Allem Anfang wohnt das Böse inne

von am 25. Februar 2022

Am 18.3. ist es endlich soweit: Mit leichter Verspätung erscheint das neue DAS HAUS ZAMIS-Buch: „Allem Anfang wohnt das Böse inne“. Der Titel trifft im doppelten Sinne zu: Zum einen ist es ein Neuanfang für Coco Zamis, die sich endgültig aus ihrer Heimatstadt Wien verabschiedet hat und zu neuen Zielen aufbricht. Es kann aber auch ein Anfang für manchen Leser sein: Ob als Neu- oder Wiedereinstieg, beginnt mit diesem Buch doch quasi ein neuer Zyklus. Auch für die Leser, die chronologisch die im Bastei Verlag laufendende Romanheftserie lesen, könnte es interessant sein, gleichzeitig einen weiten Sprung in Cocos Zukunft zu vollziehen.

Blut geleckt? Nun, der Klappentext verspricht schon mal folgendes Szenario:

Coco Zamis steht vor den Trümmern ihrer Vergangenheit. Um endgültig mit allem abzuschließen, verlässt sie ihre Heimatstadt Wien und reist einem unbekannten Ziel entgegen. Als der Zug auf offener Strecke hält, trifft sie auf sechs weitere Reisende, die fortan ihr Schicksal bestimmen. Denn niemand ist der, der er zu sein vorgibt …

Es folgt eine Tour des Schreckens, in der nichts so schein, wie es ist, und in der … STOPP! Ich will ja nicht zu viel verraten. Aber ein klein wenig möchte ich den Vorhang öffnen. Mit einer Szene aus Michael Thurners Teilroman „3 Tode hat die Hexe“, in dem wir einen alten verhassten bekannten aus den allerersten Heften wiederbegegnen:

Nein, mit diesem Anblick hatte ich wirklich nicht gerechnet.

Ich sah zu den Zinnen eines Schlosses hoch, mittelalterlich geprägt und von giftigem Efeu umkränzt. Wie schon in meinen Jugendtagen auf dem Schloss meines Patenonkels Cyrano machte der steinerne Bau den Eindruck, als würde selbst das Sonnenlicht davor zurückschrecken.

Franky reichte mir galant die Hand und half mir die Stufen hinab. »Vergessen Sie nicht«, sagte er, »dies ist eine Prüfung. Sie haben nur noch drei Leben zur Verfügung, um Ihre Tests zu bestehen. Vergeuden Sie keines davon. Tun Sie, was man Ihnen sagt.«

Ich achtete kaum auf Frankys Worte. Zu sehr faszinierte mich der Blick über eine pittoreske Landschaft, die sich seit meiner Jugend nur wenig verändert hatte.

Vor mir befand sich ein kleines Stationsgebäude, in dessen Warteraum sich Menschen drängten. Sie achteten nicht auf mich, sie achteten nicht auf meinen Zug. Sie plauderten miteinander, telefonierten oder hielten den Kopf hinter Zeitungen versteckt.

Sie interessierten mich kaum. Ich hatte nur Blicke für Schloss Behemoth. Für jenen Ort, an dem ich sechs Jahre meines Lebens verbracht hatte und an dem ich in den schwarzdämonischen Künsten unterrichtet worden war.

Eine Kutsche näherte sich, aufgeputzt mit Girlanden und mit Schellen, die lustig klimperten. Auf dem Bock saß ein Mann, von dem ich gehofft hatte, ihn niemals mehr wiedersehen zu müssen: Graf Cyrano von Behemoth. Mein Patenonkel.

»Komm gefälligst her, du Gör!«, herrschte er mich an, kaum, dass er die beiden kohlrabenschwarzen Hengste zum Halt gezwungen hatte. »Ich hätte mir nie gedacht, dass ich mich nochmals mit dir abgeben muss.«

Die Menschen achteten nicht auf meinen Patenonkel, wie ich mit einem Seitenblick feststellte. Offenbar hatte Cyrano sie mit einem Zauber belegt. Sie bekamen nichts von dem mit, was rings um sie vor sich ging.

