Tomokirimaru und der Herrscher von Niemandsland

von am 27. August 2022

Der kürzlich erschienene Band 103 der Romanheft-Neuauflage von DORIAN HUNTER bei Bastei enthielt bekanntlich den „wahren“ Band 100, der aufgrund der drei Einschubbände 35, 83 und 84 drei Nummern nach hinten gerutscht ist. Auf der dortigen Leserseite MYSTERY-PRESS habe ich einen Brief von Jürg Schmidt gebracht, den ich euch (inklusive meiner Antworten) auch hier nicht vorenthalten möchte:

Ich heiße euch willkommen zu „Des Teufels Samurai“, dem „echten“ Jubiläumsband Nr. 100, der in der Erstauflage den Zyklus um Dorians fünftes Leben einläutete. Jürg, der übrigens auch als Korrekturleser für die DH-Bücher tätig ist, wird sich im zweiten Teil seines monumentalen Leserbriefs auch mit diesem Zyklus beschäftigen:

Heftroman DH 100 wird ja Earl Warrens „Die Todestür“ werden. Ich habe eine gespenstische Story um einen echt fiesen Plan Luguris im Kopf, um besessene Kinder und Martin, Cocos und Dorians Sohn. Es würde mich und alle anderen Leser natürlich freuen, wenn es eine Sonderausstattung gäbe. Mal sehen, ob der Verlag ein bisschen Kohle locker machen kann.

Nein, konnte er leider nicht. Ich hatte diesbezüglich schon vor einigen Wochen angefragt, bin aber mit leeren Taschen zur Unterredung hin und anschließend auch wieder nach Hause gefahren. Angesichts der allgemeinen Situation mit Preissteigerungen allerorten sicherlich nachvollziehbar. Freuen wir uns, dass Bastei weiterhin so fest hinter DORIAN HUNTER und DAS HAUS ZAMIS steht!

Im Band zuvor müssen wir uns von einem Mitstreiter Dorians verabschieden, dem Londoner Großmeister der Magischen Bruderschaft. Mit dem Tod Hekates bildet der Roman einen schönen Abschluss. Ein paar Wochen später wird einer meiner Lieblingszyklen folgen, der um den Schwarzen Samurai, das mächtige Schwert Tomokirimaru und den „Hozo no o“ (heutzutage meist eher als „Heso no o“ transkribiert). Die Japaner haben ca. im sechsten Jahrhundert die chinesischen Schriftzeichen (Radikale) übernommen, vermutlich kam es so zu der Übersetzung „Blumenstängel des Lebens“ (chinesisch „mingdi“). Zu Tomotadas Lebzeiten im 16./17. Jahrhundert werden die entsprechenden Radikale – gerade in den traditionsbewussten Adelshäusern – wohl noch gebräuchlich gewesen sein; die heutigen Radikale von „heso no o“ sehen anders aus.

Oha, ich gestehe, hier erwischt du mich auf dem falschen Fuß. Vor meinem nächsten Japan-Urlaub werde ich mich auf jeden Fall zwecks einer kleinen Vokabularauffrischung an dich wenden! 😛

Da fällt mir ein, dass in der Serie Olivaros Tarnidentität meist als „Kokuo no Tokoyo“ bezeichnet wird, als „Herrscher von Niemandsland“. Diese Konstruktion ist allerdings fehlerhaft, korrekt müsste es „Tokoyo no Kokuo“ heißen, da im Japanischen das Bezugswort nachgestellt wird. Ich glaube, Neal Davenport hat in „Der Kerkermeister“ einmal die korrekte Form verwendet …

Die japanischen Dämonen hatte Ernst Vlcek damals den Werken Lafcadio Hearns (1850-1904) entnommen. Hearn, als Sohn eines Iren und einer Griechin auf Lefkas geboren, wurde später in Japan naturalisiert und nannte sich dann Koizumi Yakumo. Seine Schriften haben das europäische Bild Japans maßgeblich geprägt.

