Dorian Hunter

Erinnerungen an Ernst Vlcek

von am 26. Februar 2021

Meine erste Begegnung mit Ernst Vlcek hatte ich im Rahmen eines PERRY RHODAN-Stammtischs im Frühjahr 1997. Ich war erstmals mit dem Fandom konfrontiert. Ernst wiederum hatte seine Frau Regina bei sich, die noch nie bei einem Fan-Treffen mit dabei gewesen war und ebenso verunsichert wie ich war. (So hat sie’s mir zu einer späteren Gelegenheit erzählt.)

Der Zufall wollte es, dass Ernst und ich nebeneinander zu sitzen kamen. Er ließ sich zu meiner Rechten nieder, gurgelte ein Bierchen runter und beantwortete anschließend mit unendlicher Geduld die Fragen von uns Fans.

Essen wurde gereicht, Ernst pofelte eine „Dreier“ nach der anderen, zusätzliche Biere fanden ihren Weg an den vollbesetzten Tisch. Die Stimmung wurde gelöster, die Distanz zwischen dem großen Star und uns Fans ein wenig geringer.

Natürlich ging es bei den Unterhaltungen hauptsächlich um die PERRY RHODAN-Serie. Aber Ernst ließ immer wieder mal anklingen, wo seine eigentliche Liebe steckte. Er brachte den Dämonenkiller ins Gespräch und er redete über Projekte, die in der Zukunft lagen. Sie hatten viel mit eigenen Kurzgeschichten und mit Ideen zu weiteren Horror-Erzählungen zu tun.

Es war eine irgendwie sonderbare Begegnung für mich – und vermutlich auch für Ernst. Da saß einer meiner Heroen unmittelbar neben mir. Er hatte mir bis dahin viele Stunden großen Lesevergnügens geschenkt. Ein Mann, den ich bloß von einigen wenigen Bildern kannte und der als Exposé-Autor von PERRY RHODAN die Serie mitlenkte. Nun saß er an dem vollbesetzten Tisch Schulter an Schulter neben mir. Die Distanz war weg, der Respekt blieb. Vermutlich brachte ich kaum mal mehr als ein gehauchtes „Blebellebellep“ hervor.

Ernst mochte uns Fans, aber es zog dennoch eine Grenzlinie. Er wollte an diesem Tag (noch) nicht, dass wir allzu tief in sein Privatleben vordrangen. Er hatte einen Bekannten- und Freundeskreis, der kaum wusste, womit er eigentlich sein Leben finanzierte. Er trieb sich oft auf seinem vielgeliebten Tennisplatz in Mödling umher und organisierte Jux-Turniere mit. Dort hatte er Freunde, dort fühlte er sich wohl. Es dauerte also einige Jahre, bis sein Verhältnis zum innersten Kern der Stammtisch-Betreiber „intimer“ wurde.

Ein- bis zweimal pro Jahr besuchte er den Wiener PERRY RHODAN-Stammtisch. Er erzählte vom Zaubermond-Verlag und dass er nun wieder beim Dämonenkiller mitschreiben würde. Es ist schwer zu erklären, wie er über diesen Teil seines Gesamtwerks redete. Er wirkte stolz, sprach aber auch liebevoll über „seine“ Figuren. Und ganz plötzlich ging er im breitesten Wiener Dialekt dazu über, uns unter die Nase zu reiben, was er Coco Zamis und Dorian Hunter als nächstes antun würde.

Das war auch eine seiner ganz besonderen Seiten: Wenn es um Grausamkeiten ging, waren ihm in seiner Vorstellungskraft kaum Grenzen gesetzt. Obwohl er als Mensch keiner Fliege etwas zuleid tun konnte.

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Dorian Hunter | Hexenhammer | Zaubermond allgemein

Ein paar Hinweise

von am 20. Februar 2021

Heute gibt es an dieser Stelle einige redaktionelle bzw. verlagsseitige Hinweise:

Aus technischen Gründen war es nicht möglich, bei der Migration auf den neuen Shop die Download(!)-Vorbestellungen für Hörspielfolge 44, „Der Teufelseid“, aus dem alten Shop zu übernehmen. Hörer, die die Folge im alten Shop vorbestellt haben, bitten wir um eine kurze Nachricht an info (at) zaubermond.de, damit wir ihnen die Folge unkompliziert auf direktem Wege zur Verfügung stellen können.