Zögerlich ging ich auf die Kutsche zu. Einer der Rappen stieg hoch und wieherte laut. Seine Augen glänzten feuerrot, auf den muskulösen Flanken hatte sich Schaum gesammelt.

»Gehorche gefälligst! Du machst Blücher und Feldmann nervös!« Cyrano hatte mit einem Mal eine lange Reitgerte bei der Hand und ließ sie zuerst in meine Richtung knallen, dann über die Rücken der beiden Pferde. »Der Unterricht beginnt bald. Willst du deine Lehrerin warten lassen?«

Lehrerin? Unterricht?

Ich hatte plötzlich ein ganz besonderes Gesicht vor Augen. Das von Sandra Thornton, einer leidlich begabten Dämonin, die mich über Jahre hinweg in Schloss Behemoth gequält hatte.

Ich kletterte auf den Kutschbock und ließ mich neben meinem Patenonkel nieder, möglichst weit von ihm entfernt. Er roch nach faulen Eiern.

»Warum muss ich mich wieder und wieder mit dir abgeben?«, fragte er und ließ die Peitsche erneut knallen. »Du warst bereits in deiner Jugend eine Schande für die Schwarze Familie. Und du hast dich niemals geändert. Aber ich werde dich weichkriegen. Und du wirst lernen müssen. Schließlich hast du dich übertölpeln lassen. Du alleine hast den Untergang deiner Familie zu verantworten. Deine Zeit als Schülerin auf Schloss Behemoth wird auf weitere sechs Jahre festgelegt, so wurde es mir befohlen. Du wirst hierbleiben, bis du endlich zu einer vollständigen Schwarzen Hexe ausgebildet bist …«

Das klingt nicht nach einem Happy End, oder? Aber mal ehrlich, wann gab es das schon mal in Coco Zamis‘ Leben?

Mit schwarzen Grüßen
Uwe

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Seelenwahn in Bonifacio

von am 19. Februar 2022

Aus gegebenem Anlass möchte ich heute nicht über Dorian Hunter plaudern, sondern über seine liebste Hexe, Coco Zamis. Das hat zum Großteil mit meinen derzeitigen Aktivitäten zu tun. Ich habe sicherlich schon mal erwähnt, dass ich mit dem Motorrad seit einigen Monaten auf großer Tour bin. In den nächsten Tagen setze ich, von Sardinien kommend, nach Korsika über. Und zwar nach Bonifacio, einen Ort im Süden der Insel, den ich vor etwa zehn Jahren schon mal besucht hatte.

Bonifacio ist eine Art Sehnsuchtsort für mich. Die kleine Stadt liegt auf hohen Felsen unmittelbar an der Küste. Die Häuser sind teilweise so gewagt gebaut, dass man glauben könnte, sie würden jetzt und jetzt ins Meer hinabstürzen. Schon bei meinem ersten Besuch war ich völlig fasziniert. Genovesische Einflüsse waren zu sehen, aber auch arabische, italienische und französische. Die Insel Korsika war über Jahrhunderte hinweg im Besitz einer Bank (!) mit Sitz in Genua, die Napoleons hatten dort ihren Stammsitz, sie war ein stetiger Streitpunkt zwischen mediterran geprägten Mächten. Und wenn man all dies unter einer Brennlinse verstehen lernen wollte, stünde vermutlich Bonifacio im Fokus.

Bald nach der Rückkehr von meiner Korsika-Reise wartete damals die Arbeit an einem COCO ZAMIS-Manuskript auf mich. Der damalige Expokrat Christian Montillon ging bereitwillig auf meinen Wunsch ein, einen Teil „meiner“ Handlung nach Korsika zu verlegen. Und so entstand Seelenwahn, mein Teilband, der im 32. Buch der COCO ZAMIS-Serie mit dem Titel Der Untergang des Hauses Zamis veröffentlicht wurde.

