Dorian Hunter

Lykanthropus

von am 14. Mai 2021

So lautet der Titel der nächsten DORIAN HUNTER Hörspielfolge die am 04.06.2021 erscheint.

Die ersten Exemplare sind bei uns schon eingetroffen.

In unserem Shop könnt ihr die Folge als CD und Download vorbestellen. Unsere Abonnenten bekommen die CD früher zugestellt als anderswo. Hier ist der Link zum Artikel:

https://www.zaubermond.de/dorian-hunter/dorian-hunter-hoerspiele/lykanthropus.html


Und hier ein erster Vorgeschmack auf das worum es in der Folge geht…

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Das Haus Zamis | Dorian Hunter | Hexenhammer | Zaubermond allgemein

Wer zum Teufel ist Asmodi?

von am 7. Mai 2021

Und wer ist überhaupt der einzig echte? Oder ist er gar in verschiedenen Identitäten unterwegs? Jedenfalls spinnt er nicht nur in DORIAN HUNTER und DAS HAUS ZAMIS seine finsteren Fäden, sondern treibt auch in den Heftserien PROFESSOR ZAMORRA und JOHN SINCLAIR sein Unwesen. Wir begeben uns da mal auf die Spur …

In der aktuellen Heftserie taucht als Erster Asmodi II. auf, ohne dass zunächst gesagt wird, dass er der zweite Teufel mit diesem Namen ist und es einen Vorgänger gab. Asmodis Gesicht besteht aus einer weißen Fläche, und er erscheint durchaus ehrfurchtgebietend auch schon mal mit Blitz und Donner und schwefeligem Gestank. Mehr und mehr tritt er aber auch in menschlicher Gestalt in Erscheinung, mal als griechischer Reeder und Milliardär namens Anatoll Chalkiris,, der sich mit der Cosa Nostra anlegt, mal als Marassa – einem Priester auf Haiti. Wobei sein Kampf gegen die Cosa nostra umso mehr passt, als dass mich das Gefüge der Schwarzen Familie schon immer an mafiöse Strukturen erinnerte.

Wie wir später in der Serie DORIAN HUNTER erfahren, ist der in den ersten Heften eingeführte Asmodi nur der Nachfolger von Asmodi I., dessen Job er 1713 übernahm. Asmodi I. entspricht noch eher dem Bild des klassischen Teufels. So erscheint er dem Baron de Conde zum Beispiel in meinem HEXENHAMMER-Roman „Die Inquisitorin“ folgendermaßen:

Er erschien in der Gestalt des Papstes Sixtus IV., der erst im August letzten Jahres gestorben war. Natürlich machte sich Asmodi einen Spaß daraus, ihn noch nach dem Tode zu verhöhnen, indem er statt einer Krone zwei Bockshörner zur Schau trug, die ihm aus der Stirn erwuchsen. Auch war das goldene Kreuz, das er an einer Kette um den Hals trug, ein auf den Kopf gestelltes. Zu guter Letzt trug er in der linken Armbeuge einen toten Knaben mit einer roten Kardinalsmütze auf dem Kopf – sicherlich ein bitterböser Hinweis darauf, dass dem Papst nachgesagt wurde, seine Lustknaben zu Kardinälen zu erheben.

Aber zurück zu der Frage, wer denn nun der allererste Asmodi war:

In der Serie JOHN SINCLAIR hat sich der finstere Herr noch ein „s“ hintendran gehängt und nennt sich dort Asmodis. Sein Aussehen kann er ebenfalls beliebig verändern. Am liebsten zeigt er sich aber mit einer dreieckigen roten Fratze und Hörnern, die ihm aus der Stirn ragen – also als uns seit Kinderzeiten bekannte Teufelsgestalt mit Bocksfuß und ihn begleitendem Schwefelgestank.

Der erste JOHN SINCLAIR-Roman „Die Nacht des Hexers“ erschien innerhalb der GESPENSTER-KRIMI-Reihe des Bastei-Verlages bekanntlich am 17.7.1973. Das erste DÄMONENKILLER-Heft (jetzt DORIAN HUNTER) erschien innerhalb der VAMPIR-Reihe des Pabel-Verlages – ebenfalls am 17.7.1973. Wollte Asmodi/Asmodis, der Teufel also, auf Nummer sicher gehen und sozusagen omnipräsent sein und hat deshalb in beiden Reihen seinen Bocksfußabdruck gesetzt? Das zeitgleiche Erscheinen gleich zweiter Gruselserien kann jedenfalls kein Zufall sein. Seltsam, aber so steht es geschrieben …

Und warum musste es überhaupt Asmodi sein? In der Höllenhierarchie wie sie beispielsweise im „Le Véritable Dragin Rouge“ von 1522 beschrieben wird, stehen weit mächtigere Höllenbewohner über ihn. Ganz oben steht Baal. Er ist der höchste Herrscher der Hölle und befiehlt über sechsundsechzig Legionen Teufel, darunter Lucifer, Lucifugè, Belzebub und Astarot. Warum wurde also nicht Baal in den Serien als Fürst der Finsternis erkoren? Auch das spricht dafür, dass sich Asmodi/Asmodis da irgendwie leibhaftig in den Vordergrund geschoben hat. Oder hat sich gar einer der anderen Teufel – Lucifer, Belzebub oder sonst einer dieser Höllenschurken seines Namens bemächtigt?