Wie gut, dass die damalige Identität von Olivaro ja bereits in Band 101, „Der Kerkermeister“, enthüllt wurde, sodass ich Jürgs Brief hier ungekürzt bringen kann, ohne zu spoilern. 🙂

Zuletzt noch zu den Hörspielen: Folge 46, „Mörder der Lüfte“, hat mir wahnsinnig gut gefallen. Die arme Coco macht da ja einiges mit. Victor Oller als Bösewicht: großartig!! Wenn meine Informationen richtig sind, wird in der nächsten Folge „Shimada“ aus JOHN SINCLAIR mit von der Partie sein (na ja, zumindest Sprecher Gen Sato). Da bin ich echt gespannt, ob du wirklich die DK-Godzilla-Variante bringst oder alles etwas kleiner ausfällt. Und noch gespannter auf Folge 50, die – sofern alles glattläuft – im nächsten Jahr kommt. Echte Folter, so lange zu warten, aber die Qualität der Hörspiele lässt einen auch diese überstehen.

Ja, Gen Seto war in Folge 47 mit dabei – als Duk-Duk-Geist. In einer der letzten MP-Ausgaben habe ich ja schon einiges über die Folge verraten – unter anderem auch, dass Godzilla alias Tangaroa leider zu Hause bleiben musste.

Beschäftigt haben mich deine Andeutungen, dass die Hörspielserie in Sachen Marvin Cohen einen anderen Verlauf nehmen könnten als die Romane. Denkbar wäre, dass Cohen sich zurückzieht, um sich um Lil zu kümmern, sodass man ihn „bei Bedarf“ (also eigentlich immer :-)) reaktivieren könnte. Andererseits ist es auch ein Markenzeichen der Serie, dass außer Dorian und vielleicht Coco keine Figur sakrosankt ist. Den dramatischen Eindruck von Cohens Tod fand ich eigentlich zu beeindruckend, als dass man darauf verzichten sollte. Aber dir wird schon eine gute Lösung eingefallen sein …

Ich verrate nur so viel: Noch ist das Skript zu Folge 50 nicht geschrieben. 🙂

Mit guten Wünschen für die Zukunft der Serie, dich persönlich, die Autoren und das Team dahinter, den Korrekturleser (hüstel), die Ukraine und uns alle möchte ich die Mehl beschließen.

Ich danke und erwidere die guten Wünsche – vor allem an den Korrekturleser! 😉 Bis in 14 Tagen!

So weit meine Worte in der MYSTERY-PRESS von Band 103. Und auch hier verabschiede ich mich, wenn auch nur bis kommende Woche, wenn der nächste Beitrag im DORIAN HUNTER-Blog erscheint!

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Das silberne Phantom: Warum du Rüdiger Silbers außergewöhnliche Romane unbedingt lesen solltest!

von am 12. August 2022

Nächsten Dienstag, am 16. August, erscheint mit Band 48 unter dem Titel „Die lauernde Bibliothek“ ein Roman von Rüdiger Silber. Rüdiger Silber ist das Pseudonym meines 2016 verstobenen Freundes Malte S. Sembten, an den ich in diesem Blogbeitrag erinnern möchte, denn seine Geschichten und Romane waren stets außergewöhnlich. Und so erwartet euch auch diesmal ein außergewöhnlicher Roman.

DAS HAUS ZAMIS Heft 48: „Die lauernde Bibliothek“

Der am 22. April 2016 verstorbene Schriftsteller, Übersetzer, Lektor und Zeichner Malte S. Sembten war nicht nur mehr als zwei Jahrzehnte mein Weggefährte, wenn es darum ging, Fanzines herauszugeben oder Storys zusammen zu schreiben, sondern er war – vor allen Dingen in den letzten Jahren seines Schaffens – Profi. Also jemand, der für sein Schaffen gemeinhin Honorar bezieht. Zuvor bezeichnete er sich selbst als „Gentleman Writer“ ganz in britischer Tradition.

Wie so viele Schriftsteller des Makabren seiner Generation nutzte Malte S. Sembten die Gelegenheit, in der Romanheftreihe JOHN SINCLAIR mit einer Lesergeschichte zu debütieren. 1996 erschien in der 4. Auflage in Band 194 die Story „Der Spiegeleimann“.

