Dorian Hunter

Wien, Wien, nur Du allein

von am 25. September 2020

Ab und zu mache ich einen längeren Spaziergang durch meine Heimatstadt Wien. Unweigerlich komme ich an Plätzen und Orten vorbei, die in den Serien „Dorian Hunter“ oder „Coco Zamis“ bereits mal eine Rolle gespielt haben. Manchmal sind sie bloß en passant beschrieben worden, dann wieder waren sie ein wichtiger Teil der Geschichte gewesen.

Der Stephansdom, der Wiener Prater, die Schönbrunner Straße als Geschäftsadresse von Skarabäus Toth oder auch die Villa Zamis im Wiener Vorortebezirk Hietzing, die Kapuzinergruft, das Haus des Meeres, das Basiliskenhaus, Diskotheken, Caféhäuser und Spelunken … Ich erkenne sie als Teil der Geschichte des Dämonenkillers wieder.

Manchmal verschwimmen Realität und Fiktion. Dann denke ich:  „Das ist doch das Haus in der Gumpendorfer Straße, in dem ich die Episode X angelegt habe ….“ Und: „Auf welchem Gleis des Westbahnhofs ist Coco Zamis gleich noch mal weggefahren, als sie es mit der Vertreterin einer der Sieben Todsünden zu tun bekam?“

Wien ist nun mal Heimat für mich. So, wie Ernst Vlcek und Kurt Luif hege ich eine tiefe Verbundenheit zur Stadt. Wien hat auch viel zu bieten: K.u.k-Flair, eine reichhaltige und weit in die Vergangenheit reichende Geschichte,  sehr viel Kultur und ebenso viele Sonderbarkeiten. Also nütze ich meinen Heimvorteil aus, zumal ich mich immer schon sehr für die Stadt interessiert habe. In meinem Fundus finden sich Hunderte Bücher über Wien, angefangen von Sagenbüchern über Statistikmaterial aus dem 19. Jahrhundert bis hin zu Schriftsammlungen über einzelne Bezirke. Vieles davon habe ich gelesen oder zumindest durchgeblättert, um neue Anregungen für „Dorian Hunter“ zu finden.

Doch diese Bücher sind bloß Beiwerk und Ergänzung. Denn die besten Geschichten, ergeben sich nun mal beim Spazierengehen. Meine Blicke bleiben oftmals an Details hängen. An einer alten Kassettenauslage aus Holz oder der Büste eine Türken mit einer riesigen Pfeife im Mund, die über einem Tor belassen wurde, obwohl die dazugehörige Zigarettenfabrik im Hinterhof des Gebäudes seit mehr als fünfzig Jahren geschlossen ist. An einem gusseisernen Kanaldeckel, unter dem das Rauschen eines der vielen Flüsse zu hören ist, die in einem unsichtbaren Netz die Stadt durchziehen …

Manchmal recherchiere ich diese Dinge nach und speichere mein Wissen irgendwo im Hinterkopf ab. Und wenn die Idee für eine Geschichte des Dämonenkillers allmählich reift und wenn ich sie in Szenen umsetzen möchte, dann sind diese Wissenssprengsel da. Sie drängen sich mir oftmals auf.

Und deswegen ist es so wichtig, dass ich von Zeit zu Zeit einen ausgedehnten Spaziergang durch Wien mache.

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Dorian Hunter

Wo kommt dieser Alastor eigentlich her?

von am 13. September 2020

Allen, die nicht nur DORIAN HUNTER, sondern auch DAS HAUS ZAMIS lesen, dürfte es wahrscheinlich schon aufgefallen sein. Dass Dorian derzeit mit einem Dämon namens Alastor zu kämpfen hat, ist kein Zufall. Denn dessen Ursprünge liegen in HUNTERs Tochterserie begraben.

Vor einigen Jahren beschloss Exposé-Autoren-Kollege Uwe Vöhl, DAS HAUS ZAMIS in eine etwas andere Richtung zu lenken. Die Serie lief nun schon so lange, dass es langsam unrealistisch wurde, wie viel Coco Zamis erlebt haben konnte, bevor sie schließlich am Anfang von DORIAN HUNTER auf unseren Titelhelden traf. Gemeinsam beschlossen wir deshalb, sie auch in DAS HAUS ZAMIS auf Hunter treffen zu lassen, allerding würden die Dinge ein wenig anders ablaufen als in der Hauptserie. Wir wollten sozusagen ein Paralleluniversum schaffen. Im Zuge dieses Plans erhielt Michael M. Thurner freie Hand in DAS HAUS ZAMIS 33: „Töte Dorian Hunter!“ und erschuf einen ziemlich beeindruckenden Roman.