Wenden wir uns zu guter Letzt PROFESSOR ZAMORRA zu, dem Meister des Übersinnlichen. Dort nennt sich Asmodi ebenfalls Asmodis, mit „s“ hinten. Hier erschien das allererste Heft erst am 2. Juni 1974, wurde aber wie JOHN SINCLAIR vom „Meister der Geister“ Jason Dark konzipiert, sodass es sich nur um eine Kopie der beiden anderen Asmodi/s handeln kann. Im Laufe der Serienhistorie ist diese Asmodis-Figur vielleicht am vielschichtigsten angelegt, denn er wechselt durchaus auch mal auf die Seite der Guten. Asmodis lebt in vielen Tarnexistenzen unter den Menschen, da er – na klar, wie auch die anderen – jede beliebige Gestalt annehmen kann.

Wobei wir beim Fazit wären: Nichts Genaues weiß man nicht, aber Asmodi/Asmodis hat es seit bald vierzig Jahren geschafft, uns Leser bei gruseliger Laune zu halten!

Bleibt gesund! Mit höllischen Grüßen!

Uwe

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Dorian Hunter

Real- und Fiktivwelt

von am 30. April 2021

Der erste „Dämonenkiller“-Roman erschien im Jahr 1973. Für Knacker wie mich, die damals schon auf der Welt waren, ist es das Jahr der Ölkrise.
Ich war zehn Jahre alt und erinnere mich noch gut an die Verunsicherung, die damals um sich griff. Selbst für mich als Kind war sie spürbar. Die große Reisefreiheit, die unmittelbar mit dem Besitz eines eigenen Autos zusammenhing, war auf einmal gefährdet. Bei uns in Österreich mußten Autofahrer Pickerl (Aufkleber) auf den Windschutzscheiben affichieren. In großen Buchstaben stand da: Mo, Di, Mi, Do, Fr oder Sa. An diesem einen Wochentag waren die Fahrzeughalter verpflichtet, ihr Auto stehen zu lassen. Weiters wurden „Energieferien“ zum Schulhalbjahr eingeführt. Eine Woche lang, so der Plan, sollten die Kinder zu Hause bleiben und damit Energie gespart werden.
(In einer typisch österreichischen Lösung blieb uns nach dem Ende der Energiekrise diese Ferienwoche erhalten, heute sagt man „Semesterferien“ dazu.)

Der Dämonenkiller blieb von diesen realpolitischen Geschehnissen unberührt. Die Aufgabe von Heftromanen ist es nun mal, den Lesern für ein, zwei Stunden eine schöne Zeit zu verschaffen. Sie wollen sich in andere Welten träumen, sich gruseln, Herzschmerz erleiden, mit ruchlosen Cowboys auf Jagd gehen. Man geht für kurze Zeit auf gedanklichen Urlaub.

Beim Dämonenkiller hatte man – wie in vielen anderen Serien auch – das Gefühl, dass in diesem von Kurt Luif und Ernst Vlcek ersonnenen Universum die Sonne immer am selben Fleck im Himmel stehen würde. Niemals änderte sich etwas. Jahre und Jahrzehnte vergingen in der Realzeit, aber Coco Zamis blieb stets dieselbe 19- bis 20jährige junge Frau. Dorian Hunter indes der zynische Jäger mit Vorlieben für harte Getränke und starke Zigaretten.

Was in der Realwelt vor sich ging, nahm nur wenig Einfluss auf die Dämonenkiller-Serie. Aber dieser Schein ist auf Dauer nur bedingt aufrecht zu erhalten. Irgendwann einmal fällt dem Leser auf, dass Alltagsgegenstände wie Handys fehlen. Man kann auch schwerlich weiter über ein Telefax schreiben, wenn diese Dinger nicht mehr existieren. Also mussten die Macher der Serie sachte Anpassungen vornehmen, was dann ja auch geschah – und immer noch geschieht. Skarabäus Toths Kanzlei mag nach wie vor einen knarrenden Holzboden, feinste Täfelungen und Stukkaturarbeiten an der Decke haben, aber ich bin mir sicher, dass hinter dem wuchtigen Schreibtisch ein Rechner mitsamt der notwendigen Infrastruktur steht. Auch das Wlan funktioniert vermutlich ausgezeichnet, um immer wieder mal in der Demonpedia nachblättern zu können.

Was sich aber nicht geändert hat, ist die eher archaische Gesellschaftsstruktur in den Dämonenfamilien. Sie ist auch meist patriarchalisch strukturiert (wobei es einige sehr starke Frauenfiguren gibt, aber das sind meist Einzelgängerinnen wie Coco). Gesellschaftspolitisch gesehen sind die Serien DORIAN HUNTER und DAS HAUS ZAMIS noch stark in der Vergangenheit verhaftet.

Ein wichtiger Aspekt der Serie ist natürlich die Idee, dass eine Parallelwelt mit Dämonen existiert. Sie leben unter uns, die Vampire und Leichenfresser, die Werwölfe und die Hexer. Sie tauchen in allen möglichen Formen auf, sie entspringen unterschiedlichen Kulturen. Interessanterweise gibt es nur wenige Figuren der „Gegenseite“, also des „Guten“. Die Menschen müssen sich selbst helfen. Jene, die sie verteidigen, kommen entweder aus den eigenen Reihen – oder aber sie sind abtrünnige Dämonen, die den Menschen helfen möchten. Aber was ist mit Gott, was ist mit Engeln?

