Catalina Corvo und ich haben einiges gemeinsam. Vor allem aber sind wir beide weiblich und schreiben Horror. Das führt zu immer wieder derselben Reaktion, die Catalina im heutigen Beitrag sehr gut beschreibt:

Sehr oft, wenn man mich fragt, womit ich so meinen Lebensunterhalt verdiene, und ich entsprechend antworte, erlebe ich die gleiche Reaktion: „Du schreibst Horror?“

Schmunzelnd frage ich dann mein Gegenüber, wie er oder sie sich denn so den typischen Horrorautor vorstellt. Schon wird die Sache knifflig. Und sofern sich mein Gesprächspartner überhaupt zu einer klaren Antwort nötigen lässt, landen wir bei einer Mischung aus Stephen King, H.P Lovecraft und dem Goth von nebenan. Auf jeden Fall irgendwie männlich, bleich und nachtaktiv. Ist die Neugier meines Bekannten dann noch nicht gestillt, kommt die nächste Frage: „Warum machst du das?“

Jetzt könnte ich natürlich antworten „Für Geld.“ Aber das würde der Sache nicht gerecht. Für Geld kann man vieles tun. Für Geld kann man auch vieles schreiben. Aber warum DORIAN HUNTER oder DAS HAUS ZAMIS? Dann berichte ich von den schriftstellerischen Möglichkeiten der Serie und ernte Erstaunen. Nein, es gehe nicht in erster Linie um platzende Köpfe und grausame Morde. Naturgemäß ist die Serie nicht unbedingt als Gute-Nacht-Geschichte für Vorschulkinder geeignet, aber das ist nicht der eigentliche Grund, der mich immer wieder ins HUNTER-Universum zurückbringt.

Bei DAS HAUS ZAMIS ist es vor allem die liebgewonnenen Familiendynamik. Die Charaktere, wie zum Beispiel Georg, der mir persönlich mehr als alle anderen ans Herz gewachsenen ist und dessen Persönlichkeit ich ein Stück weit mit entwickeln durfte. Bei DORIAN HUNTER sind es eindeutig die Vergangenheitsepisoden. Jedes Mal, wenn ich ein neues Skript aus der Feder meiner Redakteurin erhalte, bin ich gespannt, wohin es Dorians frühere Reinkarnationen diesmal verschlägt. Ob niederländische Kolonien, das Mittelalter oder das zaristische Russland, die historischen Möglichkeiten bieten immer wieder eine andere, aufregende Spielwiese.

Siehst du, erkläre ich lächelnd meinem mittlerweile andächtig lauschendem Publikum, es sind nicht so sehr die Monster, Hexer und Dämonen, die die Serie für mich zu etwas Besonderem machen. Sondern die fortwährende Zeitreise, auf die wir Autoren uns begeben, die Recherche, die historischen Persönlichkeiten, die wir, oft mit einem kleinen Augenzwinkern, einbauen dürfen. Das macht die Wandelbarkeit der Geschichten aus.

Hoffentlich auch für unsere Leser.