Mein allererstes Mal

von am 20. Mai 2022

Am 24. Mai erscheint in der DAS HAUS ZAMIS-Heftserie mein Roman „Asche zu Asche, Stein zu Stein“. In meiner Bahnhofsbuchhandlung ist er schon ab heute erhältlich. Dieser Roman markierte für mich einen Wendepunkt in der Serie, schrieb ich ihn doch erstmals nach meinem eigenen Handlungs-Exposé.

Nach einer Auszeit von mehreren COCO ZAMIS-Büchern war ich 2005 mit einiger Begeisterung als Autor wieder eingestiegen in die Serie. Für mich war es eine Sensation, dass Ernst Vlcek nach langen Jahrzehnten der Abstinenz nun die Expos schrieb. So auch für das Buch „ Der Dämonenbastard“, in dem neben Ernst und Dario Vandis auch ich mit einem Roman vertreten war: „Die Saat des Dämons“ – unlängst auch wieder als Romanheft in der DAS HAUS ZAMIS-Serie erschienen. „Der Dämonenbastard“ war im Nachhinein eine ziemliche Trash-Orgie. Ich glaube, dass Ernst Vlcek damals bewusst in seinen Expos und Romanen für die Serie die allzu engen Grenzen eines Heftromans sprengen wollte. Und wir Autoren haben da mitgezogen, was nicht immer ohne Diskussionen ablief. Soweit zur Vorgeschichte.

Warum dann anschließend mir die ehrenvolle Aufgabe zuteil wurde, fortan die Expos zu schreiben, kann ich nicht mehr sagen. Ich vermute, dass Ernst einfach zu viel andere Dinge um die Ohren hatte. Er schrieb ja damals auch wieder für die DORIAN HUNTER-Serie im Zaubermond-Verlag. Das Expo liegt mir leider auch nicht mehr vor, sonst hätte ich aus aktuellem Anlass gerne daraus zitiert. Jedenfalls schrieb ich es mit Begeisterung und – so hoffte ich – ganz im Sinne des Serienvaters. „Asche zu Asche, Stein zu Stein“ erschien im Dezember 2005 als dickes Buch und enthielt neben meinem titelgebenden Roman zwei weitere Romane von Christian Montillon, die ebenfalls jüngst wieder erschienen sind.

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Zum 80. Geburtstag von Kurt Luif

von am 14. Mai 2022

Am heutigen Tag, dem 14. Mai 2022, wäre Kurt Luif 80 Jahre alt geworden. Kurt Luif ist aber leider schon seit über 10 Jahren tot, und mir fehlen immer noch die Telefongespräche und der E-Mail-Kontakt mit ihm.

Unsere digitale Korrespondenz begann am 22. April 2007, als ich folgenden Einzeiler samt Anhang an ihn richtete: „Hallo Kurt, wie versprochen das Exposé für DK 12. Viel Spaß beim Telefonat mit Ernstl … Gruß, Uwe“.

Die erste E-Mail, die Kurt an mich schrieb, erreichte mich erst anderthalb Jahre später. Am 13. Oktober 2008 schrieb er: „Hallo Uwe, meine erste Mail an dich. Ich habe die Viren besiegt und die Updates erfolgreich geladen. Am Freitag rief mich endlich Dennis Ehrhardt an. Er will mir die Hörspiele bald senden. Angeblich sind sie gut geworden. Gruß, Kurt“

Die „Dämonenkiller“-Schöpfer Ernst Vlcek und Kurt Luif (rechts)

Natürlich habe ich ihm sofort geantwortet: „Hallo Kurt, toll, dass du jetzt auch per E-Mail erreichbar bist. Habe vor einiger Zeit deinen DK-Roman ‚Zakum, der dunkle Archivar‘ (aus der Zweitauflage) ‚ein wenig gekürzt‘ und den Teil mit dem griechischen Werwolf dann an Dennis Ehrhardt geschickt. Gedacht ist der Text für DK 154 alt. Mal sehen was Uwe Voehl daraus macht. Ich füge dir mal den Text als Anlage bei. Bis bald, Uwe“

Würde Kurt Luif noch leben, dann hätte er sich sicherlich über die Romanheftneuauflagen von DORIAN HUNTER und DAS HAUS ZAMIS gefreut. Nicht nur, weil er ja fast ein Drittel der Romane der Erstauflage (und die Hälfte der Coco-Jugendromane) geschrieben hat, sondern weil ihm gerade die Themen um Coco und die Zamis-Sippe besonders am Herzen lagen. So war Coco Zamis sicherlich die Figur, die ihm immer am wichtigsten war, und als sich nach der Einstellung der Erstauflage die Chance bot, Cocos Jugend in den „Dämonenkiller“-Taschenbüchern näher zu beleuchten, hat er diese zusammen mit Ernst gern ergriffen. Umso schöner, dass diese Jugendromane bei DHZ zuerst im Buch und jetzt auch im Romanheft eine Fortsetzung erfahren.