Ich will nun keine Diskussion über die Hintergründe des Hunterversums lostreten. Ich mache mir bloß so meine Gedanken über die grundlegenden Ideen, die hinter DORIAN HUNTER stecken. Welche Aspekte denn für den Erfolg der Serie verantwortlich waren – und nach wie vor sind.
Gab es denn Einflüsse aus der realen Welt? Wurde der „Dämonenkiller“ deshalb so beliebt, weil er in einer Zeit geschaffen wurde, als sich die Menschen vor einem Ende der Energievorräte fürchteten und sich vermehrt in eine Fluchtwelt zurückzogen? Damals, in den Jahren ab 1973?

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Dorian Hunter

Alles dicht machen – na klar!

von am 25. April 2021

Dies ist ein DORIAN HUNTER-Blog, und hier schreiben mehrere Autoren und Beteiligte. Ich, Dennis Ehrhardt, möchte darum betonen, dass der folgende Beitrag nur meine Meinung wiedergibt:

53 bekannte Schauspieler haben sich vor ein paar Tagen unter dem Hashtag #allesdichtmachen in kurzen Video-Clips ironisch über die Art und Weise geäußert, wie wir alle seit über einem Jahr in Angst leben. In einem der Videos ist Jens Wawrczeck zu sehen, den viele von euch als „Peter Shaw“ aus den Drei Fragezeichen kennen.

Wenn ich die Videos richtig gedeutet habe, möchten die Schauspieler damit unseren drei regulären Gewalten (der gesetzgebenden, der ausführenden und der rechtsprechenden) sowie der oft als „vierte“ Gewalt bezeichneten Presse einen Spiegel vorhalten. Oder sagen wir besser zweien davon, denn die Legislative hat sich ja schon vor einem Jahr ins Wachkoma verabschiedet und die Judikative ist ihr zuerst eigeninitiativ schleichend und jetzt durch die letzte Änderung des Infektionsschutzgesetzes auf Wirken unserer Regierung auch ganz offiziell dorthin gefolgt.

Es ging also um Kritik an Regierung und Presse. Aber auch das ist meines Erachtens nicht die ganze Wahrheit. Tatsächlich trifft die Kritik wohl uns alle: eine Gesellschaft, die zu denken, zu fühlen und zu leben aufgehört hat, weil sie sich nur noch über ihre Angst vor Corona definiert und dabei ihr „Grundgesetz gegen die letzte Rolle Klopapier eingetauscht“ hat, wie die „Echse“ von Michael Hatzius schon vor fast einem Jahr analysiert hat.

In so einer Gesellschaft hat natürlich auch Ironie keinen Platz mehr. Die Kritik an der Aktion folgte darum auch auf dem Fuße. In der „Süddeutschen“. Im „Tagesspiegel“. Im „Spiegel“. In der „ARD“. Im „ZDF“. Die Aktion sei „schäbig“ und „eklig“. Und natürlich „missglückt“. „Missglückt“ ist am allerwichtigsten, auch wenn zumindest mir nicht klar ist, wie die Presse das noch in derselben Nacht feststellen konnte. Ach, doch, stimmt: weil man damit Rechten in die Hände spiele. Journalisten wissen eben besser als wir, wann das der Fall ist. Und Jan Böhmermann hat die Schauspieler sogar alle für nicht ganz dicht erklärt. Wobei das natürlich nur Satire war, haha. Und ein Politiker, der zugleich im WDR-Rundfunkrat sitzt, hat gefordert, dass die beteiligten „Tatort“-Schauspieler wegen dieser Entgleisung bitteschön alle ihre diesbezügliche Jobs verlieren sollen. Das wiederum war ernst gemeint (auch wenn er inzwischen zurückgerudert ist). Und ein Moderator von WDR Aktuell hat sich nicht entblödet, seinen vom Verfassungsgericht hervorgehobenen Medienauftrag, neutral und ausgewogen zu informieren, ganz offen zu ignorieren und Jan Josef Liefers in einem Interview vorzuwerfen, dass er die WDR-Aktuell-Redaktion verärgert habe. Als wäre es Liefers’ Aufgabe, genau das auf keinen Fall zu tun.

Wir lernen also: Wenn die Presse auf Kritik an Regierung und Presse hysterisch reagiert, dann keinesfalls, weil es sich um Kritik an Regierung und Presse handelt. Sondern weil man damit Rechten in die Hände spielt. Und das wollt ihr doch nicht, oder, Jensilein? Dududu. In diesem Land wird nämlich niemand, niemand, niemand in Angst, Angst, Angst gehalten, hast du das verstanden, verstanden, verstanden?

Ein Drittel der Schauspieler hat inzwischen tatsächlich verstanden, seine Videos wieder aus dem Netz genommen und ist öffentlich zu Kreuze gekrochen. Weil – Achtung, Fakten – im Schnitt 90% der Bewertungen unter den Videos auf Youtube positiv waren … ach, nee, weil die Aktion missglückt sei und Rechten in die Hände gespielt habe und weil man niemanden habe verletzen wollen.

