Mörder der Lüfte – Trailer

von am 17. September 2021

Am 01.10.2021 ist es endlich soweit: DORIAN HUNTER Hörspiel Folge 46: „Mörder der Lüfte“ erscheint!

Coco Zamis hat sich der Schwarzen Familie offenbart: Der Vater ihres Kindes ist nicht Olivaro, sondern Dorian Hunter! Von Rachedurst erfüllt, treibt der Fürst der Finsternis Coco in die Gebirgswüste von Mexiko – wo ihr der Weiße Adler das Ungeborene aus dem Leib reißen soll …

Hier ist der Trailer als kleiner Vorgeschmack! Wir hoffen, ihr seid gespannt und bestellt euch die Folge direkt in unserem Shop! 🙂

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Sagenhaft: „Des Teufels Günstling“

von am 10. September 2021

Noch einige Tage lang ist das Romanheft „Des Teufels Günstling“ im Handel erhältlich. Zusammen mit dem vorherigen Heft „Hexenjagd in Lemgo“ verschlägt es Coco Zamis „zufällig“ in meine ostwestfälisch-lippische Heimat. Wie es dazu gekommen ist, habe ich in meinem letzten Blogbeitrag geschildert. Szenen des Romans spielen auch an den sagenumwobenen Externsteinen …

Zweimal waren die Externsteine der Schauplatz in meinen Romanen : Einmal in besagtem Doppelroman „Hexenjagd in Lemgo/Des Teufels Günstling“, das zweite Mal war es ein Roman zur JOHN SINCLAIR-Serie.

Die Externsteine im magischen Licht

Vordergründig sind die Externsteine nichts weiter als eine bizarre Felsformation im Teutoburger Wald, entstanden vor über 70 Millionen Jahren. Der Meeresboden wurde von Erdbewegungen aufgerichtet, von Wind, Regen und anderen Wettereinflüssen geformt, sodass am Ende die unverwechselbaren Externsteine daraus wurden.

Im Laufe der Menschheitsgeschichte wurde immer wieder versucht, den Felsen den jeweiligen Stempel aufzudrücken. Bis heute stellen die meisten dieser Bearbeitungen die Forscher vor Rätseln. Um 1100 versuchte man aus den Externsteinen einen Wallort zu machen, eine Nachahmung der Heiligen Städten von Jerusalem. Im 17. Jahrhundert bauten die lippischen Landesherrn direkt an die Felsen eine festungsartige Anlage.

Aber schon lange vorher, so vermuten Experten, dienten die Felsen als Mysterienstätte mit dem Sitz eines vorchristlichen Orakels. Unter der Naziherrschaft versuchte man den germanischen Gedanken hier zu verankern und verortete hier sogar die Irminsul, den Weltenbaum, das legendäre Heiligtum der Germanen. Noch Jahrzehnte nach dem Krieg marschierten daher rechte Gruppierungen jeweils zu den Sonnenwendfeiern hier auf.  Schon seit Längerem treffen sich an diesen besonderen Tagen jedoch nur noch Anhänger der esoterischen Szenen. Um das gemeine Partyvolk außen vorzulassen, sind sämtliche Parkplätze an diesen besonderen Abenden an den und um die Externsteine gesperrt. Gelangt man dennoch dorthin – zum Beispiel in wenigen Tagen zur Herbstsonnenwende –  so erlebt man eine Nacht, die man sicherlich niemals wieder vergessen wird.

Schon der Anblick der Gesamtformation lässt Zweifel aufkommen, ob wirklich nur Witterungseinflüsse für manche der Formen verantwortlich waren. So erkennt man bei näherer Betrachtung Gesichter: einen großen Männerkopf, Menschen und Tiergestalten – und das ohne großartige Fantasie. Haben dort unsere Urväter sich oder ihre Götter verewigt?

Ein Rätsel (von denen es viele hier gibt) ist auch ein großer Wackelstein zwischen den Felsen drei und vier. Natürlich rankt sich um diesen eine besondere Sage: Von dort oben wollte einst der Teufel mit einem großen Felsbrocken nach einem Priester werfen. Der sprach rasch einen Fluch aus, und der Teufel flüchtete – nicht ohne zuvor seine Krallenspur in den Steinen hinterlassen zuhaben (die man noch heute sehen kann). Außerdem drohte er, der Stein, den er nicht auf den Priester hatte werfen können, solle einst eine Bürgersfrau aus dem nahen Horn umbringen. Solcherart gewarnt, sicherten die Bürger den Stein ab, sodass er bis heute vergeblich dort oben auf sein Opfer wartet.

Auch um die Externsteine herum gibt es viele Kraftorte zu entdecken. Nirgendwo stehen sie beschrieben, es gibt keine Wegweiser oder Tafeln, man muss sich allein auf sein Gefühl verlassen, dann wird man sie finden, diese Orte. Am besten biegt man kurz, bevor man die Felsen erreicht, nach links ab. Dort gelangt man zunächst auf einen Waldweg, entdeckt bizarre Bäume, die eher an Aliens erinnern, und erklimmt irgendwann rechter Hand die Steigung, vorbei an einem Herrmann-Löns-Gedenkstein, zum Höhenweg, der einen wieder zurückführt zu den Externsteinen. Auch hier stößt man an und nach heidnischen Festtagen manchesmal auf Spuren heidnischer Rituale.

Die Steine selbst sollte man am frühen Morgen besuchen, am besten zur Herbstzeit, wenn sie von Nebeln umhüllt noch genauso erhaben dort stehen, wie unsere Vorväter sie erblickt haben. Und man empfindet genau wie diese den erhabenen Schauder und die stille Ehrfurcht angesichts ihrer Einzigartigkeit an diesem besonderen Platz.