Ich ließ einen Teil der Handlung auf dem Friedhof verlegen, besser gesagt: in die Nekropole von Bonifacio. Einen Ort, der mich besonders beeindruckt hatte. Einflussreiche Familien haben dort steinerne Mausoleen, die gut und gern als kleine Häuser durchgehen könnten. Sie besitzen Kellergewölbe mit kleinen Grüften, aber auch steinerne Gräber im „ersten Stock“. Die Menschen werden über den Tod hinaus mit viel Pomp gewürdigt.

Ich war absolut fasziniert von der Stimmung, die in der Nekropole herrschte. Ich besuche regelmäßig Friedhöfe, weil die Behandlung der Toten viel über die Lebenden aussagt und man viel über die Kultur des jeweiligen Landes/der Gegend lernen kann. Der Friedhof von Bonifacio war und ist aber etwas ganz Besonderes für mich geblieben.

Wenn ich demnächst nach Korsika übersetze, wird mich mein erster Weg wieder dorthin führen. Ich bin neugierig, ob es mich genauso packen wird wie damals, als ich meine Eindrücke in einem COCO ZAMIS-Buch verarbeiten musste.

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Was passiert beim Schnitt?

von am 11. Februar 2022

Liebe Dorian Hunter-Fans!

Wie ich schon in meinem vorherigen Blogpost versprochen hatte, werde ich hier nun etwas über den Schnitt erzählen. Übrigens, wer nicht wissen will wie die Wurst gemacht wird, der sollte jetzt wieder vor den Vorhang treten! 🙂

Nachdem die Sprecher bzw. Schauspieler im Tonstudio aufgenommen wurden, lade ich mir die Dateien vom geheimen Zaubermond-Server runter auf meinen Rechner; und öffne die Dateien mit einem Sound-Editing-Programm wie z.B. Cubase. Wie man am ersten Bild unten sehen kann, habe ich als Beispiel die Aufnahme von Martín Flavio Núñez genommen, der den Esperno Cortez in Folge 46 gespielt hat. Die „Wellenform“, also das was so etwa wie eine Richterskala aussieht, ist das Gesprochene.

Ich höre mir die gesamte Aufnahme an, bei einer Hauptfigur wie Dorian Hunter alias Thomas Schmuckert sind das pro Folge schonmal so um die drei Stunden, weil immer mehrere Takes gemacht werden, um die beste Betonung zu finden. Während ich mir das anhöre, benutze ich eine digitale Schere und trenne die Datei auf und sortiere die einzelnen Takes. Meistens ist der letzte Take am besten, aber manchmal eben auch nicht, und dann ist es gut auch diese für später noch parat zu haben. Alle Regieanweisungen von Dennis Ehrhardt, sämtliche Versprecher, Huster usw. schneide ich raus. Auf dem zweiten Bild sieht man das an den Lücken.

Dann sortiere ich die besten Takes nach links, und die weniger tauglichen nach „hinten“, was in diesem Fall „nach rechts“ bedeutet, für den Fall, dass Dennis Ehrhardt später doch einen anderen Take bevorzugt. Das Bild unten zeigt die sortierte Sprachaufnahme von Esperno Cortez für Szene 5.

Tja, und dann wird das gleiche mit allen anderen Aufnahmen gemacht. Und dann kommt für mich der spannendste Teil! Da alle Sprecher einzeln aufgenommen werden, müssen die Takes nun so platziert werden, dass man meint, sie unterhalten sich bzw. reagieren aufeinander. Hier ist es gut die von mir sogenannten „weniger tauglichen“ Takes parat zu haben, denn manchmal funktioniert ein anderer Take besser, wenn man ihn neben einer anderen Person platziert. Das ist für mich wie ein Puzzlespiel.