Durch einen internen Fehler sind die E-Book-Fassungen von „Hexenhammer 2: Alles Leid währt Ewigkeit“ bisher nicht bei Thalia, Amazon etc. verfügbar gewesen. Dies wird aber ab kommendem Freitag, dem 26. Februar, der Fall sein (der Titel ist inzwischen in den Shops nachgemeldet und kann dort vorbestellt werden). In der Zwischenzeit ist die E-Book-Fassung natürlich wie üblich hier auf der Zaubermond-Website verfügbar, und wie immer werden bei der Bestellung des E-Books über unseren Shop automatisch beide Dateiversionen (ePub und Mobi/Kindle) ausgeliefert.

Ebenfalls noch einmal darauf hinweisen möchten wir, dass die neuesten Titel (Hexenhammer 2, Dorian Hunter Buch 99, Dorian Hunter Hörspielfolgen 43 + 44) nicht über das Barsortiment bezogen werden können. Alle diese Titel sind aber trotzdem im Buchhandel lieferbar. Bitte teilt eurem Buchhändler einfach mit, dass er die Titel über unsere Verlagsauslieferung Cornelsen Verlagskontor beziehen kann (Tel. 0521-9719-121). Oder bestellt gleich über unsere Website, das ist natürlich noch einfacher. 😉

Inzwischen sind übrigens die ersten Rezensionen zur Hörspielfolge 45 eingetroffen – die alle bombastisch ausgefallen sind. Hier noch einmal die Links im Überblick:

„Einzigartig innerhalb der Hörspielwelt“ (FFM-Rock.de)

„Sound und Musik sind eines Hunters würdig“ (Traumwelt-Hoerspiel.de)

„Oberste Liga“ (Hoerspielsachen.de)

Viele Grüße und bis nächste Woche an dieser Stelle! – Dennis

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Das Haus Zamis | Dorian Hunter | Hexenhammer | Zaubermond allgemein

Ernst Vlcek wählen!

von am 12. Februar 2021

Es ist wieder so weit: Die Nominierungsrunde des ältesten deutschen Horror-Preises ist gestartet! Für die Kategorie Sonderpreis habe ich heute Ernst Vlcek vorgeschlagen:

Ernst, so finde sicher nicht nur ich, verdient den Preis posthum für seine grandiosen Horror-Romane, insbesondere aber für die Konzeption, Expoarbeit und auch hier für seine Romane zur einzigartigen Serie DÄMONENKILLER, die seit drei Jahren wieder als Romanheft erscheint und seit den neunziger Jahren mit neuen Romanen in Buchform bis heute im ZAUBERMOND-Verlag fortgesetzt wird. Jetzt brauchen wir nur noch eines: EURE STIMMEN!

Um mit abzustimmen, müsst ihr folgendes beachten:

Wahlberechtigt sind alle Mitglieder des Phantastik-Literatur Forum und eine ausgewählte Jury aus Autoren, Grafikern, Verlegern und Journalisten. Wer sich berufen fühlt, dem Vincent Preis seine Expertise zur Verfügung zu stellen, kann einfach nachfragen. Die auf den Listen vertretenen Künstler (Autoren, Grafiker, Herausgeber, Verleger, etc.) sind natürlich ebenfalls wahlberechtigt.
Zusätzlich dürfen auch Mitglieder der Foren Horrorundthriller.de und gruselroman-forum.de und www.scifinet.org abstimmen.

Falls ihr also noch nicht zu dem erwähnten Personenkreis gehört, müsstet ihr euch vorher in einem der Foren anmelden, was ganz unkompliziert ist.

Alles Weitere erfahrt ihr hier!

Hier könnt ihr den Abstimmungsbogen herunterladen, und euch über die Regeln schlau machen.

Es gibt nicht nur den Sonderpreis, sondern noch weitere Kategorien. So ist aus dem ZAUBERMOND-VERLAG in der Kategorie Romane zum Beispiel auch der HEXENHAMMER  (“Alles Leid währt Ewigkeit“) aufgeführt.

Am besten verschafft ihr euch, bevor ihr wählt, einen Überblick über die Kategorien und die bisher vorgeschlagenen Werke.

So, ich hoffe, dass ich euch ein wenig begeistern konnte. Und vor allem: ERNST WÄHLEN! Das würde mich echt freuen und insbesondere Ernsts Lebenswerk einmal mehr würdigen!

Uwe

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Hörspielfolge 44 ist da – und die Buchserie pausiert!

von am 5. Februar 2021

Wir schreiben den 5. Februar, und die 44. DORIAN HUNTER-Hörspielfolge, „Der Teufelseid“, ist ab sofort überall im Handel und hier im Zaubermond-Shop erhältlich. Das DH-Jubiläumsbuch Nr. 100, „Dämonensterben“, wurde allerdings noch einmal verschoben – für längere Zeit. Warum die Buchserie eine Pause machen muss und was ansonsten aktuell bei DORIAN HUNTER und DAS HAUS ZAMIS los ist, erfahrt ihr von mir im unten angehängten Redaktionsvideo.