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Torvil der Troll

von am 3. September 2021

Trolle sind in Norwegen allgegenwärtig, darüber habe ich in meiner letzten Kolumne bereits kurz geschrieben. Ich war während der vergangenen Wochen im Land unterwegs und war kurz davor, wegen des häufigen Regens Moos anzusetzen. Und genauso stelle ich mir Trolle auch vor: moosbedeckte und behäbige Geschöpfe, die mal gut und mal schlecht gelaunt sind. Wesen, von denen man nicht so recht weiß, was sie in der nächsten Sekunde tun könnten.

Stellt euch einen Troll an Dorian Hunters Seite vor. Eine Gestalt, die bösartig bis in die letzte Fingerspitze sein kann, aber auch gutmütig und mit sonderbaren Fähigkeiten ausgestattet, die er in Hunters Kampf gegen die Dämonen einsetzt.
Man kann diesen Troll nicht immer sehen. Er verschmilzt mit der Umgebung. Er wird zum Teil einer Bodenwurzel oder verbirgt sich hinter einem fein gemaserten Stein. Sein Gesicht ist verkrustet, da und dort wächst ein Pilz daraus hervor. Er hat sich die Begabung angeeignet, sich auch in einer technisierten Umgebung tarnen zu können. Er wird zum Teil eines Straßenbilds oder eines Kanalgitters. Er bewegt sich unauffällig zwischen den Straßenschluchten einer amerikanischen Großstadt, wird zu einem der vielen Ausgestoßenen. Vielleicht fühlt er sich in den Reihen der Freaks besonders wohl. Dort würde er mit seinem wirklichen Aussehen wohl nicht allzu viel Aufmerksamkeit erregen …

Nennen wir diesen Troll Torvil. Er ist stolz auf diesen Namen, wie er Dorian immer wieder unter die Nase reibt. „Tor“ ist ein Hinweis auf den Donnergott, „vil“ hatte im Altnordischen die Bedeutung „weben“. Er ist einer, der Unwetter „zusammenweben“ kann, sprich: ein begnadeter Intrigant ist. Genau diese Begabung stellt er immer wieder unter Beweis.

Torvil ist ein unerreichter Dieb. Er stibitzt Hunter den Bourbon unter der Nase weg oder nimmt Coco Zamis den BH ab, ohne dass sie es bemerkt. Einfach deswegen, weil er es kann. Er findet die intimsten Geheimnisse der beiden heraus und verrät sie weiter – und entscheidet sich im richtigen Augenblick dann doch dafür, das Team der Dämonenjäger zu unterstützen.

Prinzipiell ist er aber ein fauler Kerl. Er schläft lieber, als sich um die Belange der Menschen und der Dämonen zu kümmern. Erst, wenn er persönlich eingeschränkt ist und zornig wird, ist er bei der Sache.
Asmodi mag er nicht besonders. Wirklich nicht. Denn der hat ihm vor einigen Jahren ein wichtiges persönliches Utensil gestohlen. Ihm! Dem Meisterdieb wurde vom Herrn der Schwarzen Familie weggenommen!

Torvil ist 1,50 Meter groß, wächst aber rapide an, wenn er einmal in Rage gerät. Wenn er müde wird, schrumpft er auf Hosentaschengröße zusammen und reist besonders gerne in Cocos Brusttasche. Er ist ein schrecklicher Sexist, der der jungen Hexe einigen Grund gibt, sich über ihn zu ärgern. Aber Dorian und sie sind nun mal auf ihn angewiesen, denn er ist im Kampf gegen die Dämonen ein wichtiger Faktor …
Sein Bauch ist kugelrund, er trägt bunte Hosen aus Flicken, die Nase ist ein hervorstechendes Merkmal in seinem Gesicht. Die Augen sind schwarz wie Kohle, das Lächeln kann herzlich, aber auch bösartig wirken.

So oder ähnlich könnte Torvil als Charakter in die Handlung der Buchserie eingeführt werden. Er wäre eine Figur, die nicht leicht zu handhaben ist – aber viel, viel Spaß machen würde. Ich hoffe, bald mal die Gelegenheit zu erhalten, Torvil und Hunter gemeinsam im Kampf gegen die Schwarze Familie einzusetzen …

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Hexenjagd in Lemgo

von am 20. August 2021

Die Vergangenheit hat mich eingeholt. Wer hätte vor 19 Jahren gedacht, dass mein Erstling für die COCO ZAMIS-Serie exakt in dieser Woche als Romanheft neu aufgelegt wird? Ich am allerwenigsten. „Hexenjagd in Lemgo“  heißt das Heft in der (mittlerweile umfirmierten) DAS HAUS ZAMIS-Serie, das diese Woche wieder im Handel erhältlich ist. Aaah – ich liebe diesen ganz speziellen Duft von Heften, Zeitungen und Tabak in Bahnhofsbuchhandlungen und Zeitschriftenläden so wie ein Ghoul den Wohlgeruch verwesender Leichen. Von Kindheit auf hat er mich begleitet.

Original als Buch und jetzt auch als Romanheft erhältlich!

Aber ich will nicht abschweifen … „Hexenjagd in Lemgo“ – aktuell als DAS HAUS ZAMIS 22 überall zu bekommen – ist nur der erste Teil meines damaligen Erstlings für die Serie. Damals passte noch alles in ein Buch (zusammen mit zwei weiteren Romanen von Ralf Schuder und Susan Schwartz. Ein Romanheft dagegen hätte der Umfang gesprengt. Daher wurde „Des Teufels Günstling“, so der damalige Titel, der auch gleichzeitig der Titel des zweiten Teils sein wird, großzügig auf zwei Romanhefte verteilt. Der zweite Teil erscheint dann als DAS HAUS ZAMIS 23 offiziell am 31. August.

„Des Teufels Günstling“ war zwar mein Einstieg in die Serie, aber schon damals war ich eigentlich ganz gut im Geschäft und hatte schon einiges veröffentlicht. Und auch bei Zaubermond war es für mich kein Debut. Ich hatte bereits Bücher für die Serie DAS VOLK DER NACHT geschrieben. Und dennoch: Mein erster COCO ZAMIS-Roman bleibt für mich bis heute etwas ganz Besonderes!

