„Achte auf den Mann mit dem schwarzen Mantel!“

von am 23. September 2022

Welker Blättertanz im Hexenkreise,
Nebelgeister wirbeln leise
Und auf stille Weise
Macht der Sommer sich
Auf weite Reise …


Heute ist Herbstanfang. In alten Zeiten wurde besonders im Spätherbst der Bund der Ehe geschlossen, insbesondere an Tagen des zunehmenden Mondes oder Vollmondes. Seht euch also vor, wer euch da ehelichen will – es könnte jemand aus der Schwarzen Familie sein, der es auf euch abgesehen hat!

In der Dunkelheit durften Kinder und alte Frauen das Haus nicht mehr verlassen, weil es draußen spukte. Alle Arbeiten draußen auf dem Feld sollten nun bald erledigt sein und die Tiere wieder im Stall stehen – spätestens aber am 29. September, einem wichtigen Lostag, sollte alles vollbracht sein.

Tag und Nacht sind gleich lang. Und ab heute wird jede Nacht ein wenig länger, was echten Horror-Fans eh entgegenkommt.

Zum Beispiel, um sich entspannt mit einem Glas blutrotem Wein im Ohrensessel zurückzulehnen und dem Dorian Hunter-Hörspiel „Herbstwind“ zu lauschen.

Ich habe es mir heute Nacht wieder angehört, und auch wenn der Wind nicht ums Haus pfiff und der Regen nicht ans Fenster prasselte, lief mir gleich zu Anfang ein echter Schauer über den Rücken. Ich sage nur: „„Achte auf den Mann mit dem schwarzen Mantel!“

Probiert es aus!

Schaurige Nächte!
Uwe




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Zaubermond-Autor Friedrich Tenkrat alias A. F. Morland ist gestorben

von am 2. September 2022

Der Autor verstarb am 27. August 2022 im Alter von 82 Jahren. Bis zuletzt war Fritz Tenkrat aktiv, und gerade erst vor wenigen Monaten erschienen neue Romane seiner beliebten Serie Tony Ballard im Gespenster-Krimi – also da, wo sie vor Jahrzehnten gestartet war. Die letzten seiner noch unveröffentlichten Tony Ballard-Manuskripte (wie auch Jerry Cotton) werden in den nächsten Monaten posthum erscheinen.

Ich habe Fritz Tenkrat leider nicht kennenlernen dürfen, aber ich spüre in meinem Autorenumfeld eine große Betroffenheit. So schrieb mir Timothy Stahl: „Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass Fritz Tenkrat sicher einer der freundlichsten, liebenswürdigsten und rundherum sympathischsten Menschen war, die ich je kennenlernen durfte. Man musste ihn einfach mögen, das ging gar nicht anders. Und er war neben Jason Dark definitiv der Mensch, der die Lust zum ‚Heftchenschreiben‘ in mir weckte und damit mein Leben mitbestimmte.“

Es gibt sicherlich nicht wenige Autoren, die mit seinen Abenteuern aufgewachsen sind und sich von seinem Stil inspirieren ließen. So erinnert sich Professor Zamorra-Autor Thilo Schwichtenberg: „Tony Ballard wurde meine absolute Lieblingsserie. Die parallelen Handlungsstränge und die Gegebenheiten in der Hölle habe ich von Fritz Tenkrat übernommen. Er hat mich und mein Schreiben von Anfang an beeinflusst.“

Ich weiß nicht mehr, ob ich es in einem Interview gelesen habe oder Ernst Vlcek es mir erzählt hat, als ich ihn mal fragte, ob er Fritz Tenkrat gut kenne. Denn da beide in Wien lebten, wunderte es einen schon, dass Fritz Tenkrat, der ja bei zig Serien mitschrieb, nie einen Dämonenkiller-Roman verfasst hat. Ab und zu nur sei man sich im Postamt über den Weg gelaufen, erinnerte sich Ernst. Meistens dann, wenn sie ein neues Manuskript an den Verlag schickten.

Auch im Zaubermond Verlag war Tony Ballard kein Unbekannter: Seit März 2005 erschienen immerhin 40 Hardcover-Bände, bevor die Serie in der Romantruhe weitergeführt wurde.