Unter anderem stellte sich in diesem Roman heraus, dass in Dorian Hunter schon immer der Rachedämon Alastor schlummerte. Schon beim ersten Lesen fand ich diese Idee faszinierend. Und ich dachte mir: Wenn dieser Dämon schon immer in Hunter geschlummert hat, sich aber die Ereignisse in DORIAN HUNTER und DAS HAUS ZAMIS erst an dem Punkt voneinander zu entfernen beginnen, an dem Coco von Asmodi den Auftrag erhält, Dorian zu töten … dann müsste doch auch in dem Dorian in der mit unterstellten Serie ein Alastor verborgen sein. Nur dass er eben nie so sehr zutage getreten ist.

bis jetzt.

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Dorian Hunter

Ausblick auf die nächsten Romanheft-Cover

von am 11. September 2020

Nächste Woche bringen wir an dieser Stelle eine hübsche kleine Überraschung für Liebhaber der großartigen DORIAN HUNTER-Illustrationen von Mark Freier … Zur Einstimmung gibt es deshalb heute einen Ausblick auf die demnächst erscheinenden DH-Romanhefte. Einige der Illustrationen hat Mark nämlich – übrigens genauso wie die des aktuell erhältlichen Bandes 53 – exklusiv für die Romanheftneuauflage angefertigt. Wie üblich zeigen wir euch die Titelbilder in der Fassung, in der wir sie an den Bastei-Verlag liefern, das heißt, ohne die Bastei-Fußzeile:

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Dorian Hunter

Corona, der reinste Horror!

von am 28. August 2020

Nun, zumindest für die meisten Menschen gestaltet sich Corona als Horror. Und auch, wenn man sich irgendwie arrangiert und durchwurstelt, auch Horror-Autoren und Verleger sind nicht gegen die Nachwirkungen des Virus gefeit …

Michael Marcus Thurner:
„Ich reise zur Zeit sehr viel mit dem Motorrad umher und lass mich dabei von unterschiedlichsten Begebenheiten inspirieren. Corona wirkt sich insofern auf mein Leben aus, als ich einige Länder nicht bereisen konnte. Auf meine Arbeitssituation hat das Virus glücklicherweise kaum Einfluss.“

Wer wissen will, was es mit Michaels Reisen auf sich hat und was er sonst in Corona-Zeiten so plant, lest ihr auf seiner Website: http://www.mmthurner.at

Der aktuelle DAS HAUS ZAMIS-Band von Michael Marcus Thurner trägt den Titel „Tatkammers Sündenfall“.

Simon Borner:
„Corona war und bleibt ein gewaltiger Einschlag in meinem beruflichen Leben. Warum? Nun, aus zwei großen Gründen.

Nummer 1: Ich schreibe unter meinem bürgerlichen Namen Christian Humberg auch Kinderbücher und Romane außerhalb der Horror- und Romanheftszene und bin mit diesen quasi ständig auf bundesweiter Lesereise. Ich trete also häufig an Schulen und in Bibliotheken auf, bin auf vielen Messen, Lesefestivals und Cons zu Gast usw. Diese Buchungen (und die damit einhergehenden Lesungshonorare und Buchverkäufe im Anschluss an meine Veranstaltungen, die einen Teil meines jährlichen Einkommens ausmachen) fielen quasi über Nacht ersatzlos weg, als der Lockdown kam. Für das laufende Jahr sind aktuell sämtliche geplanten Auftritte gestrichen, und Planungen für 2021 betrachte ich mit einiger Skepsis.