Wer übrigens alles drumherum wissen möchte, für den hält das Heft noch den ersten Teil eines „Kamingesprächs“ zwischen Dennis und mir parat: Zwei alte Herren  (gut, der eine ist noch etwas jünger) erinnern sich bei einer guten Flasche Whisky vor dem Kaminfeuer an alte glorreiche Zeiten. Und dabei ist das erst der erste von vier Teilen dieses Geplauders …

Da kommt noch was!

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Am Ende der Welt

von am 13. August 2021

Ja, da sitze ich gerade. Wortwörtlich. Hammerfest ist – angeblich – die nördlichste Stadt der Welt. Hier gibt es Felsen, sehr viele Felsen. Dazu einige verkrüppelte Bäume (meist Birken), Wind und Nebel, der vom Ozean kommend übers Land zieht und die Insel Kvalöya einpackt.
Möwen kreischen (und landen ab und zu auf dem Vordach), alle paar Minuten fährt ein Auto an meinem Hotel vorbei. Es regnet, weil eigentlich regnet es fast immer. Das beiliegende Bild dokumentiert all diese Dinge recht gut.

Die Sonne geht kurz vor zehn Uhr abends unter und gegen 2:30 wieder auf. Aber auch dazwischen wird es nie ganz dunkel. Es ist eine eigentümliche Stimmung, die ich aufsauge und verinnerliche. Ich bin mir sicher, dass ich all diese Eindrücke eines Tages in einem DORIAN HUNTER-Roman verwenden kann.

Nebstbei sammle ich auf meiner Motorradreise auch die Mythen des jeweiligen Landes. Trolle sind in in der norwegischen Kultur nicht derart präsent wie in Island, aber dennoch begegnet man ihnen immer wieder. Sie werden meist als dickbauchige und wildhaarige Gestalten gezeichnet, deren markantestes Merkmal die lange Nase ist.
Eine der bekanntesten Aussichtsstraßen Norwegens ist der sogenannte „Trollstigvegen“ im norwegischen Fjordland. Über mehrere Kehren windet sich die Straße eine beeindruckende Gebirgsschulter empor. Wie die regenreiche Landschaft Norwegens ohnedies glauben macht, dass hinter der nächsten Erhebung ein Troll oder ein Riese hervortreten könnte und über dich herfällt. Meist sind es dann aber bloß Rentiere, die unmittelbar vor deinem Motorrad über die Straße trappeln und dabei gemächlich kauen.
Seltener bekommt man Elche zu sehen. Sie sind scheue Tiere – aber unglaublich beeindruckend. Ich hatte letztes Jahr eine Begegnung mit zwei von diesen Riesen. Sie stapften über die Straße, hinab in ein enges Tal. Blickten nochmals zu mir hoch, als wollten sie mich hämisch auslachen, als ich verzweifelt versuchte, das Handy für ein Foto aus meinem Tankrucksack zu nesteln. Kaum hatte ich es geschafft, wandten sie sich um und verschwanden im Regen. Ihre dumpf klingenden Schritte, die sie auf den Moosboden setzten, waren noch für einige Sekunden zu hören, dann war es vorbei. Und ich ohne Erinnerungsbild zurückgeblieben.

Wie gesagt: Es sind nach wie vor Eindrücke und Erinnerungssplitter, die ich sammle. Dorian Hunter hat meines Wissens nach noch nicht allzu viele Abenteuer in nordischen Ländern bestanden. Es gibt die – bereits vage ausformulierte – Idee, ihn im Land der Asen herumabenteuern zu lassen. All die Eindrücke, die ich gerade sammle, verdichten und verbessern dieses Konzept. Es macht richtig Spaß, Fiktion und Realität miteinander zu verweben. Und damit bin ich gerade ausführlich beschäftigt.

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Rebecca Manderley – eine Chronologie

von am 8. August 2021

Ins einem heutigen Fan-Blog-Beitrag beschäftigt sich Uwe Schnabel mit der Vampirin Rebecca Manderley. Da viele der Romane, in denen Rebecca auftauchte, noch nicht innerhalb der DORIAN HUNTER-Neuauflage von Bastei veröffentlicht sind, verwendet Uwe im Text die Bandnummern der „Dämonenkiller“-Erstauflage bzw. -Zweitauflage sowie der Taschenbücher:

Rebecca tauchte zum ersten Mal in dem „Dämonenkiller“-Band 138, „Herrin der Fledermäuse“, auf. Im Exposé zum Roman schrieb Ernst Vlcek über sie:

Deren Anführerin – und einzige Schwarzblütige – ist die Dämonin Rebecca. Skarabäus Toth kennt sie schon lange, und er hat sie sich gefügig gemacht, als er noch Schiedsrichter in der Schwarzen Familie war. Darüber keine Details verraten, das geschieht in einem späteren Band. Nur aussagt, daß Baphomet sie nun „erpresst“. Rebecca ist also nicht hundertprozentig auf seiner Seite, sie muss ihm aber gehorchen. (…) Auch über die Leichen von Coco und Dorian hinweg. Das scheint Rebecca nicht zu behagen. Sie fragt: Coco auch? Und damit andeuten, daß sie Coco von früher her kennt. Aber nur andeuten!