Fritz Tenkrat beim Signieren. Foto: Timothy Stahl

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Das silberne Phantom: Warum du Rüdiger Silbers außergewöhnliche Romane unbedingt lesen solltest!

von am 12. August 2022

Nächsten Dienstag, am 16. August, erscheint mit Band 48 unter dem Titel „Die lauernde Bibliothek“ ein Roman von Rüdiger Silber. Rüdiger Silber ist das Pseudonym meines 2016 verstobenen Freundes Malte S. Sembten, an den ich in diesem Blogbeitrag erinnern möchte, denn seine Geschichten und Romane waren stets außergewöhnlich. Und so erwartet euch auch diesmal ein außergewöhnlicher Roman.

DAS HAUS ZAMIS Heft 48: „Die lauernde Bibliothek“

Der am 22. April 2016 verstorbene Schriftsteller, Übersetzer, Lektor und Zeichner Malte S. Sembten war nicht nur mehr als zwei Jahrzehnte mein Weggefährte, wenn es darum ging, Fanzines herauszugeben oder Storys zusammen zu schreiben, sondern er war – vor allen Dingen in den letzten Jahren seines Schaffens – Profi. Also jemand, der für sein Schaffen gemeinhin Honorar bezieht. Zuvor bezeichnete er sich selbst als „Gentleman Writer“ ganz in britischer Tradition.

Wie so viele Schriftsteller des Makabren seiner Generation nutzte Malte S. Sembten die Gelegenheit, in der Romanheftreihe JOHN SINCLAIR mit einer Lesergeschichte zu debütieren. 1996 erschien in der 4. Auflage in Band 194 die Story „Der Spiegeleimann“.

In der Folge erschienen immer wieder Storys von Malte in Anthologien. In denen der Kleinverlage floss sicherlich kaum bis kein Geld, aber bereits 1997 erschien im Heyne Verlag innerhalb der Reihe ISAAC ASIMOVS SCIENCE FICTION die Kurzgeschichte „Blind Date“, eine Veröffentlichung, auf die der Autor zu Recht sehr stolz war und für die er 1998 mit dem Kurd-Laßwitz-Preis ausgezeichnet wurde.

Bereits 2006 schlug ich Malte S. Sembten vor, für die Buchreihe COCO ZAMIS einen Teilroman zu verfassen. Malte wählte als Schauplatz u.a. das damals noch existierende Dracula Museum, das er sehr gut kannte. Leider traf dieser Roman (Die lauernde Bibliothek) nicht ganz den Nerv der Serie – eben weil er, wie oben erwähnt, außergewöhnlich in vielerlei Hinsicht war – sodass es bis 2013 dauerte, ehe er einen zweiten Anlauf wagte (Der Folterkeller). Auch in den folgenden Bänden war Malte regelmäßig im HAUS ZAMIS (wie die Serie inzwischen umgetauft worden war) mit Romanen vertreten, ebenso in der Schwesterreihe DORIAN HUNTER des Zaubermond-Verlages.

Obwohl Malte für diese Serien unter seinem Pseudonym Rüdiger Silber schrieb, nahm er die Arbeit dafür sehr ernst. Er recherchierte ausgiebig, obwohl in der Regel umfangreiche Exposés vorlagen. Auch hinterfragte er jeden einzelnen Baustein, kämpfte für jede eigene Idee, die ihm besser schien und versuchte sie durchzusetzen. Exemplarisch zitiere ich aus einer Mail, die er mir schrieb, nachdem wir einige unterschiedliche Standpunkte ausgetauscht hatten. Es geht darin um die Frage, wie eng ein Autor sich an das Exposé halten sollte:

„Auch ich stehe dem lektorierten Roman jetzt wieder positiver gegenüber, nachdem ich z.B. die Fähigkeit Gouédés/Lady Mambas zur Verwandlung in eine Schlange erklären konnte. Logikmängel sind mir ein Gräuel (weswegen ich auch zum Übererklären neige).

Auch der neue Schlussabsatz stellt mich zufrieden (auf die letzten Sätze lege ich immer besonderen Wert). Den ursprünglichen Schluss mit ‚Coco & Rebecca’ als Anspielung auf ‚Thelma & Louise’ hatte ich von der ersten Romanseite an so geplant, aber nachdem Du die Erwähnung des Filmtitels am Anfang und am Ende des Romans gestrichen hattest, ergab ‚Coco & Rebecca’ als letzte Zeile partout keinen Sinn mehr.