Zuvor jedoch noch ein wichtiger Hinweis für alle Vorbesteller, die die Hörspielfolge 44 noch im alten Shop als Download gekauft haben. Diese Download-Käufe konnten aus technischen Gründen leider nicht über unsere Schnittstelle in den neuen Shop übertragen werden. Bitte meldet euch deshalb am besten per E-Mail (info (at) zaubermond.de) bei uns, und wir schicken euch einen kostenlosen Downloadllink für die Folge zu.

Alles Weitere zum „Teufelseid“ erfahrt ihr hier im Video:

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Dorian Hunter

Die schwarze Bibel des Neal Davenport

von am 22. Januar 2021

Manches Mal, wenn ich heute die DORIAN HUNTER-Hefte von Kurt Luif (Neal Davenport) lese und mich erinnere, wie beeindruckt ich als jugendlicher Leser in den siebziger Jahren damals war, insbesondere von seinem enormen Wissensschatz gerade in okkulten und schwarzmagischen Dingen, muss ich wiederum schmunzeln. Hat mir doch Kurt viel später, als ich selbst schon lange als Autor tätig war, freimütig verraten, woher er unter anderem sein profundes Wissen bezog.

Denn nicht etwa waren geheime obskure oder gar verbotene Bücher wie das sagenumwobene Necronomicon für ihn die Quelle seiner Recherchen. Und auch schüttelte Kurt nur den Kopf, als ich ihn fragte, ob es die versteckten Schriftenkammern unter dem Stephansdom in Wien denn wirklich gebe, in denen so manches Geheimnis auf vergilbten, brüchigen Pergamenten aufgeschrieben worden sein soll. Nein, die Wahrheit war viel profaner: Eine Art schwarze Bibel für ihn war Kurt Seligmanns „Das Weltreich der Magie“. Ein großformatiger über 400 Seiten starker Wälzer, dessen Untertitel „500 Jahre Geheime Kunst“ nicht zu viel verspricht.

Das Buch ist zunächst unterteilt in Länder und beginnt seine okkulte Reise in Mesopotamien („Der Turmbau zu Babel“) und führt über Persien („Die Austreibung des Fliegendämons“) über Ägypten („Totenmagie“), Griechenland  („Die Eleusinischen Mysterien“) bis hin zum Römischen Weltreich („Die Magie unter den römischen Kaisern“).

Sodann werden die einzelnen Bereiche ausführlich dargestellt: Alchimie, der Teufel, Hexenwesen, magische Künste und vieles mehr.

Das Buch ist tatsächlich bis heute eine unerschöpfliche Quelle für jeden an Magie Interessierten. Natürlich nur an theoretischer Magie. Trotzdem sollte man sich hüten, Beschwörungsformeln wie die folgende aus der Zeit Ramses II. in der Realität auszuprobieren:

O Ulpaga! O kammar! O Kamolo! O Karkhenmu!

O Asmagaaa! Die Uana! Die Uthun der Sonne!

Dies soll denen gebieten, die in eurer Mitte sind, den Feinden.

Nicht nur für Kurt war, auch für mich ist das Buch bis heute eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration und auch Recherche. Und es macht immer wieder Spaß, sich nach dem Lesen der damaligen – und jetzt ja wieder aktuell erhältlichen – Hefte das Buch zur Hand zu nehmen und die darin behandelten Themen nachzulesen und zu vertiefen.

Übrigens ist der Wälzer antiquarisch noch heute für erstaunlich wenig Geld – ab 5 Euro aufwärts – zum Beispiel bei booklooker zu erwerben.

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Dorian Hunter

Coco leistet den „Teufelseid“!

von am 17. Januar 2021

Heute schreiben wir den 17. Januar 2021, und draußen hat der Frost zugeschlagen. Zeit, ein DORIAN HUNTER-Hörspiel „einzulegen“. Die Kassettenkinder wissen, was ich mit dem Begriff meine. Die anderen loggen sich einfach bei ihrem Streaming-Anbieter ein. 😉

DORIAN HUNTER Hörspielfolge 44, „Der Teufelseid“

Nicht mehr lange, und ihr könnt euch die neue Hörspielfolge 44, „Der Teufelseid“, auf die Ohren geben. Morgen geht das Master ins CD-Presswerk – nach einigen Korrekturen in letzter Sekunde, für die u. a. Thomas Schmuckert noch einmal ins Studio gekommen ist, um einige „Retakes“ aufzunehmen. In Folge 44 folgt der Dämonenkiller nämlich seiner früheren Gefährtin Coco, die offenbar den Hermaphroditen Phillip entführt hat. Die einzige Spur stellt ein Foto dar, das Coco und Dorian auf einer griechischen Halbinsel zeigt, auf der sie nach Dorians Erinnerung jedoch niemals gewesen sind …