Merkt ihr selber, ne?

„Es gibt die Freiheit der Rede, aber was ich nicht garantieren kann, ist die Freiheit nach der Rede.“ Idi Amin (1928-2003), selbstgewählter Titel lt. Wikipedia: „Seine Exzellenz, Präsident auf Lebenszeit, Feldmarschall Häddsch Doktor Idi Amin Dada, Viktoria-Kreuz, Orden für hervorragenden Dienst, Militärkreuz, Herr aller Tiere der Erde und aller Fische der Meere und Bezwinger des Britischen Weltreichs in Afrika allgemein und besonders in Uganda“

Und darum ab jetzt ganz ohne Ironie: Menschen machen Fehler, ja. Und Menschen sind nicht alle gleich, sodass nach meiner Vermutung einige der Schauspieler sehr reflektiert an diese Aktion herangegangen sind und andere etwas weniger reflektiert. Aber wurde in irgendeiner der in bester Idi-Amin-Tradition produzierten Medienreaktionen einmal die Frage gestellt, warum sich diese 53 Schauspieler überhaupt zusammengetan haben? Und warum erst so spät? Warum offenbar keiner von ihnen eine Aussicht sah, allein mit seinem Anliegen durchzudringen? Warum sie – augenscheinlich zu recht – glaubten, öffentlichen Druck bis hin zu beruflichen Konsequenzen fürchten zu müssen? Ein Lockdown-begeisterter Physiker hat auf Twitter gefordert, Listen über die teilnehmenden Schauspieler und ihre Follower anzulegen. Nach Aussage von allesdichtmachen.de wurden inzwischen sogar die Familien einiger Schauspieler bedroht.

Der Regisseur Dietrich Brüggemann, der als einziger Nicht-Schauspieler an dieser Aktion teilgenommen hat, erklärt dazu: „Wenn Kritik an Corona-Politik rechts ist, dann ist meine linke Hand auch rechts.“ Sein Statement ist großartig und viel besser als mein Text hier. Präziser kann man den Punkt nicht treffen.

Ich könnte noch so viele Zeilen schreiben, wie sehr ich mich über die Aktion und den Mut der Schauspieler gefreut habe. Wie sehr ich nach jedem gelöschten Video gehofft habe, dass nicht noch mehr von ihnen den Mut verlieren. Und wie leid mir Leute wie Jan Böhmermann tun, die so ungeheuer viel Energie darauf verwenden, in der Öffentlichkeit von sich selbst das Bild eines Rebellen zu zeichnen, während sie sich doch seit Beginn ihrer Karriere mit allen zehn Fingern an das wärmende Kaminsims des öffentlich-rechtlichen Rundfunks klammern.

Aber ach, ich wollte ja gar nicht negativ werden. Ich will positiv bleiben. Darum: Danke an dich, Jens, und danke an euch 52 andere, dass ihr öffentlich und unter eurem Namen Stellung bezogen habt. Ja, auch an jene von euch, die abgesprungen sind, denn auch ihr fühlt trotz dieser Entscheidung offenbar, dass in unserer Gesellschaft vieles nicht mehr stimmt. Vielleicht war das schon immer so, aber seit März 2020 hat sich die Situation noch einmal dramatisch verschlimmert.

Mögen wir alle den Mut aufbringen, unser Recht auf Menschsein, auf unterschiedliche Meinungen, auf Diskurs sowie überhaupt alle unsere Grundrechte wieder einzufordern. Damit verletzen wir niemanden außer denen, die genau das nicht wollen. Wir müssen es aber selber tun. Auf die Regierung oder irgendwelche Medien sollten wir uns lieber nicht verlassen.

Liebe Grüße und bis nächsten Freitag, wenn es hier wieder um DORIAN HUNTER geht.

Dennis Ehrhardt

Nachtrag: Inzwischen hat Dietrich Brüggemann in einem Interview erklärt, dass einige der Schauspieler, die abgesprungen sind, weiterhin hinter der Aktion stehen und nur aus einem Grund ihre Videos zurückgezogen haben: weil ihre Kinder bedroht wurden. Das wäre doch mal eine Recherche wert, liebe Medien.

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Das Haus Zamis | Dorian Hunter | Zaubermond allgemein

Es geht (bald) weiter!

von am 16. April 2021

Am liebsten würde ich ja sagen: „Jetzt (wieder) einsteigen und loslesen!“ Bis das DAS HAUS ZAMIS-Buch Anfang Juni erscheint, müsst ihr euch jedoch noch ein paar Wochen gedulden.

Jüngst fragte mich ein Leser, der bisher nur die aktuellen Romanhefte kennt, ob es denn sinnvoll sei, zeitgleich auch die aktuellen Bücher zu lesen. Auf jeden Fall ist es unterhaltsam, und beide Handlungsstränge – ob im Heft oder in den aktuellen Buchveröffentlichungen – kommen sich nicht ins Gehege. Auch Buch-Neueinsteiger kommen dank einer umfangreichen Zusammenfassung über die vergangenen Ereignisse schnell in die aktuelle Handlung rein.