Das sind so Details, die mir als Autor auffallen und bedeutsam vorkommen, aber Dir wahrscheinlich nicht. Umgekehrt kenne ich Dein Expo nicht so gut wie Du und hänge nicht so daran, weswegen mir die Abweichungen vom Expo nicht so schwerwiegend erscheinen.

So kommt dann wohl die unterschiedliche Wahrnehmung zur Krötenverteilung zustande.

Ja, so sah es der akribische Autor Malte S. Sembten, und machte es einem so nicht immer ganz leicht, wie man sich vorstellen kann. Beispiele nennt er ja selbst. Was Malte jedoch immer fertigbrachte: Sein Roman erschien mir immer weit besser, als es das jeweils von mir geschriebene Exposé erahnen ließ. Die obige Mail stammt übrigens vom 2. Januar 2016 und bezieht sich auf Maltes zu seinen Lebzeiten letzten geschriebenen Roman für die Serie DAS HAUS ZAMIS. Weitere waren geplant, auch für die Reihe DORIAN HUNTER. Dann jedoch ereilte mich ein Anruf von Maltes Vater, der ausrichten ließ, dass Malte den nächsten Termin wohl nicht werde einhalten können.

Neben dem menschlichen Verlust bedeutete Maltes Tod einen sehr großen Verlust für beide Serien.

Mit schwarzen Grüßen
Uwe

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Dorian, Coco und – John Sinclair! Oder: der etwas andere John Sinclair-Podcast

von am 22. Juli 2022

John Sinclair aber war der Grund, warum mich die Journalistin Amy Zayed für ihren Sinclair-Podcast vors Mikrofon gezerrt hat. Wir trafen uns um Mitternacht zur Sonnenwende bei den Externsteinen. Lauschig war’s.

Natürlich nutzte ich die Gelegenheit, auch über Hunter und Coco zu reden, sprich: ein bisschen Werbung zu betreiben. Amy gab mir die Vorlage, indem sie mir verriet:

„Ich hab dich ja gar nicht erst so mit Sinclair entdeckt, sondern eigentlich mit den Hunter-Romanen.“ Und dann wollte sie unbedingt einen Sinclair-Roman von mir lesen, weil, wie sie sagte, ich immer so ein bisschen düsterer sei.

Ookaay – da musste ich erst mal schlucken. Ich und düsterer? Finsterer? Aber es ist wahr. Auch mir wurde einmal mehr bewusst, dass Hunter und Coco einen ganz anderen Hintergrund haben: Sie waren von Anfang an düsterer. Sie waren und sind von ihrer Struktur her realitätsbezogener. Beide sind sie keine stets strahlenden Helden, sondern hin und hergerissen in ihrem Tun, in ihren Gefühlen – ja, manchmal regelrecht zerrissene Charaktere.

Zum Schluss haute mich Amy mit einem weiteren Bekenntnis um: „Coco Zamis ist für mich die geilste Frau ever! Ich hab mich mit ihr direkt identifiziert, also absolut! Es war so: BÄÄM!“

Und noch in einem anderen Punkt waren wir uns einig: Coco ist heute ein stärkerer Charakter denn je. Woran das liegt? Darüber haben wir uns sehr ausgiebig unterhalten …

Wer den ganzen Podcast hören will, kann das hier gerne nachholen:
John Sinclair-Podcast mit Logan Dee

Mit stets schwarzen Grüßen
Uwe

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GUARDIAN – Engel oder Teufel?

von am 1. Juli 2022

Wie schon in meinem letzten Blogbeitrag angekündigt, geht es im neuen DAS HAUS ZAMIS Buch 65, das den Titel „Guardian“ trägt, im zweiten Teilroman um eine geheimnisvolle Gestalt, die beauftragt wurde, Coco Zamis mehrerer – neudeutsch: – Challenges zu unterziehen. Michel Marcus Thurner, der diesen Roman geschrieben hat, spielt dabei virtuos mit der Vielschichtigkeit der Figur des Guardian. Einen weiteren Ausschnitt möchte ich euch daher nicht vorenthalten:

Guardian trat mit sicherem Schritt auf Georg zu. Er schien sehen zu können, wenn auch nicht mit seinen Augen. Unter der Binde zeichneten sich Schraubenköpfe ab, die durch seine Sehorgane gerammt worden waren. »Nimm meine Hand.«
Georg schnappte ohne zu zögern nach der Rechten des anderen. Er fühlte einen kräftigen Händedruck, dann eine besondere Form der Anspannung. Aus dem Rücken Guardians wuchsen Flügel, mächtig und breit, mit dichten Federn.
Engelsgleich stand Guardian da, breitbeinig und rasch atmend. Der Vorgang der Verwandlung schien ihn einige Kraft gekostet zu haben.
Die Flügel bewegten sich, schlugen hoch und nieder. Der Wind trug Georg einen sonderbaren Geruch zu, den er nicht so recht einzuordnen wusste.
Guardian riss ihn an sich, drückte ihn gegen seinen Körper – und hob sich abrupt in die Luft. In einem Vorgang, der physikalisch nicht erklärbar war. Die Flügel alleine waren es nicht, die sie gemeinsam hochtrugen. Es musste mehr dahinterstecken. Womöglich eine simple Magie, vielleicht aber auch ein abstraktes Modell wie Glaube. Der Glaube daran, fliegen zu können, auch wenn es gar nicht möglich war.
War Guardian ein Engel? Ein Wesen, wie es in der christlichen, mosaischen oder in der moslemischen Mythologie beschrieben wurde? Oder doch etwas ganz anderes?
Nun, Guardian hatte ihm Antworten versprochen. Und wenn er nicht reden wollte, würde Georg ihn dazu zwingen …

Vielleicht habt ihr ja schon reingeschaut in das neue Buch. Wenn ja, dann habt ihr sicherlich auch schon das Easter Egg entdeckt, das NICHT im Inhaltsverzeichnis angekündigt ist! 😉

Um was oder vielmehr wen es dabei geht? Nächstes Mal mehr …

Mit schwarzen Grüßen
Uwe

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DAS HAUS ZAMIS 65: Was euch erwartet!

von am 10. Juni 2022

In einer Woche ist es soweit: Die spannende Geschichte um Coco Zamis und den ihr auferlegten Prüfungen geht weiter! Als Exposéautor verfolge ich dabei konsequent den Weg, der HAUS ZAMIS-Serie eine neue Wendung zu geben. Solche Wendungen in der Serie gab es schon ein paar wenige Male. Eine entscheidende war zum Beispiel Band 33 („Töte Dorian Hunter“). Darin trennte sich der bisherige Erzählstrang von der „Mutterserie“ DORIAN HUNTER. Michael Marcus Thurner, der das Buch schrieb, brachte zudem viele eigene Ideen ein, wie das Café Zamis, das für lange Zeit Cocos Lebensmittelpunkt bildete und mit dem sie ihren Traum verwirklichen wollte: ein Refugium zu schaffen, in dem Menschen und Dämonen friedlich nebeneinander zusammenkommen konnten.

Neue Wege innerhalb einer Serie bieten zudem auch für Neueinsteiger eine gute Gelegenheit, in die neuen Abenteuer einzusteigen – auch parallel zur Heftserie. Da sich zudem in jedem Buch ein umfangreicher Rückblick befindet, fällt der Einstieg jederzeit umso leichter.

Nun also hat Coco Zamis Wien endgültig den Rücken gekehrt.  Bereits im letzten Buch trat ein geheimnisvoller Fremder auf, der sich Guardian nannte. Band 65 ist denn auch schlicht und einfach nach ihm benannt: „Guardian“. In dem von Michael Marcus Thurner geschriebenen Roman wird es so manche überraschende Erkenntnis geben – und einen Twist, der für die nächsten Bände noch eine entscheidende Rolle spielen wird.  