Im Exposé zu „Dämonenkiller“-Band 140 schrieb Ernst dann: Rebecca bleibt bei Coco zurück und steht ihr Rede und Antwort. Bei dieser Konfrontation wird das Geheimnis ihrer Bekanntschaft gelüftet. Rebecca war die Freundin von Cocos mannstoller Schwester Lydia. Lydia lebte nicht in Wien, sondern verbrachte die meiste Zeit in London. Coco lernte Rebecca kennen, als sie mal ihre Schwester in London besuchte. Zuerst war ihr Rebecca mit ihren fünfzig Fledermäusen unheimlich, zumal sie ja wusste, dass es sich dabei um ehemalige Liebhaber von ihr handelte. Doch bald lernte sie Rebecca besser kennen und schätzen. Denn es stellte sich heraus, dass Rebecca einen fast schon menschlichen Gerechtigkeitssinn hatte. Sie griff sich ihre Opfer nicht wahllos aus den Reihen der Menschen, sondern suchte sie nur aus den Reihen von Männern, die irgendwelche ungeahndeten Verbrechen begangen hatten – und den Tod, oder eine noch schlimmere Strafe, ‚verdienten’. Rebecca war in gewisser Weise ein Vorbild für Coco, die an ihr sah, dass es noch andere Dämonen außer ihr selbst gab, die den Menschen nicht nur schadeten (oder wenn doch, dann für einen nützlichen Zweck). Später hatte Coco Gelegenheit, Rebecca das Leben zu retten. Bitte ausdenken! (Diese Vorgeschichte könnte dem Autor eine Story für ein TB abgeben.)

Den letzten Satz nahm Neal Davenport alias Kurt Luif sich zu Herzen und schilderte im „Dämonenkiller“-Taschenbuch 31, „Coco und die Magier“, das inzwischen in der Romanheftserie DAS HAUS ZAMIS in Band 4 und 5 nachgedruckt wurde, das Kennenlernen von Coco Zamis und Rebecca.

Kurt Luif schrieb in „Dämonenkiller“-Band 140 Folgendes über Rebecca:

„Las diesen Unsinn, Rebecca!“, sagte Coco scharf. „Wir kennen uns lange genug. Du musst mich nicht beeindrucken. Ich weiß über deine Fähigkeiten Bescheid.“

„Wir stehen uns als Feinde gegenüber, Coco“, sagte Rebecca.

„Und dabei waren wir einmal Freundinnen. Erinnerst du dich noch an unsere erste Begegnung, Rebecca?“

„Ich will davon nicht mehr hören. Unsere Freundschaft endete zu dem Zeitpunkt, als du aus der Schwarzen Familie verstoßen wurdest.“

„Ich möchte aber doch gern, dass du dich erinnerst, Rebecca. Ich war noch nicht einmal siebzehn Jahre alt, als ich dich in London traf. Meine Schwester Lydia war entführt worden. Du warst bis zu einem gewissen Grad mir ähnlich. Du holtest dir deine Opfer nur unter Menschen, die den Tod verdient hatten.“

„Halt den Mund!“

„Ich will dich nur daran erinnern, daß ich dir damals das Leben gerettet habe. Und nicht nur damals. Wie oft war das wohl?“

„Das interessiert mich nicht Wir sind quitt. Ich habe dir vor wenigen Wochen das Leben gerettet.“ (…)

Hoffentlich hält Rebecca ihr Versprechen, dachte Coco. Wieder erinnerte sie sich an die erste Begegnung mit Rebecca. Die Vampirin war in gewisser Weise ein Vorbild für Coco gewesen, denn die war die erste Dämonin, die nicht durch und durch böse gewesen war.

Aber das war lange her; endlos lange.

In „Der Magier“ beschrieb Kurt Luif Rebecca schließlich wie folgt:

Ein junges Mädchen blickte mir neugierig entgegen. Nach der Beschreibung, die ich erhalten hatte, gab es keinen Zweifel. Es war Rebecca, die mich erwartete. Rasch ging ich auf sie zu. Sie war in meinem Alter, etwa achtzehn Jahre. Das pechschwarze Haar fiel glatt über ihre Schultern. Sie trug einen Jaguarmantel, der aufgeknöpft war. Darunter waren die bis über die Knie reichenden Stiefel, der extrem kurze Minirock und ein eng anliegender Pulli zu sehen.

Ich blieb vor ihr stehen und stellte den Koffer auf den Boden.

„Hallo“, sagte sie knapp. „Du siehst genauso aus, wie ich mir dich vorgestellt habe.“

Zu meiner größten Überraschung hatte sie deutsch gesprochen. Verwirrt blickte ich sie an. Sie war so ganz anders als alle Dämonen, die ich bis jetzt kennengelernt hatte. Um sie war nicht die Aura der Grausamkeit, die normalerweise von Dämonen ausging.

„Du bist so ganz anders, als ich erwartet habe“, sagte ich stockend.

Rebecca lächelte. „Ich weiß, was du meinst. Deine Schwester hat oft zu mir gesagt, dass wir beide uns ähnlich sind. Ihrer Meinung nach passen wir beide nicht so richtig in die Familie. Aber darüber sprechen wir später. Komm mit.“

Ich folgte ihr. Als wir ins Freie traten, legte ich einen schwachen magischen Schutzschirm um uns, der den Regen abhielt. Rebecca warf mir einen raschen Blick zu, sagte aber nichts. Georg hatte mir nur wenig über sie erzählt. Ich wusste, dass sie eine Vampirin war – mehr nicht. Und wie ich sofort festgestellt hatte, verfügte sie über keine starken magischen Kräfte.

Vor einem goldfarbenen Porsche blieb sie stehen, öffnete die Wagentür, griff nach meinem Koffer und verstaute ihn auf den Notsitzen. Sie rutschte hinter das Steuer und öffnete mir die Tür. Rebecca startete den Wagen, stellte die Scheibenwischer ein und fuhr los.

„Du bist das schwarze Schaf deiner Sippe“, stellte sie fest.

„So ist es“, sagte ich und blickte neugierig durch die Windschutzscheibe.

„Lydia, deine zauberhafte Schwester, hat keine hohe Meinung von dir, Coco.“

„Das kann ich mir denken“, stimmte ich zu. „Um ehrlich zu sein, ich habe Lydia auch nicht gerade ins Herz geschlossen. Bist du mit ihr eng befreundet?“

Ich blickte die Vampirin an. Sie schüttelte leicht den Kopf.