Jetzt aber zum Band „Hexenjagd „(DAS HAUS ZAMIS 62). Nachdem ich bereits vor ein paar Wochen den Vorhang ein wenig gelüftet und einen Textauszug aus dem ersten Teilband von Madeleine Puljic gebracht habe, möchte ich euch heute eine Textprobe aus dem zweiten Teilband präsentieren. Vorab aber noch eine weitere Info für die Neuleser: Jedes aktuelle Buch enthält zwei Romane, jeweils im Umfang der Romanhefte. Und in der Regel bauen sie handlungsmäßig aufeinander auf.

Der zweite Roman trägt auch den Titel des Buches – „Hexenjagd“ –, und verfasst hat ihn Logan Dee. Und auch Coco Zamis ist wieder mit an Bord, nachdem sie über ein Jahr untergetaucht war. Diesmal muss sie ihre gebeutelten Familie bei einer besonders gefährlichen Mission unterstützen. Doch zuvor … Aber lest selbst:

Ein wahnsinniger Schmerz raste durch meinen Körper.

Ich stöhnte laut auf. Ein Zittern ließ meinen ganzen Leib erbeben. Ein regelrechter Anfall. Das Brötchen fiel aus meinen Händen zu Boden. Ich selbst hielt mich nur noch krampfhaft auf meinem Stuhl, während ich das Gefühl hatte, jemand würde mit einem scharfen Messer meine Eingeweide herausschneiden.

Ich wimmerte. Aber der Schmerz wurde mit jeder Sekunde nur noch heftiger. Dann schrie ich. Es war mir alles egal: die Umgebung, meine Tarnung, alles. Meine Welt versank in einem einzigen Taumel aus unerträglicher Pein. Ich versuchte mit magischen Kräften dagegen anzukämpfen, es gelang jedoch kaum.

Nur entfernt bekam ich mit, dass mich jemand hochriss und mit sich schleppte. Dann war ich an der frischen Luft. Entfernt hörte ich den Ruf nach einem Taxi. Kurz danach wurde ich einen Autositz gepresst. Ich glaubte zu ersticken, rang um Atem, hörte eine Stimme nahe an meinem Ohr. „Ganz ruhig, Coco. Ich bring dich in Sicherheit!“

Das war Merles Stimme. Und allmählich begriff ich, dass wir in einem Taxi saßen. Auf dem Rücksitz. Merle saß neben mir und hielt mich an sich gepresst, während sich mein Körper nach wie vor in Krämpfen aufbäumte.

„Ins nächste Krankenhaus?“ Das war die Stimme des Fahrers.

„Nein. Fahren Sie auf dem schnellsten Wege …“

Merle nannte eine Adresse, die ich nicht mehr hörte, weil eine neuerliche Schmerzwelle meinen Leib flutete.

„Sind Sie sicher? Die Frau scheint eher ärztliche Hilfe zu …“

Er unterbrach sich mitten im Satz. Ich spürte mich in den Sitz zurückgepresst. Offensichtlich gab der Fahrer jetzt richtig Gas. Das alles rauschte nur so an mir vorbei.

Aber wenn ich geglaubt hatte, dass die Qualen sich unmöglich noch steigern konnten, so wurde ich eines Besseren belehrt.

Ich gab einen letzten schrillen Schrei von mir, als die Klinge in meinen Eingeweiden noch das Harmloseste war. Ich hatte das Gefühl, von riesigen Krallen zerfetzt zu werden. Von innen heraus.

Dann war da nur noch Schwärze …

Ich hoffe, ich habe ein wenig die Vorfreude in euch wecken können. Ich jedenfalls kann es kaum erwarten, das neue Buch endlich in Händen zu halten!

Bleibt gesund und lest gute Bücher!
Uwe

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Das Haus Zamis | Dorian Hunter

Wiener Recherche

von am 9. April 2021

Ich habe es leicht.

Ein gar nicht so kleiner Teil der DORIAN HUNTER-Romane spielt in meiner Heimatstadt Wien. Auch bei der Schwesternserie COCO ZAMIS darf ich mich immer wieder mal mit der österreichischen Bundeshauptstadt beschäftigen. Viele Schauplätze kenne ich gut – und dennoch begebe ich mich gerne mal auf Spaziergänge aus Recherchezwecken.

Manchmal tue ich es, um in Exposés vorgegebene Handlungsorte besser kennen zu lernen und ein Gespür für sie zu bekommen. Manchmal suche ich auch nur, um neue, spannende Plätze festlegen zu können.

Hinter dem Dreiecksblock verläuft die Mariahilferstraße. Irgendwo dort hinter dem rechten der beiden Ecktürme befindet sich das Café Zamis. Den genauen Ort verrate ich nicht.

Ich gebe zu, dass es dabei nur selten um Orte geht, die dem Wien-Touristen bekannt sind. Schloss Schönbrunn, der Stephansdom, die Schatzkammer der Habsburger, die Burg, die Kapuzinergruft – das sind zweifellos ganz grandiose Plätze, die ein jeder Besucher der Stadt mal gesehen haben sollte. Aber es gibt noch so viele andere Orte, über die man nur wenig weiß, wenn man nicht zufällig Wiener ist.