In dem Zusammenhang möchte ich mich auch einmal bei all denen bedanken, die mich dabei unterstützen, der Serie stets neues Leben und neue Impulse einzuhauchen. Denn auch ein Exposé schreibt man eigentlich so niemals allein. Beziehungsweise ist es oftmals nur das Skelett, das der jeweilige Autor mit eigenen Ideen und somit Leben erfüllt. Insbesondere Michael Marcus Thurner, der die letzten Bände maßgeblich geprägt hatte, möchte ich da nennen. Oder Jörg Kleudgen, dem ich das Aussehen des Guardian verdanke, als ich einfach keine Eingebung dazu hatte, mir aber bewusst war, dass er sich entscheidend von den bisherigen Charakteren abheben musste. Auch Jürg Schmidt möchte ich hier erwähnen, der nicht nur die Endkorrektur der Bücher vornimmt, sondern mich stets auch mit eigenen Ideen, was den Fortlauf der Handlung betrifft, überrascht. Last not least verdanke ich Dennis Ehrhardt so manchen Impuls – vor allem, wenn ich mich mal wieder zu sehr verzettelt habe.

Zum Schluss möchte ich nun den Vorhang wenigstens ein wenig lüften, und euch den Anfang aus dem neuen DAS HAUS ZAMIS-Band „Guardian“ nicht vorenthalten:

Georg betrachtete jenes Wesen, das sich ihm als »Guardian« vorgestellt hatte. Es trug eine weiße Augenbinde, auch seine Haut und die Haare waren ungewöhnlich hell. Nach wie vor machte er auf Georg den Eindruck, ein ungemein mächtiges Geschöpf zu sein. Doch irgendetwas stimmte nicht mit ihm.

Georg fühlte eine Art Schwingung im Hinterkopf. Ein Warnsignal, das er stets dann zu spüren bekam, wenn eine Wahrnehmung nicht mit der Realität im Einklang stand. Guardian gab vor, mehr zu sein, als er eigentlich darstellte. Die ganze Zeit schon hatte er den Gedanken gehabt.

Tun wir das nicht alle?, fragte sich Georg. Wir täuschen und tarnen, um unsere eigentlichen Schwächen zu kaschieren. Einerlei, ob Dämon oder Mensch – wir sind allesamt Darsteller …

Mit dieser von Michael Marcus Thurner in den Raum gestellten philosophischen Frage schließe ich für diesmal und wünsche euch ein schönes Wochenende!

Uwe

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Mein allererstes Mal

von am 20. Mai 2022

Am 24. Mai erscheint in der DAS HAUS ZAMIS-Heftserie mein Roman „Asche zu Asche, Stein zu Stein“. In meiner Bahnhofsbuchhandlung ist er schon ab heute erhältlich. Dieser Roman markierte für mich einen Wendepunkt in der Serie, schrieb ich ihn doch erstmals nach meinem eigenen Handlungs-Exposé.

Nach einer Auszeit von mehreren COCO ZAMIS-Büchern war ich 2005 mit einiger Begeisterung als Autor wieder eingestiegen in die Serie. Für mich war es eine Sensation, dass Ernst Vlcek nach langen Jahrzehnten der Abstinenz nun die Expos schrieb. So auch für das Buch „ Der Dämonenbastard“, in dem neben Ernst und Dario Vandis auch ich mit einem Roman vertreten war: „Die Saat des Dämons“ – unlängst auch wieder als Romanheft in der DAS HAUS ZAMIS-Serie erschienen. „Der Dämonenbastard“ war im Nachhinein eine ziemliche Trash-Orgie. Ich glaube, dass Ernst Vlcek damals bewusst in seinen Expos und Romanen für die Serie die allzu engen Grenzen eines Heftromans sprengen wollte. Und wir Autoren haben da mitgezogen, was nicht immer ohne Diskussionen ablief. Soweit zur Vorgeschichte.

Warum dann anschließend mir die ehrenvolle Aufgabe zuteil wurde, fortan die Expos zu schreiben, kann ich nicht mehr sagen. Ich vermute, dass Ernst einfach zu viel andere Dinge um die Ohren hatte. Er schrieb ja damals auch wieder für die DORIAN HUNTER-Serie im Zaubermond-Verlag. Das Expo liegt mir leider auch nicht mehr vor, sonst hätte ich aus aktuellem Anlass gerne daraus zitiert. Jedenfalls schrieb ich es mit Begeisterung und – so hoffte ich – ganz im Sinne des Serienvaters. „Asche zu Asche, Stein zu Stein“ erschien im Dezember 2005 als dickes Buch und enthielt neben meinem titelgebenden Roman zwei weitere Romane von Christian Montillon, die ebenfalls jüngst wieder erschienen sind.