In der Folge erschienen immer wieder Storys von Malte in Anthologien. In denen der Kleinverlage floss sicherlich kaum bis kein Geld, aber bereits 1997 erschien im Heyne Verlag innerhalb der Reihe ISAAC ASIMOVS SCIENCE FICTION die Kurzgeschichte „Blind Date“, eine Veröffentlichung, auf die der Autor zu Recht sehr stolz war und für die er 1998 mit dem Kurd-Laßwitz-Preis ausgezeichnet wurde.

Bereits 2006 schlug ich Malte S. Sembten vor, für die Buchreihe COCO ZAMIS einen Teilroman zu verfassen. Malte wählte als Schauplatz u.a. das damals noch existierende Dracula Museum, das er sehr gut kannte. Leider traf dieser Roman (Die lauernde Bibliothek) nicht ganz den Nerv der Serie – eben weil er, wie oben erwähnt, außergewöhnlich in vielerlei Hinsicht war – sodass es bis 2013 dauerte, ehe er einen zweiten Anlauf wagte (Der Folterkeller). Auch in den folgenden Bänden war Malte regelmäßig im HAUS ZAMIS (wie die Serie inzwischen umgetauft worden war) mit Romanen vertreten, ebenso in der Schwesterreihe DORIAN HUNTER des Zaubermond-Verlages.

Obwohl Malte für diese Serien unter seinem Pseudonym Rüdiger Silber schrieb, nahm er die Arbeit dafür sehr ernst. Er recherchierte ausgiebig, obwohl in der Regel umfangreiche Exposés vorlagen. Auch hinterfragte er jeden einzelnen Baustein, kämpfte für jede eigene Idee, die ihm besser schien und versuchte sie durchzusetzen. Exemplarisch zitiere ich aus einer Mail, die er mir schrieb, nachdem wir einige unterschiedliche Standpunkte ausgetauscht hatten. Es geht darin um die Frage, wie eng ein Autor sich an das Exposé halten sollte:

„Auch ich stehe dem lektorierten Roman jetzt wieder positiver gegenüber, nachdem ich z.B. die Fähigkeit Gouédés/Lady Mambas zur Verwandlung in eine Schlange erklären konnte. Logikmängel sind mir ein Gräuel (weswegen ich auch zum Übererklären neige).

Auch der neue Schlussabsatz stellt mich zufrieden (auf die letzten Sätze lege ich immer besonderen Wert). Den ursprünglichen Schluss mit ‚Coco & Rebecca’ als Anspielung auf ‚Thelma & Louise’ hatte ich von der ersten Romanseite an so geplant, aber nachdem Du die Erwähnung des Filmtitels am Anfang und am Ende des Romans gestrichen hattest, ergab ‚Coco & Rebecca’ als letzte Zeile partout keinen Sinn mehr.

Das sind so Details, die mir als Autor auffallen und bedeutsam vorkommen, aber Dir wahrscheinlich nicht. Umgekehrt kenne ich Dein Expo nicht so gut wie Du und hänge nicht so daran, weswegen mir die Abweichungen vom Expo nicht so schwerwiegend erscheinen.

So kommt dann wohl die unterschiedliche Wahrnehmung zur Krötenverteilung zustande.

Ja, so sah es der akribische Autor Malte S. Sembten, und machte es einem so nicht immer ganz leicht, wie man sich vorstellen kann. Beispiele nennt er ja selbst. Was Malte jedoch immer fertigbrachte: Sein Roman erschien mir immer weit besser, als es das jeweils von mir geschriebene Exposé erahnen ließ. Die obige Mail stammt übrigens vom 2. Januar 2016 und bezieht sich auf Maltes zu seinen Lebzeiten letzten geschriebenen Roman für die Serie DAS HAUS ZAMIS. Weitere waren geplant, auch für die Reihe DORIAN HUNTER. Dann jedoch ereilte mich ein Anruf von Maltes Vater, der ausrichten ließ, dass Malte den nächsten Termin wohl nicht werde einhalten können.

Neben dem menschlichen Verlust bedeutete Maltes Tod einen sehr großen Verlust für beide Serien.

