Dorian Hunter

Fan-Blog: Ein verkappter Dreiteiler von Neal Davenport

von am 6. November 2020

Anmerkung von Dennis: Der folgende Beitrag von Uwe Schnabel ist sein erster Text im Rahmen des „DORIAN HUNTER-Fanblogs“, der in Zukunft in unregelmäßigen Abständen an dieser Stelle erscheinen wird. Uwe ist DH-Fan beinahe von Beginn an und hat sich im Laufe der Jahre und Jahrzehnte u. a. mit Beiträgen zur Serie auf www.zauberspiegel-online.de einen Namen als „wandelndes Lexikon“ der Serie erworben. Thema dieses ersten Beitrags sind die Romanhefte 49, 55 und 57 von Neal Davenport, in denen der Dämon Kadron eine tragende Rolle einnimmt.

FAN-BLOG: EIN VERKAPPTER DREITEILER VON NEAL DAVENPORT
Ein Beitrag von Uwe Schnabel über die DORIAN HUNTER-Romanhefte 49, 55 und 57

Der rachedurstige Olivaro beauftragt einen Dämon namens Kadron mit der Liquidierung von Dorian Hunter und Coco Zamis. Eine Jagd um den halben Erdball ist die Folge, bei der Dorian und Coco auf die Hilfe der undurchsichtigen Vampirin Lukretia Mahan Kal vertrauen müssen …

Der Plot des Romans „Blut für Lukretia“ hat mich noch am Tag der Erstveröffentlichung, dem 22. Juli 1975, in seinen Bann gezogen. Was natürlich irgendwie klar war, da es sich um einen Roman von „Dämonenkiller“-Urgestein Neal Davenport alias Kurt Luif handelte, der schließlich gut, wenn nicht sogar hervorragend sein musste. Neben Lukretia und ihrem makabren Begleiter Guido Sera war ich insbesondere von der Figur des Dämons Kadron fasziniert – und dementsprechend entsetzt, als Kadron zum Ende des Romans das Zeitliche segnete!

Erst einige Wochen später, mit dem Erscheinen des Romans „Das Geheimnis der Mumie“, erfuhr ich, dass Kadron keineswegs den Tod gefunden hatte. Im Gegenteil, er bereitet Coco Zamis während ihres Soloabenteuers in Ägypten noch ganz außergewöhnliche Schwierigkeiten. „Das Geheimnis der Mumie“ ist allerdings nicht nur eine Art Fortsetzung von Band 49, sondern gleichzeitig der Mittelteil eines „inoffiziellen“ Dreiteilers, denn Kadron alias Nefer-Amun ist auch am Ende von Band 55 noch nicht geschlagen, und so kommt es zwei Bände später in „Die Rache der Mumie“ auf einer Insel in der Ägäis zum großen Finale …

Einer der interessantesten Aspekte des Ägypten-Abenteuers von Coco Zamis ist wohl, dass Kurt Luif uns in diesem Roman in die Vorgeschichte von Kadron alias Nefer-Amun alias Abu’l-hawl einweiht. Nach seinem „zweiten“ Tod in „Blut für Lukretia“ ist Kadrons „Ka“ – seine Seele – nämlich wieder an seinen Mumienkörper gefesselt. Aus persönlichen Gesprächen mit Kurt weiß ich, dass er damals sehr viel Zeit in die Recherche des Romans investiert hat. Aus diesem Grund konnte der Abschluss der Trilogie „Die Rache der Mumie“ auch nicht direkt nach „Das Geheimnis der Mumie“ erscheinen. So ließ Ernst Vlcek zunächst dem „Monster von Greenfield“ freien Lauf, bevor Kadron ein drittes Mal auftreten durfte. Diese Zerstückelung eines Mehrteilers ist im Romanheft durchaus ungewöhnlich und verlangt den Lesern einige Geduld ab.

DORIAN HUNTER-Romanheft 55, „Das Geheimnis der Mumie“

Dies hat wohl auch Ernst Vlcek erkannt, als er später im Exposé zu Band 63 schrieb: „Wie Luif-Davenport versicherte, kann er den Termin für diesen Doppelband einhalten, so daß wir keine Story einschieben müssen, wie wir es bei den Bänden 54–56 getan haben, was einige Verwirrung verursacht hat …“