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Herzlichen Glückwunsch, Professor Zamorra!

von am 29. April 2022

Nanu? Hab ich mich im Blog geirrt? Mitnichten. Aber als Expo-Autor von DAS HAUS ZAMIS und PROFESSOR ZAMORRA-Redakteur („Die langlebigste Horror-Serie der Welt“) gleichzeitig sei es mir gestattet, dem Kollegen aus Frankreich zum 1250sten zu gratulieren. 1250 Hefte PROFESSOR ZAMORRA – da haben sowohl DORIAN HUNTER als auch DAS HAUS ZAMIS noch etliche Jahre vor sich. Und was lässt sich da noch alles erzählen! Oder – manchmal neige ich zu unerfüllbaren Wunschträumen – was hätte man alles erzählen können, wenn der DÄMONENKILLER seit dem ersten Erscheinungstag bis heute ebenso durchgängig erschienen wäre wie PROFESSOR ZAMORRA!

Vielleicht wäre ja dann sogar der DÄMONENKILLER die „langlebigste Horror-Serie der Welt“ – wobei der Streit vorprogrammiert wäre: Das allererste DK-Heft erschien zwar am 17.7.1973 (und damit fast ein Jahr vor dem Start der PROFESSOR ZAMORRA-Reihe), aber erst im Oktober 1974 wurde dem DÄMONENKILLER aufgrund des großen Erfolges eine eigenständige Heftserie gegönnt – bis dahin erschienen die Abenteuer in der Horrorreihe VAMPIR.

Wie auch immer  – bevor ich mich verliere: PROFESSOR ZAMORRA 1250 wurde von keinem Geringeren als Wolfgang Hohlbein geschrieben und trägt den originellen Titel „12:50“. Notiz am Rande: Wolfgangs allererster Heftroman und somit die erste Veröffentlichung überhaupt des späteren Bestseller-Autors war ein Beitrag für PROFESSOR ZAMORRA (“Zombie-Fieber“) und erschien am 13. Januar 1981 unter dem Pseudonym Robert Lamont – also vor über vierzig Jahren! So schließt sich also der Kreis.

Und damit komme ich zu den Wunschträumen, die zumindest theoretisch noch eines Tages Realität werden könnten: Dass Wolfgang Hohlbein auch einmal für DAS HAUS ZAMIS oder DORIAN HUNTER zur Feder greifen möge! Wer seinen neuen Roman für PROFESSOR ZAMORRA gelesen hat, weiß warum …

Mit schwarzen Grüßen
Uwe

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Der Horror und der Tod

von am 8. April 2022

„Und was machen Sie beruflich?“

„Ich beschäftige mich mit Toten …“

Das ist meine Standardantwort. Manchmal, wenn mein Gegenüber zu bestürzt ist, muss ich es erklären: Nein, ich bin weder Bestatter noch Auftragskiller. Sondern schlicht und einfach ein Autor, der Krimis und Horror schreibt.

Im letzten Blogbeitrag habe ich über den Humor im Horror geschrieben. Diesmal geht es um den Tod. Und der ist nicht nur in der aktuellen Kriegsberichterstattung und im – auch meinem – persönlichen Umfeld zurzeit allgegenwärtig, sondern eben auch in den beiden Genres. Höchstens im Western pflastern noch mehr Leichen einen Roman.

Wobei es einen entscheidenden Unterschied gibt: Im Krimi oder Western sind es Menschen, die andere Menschen killen. Im Horror ist es das Übernatürliche.

Wobei die Reihenfolge meistens die gleiche ist: Der Dämon, Vampir oder schlicht das Böse oder „Es“ vergreift sich an einen Menschen, woraufhin im Laufe der Handlung das Übernatürliche besiegt wird.