Grund Nummer 2: Durch die zeitweilige Schließung des stationären Buchhandels gingen die dortigen Umsätze (nicht nur bei mir, sondern generell) um bis zu 80 Prozent zurück. Auch meine Frühjahrsnovitäten haben sehr unter diesem Rückschlag leiden müssen. Die vollen Auswirkungen dieses Einbruchs werden wir Autoren erst so richtig spüren, wenn die nächsten Verlagstantiemen ausgezahlt werden (oder eben nicht). Auch werden wir sie noch spüren, weil Verlage momentan deutlich genauer selektieren müssen, welche Titel sie für die nahe Zukunft überhaupt einplanen und produzieren. Durch Corona sind zahlreiche Bücher kurz vor knapp gecancelt oder für bessere Zeiten verschoben worden – in einem meiner Fälle sogar kurz vor Drucklegung. Schlicht weil es plötzlich keine Möglichkeit mehr gab, sie erfolgreich an den Leser zu bringen. Auch das wird noch eine ganze Weile lang in der Branche nachhallen und dafür sorgen, dass es viele, viele schöne Buchideen gar nicht erst auf den Markt schaffen werden – darunter zweifellos auch zukünftige Titel von mir.

Aber ich habe (bislang?) Glück im Unglück. Trotz aller Rückschläge (und trotz der arg mangelhaften finanziellen Hilfen für uns Soloselbständige) bleibe ich zumindest beschäftigt. Aktuell arbeite ich an einer kleinen Reihe von Kriminalgeschichten für einen bekannten großen Publikumsverlag, die mir viel Freude bereiten. Sie waren zum Glück bereits vor Corona in trockenen Tüchern, sind aber noch streng geheim und stehen hoffentlich ab dem kommenden Sommer überall in den Läden. Ich gebe euch sehr gerne Bescheid, wenn es so weit ist. Und wer weiß? Vielleicht klopfen ja auch Dorian Hunter und Coco Zamis bald wieder an meiner Bürotür an und wollen, dass ich sie bei neuen gruseligen Abenteuern begleite. Es wäre mir – wie immer – eine ausgesprochene Ehre!“

Auf seinem YouTube-Kanal präsentiert Simon regelmäßig kostenlose Lesungen. Und wer möchte, kann ihn gerne anschreiben und sich ein handsigniertes Exemplar seines neuen Grusel-Taschenbuchs „GOTHAM NOIR“ sichern. Auch dazu finden sich „Vorleseproben“ auf seinem YouTube-Kanal. Simon verschickt per Post, kontaktlos von Haustür zu Haustür. 🙂 Und natürlich sind derartige Bestellungen eine große Unterstützung für alle Autoren.

Der aktuelle DORIAN HUNTER-Roman von Simon Borner trägt den Titel „Der heilige Dämon“.

Christian Schwarz:
Hat sich mein Leben durch Corona verändert? Klar hat es das – wenn auch nicht so stark wie bei vielen anderen. Im Hauptberuf bin ich Redakteur bei einem Anzeigenblatt. Dort habe ich ein schnuckeliges Büro, das ganz alleine mir gehört. Das heißt, dass ich auch während des Lockdowns jederzeit zur Arbeit durfte. Ich war also nie eingeschränkt, durfte immer raus. Meine Frau sowieso, die ist Krankenschwester und wurde und wird dringender denn je gebraucht. Andererseits hat Corona fertiggebracht, an was zuvor ganz und gar vergeblich herumgekratzt hatte. Ich habe Home Office bekommen! So konnte ich immer wählen, ob ich von zu Hause aus arbeite oder ins Geschäft fahre. Allerdings: den größten Teil des Tages bin ich zu Hause geblieben, um auf meinen alten Hund aufzupassen. Die braucht mit ihren 16 Jahren jetzt viel Pflege und Zuwendung und will nicht mehr gerne alleine sein. So kann ich jetzt Hundehüten und Arbeit sehr gut verbinden, was vorher nicht ging. Corona sei Dank, muss ich da fast schon sagen.

Tja, ich bin schon seit Anfang April in Kurzarbeit. Wie so viele andere auch in meiner Branche. Offiziell arbeite ich nur 40 Prozent, bei aufgestockten 80 Prozent Lohnausgleich. Hört sich erst mal gut an. Jede Menge Zeit, um endlich mal vieeeeel mehr Romane zu schreiben. Denn da ist die Auftragslage gut. Dorian Hunter, Jerry Cotton, Maddrax, Zamorra, überall sind meine Dienste gefragt. Aber grau ist alle Theorie. Da ich bei der Zeitung redaktionell zwar tatsächlich nur eine Notausgabe mache, nun aber auch alle Sonderseiten übernehmen muss, die zuvor meine Mitarbeiterinnen produzierten, bin ich eher bei 110 bis 120 Prozent. Da hören sich die gegengerechneten 80 Prozent Lohn dann schon nicht mehr so gut an. Zumal ich dann ja nicht mehr Romane als vorher schreiben kann. Eher weniger. Könnte. Denn auch hier kommt die Theorie ein wenig ins Stolpern, wie wir nachher noch sehen werden. Dafür danke ich Corona trotzdem nicht.