Ebenfalls interessant finde ich, dass Kurt Luif die Vorgaben des Exposés für „Die Rache der Mumie“ wieder einmal nicht eins zu eins übernommen hat, denn im Exposé zu Band 143 (!) ist zu lesen: „Jenny und Parker dringen unter Gefahr weiter in die Insel ein. Da sehen sie einen Atombunker. E.B.S. hat ihn vor Jahren aus Furcht vor der Bombe erbaut. Diese Anlage bitte so schildern, wie im Exposé 56 festgehalten. Luif-Davenport hat den Atombunker in diesem Band nicht erwähnt. Also greifen wir jetzt darauf zurück. Das passt zu diesem Thema.“ – Das nennt man wohl Recycling …

Hier noch einige Daten, die ich zu Kadron zusammengetragen habe: Seinen Dämonennamen hatte sich der Pharo-Priester Nefer-Amun gewählt, als er der Schwarzen Familie beitrat. Er wurde auch Abu’l-hawl, der Vater des Schreckens, genannt. Er lebte vor über dreitausend Jahren als Pharo-Priester zu Echatons Zeiten, der ihn zum Tode verurteilt hatte. Er wurde lebendig einbalsamiert und starb einen fürchterlichen Erstickungstod. Nach fünfzehn Jahren erwachte er wieder zum Leben. Jährlich wurde ihm von einem Geheimkult, den sein Onkel, der Hohepriester Bekanchos, für ihn gegründet hatte, ein Mädchen als Opfer dargebracht. Er nahm die Seele der Toten und damit ihre Lebensenergie in sich auf und konnte dadurch Astralkörper bilden und damit jede gewünschte Gestalt annehmen. Auf diese Weise war Nefer-Amun praktisch unsterblich.

DORIAN HUNTER-Romanheft 57, „Die Rache der Mumie“

Nachdem er seinen Wirkungskreis zunächst auf Ägypten beschränkt hatte, schloss er sich vor etwa tausend Jahren der Schwarzen Familie an und gab sich den Namen Kadron. Doch Menschen und Dämonen blieben ihm gleichgültig. Obwohl er über gewaltige magische Kräfte verfügte, blieb er innerhalb der Schwarzen Familie ein Außenseiter, der sich bei Auseinandersetzungen zwischen Mitgliedern neutral verhielt – es sei denn, er nahm den Auftrag an, einen Menschen oder Dämon töten. In diesem Fall stand er mit all seinen Fähigkeiten hinter seinem Auftraggeber, und je schwieriger eine solche Aufgabe zu erledigen war, desto mehr genoss er die Ausführung.

Von Asmodi II. weitestgehend ignoriert, erhielt Kadron alias Nefer-Amun von Olivaro am Ende von dessen Amtszeit endlich den Auftrag, Dorian Hunter und Coco Zamis gefangenzunehmen oder, falls dies nicht gelingen sollte, sie zu töten. Sein Pech war, dass einer der Oppositionsdämonen recht gut über ihn Bescheid wusste, und dieser ließ durch Lukretia Mahan Kal, die als Medium fungierte, Kadrons Astralkörper töten. Von diesem Moment an war Kadrons Geist wieder in seinem Mumienkörper gefangen, und er konnte keine Astralleiber mehr bilden. Für einige Zeit war er völlig hilflos, sodass Grabräuber sein Grab entdecken und einen Großteil seiner Grabbeigaben entwenden konnten. Nachdem der Geheimkult ihm danach ständig neue Opfer zuführte, kehrten Kadrons Kräfte langsam zurück, und es hätte nicht mehr lange gedauert, bis er wieder einen Astralkörper hätte bilden können.

Als aber dann sein Sarkophag gewaltsam geöffnet wurde, erwachte seine Mumie zum Leben und wandte sich an Olivaro. Der Januskopf half ihm, sich an Dorian Hunter und Coco Zamis zu rächen, die sich im Besitz einer Grabbeigabe befanden. Doch der Plan schlug erneut fehl, da Coco Zamis die Falle bemerkte und, nachdem Dorian und sie sich in Sicherheit gebracht hatten, die Sprengung auslöste, die eigentlich sie beide hätte vernichten sollen. Durch die Explosion wurden sämtliche Grabbeigaben und der Mumienkörper zerstört und Nefer-Amun alias Kadron starb zum zweiten Mal und damit endgültig. (Quelle: DORIAN HUNTER-Romanheft 49, 55 + 57)

weiterlesen

Dorian Hunter

Die Dorian Hunter-Charaktere

von am 16. Oktober 2020

Damit ein Buch beim Zaubermond-Verlag veröffentlicht werden kann, müssen einige Räder ineinandergreifen. Es sind die Expokraten beteiligt, der Autor, die Lektorin, ein First Reader, der Verlagschef, die Leute von der Druckerei. Der Mann, der für den Social Media-Auftritt des Verlags zuständig ist.