Oftmals vermengen sich Realität und Fiktion. In der COCO ZAMIS-Serie existiert ein „Café Zamis“ auf der Mariahilfer Straße. Ich kann diesen Ort sehr genau bestimmen; schließlich habe ich jahrzehntelang um die Ecke gewohnt. Darüber hinaus gab es in diesem Gebäude bis vor etwa 20 Jahren ein „Espresso“, in dem unglaublich gute Brötchen serviert wurden.
In den letzten Jahren seines Bestehens war dieses Espresso schon etwas abgefuckt; die knallrote Lederpolsterung der Sitzbänke war teilweise zerrissen, einige der Stühle wackelig. Genau so stellte ich mir das Café Zamis vor, als Coco es erstmals betrat.

Auch der Standort der Freaks, fast unmittelbar gegenüber vom Café Zamis, existiert in der Realität. Die „Gruft“ ist ein Obdachlosenasyl, das in die Kelleranlagen der Mariahilferkirche gebaut wurde – und wo würden die Freaks besser hinpassen als an diesen Ort? Die Mariahilfer Straße ist die zweitgrößte Einkaufsstraße Wiens – und ausgerechnet an dieser mondänen Einkaufsmeile findet sich eine der wichtigsten Obdachloseneinrichtungen der Stadt.

Blick auf die Mariahilferkirche

Die Rechtsanwaltskanzlei des Skarabäus Toth findet sich ebenfalls in der Nähe einer meiner ehemaligen Wohnorte. Für die Arbeit an einem DORIAN HUNTER-Exposé hab ich eine Skizze der Kanzlei angefertigt, die ich laufend erweitere. Ich nehme dabei Rückgriff auf ältere Manuskripte. Ich kann nicht alles übernehmen, was frühere Autoren beschrieben haben; sie haben sich teilweise widersprochen. Aber ich versuche dennoch, ein plastisches Bild zu zeichnen, das den Entwürfen von Ernst Vlcek oder Kurt Luif entspricht.
Wichtig ist mir dabei auch, die Straßenstimmung einzufangen und auf die Baustruktur einzugehen. Für mich stammt dieses Gebäude aus der sogenannten „Gründerzeit“, als etwa aus dem Zeitraum 1900 – 1920. Die Räume sind über drei Meter hoch, der Parkettboden ist im Fischgrätenmuster verlegt, die Türen sind zweiflügelig und hoch, jeder Wohnraum hat einen eigenen Kaminanschluss. Mag sein, dass Stukkarbeiten vorhanden sind, das weiß ich noch nicht so genau. Aber ich tue mir beim Schreiben wesentlich leichter, wenn ich ein Gefühl für die Stimmung innerhalb eines Gebäudes habe.

Das „Ratzenstadel“ in Wien, etwa um 1900. Dort habe ich den Domina-Keller einer Figur aus der COCO ZAMIS-Serie verortet. ©August Stauda, im Besitz des Wiener Bezirksmuseums Mariahilf.

Ein weiterer Hotspot der Handlung beider Serien ist natürlich die Villa Zamis. Hier müssen Fiktion und Realität voneinander abweichen. Bekanntermaßen hatte Kurt Luif ja die Villa einer ehemaligen Freundin als Haus der Zamis-Familie festgelegt. Das „wirkliche“ Gebäude eignet sich nur bedingt als Vorbild für die Villa in der Romanhandlung. Dazu reicht das Haus viel zu nahe an den Straßenrand heran und wirkt teilweise zu modern. Auch ist es in meinen Augen zu klein, um tatsächlich als Herrschaftssitz unserer liebsten Wiener Dämonenfamilie dienen zu können. Also muss ich da stets ein wenig schummeln.
Auch für die Villa Zamis habe ich übrigens eine kleine Skizze angefertigt, die ich immer wieder neu adaptiere.

Jeder Roman, den ich in Wien spielen lasse, ist eine Reise durch die meine Heimat. Ich lasse Kirchen, Bahnhöfe, sonderbare alte Gebäude, Friedhöfe, U-Bahn-Anlagen, Domina-Keller und vieles Andere vorkommen. Es gibt diese Orte – – oder es könnte sie geben. Weil sie zu dieser altehrwürdigen Stadt passen und eine bestimmte Stimmung mittragen.

Der Friedhof Ober St. Veit samt Mausoleen, nahe gelegen zur Ratmannsdorfgasse.

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Dorian Hunter

Oster-Gewinnspiel!

von am 4. April 2021

In den Begleittexten unter unseren letzten 5 Outtakes-Videos auf YouTube haben sich plötzlich eine Menge Osterhasen versteckt! Aber wieviele Hasen sind es genau? Schreibt uns die richtige Zahl als Kommentar auf Facebook, YouTube, oder als E-Mail an: jugendstilvilla@dorianhunter.de

https://www.youtube.com/zaubermond

Zu gewinnen gibt es das Skript zur DORIAN HUNTER Folge 44, „Der Teufelseid“, signiert von Thomas Schmuckert und Dennis Ehrhardt!

Das Gewinnspiel endet am Sonntag den 11. April 2021 um 23.59 Uhr. Viel Glück und frohe Ostern!

Wir würden uns total freuen, wenn ihr bei YouTube und Facebook auf „Gefällt mir“ und auf „Teilen“ drückt, hängt aber nicht mit der Verlosung zusammen.