Mit schwarzen Grüßen
Uwe

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Der Kalender für 2023 ist ab sofort vorbestellbar!

von am 3. August 2022

Der neue DH-Kalender schon im August?? – Ja, wir haben uns angesichts der allgemeinen Situation bewusst dazu entschieden, die Produktion des Kalenders vorzuziehen. Nur so ist es möglich, mit einer lediglich moderaten Kostensteigerung zu produzieren und die Transportkosten kalkulierbar zu halten.

Der DORIAN HUNTER-Kalender 2023 erscheint wie im Vorjahr im Format A3 und zeigt 13 ausgewählte Mark-Freier-Titelillustrationen der Serien DORIAN HUNTER, DAS HAUS ZAMIS und HEXENHAMMER. Der Kalender ist umweltfreundlich mit Pflanzenfarben gedruckt und als klimaneutral zertifiziert. Achtung: Die Vorbestellung ist exklusiv hier im Zaubermond-Shop und nur bis zum 31. August 2022 möglich. Nach dem 31. August können keine Bestellungen mehr entgegengenommen werden.

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Dorian, Coco und – John Sinclair! Oder: der etwas andere John Sinclair-Podcast

von am 22. Juli 2022

John Sinclair aber war der Grund, warum mich die Journalistin Amy Zayed für ihren Sinclair-Podcast vors Mikrofon gezerrt hat. Wir trafen uns um Mitternacht zur Sonnenwende bei den Externsteinen. Lauschig war’s.

Natürlich nutzte ich die Gelegenheit, auch über Hunter und Coco zu reden, sprich: ein bisschen Werbung zu betreiben. Amy gab mir die Vorlage, indem sie mir verriet:

„Ich hab dich ja gar nicht erst so mit Sinclair entdeckt, sondern eigentlich mit den Hunter-Romanen.“ Und dann wollte sie unbedingt einen Sinclair-Roman von mir lesen, weil, wie sie sagte, ich immer so ein bisschen düsterer sei.

Ookaay – da musste ich erst mal schlucken. Ich und düsterer? Finsterer? Aber es ist wahr. Auch mir wurde einmal mehr bewusst, dass Hunter und Coco einen ganz anderen Hintergrund haben: Sie waren von Anfang an düsterer. Sie waren und sind von ihrer Struktur her realitätsbezogener. Beide sind sie keine stets strahlenden Helden, sondern hin und hergerissen in ihrem Tun, in ihren Gefühlen – ja, manchmal regelrecht zerrissene Charaktere.

Zum Schluss haute mich Amy mit einem weiteren Bekenntnis um: „Coco Zamis ist für mich die geilste Frau ever! Ich hab mich mit ihr direkt identifiziert, also absolut! Es war so: BÄÄM!“

Und noch in einem anderen Punkt waren wir uns einig: Coco ist heute ein stärkerer Charakter denn je. Woran das liegt? Darüber haben wir uns sehr ausgiebig unterhalten …

Wer den ganzen Podcast hören will, kann das hier gerne nachholen:
John Sinclair-Podcast mit Logan Dee

Mit stets schwarzen Grüßen
Uwe

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GUARDIAN – Engel oder Teufel?

von am 1. Juli 2022

Wie schon in meinem letzten Blogbeitrag angekündigt, geht es im neuen DAS HAUS ZAMIS Buch 65, das den Titel „Guardian“ trägt, im zweiten Teilroman um eine geheimnisvolle Gestalt, die beauftragt wurde, Coco Zamis mehrerer – neudeutsch: – Challenges zu unterziehen. Michel Marcus Thurner, der diesen Roman geschrieben hat, spielt dabei virtuos mit der Vielschichtigkeit der Figur des Guardian. Einen weiteren Ausschnitt möchte ich euch daher nicht vorenthalten:

Guardian trat mit sicherem Schritt auf Georg zu. Er schien sehen zu können, wenn auch nicht mit seinen Augen. Unter der Binde zeichneten sich Schraubenköpfe ab, die durch seine Sehorgane gerammt worden waren. »Nimm meine Hand.«
Georg schnappte ohne zu zögern nach der Rechten des anderen. Er fühlte einen kräftigen Händedruck, dann eine besondere Form der Anspannung. Aus dem Rücken Guardians wuchsen Flügel, mächtig und breit, mit dichten Federn.
Engelsgleich stand Guardian da, breitbeinig und rasch atmend. Der Vorgang der Verwandlung schien ihn einige Kraft gekostet zu haben.
Die Flügel bewegten sich, schlugen hoch und nieder. Der Wind trug Georg einen sonderbaren Geruch zu, den er nicht so recht einzuordnen wusste.
Guardian riss ihn an sich, drückte ihn gegen seinen Körper – und hob sich abrupt in die Luft. In einem Vorgang, der physikalisch nicht erklärbar war. Die Flügel alleine waren es nicht, die sie gemeinsam hochtrugen. Es musste mehr dahinterstecken. Womöglich eine simple Magie, vielleicht aber auch ein abstraktes Modell wie Glaube. Der Glaube daran, fliegen zu können, auch wenn es gar nicht möglich war.
War Guardian ein Engel? Ein Wesen, wie es in der christlichen, mosaischen oder in der moslemischen Mythologie beschrieben wurde? Oder doch etwas ganz anderes?
Nun, Guardian hatte ihm Antworten versprochen. Und wenn er nicht reden wollte, würde Georg ihn dazu zwingen …

Vielleicht habt ihr ja schon reingeschaut in das neue Buch. Wenn ja, dann habt ihr sicherlich auch schon das Easter Egg entdeckt, das NICHT im Inhaltsverzeichnis angekündigt ist! 😉

Um was oder vielmehr wen es dabei geht? Nächstes Mal mehr …

Mit schwarzen Grüßen
Uwe

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„Duk Duk“ und „Guardian“ lieferbar!

von am 17. Juni 2022

Heute neu erschienen sind die Hörspielfolge DORIAN HUNTER 47, „Duk Duk“, und DAS HAUS ZAMIS Buch 65, „Guardian“. Natürlich werden wir euch dazu in Kürze mit einem neuen Redaktionsvideo versorgen, aber unten gibt es als Vorgeschmack schon mal den neuen Trailer zur Hörspielfolge sowie die – spoilerfreien!! – Outtakes, die eine gute Einstimmung auf Dorians Abenteuer bei den Duk Duk liefern …  

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DAS HAUS ZAMIS 65: Was euch erwartet!

von am 10. Juni 2022

In einer Woche ist es soweit: Die spannende Geschichte um Coco Zamis und den ihr auferlegten Prüfungen geht weiter! Als Exposéautor verfolge ich dabei konsequent den Weg, der HAUS ZAMIS-Serie eine neue Wendung zu geben. Solche Wendungen in der Serie gab es schon ein paar wenige Male. Eine entscheidende war zum Beispiel Band 33 („Töte Dorian Hunter“). Darin trennte sich der bisherige Erzählstrang von der „Mutterserie“ DORIAN HUNTER. Michael Marcus Thurner, der das Buch schrieb, brachte zudem viele eigene Ideen ein, wie das Café Zamis, das für lange Zeit Cocos Lebensmittelpunkt bildete und mit dem sie ihren Traum verwirklichen wollte: ein Refugium zu schaffen, in dem Menschen und Dämonen friedlich nebeneinander zusammenkommen konnten.

Neue Wege innerhalb einer Serie bieten zudem auch für Neueinsteiger eine gute Gelegenheit, in die neuen Abenteuer einzusteigen – auch parallel zur Heftserie. Da sich zudem in jedem Buch ein umfangreicher Rückblick befindet, fällt der Einstieg jederzeit umso leichter.

Nun also hat Coco Zamis Wien endgültig den Rücken gekehrt.  Bereits im letzten Buch trat ein geheimnisvoller Fremder auf, der sich Guardian nannte. Band 65 ist denn auch schlicht und einfach nach ihm benannt: „Guardian“. In dem von Michael Marcus Thurner geschriebenen Roman wird es so manche überraschende Erkenntnis geben – und einen Twist, der für die nächsten Bände noch eine entscheidende Rolle spielen wird.  