Auch wenn es angesichts dieser Ausführungen etwas paradox klingen mag: Mein Leben hat sich entschleunigt. Denn mit Corona sind die ganzen Stadionbesuche weggefallen, die ich wirklich exzessiv betrieben habe. Aber das ist mir erst jetzt so richtig klar geworden. Champions League in der Allianz Arena in München, VfB Stuttgart, FC Altach in Österreich, FC St. Gallen in der Schweiz – ich war jedes zweite Wochenende und an den Champions-League-Spieltagen in irgendeinem Stadion, weil die allesamt in erreichbarer Nähe liegen. Ach ja, die Besuche beim Bundesliga-Handball hätte ich fast vergessen. Balingen-Weilstetten ist ein Katzensprung entfernt, Göppingen auch nicht so weit. Damals, vor Corona, wollte ich meine Sportveranstaltungsbesuche eher noch ausweiten. Völlig gaga. Denn als man mir dieses Spielzeug weggenommen hat, merkte ich, dass ich es eigentlich gar nicht vermisse. Plötzlich gab’s wieder Familienleben am Wochenende, auch abends bin ich fast immer zu Hause. Meine Frau freut sich. Und mein alter Hund erst. Die geht gar nicht mehr weg von mir. Fünf Monate kein Gedanke an irgendwelche Stadionbesuche, im Gegenteil. Ich habe die Ruhe genossen. So langsam allerdings kommt die Sehnsucht auf leisen Sohlen schleichend zurück. Doch, ich würde schon gerne mal wieder gehen. Meine Triple-Bayern mal wieder live sehen, das wär’s doch. Aber es ist jetzt nicht so, dass ich unter Entzugserscheinungen leide.

Ach ja, auch der wöchentliche Besuch in meiner Stammkneipe ist von Corona gekillt worden. Selbst seit ich wieder hin darf, komme ich da nur schwer in die Gänge. Irgendwie habe ich keine richtige Lust mehr da drauf. Ich bin jetzt lieber zu Hause. Und setze mich auch jetzt gerne wieder abends hin, um noch ein oder zwei Kapitel an meinem aktuellen Roman zu verfassen. Insofern schreibe ich doch ein kleines bisschen mehr als zuvor. Im Moment ist ein Cotton dran, dann kommt ein Maddrax. Und dann freue ich mich auf einen Dorian-Hunter-Doppelband, den ich dieses Mal ganz alleine stemmen darf. Muss alles noch vor Weihnachten fertig sein. Und im neuen Jahr will ich dann unbedingt mal wieder einen Zamorra machen. Da habe ich schon lange nichts mehr abgeliefert.

Ob sich mein Leben bis dahin erneut verändert hat? Keine Ahnung. Ich lasse mich einfach mal überraschen, wie das mit dem Corona-Zeugs weitergeht. In aller Ruhe, ohne Hektik, zu Hause.

Der aktuelle DORIAN HUNTER-Roman von Christian Schwarz trägt den Titel „Alastors Siegeszug“.

Andrea Bottlinger:
Andrea hat ihre bedrückenden Gedanken zum Thema auf ihrer eigenen Webite niedergeschrieben und sind hier nachzulesen.

Andrea bildet nach wie vor zusammen mit M.M. Thurner die Exposé-Redaktion für DORIAN HUNTER. Demnächst steht der Jubiläumsband 100 an, der den Titel „Dämonensterben“ trägt.

Und ich?
Wie viele von euch habe ich mich irgerndwie eingerichtet in meiner Blase. Da ich als Solo-Selbstständiger, wie es jetzt so schön neudeutsch heißt, eh zu Hause arbeite und tagsüber kaum einen Menschen sehe, hat sich meine berufliche SItuation wenig geändert. Dennoch fehlt mir gerade daher der Ausgleich. Ich bin ein kulturell sehr interessierter Mensch: Theater, Kino und sonstige Veranstaltungen lagen lange brach bzw. reizen mich auch jetzt wenig angesichts der Bedingungen, unter denen sie stattfinden. Auch meine eigene jährlich stattfindende Lieblingsveranstaltung „Morde im Grünen“ wurde gecancelt. Alles erscheint mir bizarr und wie ein schlechter Traum. Mehr noch als die Gegenwart bedrückt mich der Gedanke an die Zukunft. Horror zu schreiben und auch zu lesen erscheint mir im Moment eine gute Alternative, um mich abzulenken. Angesichts der realen Schrecken ist ein guter Horrorroman oder -Comic für mich jedes Mal ein Ausflug in eine angenehmere und vor allem vorhersehbarere Welt. Wer hätte das noch vor ein paar Monaten geglaubt?