„Eng befreundet bin ich nicht mit ihr“, meinte sie. „Aber ich verstehe mich ganz gut mit ihr. Doch wir gehen jede unseren eigenen Weg und respektieren die Wünsche des anderen. Ich habe Lydia vor ein paar Jahren kennengelernt und mich mit ihr angefreundet. Da ich allein in einem großen Haus wohne, habe ich ihr dann angeboten, bei mir zu wohnen, wenn sie in London ist. Lydia hat dieses Angebot angenommen.“

„Sicherlich hat sie aber versucht, dich auf den richtigen Weg zu führen?“

Rebecca lachte. „Das hat sie versucht, aber nicht viel Erfolg damit gehabt. Seit einiger Zeit hat sie es aufgegeben, mich zu bekehren. Ich habe mir nie etwas aus den Vergnügungen der Schwarzen Familie gemacht.“

„Ich hoffe, daß wir Freundinnen werden“, platzte es aus mir heraus.

„Das hoffe ich auch“, sagte Rebecca leise.

Ich konnte es noch immer nicht ganz fassen. Bis vor wenigen Minuten hatte ich geglaubt, dass ich das einzige Mitglied der Schwarzen Familie sei, das sich nicht anpassen konnte. Endlich hatte ich eine Dämonin gefunden, die so wie ich dachte.

(…)

Rebecca fuhr ein paar Meter weiter, dann bog sie nach links in eine Tiefgarage ein.

Fünf Minuten später hatten wir ihr Haus erreicht. Als wir die Diele betraten, flog uns eine riesige schwarze Fledermaus entgegen, die mich böse anfunkelte. Sie landete auf Rebeccas rechter Schulter und krächzte. Das Biest ließ mich nicht aus den Augen.

„Beruhige dich, Ted“, sagte Rebecca. „Coco ist eine Freundin.“

Die Fledermaus beachtete mich nicht mehr. Genüßlich rieb sie ihren hässlichen Kopf an Rebeccas Wange, die sich diese Liebkosung ein paar Sekunden gefallen ließ. Dann verscheuchte sie die Fledermaus, die enttäuscht davonflog.

„Du brauchst keine Angst vor den Fledermäusen zu haben, Coco“, sagte sie. „Sie sind meine Diener. Sie werden dir nichts tun.“

„Du hast mehrere solcher Riesenfledermäuse im Haus?“, fragte ich überrascht.

„Ja, es sind meine Opfer.“

Ich stellte den Koffer ab und blickte sie gespannt an. „Deine Opfer?“

„Ich bin eine Vampirin“, erklärte Rebecca und schlüpfte aus ihrem Mantel. „Ich habe lange gegen meine Begierden angekämpft, aber es war vergebens. Unsere Familie hatte sich ziemlich den Menschen angepasst, doch alle paar Wochen benötige ich Menschenblut. Wenn ich kein Blut bekomme, dann verfällt mein Körper, und ich muss sterben. Ich bin also gezwungen, mir etwa alle drei Monate ein Opfer zu holen.“

Ich wusste über Vampire genügend Bescheid. „Du brauchst dich nicht zu entschuldigen, Rebecca.“

„Das tue ich auch nicht“, meinte sie. „Ich will es dir nur erklären. Meine Opfer suche ich mir gewissenhaft aus. Ich nehme nicht den erstbesten. Sobald ich spüre, dass ich wieder Blut benötige, sehe ich mich genau um und wähle mir einen Mann aus, der irgendetwas Grauenhaftes getan hat. Alle meine Opfer waren Verbrecher – Mörder …“

„Weshalb greifst du gerade auf Verbrecher zurück?“, fragte ich überrascht.

Rebecca hob die Schultern. „Deine Schwester hält es für Schwäche. Aber mir widerstrebt es einfach, einen unschuldigen Menschen als Opfer zu wählen. Ich brauche aber Blut. Deshalb bin ich dazu übergegangen, mir Opfer unter Mördern zu suchen, die sonst ohne Strafe davongekommen wären.“

Etwas Ähnliches hatte ich nie zuvor gehört. Üblicherweise handelten Vampire ganz anders. Sie kümmerten sich überhaupt nicht um ihre Opfer – meist schlugen sie ganz wahllos zu. Rebecca war tatsächlich eine Außenseiterin innerhalb der Schwarzen Familie. „Und wie findest du deine Opfer? Ein Mörder wird doch kaum herumlaufen und überall erzählen, dass er irgend jemanden umgebracht hat.“

„Richtig“, sagte Rebecca lächelnd. „Ich bin zwar magisch nicht begabt, aber ich habe die Fähigkeit zu spüren, ob ein Mensch etwas in den Augen der Menschen Böses getan hat. Mörder haben für mich eine unverkennbare Ausstrahlung. So wie ich sofort weiß, ob jemand ein Dämon ist, kann ich auch augenblicklich feststellen, ob er ein Mörder ist.“

„Von so einer Fähigkeit habe ich nie zuvor etwas gehört“, meinte ich.

„Ich auch nicht“, sagte Rebecca. „Oft schon habe ich mir darüber Gedanken gemacht und auch eine Erklärung dafür gefunden.“

„Und die ist?“

„Sobald jemand ganz bewusst plant, einen Menschen zu töten, geht mit ihm eine Veränderung vor. Sobald er seine Tat vollbracht hat, wechselt etwas von seinem Opfer auf den Mörder über. Und diese Ausstrahlung spüre ich.“

„Das hört sich ganz plausibel an“, sagte ich. „Und wie gehst du dann vor, wenn du einen Mörder gefunden hast?“

„Ich habe eine ganze Liste solcher Mörder. Es ist für mich ziemlich leicht, ihre Aufmerksamkeit zu wecken. Sobald ich ihren Namen erfahren habe, können sie mir nicht mehr entkommen. Wenn Lydia in London ist, habe ich es überhaupt ganz einfach. Mit ihren magischen Fähigkeiten treibt sie mir mein Opfer in die Arme.“