In dem Zusammenhang möchte ich mich auch einmal bei all denen bedanken, die mich dabei unterstützen, der Serie stets neues Leben und neue Impulse einzuhauchen. Denn auch ein Exposé schreibt man eigentlich so niemals allein. Beziehungsweise ist es oftmals nur das Skelett, das der jeweilige Autor mit eigenen Ideen und somit Leben erfüllt. Insbesondere Michael Marcus Thurner, der die letzten Bände maßgeblich geprägt hatte, möchte ich da nennen. Oder Jörg Kleudgen, dem ich das Aussehen des Guardian verdanke, als ich einfach keine Eingebung dazu hatte, mir aber bewusst war, dass er sich entscheidend von den bisherigen Charakteren abheben musste. Auch Jürg Schmidt möchte ich hier erwähnen, der nicht nur die Endkorrektur der Bücher vornimmt, sondern mich stets auch mit eigenen Ideen, was den Fortlauf der Handlung betrifft, überrascht. Last not least verdanke ich Dennis Ehrhardt so manchen Impuls – vor allem, wenn ich mich mal wieder zu sehr verzettelt habe.

Zum Schluss möchte ich nun den Vorhang wenigstens ein wenig lüften, und euch den Anfang aus dem neuen DAS HAUS ZAMIS-Band „Guardian“ nicht vorenthalten:

Georg betrachtete jenes Wesen, das sich ihm als »Guardian« vorgestellt hatte. Es trug eine weiße Augenbinde, auch seine Haut und die Haare waren ungewöhnlich hell. Nach wie vor machte er auf Georg den Eindruck, ein ungemein mächtiges Geschöpf zu sein. Doch irgendetwas stimmte nicht mit ihm.

Georg fühlte eine Art Schwingung im Hinterkopf. Ein Warnsignal, das er stets dann zu spüren bekam, wenn eine Wahrnehmung nicht mit der Realität im Einklang stand. Guardian gab vor, mehr zu sein, als er eigentlich darstellte. Die ganze Zeit schon hatte er den Gedanken gehabt.

Tun wir das nicht alle?, fragte sich Georg. Wir täuschen und tarnen, um unsere eigentlichen Schwächen zu kaschieren. Einerlei, ob Dämon oder Mensch – wir sind allesamt Darsteller …

Mit dieser von Michael Marcus Thurner in den Raum gestellten philosophischen Frage schließe ich für diesmal und wünsche euch ein schönes Wochenende!

Uwe

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Dumpf und dumpfer!

von am 3. Juni 2022

Outtakes gibt es normalerweise nach Veröffentlichung einer Folge. Bei der kommenden Folge 47, „Duk Duk“, die in zwei Wochen erscheint, machen wir eine Ausnahme. Wenn ihr euch das folgende Video angeschaut habt, wisst ihr auch, warum … Taucht mit uns ein in die Welt des Duk Duk und des Tubuan! 🙂

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Mein allererstes Mal

von am 20. Mai 2022

Am 24. Mai erscheint in der DAS HAUS ZAMIS-Heftserie mein Roman „Asche zu Asche, Stein zu Stein“. In meiner Bahnhofsbuchhandlung ist er schon ab heute erhältlich. Dieser Roman markierte für mich einen Wendepunkt in der Serie, schrieb ich ihn doch erstmals nach meinem eigenen Handlungs-Exposé.

Nach einer Auszeit von mehreren COCO ZAMIS-Büchern war ich 2005 mit einiger Begeisterung als Autor wieder eingestiegen in die Serie. Für mich war es eine Sensation, dass Ernst Vlcek nach langen Jahrzehnten der Abstinenz nun die Expos schrieb. So auch für das Buch „ Der Dämonenbastard“, in dem neben Ernst und Dario Vandis auch ich mit einem Roman vertreten war: „Die Saat des Dämons“ – unlängst auch wieder als Romanheft in der DAS HAUS ZAMIS-Serie erschienen. „Der Dämonenbastard“ war im Nachhinein eine ziemliche Trash-Orgie. Ich glaube, dass Ernst Vlcek damals bewusst in seinen Expos und Romanen für die Serie die allzu engen Grenzen eines Heftromans sprengen wollte. Und wir Autoren haben da mitgezogen, was nicht immer ohne Diskussionen ablief. Soweit zur Vorgeschichte.

