Auflage, die dann auch recht schnell eingestellt wurde.

Nachdem die Romanhefte der ersten erfolgreichen Auflage im ZAUBERMOND-Verlag als Nachdrucke vorlagen, stellte sich auch für DAS HAUS ZAMIS die Frage, wie man weiter verfahren sollte. Mit oder ohne Serienexposé? Und wenn mit, wer sollte sie schreiben, zumal Ernst Vlcek sich zum damaligen Zeitpunkt längst aus der Serie zurückgezogen hatte. Nach einer kurzen Orientierungsphase, in der sich Dennis Ehrhardt, der damals noch vermehrt an der Serie mitschrieb, Ralf Schuder und ich uns zumindest bei unseren regelmäßigen Treffen über einen groben Handlungsrahmen verständigten, stieß zu unserer großen Freude Ernst Vlcek wieder zum Team und übernahm die Expoarbeit. Er löste damit zumindest bei uns Autoren einen unglaublichen Enthusiasmus aus. Zumal Ernst Vlcek uns aufzeigte, dass seit der damaligen Romanheftserie und den Buchveröffentlichungen mehrere Jahrzehnte lagen. Und die Zeiten hatten sich gewandelt. Vor allen Dingen die Beschränkungen zum Beispiel aufgrund der Selbstkontrolle der Verlage, denen die „Großen Alten“ in dieser Zeit unterworfen gewesen waren. Ernst Vlcek katapultierte mit seinen neuen Exposés die Serie endgültig in die Neuzeit, und nicht umsonst entstanden in dieser Phase die vielleicht grausamsten Romane innerhalb der Serie, die auch uns Autoren heute noch teilweise vorgeworfen werden.

Nach Ernst Vlceks leider viel zu frühem und für alle überraschenden Tod, übernahm ich die Exporedaktion. Zunächst noch den viel zu großen Fußstapfen Ernsts folgend. Doch schnell entdeckte ich, dass DAS HAUS ZAMIS einen viel größeren Rahmen bot, als nur oder hauptsächlich die Abenteuer der jungen Hexe Coco Zamis zu erzählen. Und so entstand nach und nach ein ganzer Familienkosmos, der bis heute noch lange nicht zu Ende erzählt worden ist.

Was aber macht das Besondere der Serie aus? Sie ist komplex, ja, aber nicht so komplex, dass ein Leser nicht jederzeit eines der Bücher zur Hand nehmen und ganz neu oder wieder einsteigen könnte. Jedes Buch ist in sich abgeschlossen, nimmt jedoch den Faden des Vorgängers auf, spinnt ihn weiter und überlässt es dem Nachfolgeband, einige der vielleicht liegengebliebenen Probleme weiter zu verknüpfen.

Das alles habe ich im Kopf, wenn ich mit dem Exposé eines Buches beginne. Jedes Buch umfasst wiederum zwei Romane, wobei jeder Roman in der Regel von einem anderen Autor geschrieben wird. Und zwar in demselben Zeitraum, sodass kaum ein Autor den Teil des anderen lesen kann. Vor allem der Autor des zweiten Teils muss sich also auf das Exposé des ersten Teils verlassen können, wenn er daran anknüpft.

Das Exposé muss also umfassend sein, es muss verständlich sein, es darf aber auch nicht zu ausufernd sein.

Dies alles aber gehört eher zum Handwerklichen, genau wie das Gespür, welchem Autor welche Themen liegen. So schreibt Michael Marcus Thurner nun mal am liebsten über das Café Zamis und seine skurrilen Gäste (kein Wunder, er hat es erfunden!), während Catalina Corvos Lieblings-Charakter Georg Zamis ist.

Ganz am Anfang aber steht: Das Thema, das jedes Buch trägt und es von den anderen abhebt. Die Idee. Der Einfall. Der Geistesblitz. Manchmal kommt er, wenn ich mich gar nicht damit beschäftige. Auf Spaziergängen mit meiner Hündin Ronja zum Beispiel. Oder mitten während eines langweiligen Theaterstücks. Ja, auch wenn es zum Klischee gehört: Zuweilen auch mitten in der Nacht.

Daraufhin folgt die Prüfung, wie sich der jeweilige Einfall mit der laufenden Handlung verträgt. Bei dem kleinen Zyklus um das legendäre Dakota Building ließen sich „Rosemaries Baby“-Flair und Voodoo-Zauber zum Beispiel so gut verquicken, dass anschließend noch ein ganzer Voodoo-Roman folgte.

Passt das neue Thema zur laufenden Handlung, erfolgt die Recherche. Kurt Luif drückte mir einst voller Enthusiasmus „Das Weltreich der Magie“ in die Hand, aus der die Serienväter damals ihr meistes Wissen entnahmen. Darüber staune ich noch heute, wie exakt und realistisch manche Dinge und auch ferne Länder beschrieben wurden. Denn natürlich war es nicht nur ein einziges Buch, das zur Recherche diente, sondern es waren viele mehr.

Heute besitze ich selbst eine relativ umfangreiche Bibliothek über Hexenwesen und Dämonologie. Aber natürlich sind wir heutigen Expokraten und Autoren den Vätern in einem Voraus: Wir haben Google!

Ist das Thema gewählt, gut recherchiert und passt es zur laufenden Handlung, erst dann beginne ich mit der Niederschrift des Exposés. Vorangestellt werden die technischen Daten, zum Beispiel:

DAS HAUS ZAMIS 44:
Mit schwarzen Schwingen kommt der Tod
von Susanne Wilhelm und Rüdiger Silber
Abgabe an Lektorat: 15. September

Es folgt eine Vorbemerkung und einige Sätze zum Stand der Dinge, denn nicht von jedem Autor kann ich voraussetzen, dass er den Band davor gelesen hat. Wichtig ist noch die Angabe der Jahreszeit, die zumeist der entspricht, in der das Buch erscheint.

Das fertige Exposé umfasst je Roman ca. 10 Seiten, insgesamt also 20 Seiten.

Danach erfolgt die Abnahme durch den Verleger. Ist auch das geschehen, bekommen endlich die meistens schon in den Startlöchern stehenden Autoren es endlich in die Hände: Das fertige Exposé!

Falls wir nichts mehr voeinander hören, wünsche ich euch jetzt schon ein möglichst gruseliges Halloween! Vielleicht verbringt ihr ja einen schaurigen Leseabend und besucht DAS HAUS ZAMIS!

Keep the Horror burning!
Uwe 

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