„Aber was haben die Fledermäuse damit zu tun?“

„Das sind die Opfer. Nachdem ich ihnen das Blut ausgesaugt habe, geht eine Metamorphose mit ihnen vor. Ihr Körper zersetzt sich und verwandelt sich nach ein paar Stunden. Sobald die Verwandlung abgeschlossen ist, sind sie in Riesenfledermäuse verwandelt, die ihr Gedächtnis verloren haben und mich als Herrin akzeptieren. Mehr will ich darüber nicht sagen. Komm, ich zeige dir dein Zimmer.“

Dieses Thema war Rebecca sichtlich unangenehm, was ich auch verstehen konnte. Ich wunderte mich, dass sie mir überhaupt so viel darüber erzählt hatte. In diesem Punkt waren alle Dämonen ziemlich zurückhaltend. Solche intimen Geheimnisse verriet man nicht gern. Nur zu leicht konnte ein anderer Dämon irgendwann daraus Nutzen ziehen.

Rebecca musste tatsächlich Zutrauen zu mir gefasst haben, andernfalls hätte sie mir das alles nicht so ausführlich berichtet.

In der Zweitauflage der „Dämonenkiller“-Serie, die bekanntlich ab Band 131 neue Romane enthielt, schrieb Kurt Luif in Band 133 schließlich noch über Rebecca:

Sechs endlos lange Jahre war Rebecca in der Welt ruhelos herumgezogen. Sie war dazu von Skarabäus Toth gezwungen worden. Der mächtige Dämon hatte von ihr Informationen über Coco Zamis gewollt, und ihr war keine andere Wahl geblieben, als alles zu verraten, was sie über ihre Freundin wusste. Seither war sie Toths Sklavin gewesen, die auf seinen Befehl hin mit den verschiedensten Dämonen-Sippen Verbindung aufnehmen musste. Sie war seine Spionin gewesen. In ihrem Haus in London hatte sie jährlich nur wenige Tage gelebt, und Toth hatte ihr ausdrücklich verboten, dass sie sich mit Coco in Verbindung setzte.

Zum Abschluss noch ein paar Daten über Rebecca: Sie wohnte in der Londoner Park Lane in einem zweistöckigen Haus, das von einer hohen Mauer vor neugierigen Blicken geschützt war. Sie war im gleichen Alter wie Coco Zamis, hatte ähnliche körperliche Attribute, schwarze Haare, und man hätte sie für Schwestern halten können. Ihre Sippe war irgendwann bei einem Clan-Kampf fast völlig ausgerottet worden. Wahrscheinlich war sie die letzte ihrer Sippe. Wenn eines von Rebeccas Geschöpfen gequält wurde, dann spürte sie die Schmerzen, und die Wunden wurden auf ihren Körper übertragen. Die Verletzungen störten sie nicht sehr. Sie verheilen innerhalb einer Stunde. Aber der Blutverlust konnte ihr sehr wohl gefährlich werden. Rebecca fand Erwähnung in den „Dämonenkiller“-Bänden 138–143, 145–149 und 153, in den „Dämonenkiller“-Zweitauflage-Bänden 133, 134, 142, 164 und 168 sowie in den „Dämonenkiller“-Taschenbüchern 31 und 56.

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Echt gruselig: Die legendäre X-Ray-Röntgenbrille

von am 30. Juli 2021

Mein letzter Beitrag über die kuriosen Kleinanzeigen in den alten Dämonenkiller- und anderen Romanheften hat mir einige Anfragen beschert: Was, zum Teufel, ist denn mit der legendären X-Ray-Röntgenbrille? Diese Anzeige begleitete gefühlte Jahrzehnte jedes Heft. Welcher Pubertierende hätte sie nicht gern gehabt? Bestellt habe ich sie allerdings nie … Sie war mir schlicht zu teuer. Außerdem ging ich damals noch nicht auf Partys. Und wahrscheinlich hätte ich extrem affig (den Begriff nerdig kannte man früher noch nicht) gewirkt, wenn ich im Alltag mit so einer Brille auf der Nase herumgelaufen wäre und die Mädchen angestarrt hätte. Nein, so einer war ich nicht.

Dennoch muss die legendäre X-Ray-Röntgenbrille ein Dauerbrenner gewesen sein – sonst wäre die Anzeige nicht ewig geschaltet worden. Vielleicht, so kam mir der Gedanke, war sie ja in Wirklichkeit auch so eine Ewige Idee, die in den letzten DAS HAUS ZAMIS-Romanen thematisiert wurden? Sollte die X-Ray-Röntgenbrille uns vielleicht die Augen für eine ganz andere Wirklichkeit öffnen? Einer, der diese Erfahrung machte, war der vierzehnjährige Heinz-Joseph:

Es nieselte. Der Himmel war herbstgrau. Heinz-Joseph fuhr mit der Straßenbahnlinie 71 die Simmeringer Hauptstraße entlang. In dieser tristen Wohngegend, die zum Wetter wie die Faust aufs Auge passte, wohnten Menschen, die sich keine besseren Wohnungen leisten konnten als in den grauen vier- bis fünfstöckigen Mietshäusern entlang der Straße.

Er, der in einer feinen Villengegend aufwuchs, hatte sich bewusst hierherbegeben, damit man ihn nicht erkannte, wenn er seine neu erworbene X-Ray-Röntgenbrille ausprobierte. Er hatte schon länger damit geliebäugelt, wenn er am Ende des neuesten Dämonenkiller-Heftes die Seite mit den Kleinanzeigen aufschlug. Aber er hatte nicht gewagt, sie zu bestellen, weil er Sorge trug, seine Eltern würden die Post abfangen. Schließlich hatte er einen Schulkameraden bestochen, damit der die Brille für ihn bestellte.

Die Straßenbahn war hauptsächlich besetzt mit älteren Frauen, die zum Zentralfriedhof fuhren. weshalb man diese Linie auch Gießkannen- oder Witwenexpress nannte.