Hier kommt noch dazu zu überlegen wie viele Sekunden Pause zwischen dem Gesprochenen sein sollte; hört die eine Person der anderen aufmerksam zu, oder fällt er ihr ins Wort. Das steht zwar für gewöhnlich im Skript, und trotzdem gibt es oft Spielraum. Dazu gibt es dann Feedback von Dennis Ehrhardt der vielleicht anderen Ideen hatte, denn so etwas wie die Länge einer Pause kann in einer bestimmten Situation Humor sowohl als auch Unbehagen erzeugen.

Zu guter Letzt suche ich mir Musikstücke von Andreas Meyer aus, die zu bestimmten Situationen passen. Hier wird auch sehr viel probiert, zerhackt und manchmal mehrere Stücke zusammengefügt, um das Geschehen in einer Szene zu unterstützen oder hervorzuheben. Und manchmal, wenn gar nichts passt, dann komponiere ich ein neues Stück dazu.

Auf dem letzten Bild sieht man nun die von mir „fertige“ Szene 5 mit allen Sprechern und Musikstücken. Dieses Paket wird nun als Zip-File auf den Zaubermond-Server geschickt, welches sich dann Sebastian Breidbach runterlädt, damit er die Geräusche, Sound-Effekte, Raumklang und das Mastering machen kann.

Was? Ihr wollt wissen wie ist der jetzige Stand der Folge 47 ist? Nun, mit 12 von 19 Szenen bin ich fertig, die liegen schon für Sebastian auf dem Server. 12 von 19 klingt zwar wie mehr als die Hälfte, aber ich befürchte ich habe die längsten Szenen noch vor mir…

Vielleicht erzähle ich beim nächsten mal, wie ich ein neues Musikstück für Folge 47 komponiert habe. Bis dahin, viele Grüße aus London. 🙂

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DAS HAUS ZAMIS 64 erscheint im März

von am 4. Februar 2022

Für heute angekündigt war das Erscheinen von DAS HAUS ZAMIS Buch 64, „Allem Anfang wohnt das Böse inne“. Leider müssen wir den Erscheinungstermin kurzfristig noch einmal um einige Wochen verschieben – auf Mitte März. Der Grund dafür ist simpel: Wir haben es aufgrund akuter Überlastung einfach nicht eher geschafft! Mitte März ist es dann aber so weit, und „Allem Anfang wohnt das Böse inne“ wird definitiv erscheinen!

DAS HAUS ZAMIS 64, „Allem Anfang wohnt das Böse inne“

Und wo wir gerade bei „Schwierigkeiten“ sind: Aktuell haben wir auch bei der Buch- und Hörspielproduktion mit der allgemeinen Rohstoffknappheit zu kämpfen, die bekanntlich die Preise in die Höhe treibt. So hat sich der Druck unserer Bücher bei gleicher Ausstattung innerhalb der letzten fünf Monate um sage und schreibe 22,8% (!) verteuert. Das CD-Presswerk hat ebenfalls angekündigt, die Preise in Kürze um ca. 15% anzuheben. Und dies sind nur zwei markante Beispiele. Auch im Bereich Auslieferung erwarten uns demnächst eine sehr schmerzvolle Kostensteigerung. Wir haben deswegen hin und her überlegt, diese Preissteigerung durch eine Erhöhung der Verkaufspreise bei den kommenden Neuheiten wenigstens zu einem Teil an euch weiterzugeben … und uns vorläufig dagegen entschieden.

Stattdessen haben wir uns schweren Herzens entschlossen, die Versandbedingungen zu ändern. Die Versandkosten betragen deshalb ab sofort € 4,90 statt bisher € 3,90 (Abonnenten zahlen bei der Belieferung weiterhin nur den halben Versandkostenpreis in Höhe von dann € 2,45). Zudem wurden Artikel bisher ab einem Warenkorbwert von € 20,- versandkostenfrei geliefert. Diese Grenze müssen wir leider mit sofortiger Wirkung auf € 50,- erhöhen. Wir haben uns für diesen Weg entschieden, weil euch so immer noch die Möglichkeit bleibt, durch Wahl eines genügend großen Warenkorbes versandkostenfrei beliefert zu werden. In jedem Fall hoffen wir für die Entscheidung auf euer Verständnis. Sie war leider unumgänglich.