Athos.
30 Meilen Durchmesser von Nordwest nach Südost und ungefähr 130 Quadratmeilen groß.
Berge.
Wälder.
Und Klöster.
Das Gebäude auf dem Foto hinter Coco und mir: wahrscheinlich Simonos Petras, das „heilige Kloster des Felsen Simons“, das im 13. Jahrhundert auf eben jenem Steilfelsen 500 Yards über dem Meeresspiegel erbaut worden war.
Falls Coco Phillip wirklich entführt hatte, hatte sie ihn ganz sicher nicht dorthin gebracht.
Aber vielleicht in die Nähe.

Natürlich hat Dorian sich die Konfrontation mit seiner früheren Gefährtin bereits in allen Details ausgemalt:

Ich hatte beschlossen, es Coco nicht übelzunehmen, dass sie mich ihrem Plan geopfert hatte. Was auch immer ihr Plan war.
Ich dachte an Helnwein. Der nicht mehr erleben musste, dass er sich damals doch geirrt hatte.
Ich würde es schnell zu Ende zu bringen.
Allerdings musste ich zuvor alles versuchen, um Phillip zu retten.

Tatsächlich sind es genau diese Passagen, die wir mit Thomas noch einmal aufgenommen haben – um die Aussicht auf die Begegnung mit Coco noch intensiver, noch bedrückender darzustellen … Was aber, wenn diese Begegnung dann am Ende vielleicht doch ganz anders verläuft, als Dorian es geplant hat? – In einer Woche findet ihr hier an dieser Stelle mehr Infos über die Folge und eine erste Hörprobe!

Bis dahin – Dennis

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Dorian Hunter

DORIAN HUNTER und „Game of Thrones“

von am 8. Januar 2021

Das neue Jahr ist auch schon wieder ein paar Tage alt, meine Gedanken gelten weiterhin der Arbeit an DORIAN HUNTER. Es sind Überlegungen zu den Hintergründen mancher Figuren, die mich bewegen. „Schuld“ daran ist die HBO-Serie Games of Thrones, die ich mir derzeit in einem Rutsch anschaue.

„Game of Thrones“ war vor einigen Jahren wegbereitend, als es um die Verfilmung einer Fantasy-Buchserie ging. George R.R. Martins Bücher über die Intrigen und Kämpfe mehrerer Königshäuser, die den Eisernen Thron für sich beanspruchen, waren in vielerlei Hinsicht wegbereitend – und sie sind adäquat verfilmt worden. Während ich mich also von der Serie begeistern lasse, spukt in meinem Hinterkopf immer diese eine Frage umher: Was haben die Macher von „Game of Thrones“ besser gemacht als die anderer Fantasy-Verfilmungen?

Nun, die Produzenten und Regisseure von „Game of Thrones“ hatten ganz gewiss ein tolles Budget zur Verfügung (auch wenn es Aussagen gibt, dass sie sich einschränken mussten). Außerdem schöpften sie bei den Darstellern aus dem Vollen. Jede einzelne Rolle ist exzellent besetzt. Aber was die HBO-Leute besonders gut gemacht haben, ist, die Hintergründe der Figuren zu erklären. Autor George R.R. Martin hat großartige Arbeit geleistet, die meines Ermessens nach in der Verfilmung fortgesetzt wurde.

Die Helden und Schurken von „Game of Thrones“ haben allesamt eine Vorgeschichte, die irgendwann einmal erzählt wird. Der böseste aller Schurken bekommt einen Hintergrund und es wird erklärt, warum er welche Untaten begangen hat. Niemand ist völlig gut, niemand ist völlig schlecht. Der unendlich zynische Jaime Lannister, der Königsmörder, den man für alles, was er ist, einfach nur hassen muss, legt sein Inneres irgendwann einmal bloß. Man erfährt als Leser, warum er so ist, wie er ist – und man kann seine Beweggründe nachvollziehen. Aus einem Monster wird binnen weniger Minuten des Zusehens ein bedauernswertes Geschöpf. Das ist für mich die Magie der Verfilmung von „Game of Thrones“.