Endlich, endlich stieg auch mal ein junges Mädchen ein. Es war wunderschön, hatte lange schwarze Haare und trug einen Minirock.

Heinz-Josephs Mund wurde trocken. Er konnte sein Glück kaum fassen, als sie sich auch noch genau auf den Platz ihm gegenüber setzte und ihm ein freundliches Lächeln schenkte.

Die Straßenbahn fuhr ruckelnd wieder an.

Er hatte schweißnasse Hände, als er die Brille aus der Tasche seines Parkas nestelte und sie sich aufsetzte.

Und dann – unterdrückte er nur mit Mühe einen Schrei.

Die Brille zeigte ihm eine ganz andere Wirklichkeit: Das Mädchen hatte die runzlige Haut einer Greisin. Über ihre Lippen ragten zwei nadelspitze Vampirhauer.

Heinz-Joseph atmete schwer. Seine Blicke suchten nach einem Ausweg. Aber überall sah er nun die Dämonen:

Zwei Sitze weiter belauerte ein Vampir den welken Hals einer alten Frau. Vielleicht würde er sie verfolgen und aussaugen, wenn sich eine günstige Gelegenheit ergab. Wenn sie Glück hatte, kam sie heute vielleicht noch mit dem Leben davon.

Auf einer anderen Frau – einer alten abgehärmten Dame – saß ein Aufhocker, der genauso ausgezehrt aussah wie sein Opfer. Er hatte mehrere Saugrüssel in das Fleisch der Frau verankert und zehrte von ihr.

Heinz-Joseph wurde schlecht. Am ganzen Körper brach ihm jetzt der Schweiß aus. Zudem konnte er dank der Brille nicht nur die Dämonen erkennen – all seine Sinne waren geschärft: Er hörte das Flüstern und Schmatzen der dämonischen Mitfahrer, roch den Gestank der Leichen, die in dieser Bahn während des Krieges zum Zentralfriedhof transportiert worden waren. Und auch den Duft verwelkter Trauerkränze …

„Ist dir nicht gut?“

Die Vampirin hatte sich zu ihm gebeugt.

Heinz-Joseph schrie auf.

Er schrie auch noch, als er an der nächsten Station fluchtartig aus dem Wagen stürzte, blindlings über die Straße lief und von einem Leichenwagen erfasst wurde …

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Auf Motivsuche

von am 23. Juli 2021

Derzeit bin ich ja mit dem Motorrad auf Reisen. Ich fahre kreuz und quer durch Deutschland, treffe gute Freunde, frische alte Bekanntschaften auf oder mache neue. Im Prinzip entscheide ich alle paar Tage, wo es denn jetzt wieder hingehen soll. Bislang sind Graz, Villach, Innsbruck, München, der Allgäu, Zürichsee, Bern, der Schwarzwald, der Pfälzer Wald und Darmstadt auf meiner Liste gestanden. Das ist schon eine ganz schöne Liste.

Burgruine Frankenstein nahe der Ortschaft Frankenstein im Pfälzer Wald

Vom Motorrad aus nimmt man die Umgebung ein klein wenig anders wahr als aus dem geschlossenen Auto. Man lässt die Gegend an sich vorüberrauschen. Man freut sich über schöne Ausblicke und über kurvige Straßen. Und natürlich suche ich mit den Augen des Autors immer wieder nach besonderen Ecken, die ich irgendwann mal als Motiv in meine Romane einbauen kann. Darüber hinaus unterhalte ich mich gern unterwegs über die jeweiligen Regionen. Gibt es Besonderheiten, wie sieht es mit der Sagen- und Märchenwelt im jeweiligen Gebiet aus, beeindruckt mich ein Gebäude oder eine Landschaft besonders? Dies alles verwebt sich während des Fahrens mit ersten Ideen. So, dass ich manchmal fast schon ganze Szenen eines Dämonenkiller-Romans auf dem Motorrad erstellen kann. Ab und zu bleibe ich auch stehen und mache mir rasch Notizen, bevor diese Ideen wieder verwehen.

Dies alles ergibt noch lange keine richtige Story. Aber es ist eine Sammlung von Eindrücken und Szenen, die sich irgendwann addieren und zu einer kompletten Geschichte verwoben werden können.

Dorian Hunter ist in einem gewissen Sinne auch Reiseliteratur. Das begann schon mit Band 1 der ersten Heftromanserie, als Dorian die Burg Asmodi im österreichischen Grenzgebiet besuchte. Interessierte Leser wissen, dass der Dämonenkiller und seine Mitstreiter seither fast schon überall auf der Welt unterwegs waren. Klar sind London und Wien gewisse Brennpunkte, aber die Mitglieder der Schwarzen Familie sind nicht nur dort aktiv.
Diese Tradition der Reiseromane möchte ich natürlich fortsetzen. Und ich denke, ich bin auf einem recht guten Weg, neue Schauplätze für Dorian zu entdecken und neue Probleme, neue Schrecken, neue Gegner für ihn zu erfinden. Und: Kann es Zufall sein, dass ich derzeit in einem Dorf namens Frankenstein Zwischenstation mache?

(Das Bild zeigt die Burgruine Frankenstein im Pfälzer Wald.)

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Wie alles begann

von am 18. Juli 2021

Beim Stöbern im DORIAN HUNTER-Archiv bin ich kürzlich doch tatsächlich über ein interessantes Dokument gestolpert – einen „Schmierzettel“, auf dem ich nach einem der ersten Gespräche mit Marco Göllner einige unserer Ideen zur Handlung von Hörspielfolge 1 und 2 notiert hatte. Die Aufzeichnungen liegen leider nur digital vor, sodass ich kein Foto eines echten Schmierzettels präsentieren kann. Interessant sind sie trotzdem, oder?