Es sind manchmal recht komplexe Vorgänge, die nach außen hin gar nicht so leicht zu beschreiben sind. Derzeit zum Beispiel wird hinter den Kulissen eifrig über Charakter und Eigenschaften einer der beliebtesten Figuren des Hunterversums gesprochen, über Coco Zamis.

Wie reagiert sie in gewissen Situationen? Kann man sie als unbeherrscht darstellen und wenn ja, unter welchen Bedingungen? Wie würde Dorian Hunter auf eine charakterliche Änderung reagieren? Und, ein wenig weiter gegriffen: Wie gut ist Coco eigentlich als Person ausdefiniert? Wird sie von den Autoren einheitlich beschrieben oder müssen wir bei der Erstellung der Exposés nachschärfen?

Das bedeutet für uns alle Arbeit. Mails, die hin und her geschickt werden, Nachdenken, neues Ausformulieren einer Szene, das Ringen um einen Kompromiss.

Der Leser bekommt solche Dinge im Normalfall natürlich nicht mit. Es ist auch nicht Sinn der Sache, dass er die internen Abläufe kennenlernt. Was der Leser aber optimalerweise sehen und spüren soll, ist eine Veränderung. Eine Präzisierung und Schärfung des Figurenprofils. Am Beispiel Coco Zamis kann man sagen: Sie soll noch deutlicher als selbstbewusste junge Hexe dargestellt werden, die sich von Dorian Hunter keinesfalls unterbuttern lässt. Sie darf nicht auf ihre körperlichen Attribute oder ihre Familiengeschichte reduziert werden. Sie hat (viele) Stärken und (wenige) Schwächen – und über eine dieser Schwächen werden die Leser in den nächsten Bänden der Dorian Hunter-Serie mehr erfahren …

weiterlesen

Dorian Hunter

Wolfzeit

von am 11. Oktober 2020

Okay, zugegeben: Das Foto ist Fake. Daher die Warnung: Trotz des plüschigen Wolfs ist die Lektüre nicht gerade für Kinder geeignet, würde ich jetzt mal sagen. Obwohl ja auch Harry Potter manchmal ziemich krass ist. Jetzt aber zur Sache: So allmählich schleicht da draußen ein ganz anderer Geselle herum, der auch ziemlich garstig und ungemütlich sein kann: der Herbst. Macht es euch mit einem warmen Tee  (gern auch mit Schuss) und Kerzenschein und natürlich einem richtig guten Buch oder Hörbuch gemütlich, und ihr vergesst das Wetter und sonstige Scheußlichkeiten für ein paar Stunden. Ich empfehle euch natürlich den jüngst erschienenen HEXENHAMMER und werfe euch hiermit einen weiteren blutigen Appetitfetzen hin:

Was sein Befehl, „ein besonderes Auge“ auf mich zu haben, bedeutete, sollte ich die nächsten Wochen bitter erfahren. Wie alle Mädchen und Frauen bekam auch ich eine Aufgabe zugewiesen. Es gab mehr von uns, als ich zunächst gedacht hatte. In mindestens einem weiteren Schlafsaal, der in einem anderen Trakt lag, nächtigten weitere Gefangene. Ja, wir alle waren Gefangene, mehr und mehr wurde mir das bewusst.
Meine Aufgabe war es zunächst, die Latrinen zu reinigen. Es gab solche für die Ordensbrüder, für die zumeist spezielle Aborterker angelegt worden waren. Und solche für das Gesinde, zu dem man auch uns zählte. Diese waren für alle einsehbar, so wie es auch für die Schlafräume galt. Selbst wenn die Wächter fort waren, fühlte ich mich von unsichtbaren Augen beobachtet.
Ich war nicht das einzige Mädchen, das für den Latrinendienst eingeteilt worden war. Eines Tages traf ich in einem der Erker auf die blonde Frau mit der Narbe. Grethlin – ich hatte mir ihren Namen gemerkt. Sie kniete auf dem Boden und schrubbte den Schmutz von den Steinen. Es war eine harte Arbeit, und es war bitterkalt. Der Wind pfiff durch die Erkeröffnungen herein.
„Lass mich dir helfen.“ Ich kniete mich neben sie. Der Steinboden war eisig, und die Hinterlassenschaften der Ordensleute hatten sich teilweise hineingefressen, sodass wir sie mit bloßen Händen herauskratzen mussten. Hin und wieder kam ein Wächter vorbei, und natürlich war es ihm auf einmal nie reinlich genug, auch wenn wir uns noch so sehr mühten. Peitsche und Stock waren dabei die geringste Bestrafung. Grethlin erzählte von einem Mädchen namens Waltraut, das die Kerle für Stunden in ihre Kammern verschleppt hatten. Sie war an Leib und Seele geschunden zurückgekehrt, und niemand konnte sagen, ob sie froh war, noch am Leben zu sein. Ich wollte nicht, dass man Grethlin oder mich verschleppte, und sie mühte ich mich nach Leibeskräften, bis der Boden unter uns zu glänzen schien.
„Du darfst es nicht übertreiben“, belehrte mich Grethlin, während wir Seite an Seite weiterarbeiteten.
„Also ist dir die Peitsche lieber?“
„Ich ertrage lieber den Schmerz, als dass ich die Vierzehnte bin.“
„Die Vierzehnte? Was meinst du damit?“
Sie wies auf ihre Narbe. „Glaubst du, die habe ich mir zum Vergnügen beigebracht?“
„Du hast sie dir selbst …?“
Sie blickte sich um und fuhr flüsternd fort. „Zu jedem Vollmond wird eine von uns erwählt – und zwar jene, die am fleißigsten, gehorsamsten und darüberhinaus die Schönste von uns ist. Sie nennen sie die Vierzehnte. Die anderen dreizehn müssen mindestens einen weiteren Monat dienen. Sie locken uns damit, dass die Vierzehnte angeblich zur Belohnung die Freiheit erlangt. Doch ich weiß es besser …“
„Woher?“
Sie lachte bitter auf. „Wenn die Brüder betrunken sind, löst sich manche Zunge.“
„Und was passiert mit der Vierzehnten?“
Sie schwieg und arbeitete weiter.
„Was passiert mit der Vierzehnten? Sag es mir!“
„Frag Waltraut. Vielleicht mag sie es dir sagen.“
Ich schüttelte den Kopf. „Du weißt es gar nicht! Was ist, wenn die Vierzehnte doch die Freiheit erlangt? Und wir anderen müssen bis in alle Ewigkeit schuften!“
„Glaub, was du glauben willst. Aber wenn du schlau bist, behältst du es für dich!“
„Und warum hast du es gerade mir verraten?“
Grethlin hob die Schultern. „Vielleicht weil du mich dauerst, ich weiß es nicht.“
Ich hielt inne und musterte sie. „Du lügst.“
Sie atmete tief durch, dann nickte sie, und ein merkwürdiger Glanz trat in ihre Augen. „Ich bin seit fünf Jahren hier. Ich bringe mir Narben und Verletzungen bei, damit ich niemals die Vierzehnte werde. Doch als ich dich sah, erkannte ich, dass du anders bist als wir alle.“
Da erklangen auf einmal Schritte. Wir warfen uns sofort auf den Boden und arbeiteten weiter.
„Was hängt ihr da beieinander und tuschelt?“
Ich vernahm das Schnalzen der Peitsche, und im nächsten Moment küsste sie meinen Rücken. Den Schmerz empfand ich als angenehm, erinnerte er mich doch an meine Geißelungen, die innerhalb dieser Mauern streng untersagt waren. Als ich einmal mehrere Lappen zu einem Strick geknotet hatte, um das Verbot zu umgehen, war sogleich ein Wächter eingeschritten. Zur Strafe hatte ich zwei Tage lang in einer stockfinsteren Kammer gehockt, ohne Wasser und Brot, um meine Sünde zu bereuen.
Allerdings verursachte mir die Freude über den Schmerz in diesem Augenblick ebenfalls ein schlechtes Gewissen, da ich wusste, dass Genuss, selbst der von Schmerz, nicht gut katholisch war.
Mir wurde befohlen, in einem anderen Erker weiterzumachen, sodass Grethlin und ich unser heimliches Gespräch nicht fortsetzen konnten. Zu gerne hätte ich ihr weitere Fragen gestellt, doch auch in den nächsten Tagen ergab sich dazu keine Gelegenheit …

Ihr seid noch immer hungrig? Nichts da! Ich denke, ich habe euch nun genug angefüttert. Wenn ihr lesen oder hören wollt, was es mit dem geheimnisvollen Kloster auf sich hat, in dem Charlotte de Conde gefangen gehalten wird, könnt ihr Buch und Hörbuch direkt hier bestellen!