Kurt Luif hat, obwohl er längst nicht mehr schriftstellerisch aktiv war, den Erfolg der Neuauflagen und Fortsetzung von DH und DHZ bis zu seinem Tod aufmerksam begleitet. Auch seine gesundheitlichen Probleme konnten ihn nicht davon abhalten, die Abenteuer von Dorian und Coco in Buch und sogar im Hörspiel aktiv zu verfolgen.

Lieber Kurt, vielen Dank für dein Engagement und deine vielen Ideen, die den „Dämonenkiller“ mehr als nur maßgeblich geprägt haben!  

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DORIAN HUNTER-Autor Christian Montillon: Wie alles begann

von am 8. Mai 2022

Nein, dies ist kein Fachblogbeitrag einer Biologischen Fakultät, der sich mit der Verschmelzung von Samen und Eizelle befasst. 🙂 Natürlich soll es hier nur um Christians schriftstellerischen Werdegang gehen, der vor annähernd zwanzig Jahren bei DORIAN HUNTER oder besser gesagt, dem DH-Spin-Off DAS HAUS ZAMIS seinen Anfang nahm. Auf der Leserseite MYSTERY-PRESS von DHZ-Band 31, „Die sterbende Hexe“, habe ich dazu Folgendes geschrieben:

DAS HAUS ZAMIS-Romanheft 31, „Die sterbende Hexe“

Christian Montillon ist im Romanheftbereich ja schon lange kein Unbekannter mehr. Neben diversen Romanen für MADDRAX, PROFESSOR ZAMORRA, STERNENFAUST, TORN sowie natürlich DORIAN HUNTER und DAS HAUS ZAMIS macht er seit Jahren vor allem als Exposéautor der SF-Serie PERRY RHODAN von sich reden. Unter seinem bürgerlichen Namen Christoph Dittert schreibt er außerdem Jugendbücher für „Die drei Fragezeichen“ und hat die „Splitterwelten“-Romane gemeinsam mit Michael Peinkofer bei Piper veröffentlicht. Ebenfalls bei Piper ist kürzlich Christophs erster komplett eigenständiger Roman erschienen, das SF-Abenteuer „Fallender Stern“.

Eine beeindruckende Vita also, die tatsächlich exakt mit dem vorliegenden DHZ-Roman ihren Anfang genommen hat. Christoph hatte damals Anfang der Nullerjahre schon einige Zeit als Lektor und Korrekturleser für Zaubermond gearbeitet. Eines Tages schickte er mir dann zwei Leseproben für die Serie DIE ABENTEURER, die ich leider kurz darauf einstellen musste, sodass es keine Möglichkeit mehr für Christoph gab, sich dort als Autor zu versuchen. Allerdings machte ich ihm den Vorschlag, einen Coco-Zamis-Roman zu schreiben. Er hatte die Serie nahezu komplett gelesen, was die Einarbeitungszeit erheblich verkürzte. Um nicht gleich von null auf hundert zu starten, vereinbarten wir eine Co-Autorenschaft für den vorliegenden ersten Roman „Die sterbende Hexe“. Diese klappte so gut, dass wir sie für den anschließenden Band gleich wiederholt haben, und damit war Christoph alias Christian Montillon „drin“ im Autorenteam von DAS HAUS ZAMIS!

Später trug ich ihm sogar die Exposéarbeit von DORIAN HUNTER an, die er für viele Jahre übernommen hat, bevor er aus Zeitgründen gezwungen war, an Andrea Bottlinger zu übergeben.

Obwohl Christoph schon lange nicht mehr für Zaubermond schreibt und wir uns nur alle Jubeljahre sehen, würde ich ihn doch als einen echten Freund bezeichnen. So bleibt es für mich unvergessen, wie wir uns 2007 in Frankfurt und noch einmal in Kassel getroffen haben, um die Fortsetzung von MACABROS zu planen, die wir dann tatsächlich noch mit dem Wohlwollen von Jürgen Grasmück alias Dan Shocker kurz vor dessen Tod starten konnten …

Vielen Dank, Christoph, für alles, was du für Zaubermond und insbesondere für DH und DHZ geleistet hast – und euch viel Spaß beim Lesen seiner ersten Zeilen als professioneller Autor!