Dorian Hunter Hörspielfolge 1, „Im Zeichen des Bösen“

DH Hörspiele Schmierblatt

Helnwein-Rahmenhandlung („Kamingespräch“) mehrmals während der Folge 1 – „Da haben Sie Schlimmes erlebt, DH …“ „Es geht noch weiter, Herr Helnwein

-› während des Gesprächs Einblendung (Radio?) von Musik wie „Wie oft muss ich noch sterben?“ -› keine normale Radiomusik, als würde die Musik sich direkt auf DHs Schicksal beziehen -› spionieren die Dämonen Helnweins Haus aus -› Am Ende „Wie oft muss ich noch sterben?“ o. ä. als Bonus-Track bringen (Anm. von Dennis: Bei „Wie oft muss ich noch sterben?“ handelt es sich um ein Stück aus dem Album „Eisenherz“ von Joachim Witt. Aus rechtlichen Gründen ließ sich die Überlegung so nicht umsetzen, aber daraus erwuchs dann die Idee, Joachim Witt für die Komposition eines eigenen Titelthemas „Dorian Hunter Theme“ anzufragen).

Generell: Übergreifende Handlung, aber nicht ins Leere verlaufend, sondern MIT Lösungen und NEUEN Fragen. Aber schon übergreifend wie bei Lost o. ä. -› Serie wird ziemlich umgekrempelt.

„Ein Hörspiel frei nach dem Roman von Ernst Vlcek …

Anja und Lilian evtl. zu einer Figur verschmelzen? – Muss nicht sein, aber Lilians Wahnsinn MUSS ans Ende der Folge

Evtl. in einem „Zwischenspiel“ mit Helnwein Besuch in der Psychiatrie in Wien??? „Guten Tag, Doktor.“ „Guten Tag, Mr. Hunter. Hier. Sie sehen: Es ist keine Verbesserung eingetreten …“ (unverständliches Flüstern einer FRAUENstimme, aber es nicht klar, dass es sich um Lilian handelt). Es darf erst am Ende klar werden, dass die Frau in der Psychiatrie Lilian ist!!!

Zeitebenen:

  1. Helnwein-Zeit
  2. Realzeit (Asmoda)
  3. Dorians Traum (Baron de Conde)
  4. Dorians Geburt

zu viel???

Verbindung zwischen den beiden Rückblicken „Hexensabbat“ und „Dorians Geburt“:

Asmodi auf dem Hexensabbat: „Liebe und Zorn … verfluche deine Frau …

Asmodi am Kindbett: „Liebe und Zorn … Er hat mich betrogen … Dies ist die Strafe …

Damit wird klar, dass der „Traum“ im Bus gar kein Traum war …

So weit dieser Blick in die Vergangenheit. Bis in einer Woche an dieser Stelle, Dennis Ehrhardt

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Von Zauberbüchern, Heimorgeln und ewigem Reichtum

von am 9. Juli 2021

Woran erkannte man bis in die achtziger Jahre hinein den typischen DÄMONENKILLER? Natürlich am grellbunten Titelbild im Drehständer. Aber so richtig authentisch fühlte es sich erst an, wenn man die letzten Seiten mit den Werbeanzeigen aufschlug. Und bitte, winkt jetzt nicht gleich ab. Das hier schon einmal vorgestellte „Sechste und siebente Buch Moses“ leistet mir noch heute gute Dienste. Einen weiteren höchst wirksamen Zauberspruch daraus werde ich euch am Schluss verraten!

Neben besagtem Buch, das mit dem „Geheimnis aller Geheimnisse“ warb und stolze 19, 50 DM plus Porto NN kostete – ein Heftroman kostete damals nur ein Zehntel so viel – verraten die Anzeigen, wie man sich den typischen Heftromanleser so vorstellte:

Natürlich interessierte er sich für Erotik. Der EP-Versand offerierte da zum Beispiel „1 Puppe Miss World Spezial“ für pralle 69,90 DM oder den „Erotik-Super-Katalog“ für schlappe 10 DM.

„Nie mehr Geldsorgen“ garantiert eine andere Anzeige. Was will man denn mehr? Und der anzufordernde Prospekt ist sogar kostenlos!

Eine weitere Anzeige verspricht gleich „Bar-Geld per Post“. Offenbar stellte man sich den Leser als immer klammen Bücherfreund vor, der sich ausschließlich die billigen Horrorheftchen leisten konnte, aber kaum Geld für ein richtiges Buch hatte. Oder um sich zum Beispiel das Musizieren auf einer Heimorgel beizubringen: „In 6 Monaten spielen Sie besser als sonst in 3 Jahren!“ garantiert die Anzeige. Oder um endlich einmal seine Briefmarkensammlung zu erweitern: „35 DDR-Sondermarken + 1 DDR-Block“ gab’s sogar gratis, wenn man beim Fünfstern-Versand eine Preisliste anforderte.

Offensichtlich hielt man den Heftromanleser auch nicht für so besonders helle: „Gehirnzellen benötigen zur Unterstützung wichtiger Funktionen vermehrt Sauerstoff. Immergrün wirkt gegen vorzeitiges Altern der Gehirnzellen …“ und vieles mehr natürlich. 100 Dragees kosteten beim „größten Spezialversandhaus für Heildrogen“ zum Glück nur 24,95 DM.

Ein jahrzehntelanger Dauerbrenner aber war das „sechste und siebente Buch Moses“. Als Horror-Autor weiß ich natürlich um die Gefahren der dämonischen Kreaturen um uns herum. Daher verschaffte mir folgender Zauberspruch aus besagtem Buch immer eine große Erleichterung:

„Es haben mich zwei böse Augen überschattet,
So überschatten mich drei gute Augen.
Das eine ist Sopher,
Das andere ist Sepher,
das dritte ist Sipur,
Die behüten mir mein Blut und Fleisch,
Mein Mark und Bein und alle Adern groß und klein,
Die sollen alle in Gottes Namen behütet sein.

Bleibt also gesund und lasst euch nicht von bösen Geistern plagen!
Uwe

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