Warum dann anschließend mir die ehrenvolle Aufgabe zuteil wurde, fortan die Expos zu schreiben, kann ich nicht mehr sagen. Ich vermute, dass Ernst einfach zu viel andere Dinge um die Ohren hatte. Er schrieb ja damals auch wieder für die DORIAN HUNTER-Serie im Zaubermond-Verlag. Das Expo liegt mir leider auch nicht mehr vor, sonst hätte ich aus aktuellem Anlass gerne daraus zitiert. Jedenfalls schrieb ich es mit Begeisterung und – so hoffte ich – ganz im Sinne des Serienvaters. „Asche zu Asche, Stein zu Stein“ erschien im Dezember 2005 als dickes Buch und enthielt neben meinem titelgebenden Roman zwei weitere Romane von Christian Montillon, die ebenfalls jüngst wieder erschienen sind.

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Zum 80. Geburtstag von Kurt Luif

von am 14. Mai 2022

Am heutigen Tag, dem 14. Mai 2022, wäre Kurt Luif 80 Jahre alt geworden. Kurt Luif ist aber leider schon seit über 10 Jahren tot, und mir fehlen immer noch die Telefongespräche und der E-Mail-Kontakt mit ihm.

Unsere digitale Korrespondenz begann am 22. April 2007, als ich folgenden Einzeiler samt Anhang an ihn richtete: „Hallo Kurt, wie versprochen das Exposé für DK 12. Viel Spaß beim Telefonat mit Ernstl … Gruß, Uwe“.

Die erste E-Mail, die Kurt an mich schrieb, erreichte mich erst anderthalb Jahre später. Am 13. Oktober 2008 schrieb er: „Hallo Uwe, meine erste Mail an dich. Ich habe die Viren besiegt und die Updates erfolgreich geladen. Am Freitag rief mich endlich Dennis Ehrhardt an. Er will mir die Hörspiele bald senden. Angeblich sind sie gut geworden. Gruß, Kurt“

Die „Dämonenkiller“-Schöpfer Ernst Vlcek und Kurt Luif (rechts)

Natürlich habe ich ihm sofort geantwortet: „Hallo Kurt, toll, dass du jetzt auch per E-Mail erreichbar bist. Habe vor einiger Zeit deinen DK-Roman ‚Zakum, der dunkle Archivar‘ (aus der Zweitauflage) ‚ein wenig gekürzt‘ und den Teil mit dem griechischen Werwolf dann an Dennis Ehrhardt geschickt. Gedacht ist der Text für DK 154 alt. Mal sehen was Uwe Voehl daraus macht. Ich füge dir mal den Text als Anlage bei. Bis bald, Uwe“

Würde Kurt Luif noch leben, dann hätte er sich sicherlich über die Romanheftneuauflagen von DORIAN HUNTER und DAS HAUS ZAMIS gefreut. Nicht nur, weil er ja fast ein Drittel der Romane der Erstauflage (und die Hälfte der Coco-Jugendromane) geschrieben hat, sondern weil ihm gerade die Themen um Coco und die Zamis-Sippe besonders am Herzen lagen. So war Coco Zamis sicherlich die Figur, die ihm immer am wichtigsten war, und als sich nach der Einstellung der Erstauflage die Chance bot, Cocos Jugend in den „Dämonenkiller“-Taschenbüchern näher zu beleuchten, hat er diese zusammen mit Ernst gern ergriffen. Umso schöner, dass diese Jugendromane bei DHZ zuerst im Buch und jetzt auch im Romanheft eine Fortsetzung erfahren.

Kurt Luif hat, obwohl er längst nicht mehr schriftstellerisch aktiv war, den Erfolg der Neuauflagen und Fortsetzung von DH und DHZ bis zu seinem Tod aufmerksam begleitet. Auch seine gesundheitlichen Probleme konnten ihn nicht davon abhalten, die Abenteuer von Dorian und Coco in Buch und sogar im Hörspiel aktiv zu verfolgen.

Lieber Kurt, vielen Dank für dein Engagement und deine vielen Ideen, die den „Dämonenkiller“ mehr als nur maßgeblich geprägt haben!  

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