Auf diese meine Worte hat Christoph eine Replik verfasst, die ich wiederum im aktuellen DAS HAUS ZAMIS-Band 41, „Mittsommer-Albraum“, auf der Leserseite gebracht habe. Seine Erinnerung unterscheidet sich offenbar leicht von der meinigen – doch lest selbst …

In der MYSTERY-PRESS von DHZ 31 hat Dennis kurz beschrieben, wie das damals so war, als ich bei DAS HAUS ZAMIS Autor geworden bin. Dass er nur die halbe Wahrheit berichtet hat, liegt sicher an dem wenigen Platz, der ihm zur Verfügung stand. Niemals würde er mit Absicht etwas verschweigen!

DAS HAUS ZAMIS Romanheft 41, „Mittsommer-Albtraum“

Also erzähle ich ein bisschen mehr 🙂

Mein erster ZAMIS-Band war tatsächlich gleichzeitig mein erster Roman überhaupt. Ein echtes Abenteuer, und ich finde es großartig, dass dieses Abenteuer bis heute weitergeht (auch wenn ich schon lange nicht mehr für DHZ schreibe). Ich hatte zu der Zeit eine Doktorarbeit verfasst – ein hymnologisches Thema, wenn’s beliebt. Und wer damit nichts anfangen kann … das ist Gesangbuchforschung. Okay, damit können vielleicht einige immer noch nichts anfangen. Macht nix. Darüber muss man nichts wissen.

Bei Zaubermond hatte ich mir damals ein wenig Geld verdient, indem ich Manuskripte korrekturgelesen habe – also den fertigen Buchsatz vor dem Druck auf Fehler durchgesehen. Als ich das für gefühlte hundert Bücher getan hatte, sagte ich zu Dennis: „Jetzt lass mich auch mal einen Roman schreiben!“

Ich ging mit Feuereifer an die Arbeit, und dass der fertige Roman gemeinsam mit einem Werk von Ernst Vlcek (einem meiner erklärten Lieblingsautoren) unter einem Buchdeckel erscheinen sollte, beflügelte mich zusätzlich. Trotzdem war es eben ein Erstling, und Dennis – damals seines Zeichens gestrenger Lektor der Serie – fand ihn gar nicht so gut. Er hat mir etliche Fehler um die Ohren gehauen und mir gezeigt, was man wie besser machen könnte. Zum Glück habt ihr die Originalfassung nie zu lesen bekommen, denn nach der Bearbeitung und im Zusammenspiel mit Dennis liest es sich doch viel besser.

Das Endergebnis wiederum hat uns beiden gefallen, und wir haben gleich den nächsten Roman – also Band 32 – ebenfalls gemeinsam geschrieben. Und ich bin dabei geblieben und habe mit zwei DORIAN HUNTER-Romanen weitergemacht.

So hat Dennis mir damals viel über das Schreiben beigebracht, und das hat mir sehr geholfen – es braucht jemanden von außen, der ein Stückchen weiter ist als man selbst und der gnadenlos die Fehler aufzeigt. Und sagt, wie es besser geht. Ich hatte das Glück, in den darauffolgenden Jahren immer mal wieder jemanden zu finden, der diesen Job für mich erledigt hat. Das war nicht immer leicht, aber hey – wer behauptet, eine Autorenlaufbahn wäre immer nur Zuckerschlecken, der lügt! 

Dass ich irgendwann nicht länger für die DH und DHZ schreiben konnte, fand und finde ich selbst schade – doch manchmal sind die Wege des Schicksals eben verschlungen, und es hat mich zur PERRY RHODAN-Serie verschlagen und sozusagen zurück in meine Kindheit: als Autor der „Drei ???“.

Ein Gutes hatte mein Ausstieg bei DH allerdings: Ich war nicht mehr so eng dran, als die Romanheftneuauflagen starteten. So konnte und kann ich die Serien einfach lesen. Leider hinke ich kräftig hinterher, aber jeder Band wird gekauft, die MYSTERY-PRESS gelesen … und irgendwann werde ich wieder auf dem aktuellen Stand sein!

Und dank der DH-Hörspielserie (natürlich wird jede neue Folge gleich gehört!) habe ich den Kontakt ohnehin nie verloren. Einmal HUNTER, immer HUNTER …? Sieht so aus!