Unsere Teilnahmebedingungen: http://bit.ly/zaubermond-teilnahmebedingungen

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Das Haus Zamis | Dorian Hunter | Zaubermond allgemein

Lana Del Rey meets Coco Zamis

von am 26. März 2021

Auch Horror-Autoren hören nicht nur satanistische Black Metal-Songs maskierter skandinavischer Bands. Bereits vor einer Woche erschien Lana Del Reys neues Album „Chemtrails Over The Country Club“. Die darauf vereinigten Songs sind allesamt schwermütig und dennoch von einer einzigartigen Schwerelosigkeit geprägt. Die Atmosphäre erinnert mich an cocktailgeschwängerte Nachmittage bei Sonnenschein im Liegestuhl – bis unvermittelt die Stimmung umschlägt, Wolken aufziehen und ein Gewitter niedergeht.

Was das alles mit Horror zu tun hat? Nun, schaut euch das Video zum Titelsong an. Dort wird die von mir beschriebene Stimmung mit erhebenden Bildern untermalt. Mich erinnerte die Szenerie an die Bücher, in denen Coco Zamis in den USA weilte, vor allen Dingen an das Buch „Blackwater Bay“ (DAS HAUS ZAMIS 41), in dem Coco und ihre Vampirfreundin Rebecca genug von New York haben, und im Cabrio durchs sonnige Kalifornien düsen. Zumal Rebecca dort endlich ihrer Tante Elvira einen Besuch abstatten will. Doch auch hier folgen auf Sonnenschein die Gewitterwolken, denn am Ziel angekommen, entpuppt sich der ehemalige Fischerort, in dem die Tante zu Hause sein soll, als äußerst merkwürdiges Fleckchen. Magie scheint allgegenwärtig – und Elviras Haus ist verfallen, die Bewohnerin seit zwanzig Jahren verschwunden …

Und um den Bogen zu Lana Del Ray zu schlagen: Mich hat es total fasziniert, wie im dazugehörigen Video ab Minute 2:39 die sommerlich flirrende Stimmung umschlägt, zunächst nur in sekundenkurzen Sprengseln, und immer mehr in einen verstörenden Albtraum abdriftet, Das Ganze erinnert an die besten Momente in David Lynchs Filmen – und natürlich an: DAS HAUS ZAMIS.

Bleibt gesund!
Uwe

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Dorian Hunter

Erinnerungen an Kurt Luif

von am 19. März 2021

Nun, der Titel ist ein klein wenig verfälschend, denn sooo gut kannte ich Kurt Luif vulgo Neal Davenport nicht. Nachdem ich aber vor einigen Wochen ein wenig über mein Verhältnis zu Ernst Vlcek erzählt habe, möchte ich dasselbe nun auch mit dem zweiten wichtigen Wiener Dämonenkiller-Autor machen. Und ich berufe mich dabei auf einige Zeitzeugen, mehr dazu weiter unten.

Kurt war bekanntermaßen der Miterfinder der Dämonenkiller-Serie. Wer nun mehr zum Grundkonzept der Story beigetragen hat, er oder Ernst Vlcek, ist meiner Meinung nach irrelevant. Die beiden haben einen Grundstock an Ideen aufgebaut, haben den Stil der Serie bestimmt, haben eine Epoche des „Grusel“-Romans geprägt.

Kurt Luif hat, so viel ist bekannt und verbürgt, die Villa Zamis in der Ratmannsdorfgasse im 13. Wiener Gemeindebezirk verortet. Weil dort eine seiner Freundinnen wohnte. In einer Nobelgegend, die von vielen alleinstehenden, meist ein- bis zweistöckigen Gebäuden geprägt ist. Sie stammen meist aus der Gründerzeit-Epoche, eine Menge von ihnen sind im Schönbrunner Gelb gehalten. Dies ist jener Farbe, in der die Hauptgebäude des Schloss Schönbrunn gehalten sind. Viele gut situierte Wiener Bürger ließen ihre Häuser im selben Farbton streichen, um so einen Abglanz des Kaiserhofs zu sich zu Hause zu holen.

In dieser Gegend also residieren die Zamisse. Ich denke mir, Kurt hätte sich für die Wiener Dämonenfamilie keinen besseren Ort einfallen lassen können. Immer, wenn ich über die Villa schreibe, habe ich augenblicklich die Bilder der Umgebung vor mir. Die Gerüche, die Bäume, diesen ganz besonderen Menschenschlag, der sogar ein wenig anders redet (das sogenannte „Schönbrunner Deutsch“).

Zurück zu Kurt Luif selbst: Ich habe ihn bei einer PERRY RHODAN-Veranstaltung kennengelernt, in einem Kolpinghaus. Das war wohl zwei, drei Jahre, nachdem ich Ernst Vlcek erstmals begegnet war. Ernst hatte ihn dazu bewegt, sich mit ihm auf ein Podium zu setzen. Sie plauderten über PERRY RHODAN, aber eben auch über die Arbeit am Dämonenkiller. Während alle anderen Redner diplomatisch waren und bereitwillig Auskunft gaben, stach Kurt mit schlechter Laune hervor. Alles war „oasch“, mit kaum etwas war er bei der Arbeit am Dämonenkiller zufrieden gewesen. Er erzählte, dass er den „Dämonenkiller“ nur wegen des Geldes geschrieben hätte. Aber man spürte ganz genau, dass da mehr dahintersteckte. Dass er ungeheuer stolz war auf das, was er gemeinsam mit Ernst erschaffen hatte.