Nach wie vor aktuell ist mein erster HEXENHAMMER-Roman „Die Inquisitorin“ – sowohl als Buch oder E-Book als auch als grandios eingespieltes Hörbuch oder MP3-Download!

Passt weiterhin auf euch auf, bleibt gesund und lest ein paar gute Horror-Romane!

Uwe

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Dorian Hunter

In den Abgrund – Im Gespräch mit Catalina Corvo

von am 16. August 2020

Catalina Corvo hat den zweiten Teilroman von DORIAN HUNTER Band 73 geschrieben und hatte damit die Aufgabe, den Jong-Zyklus abzuschließen. Heute erzählt sie ein wenig darüber, wie das war und welche Schwierigkeiten sie dabei überwinden musste.

Andrea: Hallo Catalina. Worauf können sich die Leser, die Band 73 Anfang September in den Händen halten werden, freuen?
Catalina: Nun, der charismatische Jong, seit Jahrhunderten Dorians Nemesis, wird nicht einfach sang- und klanglos untergehen. Dass er in der finalen Auseinandersetzung für Furore sorgt, sollte klar sein. Das zieht einige unerwartete Folgen nach sich. Ein überraschendes Ende wird garantiert. Außerdem wird die Magische Bruderschaft im gesamten Band eine große Rolle spielen. Nachdem sie zuvor länger nicht mehr vorgekommen ist, wird das einige Leser sicher freuen.

Zunächst war gar nicht geplant, dass du den zweiten Teil des Bandes übernimmst. Du bist kurzfristig für einen verhinderten Kollegen eingesprungen. Wie war es für dich, auf diese Weise unerwartet an das Zyklus-Finale zu kommen?
Zuerst war mir gar nicht klar, dass es sich um das Finale handelt. Als ich dann das Exposé gelesen hatte, habe ich erst einmal geschluckt, denn ich stand vor einer ziemlich großen Aufgabe. Dass ich sie übernehme, erschien aber nur logisch, da ich ja bereits einige Bände zum Jong-Zyklus beigesteuert hatte und mich in Dorians früherem Leben als der Sklavenjunge Eno bestens auskannte. Ein unschätzbarer Vorteil.

Ich war auch wirklich sehr froh, dass ich dich für diese Aufgabe gewinnen konnte. Wie bist du an diesen Roman herangegangen? War das Finale anders als andere Bände?
Auf jeden Fall. Einige der darin enthaltenen Entwicklungen dürften harter Tobak für die Leserschaft sein. Sie richtig zu beschreiben, erforderte Feingefühl und eine ordentliche Portion Dramatik. Aber es hat unglaublich Spaß gemacht, die Handlungsfäden zu einem würdigen Abschluss zu bringen. Ich bin sicher, dass uns ein sehr guter Abschlussband gelungen ist. Das Exposé sorgt außerdem dafür, dass sich aus den dramatischen Ereignissen dieses Finalbandes neue Handlungsfäden für den Folgezyklus entwickeln, so dass wir danach ohne großen Bruch weitermachen können.

Im Jong-Zyklus wird ja recht viel gestorben, auch unter den Charakteren, die schon von Anfang an dabei sind. Auch im Finale muss noch jemand daran glauben, den Leser und Autoren wahrscheinlich gleichermaßen lieb gewonnen haben. War es hart, das zu schreiben?
In der Tat. Aber der erste Band des neuen Zyklus trägt nicht umsonst den Titel „Aus der Asche“. Ich habe daher Hoffnung für die Zukunft.