Zum Abschluss dann aber doch noch ein nettes Schmankerl. „Dorian Hunter“-Sprecher Thomas Schmuckert hat den „Media-Paten“ ein längeres Interview gegeben, in dem er über seine Arbeit im Synchron- und Hörbuch-/Hörspielbereich spricht. Auch wenn DORIAN HUNTER darin nur am Rande erwähnt wird, möchten wir allen DH-Fans das Interview empfehlen.

Viele Grüße und bis nächste Woche! – Dennis Ehrhardt

Viele Grüße und bis nächste Woche! – Dennis Ehrhardt

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Ähnlichkeiten und Vergleiche

von am 28. Januar 2022

Ich zerbreche mir immer wieder den Kopf, was „Dorian Hunter“ denn von anderen Grusel- und Horrorserien unterscheidet. Was sind die Alleinstellungsmerkmale? Welche Elemente faszinieren die Leser besonders? Was haben die frühen Autoren der Serie richtig gemacht? So dass die Geschichten über vierzig Jahre nach Erscheinen der ersten Romane immer noch mit Begeisterung gelesen und das Universum Dorian Hunters permanent durch neue Geschichten ergänzt wird?

Ich versuche, Vergleiche zu anderen erfolgreichen Serien zu ziehen. Mir fällt ad hoc nur eine Serienfigur ein, die Dorian Hunter ähnelt, und das ist „John Constantine“.
Sollte jemand Constantine nicht kennen: Die Figur wurde vom legendären Comictexter Alan Moore entwickelt. Constantine hatte lange Zeit eine eigene Comicserie, die sich an ein älteres Publikum richtete und aufgrund des Erfolgs in den 2000ern mit Keanu Reeves verfilmt wurde.
Constantine hat so seine Probleme mit Dämonen und bekämpft sie auf der Erde. Er ist Kettenraucher, er trinkt gerne mal einen über den Durst, er ist ein Zyniker, er hat Frauengeschichten …
Kommt euch das bekannt vor? – Wenn ich die Augen schließe und Dorian Hunter zu visualisieren versuche, sehe ich mitunter die Comicfigur vor mir. Trenchcoat, aufgestellter Kragen, die Zigarette im Mundwinkel. Ein wenig James Dean ist auch noch mit dabei.

Nun, der Dämonenkiller ist in einem anderen Medium zu Hause. Im Heftroman und im Buch. (Wobei ich gegen eine Comicserie absolut nichts einzuwenden hätte.)
Ein Buch bietet in gewisser Hinsicht mehr Möglichkeiten. Es lässt der Fantasie einfach mehr Spielraum. Man kann die Figuren gestalten, wie man möchte, und ist nicht auf einzelne Betrachtungsweisen festgelegt, wie sie im Comic vorgegeben sind. Also mache ich mir Dorian Hunter in meinen Gedanken so, wie ich es möchte.

Zurück zum „Vergleich“ mit John Constantine: Es mag gewisse Ähnlichkeiten zwischen den beiden Charakteren geben, aber dennoch sind sie einzigartig. Das „Hunterversum“ mit einer Schwarzen Familie, mit Asmodi, mit Freaks und mit einer Frau/Hexe wie Coco Zamis steht für sich.
Der Dämonenkiller ist darüber hinaus eine mitteleuropäische Serie. Die österreichischen und deutschen Einflüsse sind nicht zu übersehen. Und das ist gut so.
„Dorian Hunter“ mag vielleicht niemals verfilmt werden, aber die Serie hat sich längst zu einem Klassiker der deutschsprachigen Heftromanliteratur entwickelt. Ich bin stolz darauf, dass ich einen kleinen Teil zur stetigen Weiterentwicklung der Serie beitragen durfte und darf.