Dieser ambivalente Eindruck setzte sich fort, als ich mich später mit ihm in einer Dreier- oder Vierergruppe unterhalten habe. Er hatte an vielen Dingen etwas auszusetzen. Doch man konnte hinter all dem Wiener Grant auch fühlen, dass er sich über die Aufmerksamkeit freute, die ihm zuteil wurde. Er mochte es, ein klein wenig im Mittelpunkt stehen und seine Meinung sagen zu dürfen. Wenn er seine Freude bloß ein wenig besser hätte zeigen können …

Das Verhältnis zwischen ihm und Ernst war nicht immer ungetrübt. Die beiden waren charakterlich extrem unterschiedlich. Ernst genoss das Leben, ließ es sich gutgehen. Kurt hingegen gab sich seinem Grant gerne hin. Gegen Ende seines Lebens hin verstärkte sich dieser Charakterzug. Er hätte, schwer erkrankt, Hilfe bedurft. Aber er nahm sie nur ganz, ganz zögerlich an. Regina Vlcek hat mir von Besuchen bei Kurt erzählt, die nicht sonderlich erfreulich für sie gewesen waren.

Kurt tat sich also immens schwer, jene Anerkennung zu akzeptieren, die er eigentlich verdiente. Er war, so wurde mir von Wegbegleitern aus der Wiener Fan-Szene versichert, in den Sechzigern ein lebenslustiger Mensch mit viel Charme gewesen. Einige Male schwer verliebt, oftmals auch enttäuscht. Irgendwann muss das Düstere in ihm Oberhand gewonnen haben, der Schwermut trat immer stärker in den Vordergrund.

Er erhielt Unterstützung bis an sein Lebensende. Freunde von der Science Fiction Gruppe Wien kümmerten sich um ihn und pflegten ihn.
Wenn ich heute an ihn zurückdenke, sehe ich einen Menschen mit vielen Ecken und Kanten vor mir. Einen, der nicht immer das Richtige getan hat und der es sich selbst schwer gemacht hat. Einen, dem die Gemeinde der Dämonenkiller-Fans unendlich viel zu verdanken hat.

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Dorian Hunter

Alraunes unerfüllte Liebe

von am 13. März 2021

Im letzten Fan-Blogbeitrag vom Dezember 2020 habe ich über Dorians Theriaksucht geschrieben. Heute befasse ich mich mit der Geschichte von Hekate, die sich vor Kurzem zum neuen Oberhaupt der Schwarzen Familie emporgeschwungen hat. Eine Dämonin als Herrscherin über die Herren und Damen Dämonen. So etwas gab es in anderen Serien bis zu Hekates Auftritt bei DORIAN HUNTER nicht, aber bei dieser Serie ist eben alles möglich. Aber Hekate ist ja nicht nur eine Frau, sondern darüber hinaus noch eine Pflanze – oder erwachte zumindest als solche, genauer gesagt als Alraune, zum „Leben“. Und nun lenkt sie die Geschicke der Schwarzen Familie. Was für ein Aufstieg.

Hier einige lexikalische Daten über Alraune alias Hekate, soweit sie aus der aktuellen Bastei-Romanheftneuauflage der Serie bereits bekannt sind:

Alraune wurde 1538 aus einer Mandragorawurzel sowie Lebenselexier und Menschenblut geschaffen. Ihr Aussehen lieh sie sich von jenem Indianer-Mädchen, das die Hauptblutspenderin für sie war. Hekates Schöpfer allerdings war Arbues de Arrabell. Mit ihm unternahm sie im Juli 1539 eine Schiffsreise in Richtung Spanien. Damals lernte sie einen Mann namens Georg Rudolf Speyer kennen und lieben – zunächst ohne zu ahnen, dass in seinem Körper die unsterbliche Seele des Barons Nicolas de Conde steckte. Zu diesem Zeitpunkt verfügte „Alraune“ zwar bereits über den Körper einer Frau, doch sie hatte immer noch das geistige Niveau eines Kindes. Das bedeutet, sie stand uneindeutig zwischen Gut und Böse, obgleich sie schon über bemerkenswerte magische Fähigkeiten verfügte. So rettete sie zum Beispiel Georg Rudolf Speyer das Leben, indem sie dem Körper ihres Schöpfer Arrabell das Wasser entzog und es Speyer zuführte. Bald darauf verschwand sie und traf Speyer erst sehr viel später in Konstanz wieder. Dort versuchte Speyer ein Mädchen, das als Diebin beschuldigt wurde, auf Alraunes Bitte hin vor dem Henker zu retten. Er kam jedoch zu spät, und dem Mädchen wurde die Hand abgeschlagen. Speyers Rettungsversuch brachte ihn selbst in Misskredit, und so war es an Hekate, sich unter dem Namen Gretchen in die Hände des Dämons Mephisto zu begeben, um diesmal Speyer zu retten. Leider zu einem furchtbaren Preis, denn Mephisto führte Hekate in die Schwarzen Künste ein. Dennoch blieb Hekate Speyer treu – in der Hoffnung, dass ihre Liebe einst, in einem späteren Leben des Barons de Conde, Erfüllung finden werde.

Ob dies der Fall war beziehungsweise sein wird? Die nächsten DORIAN HUNTER-Bände werden es zeigen …

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