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Dorian Hunter

Was das Nordkapp mit Dorian Hunter zu tun hat

von am 14. August 2020

Derzeit befinde ich mich auf Reisen. Nein, ich bin nicht auf Urlaub. In erster Linie bereite ich mich auf ein Reise- und Schreibprojekt vor, das mit 2021 und 2022 in Beschlag nehmen wird.
Aber diese Vorbereitungsreise, die mich bis aufs Nordkapp raufgeführt hat (ich habe mein Ziel gestern erreicht), wird sich auch in den Inhalten von DORIAN HUNTER niederschlagen …

Ich bin gerne mit dem Motorrad unterwegs, und das seit mehr als 35 Jahren. Ich liebe es, die Straßen entlangzuhuschen und dabei Eindrücke links und rechts des Weges aufzunehmen. Auf meinem Weg vom Süden Österreichs zum nördlichsten anfahrbaren Punkt von Festland-Europa hatte ich einige Begegnungen, die irgendwann einmal in meine Arbeit für DORIAN HUNTER einfließen werden. Es sind einfache Dinge und Beobachtungen, die aber in mir nacharbeiten. Oder aber Streckenabschnitte, die besonders ungewöhnlich, unheimlich oder gar angsterregend sind.
Ein Hochlandmoor, das sich über 50 Kilometer hin erstreckt, nur wenige 100 Kilometer vor meinem Ziel, wird definitiv Eingang finden in einem meiner nächsten Exposés. Oder da wäre dieser finnische Fischer, der unmittelbar neben mir sein Zelt aufgeschlagen hatte und um Mitternacht (bei gutem Licht) fischen ging. Er scherte sich nicht darum, dass die Lachse, die er fing, von einem gefährlichen Parasiten befallen sein konnten und ging achselzuckend darüber hinweg. Oder da war diese völlig saubere norwegische Kleinstadt am Ende der Welt, in der allerdings ein sturzbetrunkener Mann von der Ambulanz aufgesammelt werden musste. Er war verwachsen, das Gesicht verschroben. Es war mir für einen Moment, als hätte es zwischen der Welt des Dorian Hunter und meiner eine kleine Öffnung gegeben und als wäre ein Freak zu mir durchgedrungen …

Ich habe Unmengen von Anregungen gesammelt. Ein knorriger Buchenast fällt mir gerade ein. Ein Rentier, das über die Straße stolzierte und sich benahm, als wäre es der Herrscher dieses Landes. Ein Tümpel, in den ich hineinstolperte und in dem ich beinahe meinen Stiefel verloren hätte. Ein Zeltplatz am düstersten Ende eines Sees, umrahmt von Gipfeln, die an Schroffheit ihresgleichen suchten …

Reisen bildet. Reisen bringt auch neue Ideen hervor. Ich bin in der absolut glücklichen Lage, diese Ideen in Bücher umsetzen zu dürfen. Und so werden winzige Beobachtungen der Realität oft zu unheimlichen Geschichten meiner Fantasie.
Ich liebe meinen Beruf.

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Hexenhammer

Alles Leid währt Ewigkeit …

von am 7. August 2020

Noch wenige Wochen, und es geht endlich weiter mit der HEXENHAMMER-Saga! Schrieb ich letztens noch, dass eine Serie wie DAS HAUS ZAMIS, die nunmehr nur noch einmal jährlich erscheint,nun anders konzipiert werden muss, so zeigt HEXENHAMMER, wie es zukünftig laufen könnte. Denn „Alles Leid währt Ewigkeit“ (HEXENHAMMER 2) spinnt zwar die Handlung um Charlotte de Conde von Band 1 weiter fort, kann aber auch als eigenständiges Werk gelesen werden. Einen ersten Appetithappen aus dem Buch möchte ich euch hiermit vorstellen:

„Tu es nicht! Geh nicht hinein!“, flüstert die Stimme in meinem Kopf.

„Tu es!“, flüstert eine andere.

Ich weiß nicht, auf welche der Stimmen ich hören soll. Welcher ich vertrauen kann.

Das Haus steht einsam in der Landschaft. Wie ein Würfel, der, vom Teufel geworfen, zufällig hier zum Liegen gekommen ist.

Gehetzt schaue ich mich um. Das Wolfsgeheul ist näher gekommen. Das Rudel ist ausgehungert. Der Winter ist kalt und frostig. Eine dichte Schneedecke liegt über der Landschaft wie ein Leichentuch.

Die ersten Wölfe tauchen auf dem Hügel auf. Wie Scherenschnitte wirken ihre schwarzen Schatten auf dem weißem Grund.

Ich zögere nicht länger und öffne die Tür. Warum wundere ich mich nicht, dass sie nicht verriegelt ist?

„Weil du hier willkommen bist!“, flüstert die zweite Stimme.