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DORIAN HUNTER Folge 1 erscheint als Extended Version auf Vinyl!

von am 23. Januar 2022

Vor Kurzem ist eine tolle Paketsendung bei mir eingetroffen, wie ihr im Video unten sehen könnt – die Testpressung der kommenden Vinyl-Sonderausgabe einer Extended Version von DORIAN HUNTER Folge 1, „Im Zeichen des Bösen“, die sich perfekt auf meinem Plattenteller dreht!!

Extended Version, häh? … Ja, es handelt sich um genau das! Eine um ca. vier Minuten verlängerte Version – ergänzt um Original-Aufnahmematerial aus den Jahren 2007 und 2008, also durchweg Material, das wir vor dem Start der Hörspielserie im August 2008 aufgenommen haben! Unter anderem sind darin zwei Szenen mit Dorians Bruder Robert Fuller zu hören, gesprochen von Patrick Bach, der in der regulären Hörspielfolge 1 ansonsten nur mit etwas Gelächter im Hintergrund zu hören ist. Auch sonst gibt es viele kleine Abweichungen und Szenenergänzungen, die damals erst unmittelbar vor der Anfertigung des CD-Masters aus der Folge herausgeschnitten wurden und damit bisher unveröffentlicht sind.

Die Vinylausgabe der Extended Version von DORIAN HUNTER Folge 1 ist auf 300 handnummerierte Exemplare limitiert und ab sofort auf hier im Shop auf www.zaubermond.de erhältlich. Und weil viele von euch jetzt sicherlich fragen: Nein, es ist vorläufig keine CD- oder Stream-Ausgabe dieser Version geplant. Es handelt sich also um ein echtes Sammlerstück, das ihr euch nicht entgehen lassen solltet! 🙂

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Der wahre Horror: Die Leiden eines Sammlerlebens

von am 14. Januar 2022

Mein Autorenkollege Michael Marcus Thurner hat es gut: Fährt in der Weltgeschichte herum und hat ständig was zu erzählen und zu schreiben. Seit gut zwei Jahren praktiziere ich das genaue Gegenteil: Mehr und mehr findet von zu Hause statt; Besprechungen bei Verlagen werden telefonisch oder online abgehalten; Lesungen sind rar geworden; Cons und Buchmessen sind ausgefallen … Was bleibt mir? Mich ganz auf mich und meine Leidenschaften zu besinnen …

Die Vitrine des Grauens

Nun war ich nie ein typischer Sammler, aber immer schon ein begeisterter Leser. Und so hat sich dann im Laufe der Jahrzehnte doch vieles an Büchern, Heften und Magazinen angesammelt: Von alten Comics wie meinen PRIMO-Heften, meinen ersten PLAYBOY-Magazinen, Heftromanen bis – natürlich – auch „echter“ Literatur. Mein Keller ist angefüllt mit den alten Sachen. Die „echte Literatur“ und Sachbücher stehen im Wohnzimmer in einer Regalwand (die ich mir mit meiner Frau teile) – wer will schon seine Besucher schocken, wenn sie dort stöbern und Bücher mit Titeln wie „Der Folterknecht“ oder „Die Hure des Teufels“ (um mal eher harmloseste zu nennen) ansichtig werden. Obwohl, ich gebe zu, es mir egal wäre, aber meiner Frau nicht.

Nun, bis vor wenigen Jahren hatte ich ein ganzes Zimmer angefüllt mit Horror-Literatur. Das musste dann leider (auch hier ist meine Frau nicht ganz unschuldig) weichen, sodass mittlerweile auch mein zuvor buchfreies Arbeitszimmer gut bestückt mit Büchern ist: Fast ausnahmslos mit meinen Lieblingsreihen wie den VAMPIR- und DÄMONENKILLER-Taschenbüchern aus dem seligen Pabel-Verlag.