Jetzt in diesem Bericht an die alten Zeiten zu denken, macht mich ganz nostalgisch. Und erinnert mich dran, wie viel Spaß wir damals dabei hatten.

An die Autorenkonferenz in Wien, an der noch Ernst Vlcek (als aktiver Autor) und Neal Davenport (als Tagesbesucher) teilgenommen haben, erinnere ich mich sehr gern. Oder daran, wie Ernst uns durch die Stadt geführt hat, an einige etwas morbide Orte. Und damit sind nicht die unzähligen Schnitzelrestaurants gemeint, in die er uns Tag für Tag geführt hat – bis wir sagten, wir können nicht mehr, wir müssen auch mal was anderes essen. Was anderes als Fleisch, meinten wir, sprachen es aber nicht aus. Da sagte Ernst: „Ja, das ist doch gar kein Problem – dann gibts heute mal ein Gulasch!“

Ja, an dieses Autorentreffen und die Vorzüge der österreichischen Küche erinnere mich auch noch sehr deutlich … Alles andere an Christophs Bericht ist natürlich erstunken und erlogen. Selbstverständlich war sein erster Roman sehr gut, und wenn ich daran etwas verändert habe, dann höchstens, weil er eben damals noch ein kleines, wirklich nur ganz, ganz winziges bisschen grün hinter den Ohren war. Und heute ist er ein Top-Autor, der für Piper, Kosmos und Pabel schreibt. So ändern sich die Zeiten! 🙂

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Herzlichen Glückwunsch, Professor Zamorra!

von am 29. April 2022

Nanu? Hab ich mich im Blog geirrt? Mitnichten. Aber als Expo-Autor von DAS HAUS ZAMIS und PROFESSOR ZAMORRA-Redakteur („Die langlebigste Horror-Serie der Welt“) gleichzeitig sei es mir gestattet, dem Kollegen aus Frankreich zum 1250sten zu gratulieren. 1250 Hefte PROFESSOR ZAMORRA – da haben sowohl DORIAN HUNTER als auch DAS HAUS ZAMIS noch etliche Jahre vor sich. Und was lässt sich da noch alles erzählen! Oder – manchmal neige ich zu unerfüllbaren Wunschträumen – was hätte man alles erzählen können, wenn der DÄMONENKILLER seit dem ersten Erscheinungstag bis heute ebenso durchgängig erschienen wäre wie PROFESSOR ZAMORRA!

Vielleicht wäre ja dann sogar der DÄMONENKILLER die „langlebigste Horror-Serie der Welt“ – wobei der Streit vorprogrammiert wäre: Das allererste DK-Heft erschien zwar am 17.7.1973 (und damit fast ein Jahr vor dem Start der PROFESSOR ZAMORRA-Reihe), aber erst im Oktober 1974 wurde dem DÄMONENKILLER aufgrund des großen Erfolges eine eigenständige Heftserie gegönnt – bis dahin erschienen die Abenteuer in der Horrorreihe VAMPIR.

Wie auch immer  – bevor ich mich verliere: PROFESSOR ZAMORRA 1250 wurde von keinem Geringeren als Wolfgang Hohlbein geschrieben und trägt den originellen Titel „12:50“. Notiz am Rande: Wolfgangs allererster Heftroman und somit die erste Veröffentlichung überhaupt des späteren Bestseller-Autors war ein Beitrag für PROFESSOR ZAMORRA (“Zombie-Fieber“) und erschien am 13. Januar 1981 unter dem Pseudonym Robert Lamont – also vor über vierzig Jahren! So schließt sich also der Kreis.

Und damit komme ich zu den Wunschträumen, die zumindest theoretisch noch eines Tages Realität werden könnten: Dass Wolfgang Hohlbein auch einmal für DAS HAUS ZAMIS oder DORIAN HUNTER zur Feder greifen möge! Wer seinen neuen Roman für PROFESSOR ZAMORRA gelesen hat, weiß warum …

Mit schwarzen Grüßen
Uwe

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Redaktionsvideo April 2022 – Dorian Hunter Vinyl LP Extended Version!

von am 15. April 2022

In unserem neuen Redaktionsvideo erzählt euch Dennis Ehrhardt nicht nur über die Romanhefte und das neue „Das Haus Zamis“ Buch „Allem Anfang wohnt das Böse inne“, sondern auch über die Vinylausgabe der allerersten Dorian Hunter Hörspielfolge „Im Zeichen des Bösen“.