„Weil es eine Falle ist“, warnt die zweite.

Rasch schließe ich die Tür hinter mir. Keinen Augenblick zu früh, denn schon wirft sich ein Wolf von außen dagegen. Sein Wutgeheul dringt mir durch Mark und Bein.

Doch dann vergesse ich die Wölfe und die Gefahr, in der ich bis eben noch schwebte. Zu wunderlich ist der Raum, den ich betreten habe.

Flackernder Kerzenschein erhellt ihn. Das Licht fällt auf die dicht gedrängten Bilder. Kaum ein Platz an den Wänden ist mehr frei.

Ich trete näher und betrachte die Bilder. Sie alle müssen von demselben Maler stammen. Sie tragen eine Handschrift.

Und sie alle zeigen Kinder. Mädchen und Jungen unterschiedlichen Alters.

Aber es sind keine fröhlichen Gesichter. Die Kinder weinen, und in ihrer Miene spiegeln sich Trauer und Leid.

Leid, wie auch ich es empfinde.

Und alles Leid in mir währt Ewigkeit.

Wer sind all die Kinder? Wer hat ihnen wehgetan? Was müssen sie erlitten haben?

Ein Schluchzen.

Es kommt von oben.

Zögernd gehe ich die knarrenden Stufen hinauf. Je höher ich gelange, umso schwerer fällt mir jeder Schritt. Mir ist, als würde jemand von hinten an mir ziehen, jemand, der mich schützen möchte vor dem, was mich oben erwartet. Dann aber ist es mir, als würde ich einen Stoß in den Rücken erhalten, der mich weiter hoch befördert.

Und so geht es in einem fort. Ich werde nach hinten gezogen, dann wieder nach oben gestoßen. Wie ein Fetzenball fühle ich mich den unbekannten Kräften, die an mir zerren, ausgeliefert.

Gleichzeitig höre ich erneut die widerstreitenden Stimmen.

„Dort oben erwartet dich die Erkenntnis!“, lockt die eine.

„Dort oben erwartet dich Leid“, warnt die andere. Und sie setzt hinzu: „Das Leid wird nicht allein deins bleiben. Es wird viele treffen. Es wird …“

Die zweite Stimme verstummt. Ich vernehme das triumphierende Lachen der ersten. 

Zugleich fühle ich mich emporgetragen. Da ist kein Zurückzerren mehr in meinem Rücken.

Halb fürchte ich mich, halb giere ich nach dem, was mich erwartet.

Dann stehe ich dort oben. Auch dieser Raum ist von Kerzenschein erhellt. 

Nur ein einziges Gemälde hängt an der Wand. Es ist winzig, sodass ich nähertreten muss, um es zu betrachten.

Doch als ich davorstehe, kommen mir selbst die Tränen.

Denn ich sehe –

MICH!

Doch noch während ich das Bild anstarre, beginnt es sich zu verwandeln, und ich schaue in das weinende Antlitz eines Jungen, der mir so ähnlich sieht, als wäre er mein Bruder.

Mein Bruder, den ich niemals hatte.

So also beginnt der zweite Band der HEXENHAMMER-Saga um Charlotte de Conde, deren Existenz sich einmal mehr mit dem Leben des Dämonenkillers kreuzt – von finsterer Vergangenheit bis in die unmittelbare Gegenwart. Vorbestellen könnt ihr das Buch ab sofort hier!

Seid gespannt und bleibt gesund!
Uwe

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Hexenhammer

GEWINNSPIEL: Hexenhammer

von am 31. Juli 2020

GEWINNSPIEL!

Der zweite Teil der HEXENHAMMER-Reihe von Uwe Voehl erscheint im Oktober! Um euch schon mal ein wenig den Mund wässrig zu machen, verlosen wir 3x ein Poster sowie entweder das Buch oder Hörbuch des ersten Teils „Die Inquisitorin“ – beides vom Autor signiert!

Um teilzunehmen, müsst ihr die Namen von drei Personen erraten, die in der Geschichte vorkommen. Schreibt uns an jugendstilvilla@dorianhunter.de oder bei Facebook.

Das Gewinnspiel endet am Sonntag den 2. August, um 23:50 Uhr.

Hörprobe: https://youtu.be/Tdxd8Svbspk

Unsere Teilnahmebedingungen: http://bit.ly/zaubermond-teilnahmebedingungen

Viel Glück!

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