Mein Prunkstück aber ist mein Vitrinenschrank mit meinen Werken. Ja tatsächlich, die sind alle von mir. Ich bin manchmal selbst erstaunt bis erschrocken, was ich in all den Jahrzehnten veröffentlicht habe, wobei ich erst seit zehn Jahren selbstständig als freier Autor arbeite. Aber so viel kann ich sagen: In diesem Schrank bewahre ich ein Gutteil meines Lebens.

Jetzt aber zu den Leiden (und auch hier steckt wieder … ihr wisst schon). Jedenfalls musste erst der Keller dran glauben. So ganz fertig mit dem Ausmisten bin ich noch lange nicht, aber von einem großen Teil der „Altlasten“ befreie ich mich nach und nach. Manches tut richtig gut, sich davon zu trennen. Anderes schmerzt. Im Zweifel gehe ich nach der Devise: „Hast du so viel Lebenszeit, dass du dieses Buch/Heft/Magazin noch irgendwann einmal lesen wirst? Und so behalte ich nur die Dinge, wo ich die Frage mit „Ja“ beantworten kann. Und natürlich die, die mir wirklich am Herzen liegen (siehe oben).

Mit dem guten Vorsatz, mich weiter zu erleichtern, bin ich ins neue Jahr gestartet. Manchmal komme ich mir vor wie Sisyphus, denn ohne Bücher kann ich nicht leben – und es erscheinen ja ständig neue. Ebenso natürlich Magazine und Hefte.

Ich sage euch beizeiten, was aus meinem Vorsatz geworden ist – spätestens im nächsten Jahr …

Mit schwarzen Grüßen
Uwe

PS: Nein, nicht ich habe an der Nase des Schneemanns herumgeknabbert – das war meine Hündin Rebecca!

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George McMahon

von am 7. Januar 2022

Vor kurzem habe ich in meinen persönlichen Archiven gegraben und mir mal die Veröffentlichungslisten der „alten“ Dämonenkiller-Serien angesehen. Ich wusste, dass eine Menge Kollegen daran beteiligt gewesen waren. Viele davon kannte und kenne ich, habe auch mit ihnen zusammengearbeitet. Allen voran natürlich mit Ernst Vlcek.

Bei dieser Suche ist mir auch das Pseudonym George McMahon (vulgo Hubert Haensel) untergekommen. Ich muss gestehen, dass ich seine Rolle beim Dämonenkiller völlig verdrängt hatte. Fünf Heftromane hatte er insgesamt verfasst, ziemlich zu Beginn seiner Karriere als Autor. Anschließend fasste er bei Mythor Fuß, schrieb für die Atlan-Serie und wurde letztlich zum Teamautor bei Perry Rhodan.

Ich arbeite mit Hubert seit bald 20 Jahren bei Perry Rhodan zusammen – und noch viel länger kenne ich ihn. Zu seinem 50. Geburtstag war ich bei ihm und seiner Familie auf Besuch; erst zu diesem Zeitpunkt beschloss er, sich hauptberuflich der Schriftstellerei zu widmen und seinen damaligen Brotberuf aufzugeben. Man muss sich das mal vorstellen: Weit über zwanzig Jahre lang schrieb er ausschließlich nach Feierabend und am Wochenende, es sind gewiss mehr als hundert Romane in allen möglichen Genres während dieser Zeit entstanden. Ganze Serien hat er in dieser Zeit entworfen und zum Teil (fast) alleine geschrieben.

Hubert und ich sehen uns zumindest einmal im Jahr bei einer Autorenkonferenz. Er war aber auch schon einige Male in Wien auf Besuch; wir trafen uns auch auf Cons und sonstigen Veranstaltungen. Unsere Familien kennen sich; ich habe seine Kinder großwerden gesehen und Hubert meine. Und auch wenn Hubert zehn Jahre älter als ich ist, habe ich niemals einen Altersunterschied gesehen oder gefühlt.