Bei der Vinylausgabe handelt es sich um eine Extended Version mit ca. vier Minuten zusätzlicher Spielzeit und bisher teilweise unveröffentlichtem Material! Diese Vinyl-Sonderausgabe erscheint im April 2022 und ist auf 300 handnummerierte Sammlerexemplare limitiert.

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Der Horror und der Tod

von am 8. April 2022

„Und was machen Sie beruflich?“

„Ich beschäftige mich mit Toten …“

Das ist meine Standardantwort. Manchmal, wenn mein Gegenüber zu bestürzt ist, muss ich es erklären: Nein, ich bin weder Bestatter noch Auftragskiller. Sondern schlicht und einfach ein Autor, der Krimis und Horror schreibt.

Im letzten Blogbeitrag habe ich über den Humor im Horror geschrieben. Diesmal geht es um den Tod. Und der ist nicht nur in der aktuellen Kriegsberichterstattung und im – auch meinem – persönlichen Umfeld zurzeit allgegenwärtig, sondern eben auch in den beiden Genres. Höchstens im Western pflastern noch mehr Leichen einen Roman.

Wobei es einen entscheidenden Unterschied gibt: Im Krimi oder Western sind es Menschen, die andere Menschen killen. Im Horror ist es das Übernatürliche.

Wobei die Reihenfolge meistens die gleiche ist: Der Dämon, Vampir oder schlicht das Böse oder „Es“ vergreift sich an einen Menschen, woraufhin im Laufe der Handlung das Übernatürliche besiegt wird.

Ich erinnere mich, dass zu Zeiten der Freiwilligen Selbstkontrolle in den Romanheften stets darauf hingewiesen wurde, dass in einem Horror-Roman um Gottes willen kein Mensch einen anderen töten darf, sondern allein das Übernatürliche bekämpft werden dürfe. So griff man im DORIAN HUNTER-Universum zu dem Kniff, dass es sich zumeist um „dämonisierte“ – also ihres freien Willens beraubte – Menschen handelt, die von Dorian zur Strecke gebracht werden. Gerne auch dürfen Zombies und andere Untote herhalten.

Vielleicht ist ja gerade das der Reiz am Horror: Es geht niemals um reale Gräueltaten, sondern um imaginäre, von denen wir wissen, dass sie Gott sei Dank niemals das Licht der grausamen Wirklichkeit erblicken, sondern in der Schwärze der Nacht – oder der Erde – verborgen bleiben.

Insofern ist Horror – sofern es sich nicht um ekliges Extrem- und anderes fieses Zeug handelt – neben Liebes- und Arztromanen das harmloseste Lesevergnügen, das es unter dem Vollmond gibt.

Und wir Horrorleser sind es auch:

Ein harmloses, friedliebendes Völkchen.

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Kleine Erinnerungen an Hans Kneifel

von am 1. April 2022

Ich lernte den ehemaligen Dämonenkiller-Autor Hans Kneifel auf etwas ungewöhnliche Weise kennen. Ich war 2006 gebeten worden, die Exposés für eine Science Fiction-Miniserie zu entwickeln. Es war das erste Mal, dass ich eine derartige Verantwortung übernehmen sollte. Ich bekam von meiner Redaktion eine Liste mit möglichen Autoren zugeschickt, und unter ihnen befand sich auch der beliebte Münchner Autor. Ich freute mich sehr, mit ihm zusammenarbeiten zu können – und war auch ein klein wenig aufgeregt. Immerhin war Hans bereits seit Jahrzehnten als Autor aktiv und erfolgreich. Ich hingegen bloß ein kleines Würstchen, das erst seit einigen Jahren schriftstellerische Fußspuren in der Verlagslandschaft hinterlassen hatte.

Nun, ich wollte mich nicht irritieren lassen und verfasste für ihn ein Exposé, das ihm zusagen sollte. Meine Redaktion hatte mich vorab informiert, dass Hanns Wert auf Details legte. Wie sieht ein Raumanzug aus, welche Farbe hat er, wie ist er zu betätigen und so weiter – dies alles war wichtig für ihn.
Ich bemühte mich also – und scheiterte kläglich.

Ich erhielt einen Anruf von Hanns. Er war augenblicklich per Du mit mir, was ich als gutes Zeichen wertete – und begann anschließend, mein Exposé zu zerlegen. Was allgemein als schlechtes Zeichen zu werten ist.