Ich erinnere mich, dass zu Zeiten der Freiwilligen Selbstkontrolle in den Romanheften stets darauf hingewiesen wurde, dass in einem Horror-Roman um Gottes willen kein Mensch einen anderen töten darf, sondern allein das Übernatürliche bekämpft werden dürfe. So griff man im DORIAN HUNTER-Universum zu dem Kniff, dass es sich zumeist um „dämonisierte“ – also ihres freien Willens beraubte – Menschen handelt, die von Dorian zur Strecke gebracht werden. Gerne auch dürfen Zombies und andere Untote herhalten.

Vielleicht ist ja gerade das der Reiz am Horror: Es geht niemals um reale Gräueltaten, sondern um imaginäre, von denen wir wissen, dass sie Gott sei Dank niemals das Licht der grausamen Wirklichkeit erblicken, sondern in der Schwärze der Nacht – oder der Erde – verborgen bleiben.

Insofern ist Horror – sofern es sich nicht um ekliges Extrem- und anderes fieses Zeug handelt – neben Liebes- und Arztromanen das harmloseste Lesevergnügen, das es unter dem Vollmond gibt.

Und wir Horrorleser sind es auch:

Ein harmloses, friedliebendes Völkchen.

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Horror und Humor

von am 18. März 2022

Oder eher Horror vs. Humor?

Eigentlich – wollte ich heute über ein ganz anderes Thema schreiben (das kommt dann beim nächsten Mal dran). Aber just heute Morgen wachte ich so früh auf, dass ich zu einem Buch auf dem Nachtschränkchen griff, das dort schon seit längerer Zeit liegt:„Höllische Klassenfahrt“ von Jörg Kleudgen und E.L. Brecht. Es ist im Blitz-Verlag erschienen, und nein – humorig ist es auch nicht wirklich. Unfreiwillig allerdings schon ein bisschen: Denn es handelt sich um eine Art Hommage an „die langlebigste Horror-Serie der Welt“ – PROFESSOR ZAMORRA. Doktor Mazarro, der Dämonenjäger in „Höllische Klassenfahrt“, ist natürlich ein Anagramm von Professor Zamorra.

Von anderen Serien sind mir keine derartigen Hommagen bekannt. Zumindest nicht im professionellen Rahmen.

Und damit komme ich zum Humor. Verträgt sich der überhaupt mit Horror? Im Romanheft zumindest kaum. Im Hörspiel scheint das dagegen besser zu funktionieren, wie man an den Umsetzungen von JOHN SINCLAIR und DORIAN HUNTER sieht. Vom Geisterjäger gibt es sogar ein Hörspiel „Die Comedy“ betitelt, eine echte Grusel-Komödie also. Ich erinnere mich an die letzte JOHN SINCLAIR-Convention, als ein Fan unbedingt eine weitere Comedy vorschlug und tosender Applaus einsetzte. Bis heute hat sich allerdings niemand daran gewagt – vielleicht ist das auch gut so. Eher mag ich den augenzwinkernden Humor, wie er sich zum Beispiel in der legendären Crossover-Folge „Herbstwind“ (DORIAN HUNTER Hörspiele Folge 21) äußert, in der sich John Sinclair und Dorian Hunter am Ende darüber in die Haare kriegen, ob es nun Ghouls oder Ghoule heißt.

Ziemlich humorfrei, fällt mir gerade auf, ist DAS HAUS ZAMIS, obwohl ich es ja als Expo-Autor in der Hand habe. Aber es würde in meinen Augen nicht passen. Nicht in dieser Serie. In DORIAN HUNTER wurde es ab und zu mit Sidekicks versucht. In PROFESSOR ZAMORRA und JOHN SINCLAIR wird durch die Vermenschlichung der Höllenkreaturen (Asmodis bzw. Asmodi) manchmal der Horror durch die Komik verdrängt – etwas, was im Zamis-Universum fehl am Platze wäre.

Wobei ich im HEXENHAMMER, der dritten Serie, die in diesem Universum spielt, im ursprünglichen Manuskript Asmodi und Olivaro manchmal zu parodistisch angelegt habe. Es geschah eher unbewusst, um den grausamen Geschehnissen um Charlotte de Conde etwas entgegenzusetzen und mich selbst während des Schreibprozesses aus einer Art Umklammerung zu befreien. Erst als mich Dennis Ehrhardt darauf hinwies, erkannte ich: Es funktionierte nicht.

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