Wir haben über die von ihm mitinitiierte Serie Die Abenteurer gesprochen, natürlich über Perry Rhodan, auch über Mythor. Aber über den Dämonenkiller haben wir nie ein Wort gewechselt. Sehr sonderbar … Jedenfalls möchte ich von ihm mehr über seine Rolle an der Seite von Dorian Hunter wissen. Es wird also in absehbarer Zeit also ein Interview mit George McMahon geben; derzeit geht sich’s terminlich nicht aus. Aber ich bin jetzt schon riesig gespannt, was Hubert Haensel zu erzählen hat. Weil eben diese Romane auch eng mit dem Beginn seiner Karriere als Autor verbunden sind.

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Ein frohes neues Jahr 2022!

von am 1. Januar 2022

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Hörerinnen und Hörer, wir wünschen euch an dieser Stelle von ganzem Herzen ein gutes, freundliches und gesundes Jahr 2022! 🙂

Der nächste Blogbeitrag folgt am Freitag, dem 7. Januar 2022.

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Dorian Hunter und die Dämonen der Weihnacht

von am 24. Dezember 2021

Nein, diesmal keine weitere Geschichte, obwohl ich eigentlich schon einen Plot dafür hatte. Ich habe mich nämlich gefragt, wie wohl die Zamis-Sippe Weihnachten feiert – beziehungsweise eher durchleidet. Wie schlimm muss es in Michael Zamis‘ Ohren klingeln, wenn allerorten von „heiligen Nächten“, „Gott in der Höh“, Jesus und Maria und den heiligen Engeln gesungen wird und dazu womöglich noch Glockengeläut die Nerven malträtiert? Auswandern hilft auch nicht, denn vor Weihnachten kann man einfach nirgendwohin davonlaufen.

Aber ist es nicht seltsam, dass gerade in dieser hochheiligen Zeit die Dämonen besonders aktiv sind? Zwischen Weihnachten beziehungsweise der Wintersonnenwende bis zum Dreikönigstag bescheren uns die zwölf Raunächte auch so manchen höllischen Spuk. So auch die Wilde Jagd, angeführt von Odin und Holla mit den Seelen der Toten im Gefolge. Wer dieses Spektakel am Himmel erblickt, sollte sich schleunigst verstecken, um nicht mitgerissen zu werden. Also Obacht!

Und auch sonst gibt es seit jeher wohlfeile Tipps, wie man sich in den Rauhnächten am besten vor den Geistern schützt: Wascht keine Wäsche! Pfeift nicht in der Früh, sonst beschwört ihr Unglück herauf! Schlag die Tür nicht laut zu, sonst ist ein Gewitter im Anzug. Und vor allem: Lüftet das Bett nicht im Freien, sonst werdet ihr unwiederbringlich krank!

Daher mein Rat: Bleibt am besten gleich im Bett.  Und damit es euch nicht zu langweilig wird, empfehle ich euch das ein oder andere Buch. Zum Beispiel „Unheilige Nacht“:
Nicht erst mit den Rauhnächten bricht eine besondere Zeit an. Es ist die Zeit der Einkehr. Die Dämonen werden mit zunehmender Dunkelheit von Nacht zu Nacht realer. Höchste Zeit also, Dorian Hunter und Coco Zamis in 9 Geschichten auf ihrer Winterreise zu begleiten.
Mit Storys von Simon Borner, Catalina Corvo, Logan Dee, Jörg Kleudgen, Catherine Parker, Christian Schwarz, Michael Marcus Thurner, Uwe Voehl und Susanne Wilhelm

Und damit verabschiede ich mich für dieses Jahr und wünsche euch im Namen des gesamten Zaubermond-Teams frohe Weihnachten! Und nie war mein Rat ernster gemeint als in dieser Zeit – denn nicht nur die Rauhnächte versuchen uns Menschen das Leben zu vermiesen:

Passt gut auf euch auf!
Uwe

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