Es war tatsächlich so, dass Hanns viele Informationen benötigte, um meine Vorgaben in einen Text umwandeln zu können. Ganz gewiss wollte er mir in dieser Unterhaltung auch mal zeigen, dass er ein alteingesessener Autor war, der sich nicht einfach etwas von einem Jungspund vorschreiben ließ.

Ich machte eifrig Notizen und versprach, alles so zu lösen, wie er es gerne hätte, und nachdem dieser Teil unserer Unterhaltung beendet war, verfiel Hanns in einen angenehmen Plauderton. Wir tauschten uns über unsere Reiseerfahrungen aus, und zum Ende des Gesprächs lud Hanns mich ein, ihn doch einmal auf Sardinien zu besuchen, seinem zweiten Wohnsitz, wo er jährlich einige Monate verbrachte. Wir verabschiedeten uns, als hätte es diesen kleinen Knatsch gebraucht, um anschließend miteinander auskommen zu können.

In den nächsten Jahren traf ich immer wieder mal mit Hanns zusammen. Ich befürchte, ich habe ihn in München in einer Hotelbar schrecklich enttäuscht, als ich ihm sagte, dass ich keinen Alkohol trinken würde und er grad damit beschäftigt war, sich an einer Flasche Whiskey abzuarbeiten. Dafür unterhielten wir uns ein anderes Mal lebhaft über Korsika, einer Insel, in die wir beide verliebt waren. Er erneuerte sein Angebot, mir mal Sardinien zu zeigen, doch dazu sollte es nicht mehr kommen.

Vor einigen Wochen habe ich es endlich mal auf Hanns‘ Lieblingsinsel geschafft – und ich verstehe ihn nun besser. Man kann sich sehr leicht in Land und Leute verlieben, es ist wirklich berauschend schön auf der Insel.

Hans Kneifel hat nicht den allerallergrößten Fußabdruck beim „Dämonenkiller“ hinterlassen. Er hatte einen recht pragmatischen Zugang zum Schreiben, für ihn war das schlichtweg Arbeit, die erledigt werden musste, um leben zu können. Aber wenn er sich einmal in einem Text wohlfühlte und er die Gelegenheit hatte, fremde Kulturen und deren Geschichte lebendig machen zu können, dann war Hanns richtig, richtig gut. So sehe ich auch seine Beiträge zum Dämonenkiller: Mit den Hauptfiguren fing er nicht sooo viel an, aber das Umfeld, in dem seine Erzählungen spielten, interessierte ihn.

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Horror und Humor

von am 18. März 2022

Oder eher Horror vs. Humor?

Eigentlich – wollte ich heute über ein ganz anderes Thema schreiben (das kommt dann beim nächsten Mal dran). Aber just heute Morgen wachte ich so früh auf, dass ich zu einem Buch auf dem Nachtschränkchen griff, das dort schon seit längerer Zeit liegt:„Höllische Klassenfahrt“ von Jörg Kleudgen und E.L. Brecht. Es ist im Blitz-Verlag erschienen, und nein – humorig ist es auch nicht wirklich. Unfreiwillig allerdings schon ein bisschen: Denn es handelt sich um eine Art Hommage an „die langlebigste Horror-Serie der Welt“ – PROFESSOR ZAMORRA. Doktor Mazarro, der Dämonenjäger in „Höllische Klassenfahrt“, ist natürlich ein Anagramm von Professor Zamorra.

Von anderen Serien sind mir keine derartigen Hommagen bekannt. Zumindest nicht im professionellen Rahmen.

Und damit komme ich zum Humor. Verträgt sich der überhaupt mit Horror? Im Romanheft zumindest kaum. Im Hörspiel scheint das dagegen besser zu funktionieren, wie man an den Umsetzungen von JOHN SINCLAIR und DORIAN HUNTER sieht. Vom Geisterjäger gibt es sogar ein Hörspiel „Die Comedy“ betitelt, eine echte Grusel-Komödie also. Ich erinnere mich an die letzte JOHN SINCLAIR-Convention, als ein Fan unbedingt eine weitere Comedy vorschlug und tosender Applaus einsetzte. Bis heute hat sich allerdings niemand daran gewagt – vielleicht ist das auch gut so. Eher mag ich den augenzwinkernden Humor, wie er sich zum Beispiel in der legendären Crossover-Folge „Herbstwind“ (DORIAN HUNTER Hörspiele Folge 21) äußert, in der sich John Sinclair und Dorian Hunter am Ende darüber in die Haare kriegen, ob es nun Ghouls oder Ghoule heißt.