Und damit bin ich wieder bei DORIAN HUNTER. Die Charaktere, die wir in der Serie verwenden und weiterentwickeln, sind recht leicht einzuteilen. Dorian, von Rachegefühlen getrieben, will die Schwarze Familie ausrotten. Asmodi, der oberste Dämonen, will seine Herrschaft bewahren und ausbauen. Es gibt weiters Figuren wie Olivaro, die nicht ganz so leicht zu durchschauen sind.

Hunter ist, auf den ersten Blick gesehen, kein sonderlich sympathischer Mensch. Er säuft, raucht, ist oftmals gewissenlos und ein Zyniker vor dem Herrn. Aber natürlich lieben wir als Leser und Gestalter ihn. Also frage ich mich, was ihn als Figur so interessant macht. Und ich denke, dass es gerade diese Ambivalenz ist, die uns anzieht. Er ist eine „Schattenfigur“. Nicht völlig gut, aber auch nicht böse.

Hunter ist aber bei weitem nicht die einzige Figur in unserer Geschichte. Wir haben – geschätzt – zehn Darsteller bei DORIAN HUNTER, die schon mal Hauptrollen in einer Erzählung gespielt haben. Und bei einigen von ihnen fehlt mir die Erklärung. Der Hintergrund. Die Frage nach dem „Warum“ bleibt unbeantwortet. Was macht den steinreichen Jeff Parker aus, warum steht er auf der Seite der „Guten“? Kann man Asmodis Charakter etwas Positives abgewinnen?

Eine Reise an der Seite Dorian Hunters durch wundersame Geschichten ist nicht nur abenteuerlich, sie ist auch höchst lehrreich. Ich bemühe mich, in die Köpfe der Figuren reinzuschauen und Neues, bislang Unbekanntes zu entdecken. Und dieser etwas andere Blick auf die Darsteller bei DORIAN HUNTER beschäftigt mich derzeit mehr denn je. Dank „Game of Thrones“.

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Das Haus Zamis | Dorian Hunter | Hexenhammer

Frohes Neues Jahr!

von am 1. Januar 2021

Ehrlich gesagt, ich bin froh, über das alte Jahr den Sargdeckel zu schließen. Zumindest im Geiste, denn natürlich weiß ich, dass es einfach weiterläuft: im Guten wie im Schlechten. Ja, Gutes gab es tatsächlich, und zu meinen Highlights gehörte ganz sicher der zweite HEXENHAMMER-Band „Alles Leid währt Ewigkeit“, oder auch mein Beitrag zum DORIAN HUNTER-Jubiläumsband 100, der im ersten Halbjahr dieses Jahres erscheinen wird.

HEXENHAMMER, „Alles Leid währt Ewigkeit“ (Coverabbildung der Hörbuchfassung)

Als Autor spürt man instinktiv, ob man etwas Gutes oder Schlechteres abgeliefert hat, wobei das Letzte nicht am guten Willen scheitert. Manchmal findet man keinen rechten Zugang mehr zu dem Stoff, irgendwo stockt und ruckelt es. Zum Glück ist mir das selten passiert, und im Falle des HEXENHAMMERS war das Gegenteil der Fall: Während des Schreibprozesses tauchte ich immer tiefer ein in die Welt der Inquisitorin Charlotte de Conde und hatte am Ende das Gefühl, immer weiter schreiben zu können, weil ihr Lebens- und Leidensweg wie ein offenes Buch (sic!) vor mir lag. Dennoch war es eher ein noch roher Stein, der erst durch Dennis’ Lektorat den Feinschliff erhielt und ihn glänzen ließ. Das Gleiche kann ich vom Hörbuch sagen, das wie schon der erste Teil einfach brillant geworden ist und dem Stoff insbesondere durch die Stimme von Stephanie Kellner eine Tiefe und gänsehauterzeugende Intensität verleiht, die ich mit dem Buch nie erreicht hätte.

Aber, um in die Zukunft zu schauen: Da schlummert ja auch noch DAS HAUS ZAMIS, von dem in diesem Jahr ein weiterer Band erscheinen wird. Auch aufgrund der nur noch nur noch 1-2mal jährlichen Erscheinungsweise habe ich mir seit dem letzten Frühjahr viele Gedanken gemacht, wie es mit der Serie weitergehen soll, und mittlerweile habe ich, zumindest schon mal für mich, ein neues Konzept vor Augen. Verraten möchte ich nur so viel: Verabschiedet euch von einigen alten Zöpfen und Charakteren. Auch wenn es anfangs schmerzlich erscheint, so bietet die Zukunft doch unendliche Möglichkeiten.

In diesem Sinne wünsche ich euch alle – auch im Namen des Verlages, aller Mitarbeiter und Autoren – ein inspirierendes, glückliches und vor allem gesundes neues Jahr!
Uwe

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