Ziemlich humorfrei, fällt mir gerade auf, ist DAS HAUS ZAMIS, obwohl ich es ja als Expo-Autor in der Hand habe. Aber es würde in meinen Augen nicht passen. Nicht in dieser Serie. In DORIAN HUNTER wurde es ab und zu mit Sidekicks versucht. In PROFESSOR ZAMORRA und JOHN SINCLAIR wird durch die Vermenschlichung der Höllenkreaturen (Asmodis bzw. Asmodi) manchmal der Horror durch die Komik verdrängt – etwas, was im Zamis-Universum fehl am Platze wäre.

Wobei ich im HEXENHAMMER, der dritten Serie, die in diesem Universum spielt, im ursprünglichen Manuskript Asmodi und Olivaro manchmal zu parodistisch angelegt habe. Es geschah eher unbewusst, um den grausamen Geschehnissen um Charlotte de Conde etwas entgegenzusetzen und mich selbst während des Schreibprozesses aus einer Art Umklammerung zu befreien. Erst als mich Dennis Ehrhardt darauf hinwies, erkannte ich: Es funktionierte nicht.

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14 Jahre später …

von am 11. März 2022

Es ist beinahe 14 Jahre her, dass einer der Erfinder des Dämonenkillers starb. Ernst Vlcek erlitt im Schlaf eine Herzattacke. Als Regine, seine Frau, am Morgen erwachte, gab es keine Hilfe mehr für ihn.

Ernst hatte nicht sonderlich gesund gelebt. Vor allem die viel zu vielen Zigaretten hatten ihm geschadet. In den letzten Jahren seines Lebens hatte er mit Problemen zu kämpfen gehabt. Er hätte einige Dinge ändern müssen, um mehr Zeit für sich selbst rauszuschinden. Aber er verleugnete seine gesundheitlichen Schwierigkeiten und er tat sich schwer, Änderungen herbeizuführen.

Ich erhielt die Nachricht von seinem Tod von Uschi Zietsch, die eine sehr starke Freundschaft mit ihm aufrecht erhalten hatte. Sie konnte am Telefon kaum sprechen, so erschüttert war sie. Auch ich hatte Schwierigkeiten, mit der Nachricht umzugehen. Ich hatte Ernst in den letzten Jahren seines Lebens immer näher kennen und schätzen gelernt. Wir mochten uns auf eine sehr persönliche Art und Weise. Auch Regine hatte mich in ihr Herz geschlossen.

Ernst bekam eine große Trauerzeremonie in seinem Wohnort, Brunn am Gebirge. Er und Regine waren eigentlich Wiener; sie hatten dort nicht nur die besten Zeiten erlebt. In einer üblen Gegend der Stadt, unter widrigen Umständen, hatten sie sich eine Existenz aufgebaut. Der Kauf einer Wohnung in Brunn am Gebirge am südlichen Rand der Stadt war so etwas wie der Aufbruch in eine neue, bessere Zeit.

Dort fanden sie neuen Anschluss und neue Freunde. Beide Söhne wurden in Brunn groß, der dortige Tennisclub wurde zum zweiten Wohnzimmer für die Familie Vlcek. Ernst organisierte Spaßturniere und ging dabei weitaus mehr aus sich raus, als er es sonst zu tun pflegte. Kaum jemand im Tennisclub interessierte sich für Ernsts Beruf als SF- und Horror-Autor. Er war akzeptiert als das, was er als Mensch war.

Bei der Begräbniszeremonie waren dementsprechend viele Freunde vom Tennisclub mit dabei. Dazu kamen einige Fans, Freunde aus Ernsts Zeit bei der Science Fiction Gruppe Wien (die heute noch aktiv ist), Verlagsvertreter, Kollegen – und natürlich die Familie.

Sein älterer Sohn, Michael, hielt eine Trauerrede. Michael ist charakterlich ein gänzlich anderer Typ als sein Vater. Was er aber mit ihm gemeinsam hatte, war die Stimme. Als er über Ernst redete, schloss ich die Augen und meinte, den Vater zu hören. Also stand ich in der Halle und meinte, Ernst in den Worten seines Sohnes ein letztes Mal zu hören.

Ich kehrte später noch zweimal auf den Brunner Friedhof zurück. Einmal, um seine Witwe Regine bei einem ihrer häufigen Besuche zur Urne von Ernst zu begleiten – und ein zweites Mal, als sie unmittelbar neben ihrem Mann ihren Platz fand.

Tod ist immer mit Trauer verbunden. Aber bei Ernst ist es tatsächlich so, dass ich ihn immer noch deutlich in Erinnerung habe. Als einen kettenrauchenden, gewitzten Mann mit sprudelnder Fantasie. Als einen, der sich emporgearbeitet und seinen Traum verwirklicht hatte. Der mit ungemein viel Energie an der Arbeit saß. Manchmal war er gezwungen, Sachen, die er nicht mochte, zu schreiben. Um Geld zu verdienen und die vierköpfige Familie zu ernähren. Aber am Dämonenkiller hatte er immer große Freude gehabt.

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DORIAN HUNTER ist nach Hause zurückgekehrt!

von am 5. März 2022
DORIAN HUNTER Folge 1, „Im Zeichen des Bösen“ (2008)

Ein Blick zurück: Fast 14 Jahre ist es her, dass die DORIAN HUNTER-Hörspielserie im August 2008 gestartet ist, mit drei Folgen auf einmal: „Im Zeichen des Bösen“, „Das Henkersschwert“ und „Der Puppenmacher“. Zu unserer großen Freude traf die Serie in der Hörspielgemeinde einen Nerv und wurde schon im kommenden Jahr mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Unter anderem wurden Thomas Schmuckert als „Bester Sprecher“, Marco Göllner als „Bester Regisseur“ sowie das Label Zaubermond als „Bestes Newcomer-Label“ und später sogar als „Bestes Label“ ausgezeichnet.

Zu diesem Zeitpunkt war auch das Majorlabel Universal Music mit seinem Hörspiel-Label Folgenreich längst auf DORIAN HUNTER aufmerksam geworden, und im Februar 2010 erschien Folge 9, „Im Labyrinth des Todes“, als erstes DH-Abenteuer in Lizenz bei Folgenreich. Es folgten die legendären Live-Auftritte in Hamburg und Berlin, bei denen neben dem Stammcast, bestehend aus Thomas Schmuckert, Claudia Urbschat-Mingues, Konrad Halver, Frank Gustavus, Stefan Krause u. a. weitere Schauspielgrößen wie Utz Richter, Michael von Rospatt, Klaus-Dieter Klebsch und Patrick Bach mit von der Partie waren.

Einen weiteren Meilenstein bildete im April 2013 das erste JOHN SINCLAIR/DORIAN HUNTER-Crossover, das mit JOHN SINCLAIR Folge 83, „Ein Leben unter Toten“, und DORIAN HUNTER 21, „Herbstwind“, erschien – mit keinem Geringeren als Hollywood-Legende Jürgen Prochnow als Bösewicht „Doc Rawson“!

DORIAN HUNTER Folge 9, „Im Labyrinth des Todes“ (2010)

Mitte 2014 schließlich kehrte DORIAN HUNTER mit dem Jubiläumsdreiteiler der Folge 25, „Die Masken des Dr. Faustus“ (diesmal als Gaststar: Dieter Hallervorden), zu Zaubermond zurück. Zumindest mit den Neuerscheinungen, denn die ersten 24 Folgen blieben weiterhin in Lizenz bei Folgenreich erhältlich. Zum 28. Februar 2022 endete die Zusammenarbeit nun endgültig, sodass mit Wirkung vom 1. März 2022 auch Folge 1-24 „nach Hause“ zurückgekehrt sind und die Serie sich ab sofort wieder vollständig unter dem Dach von Zaubermond befindet. Darüber freuen wir uns natürlich riesig und feiern dieses Ereignis mit der kommenden limitierten Vinylausgabe von Folge 1, „Im Zeichen des Bösen“. Die Doppel-LP erscheint am 22. April 2022 als „Extendend Version“ in einer um ca. vier Minuten verlängerten Fassung mit teilweise bisher unveröffentlichtem Original-Material von 2008.

Rückblickend möchten wir Folgenreich unseren herzlichen Dank aussprechen. Gerade in den ersten Jahren, in denen sowohl DORIAN HUNTER als auch Zaubermond trotz aller Erfolge noch neu im Hörspielmarkt waren, half Folgenreich ganz entscheidend, die Serie weiter zu etablieren. Dieser Dank gilt explizit nicht nur dem Label Folgenreich, sondern vor allem den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dort, insbesondere Doerte Poschau – vielen Dank für die Zusammenarbeit über 14 tolle Jahre!

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