Schwarze Grüße und bleibt vor allem gesund!
Uwe

weiterlesen

Dorian Hunter

Wien, Wien, nur Du allein

von am 25. September 2020

Ab und zu mache ich einen längeren Spaziergang durch meine Heimatstadt Wien. Unweigerlich komme ich an Plätzen und Orten vorbei, die in den Serien „Dorian Hunter“ oder „Coco Zamis“ bereits mal eine Rolle gespielt haben. Manchmal sind sie bloß en passant beschrieben worden, dann wieder waren sie ein wichtiger Teil der Geschichte gewesen.

Der Stephansdom, der Wiener Prater, die Schönbrunner Straße als Geschäftsadresse von Skarabäus Toth oder auch die Villa Zamis im Wiener Vorortebezirk Hietzing, die Kapuzinergruft, das Haus des Meeres, das Basiliskenhaus, Diskotheken, Caféhäuser und Spelunken … Ich erkenne sie als Teil der Geschichte des Dämonenkillers wieder.

Manchmal verschwimmen Realität und Fiktion. Dann denke ich:  „Das ist doch das Haus in der Gumpendorfer Straße, in dem ich die Episode X angelegt habe ….“ Und: „Auf welchem Gleis des Westbahnhofs ist Coco Zamis gleich noch mal weggefahren, als sie es mit der Vertreterin einer der Sieben Todsünden zu tun bekam?“

Wien ist nun mal Heimat für mich. So, wie Ernst Vlcek und Kurt Luif hege ich eine tiefe Verbundenheit zur Stadt. Wien hat auch viel zu bieten: K.u.k-Flair, eine reichhaltige und weit in die Vergangenheit reichende Geschichte,  sehr viel Kultur und ebenso viele Sonderbarkeiten. Also nütze ich meinen Heimvorteil aus, zumal ich mich immer schon sehr für die Stadt interessiert habe. In meinem Fundus finden sich Hunderte Bücher über Wien, angefangen von Sagenbüchern über Statistikmaterial aus dem 19. Jahrhundert bis hin zu Schriftsammlungen über einzelne Bezirke. Vieles davon habe ich gelesen oder zumindest durchgeblättert, um neue Anregungen für „Dorian Hunter“ zu finden.

Doch diese Bücher sind bloß Beiwerk und Ergänzung. Denn die besten Geschichten, ergeben sich nun mal beim Spazierengehen. Meine Blicke bleiben oftmals an Details hängen. An einer alten Kassettenauslage aus Holz oder der Büste eine Türken mit einer riesigen Pfeife im Mund, die über einem Tor belassen wurde, obwohl die dazugehörige Zigarettenfabrik im Hinterhof des Gebäudes seit mehr als fünfzig Jahren geschlossen ist. An einem gusseisernen Kanaldeckel, unter dem das Rauschen eines der vielen Flüsse zu hören ist, die in einem unsichtbaren Netz die Stadt durchziehen …

Manchmal recherchiere ich diese Dinge nach und speichere mein Wissen irgendwo im Hinterkopf ab. Und wenn die Idee für eine Geschichte des Dämonenkillers allmählich reift und wenn ich sie in Szenen umsetzen möchte, dann sind diese Wissenssprengsel da. Sie drängen sich mir oftmals auf.

Und deswegen ist es so wichtig, dass ich von Zeit zu Zeit einen ausgedehnten Spaziergang durch Wien mache.

weiterlesen

Dorian Hunter

Wo kommt dieser Alastor eigentlich her?

von am 13. September 2020

Allen, die nicht nur DORIAN HUNTER, sondern auch DAS HAUS ZAMIS lesen, dürfte es wahrscheinlich schon aufgefallen sein. Dass Dorian derzeit mit einem Dämon namens Alastor zu kämpfen hat, ist kein Zufall. Denn dessen Ursprünge liegen in HUNTERs Tochterserie begraben.

Vor einigen Jahren beschloss Exposé-Autoren-Kollege Uwe Vöhl, DAS HAUS ZAMIS in eine etwas andere Richtung zu lenken. Die Serie lief nun schon so lange, dass es langsam unrealistisch wurde, wie viel Coco Zamis erlebt haben konnte, bevor sie schließlich am Anfang von DORIAN HUNTER auf unseren Titelhelden traf. Gemeinsam beschlossen wir deshalb, sie auch in DAS HAUS ZAMIS auf Hunter treffen zu lassen, allerding würden die Dinge ein wenig anders ablaufen als in der Hauptserie. Wir wollten sozusagen ein Paralleluniversum schaffen. Im Zuge dieses Plans erhielt Michael M. Thurner freie Hand in DAS HAUS ZAMIS 33: „Töte Dorian Hunter!“ und erschuf einen ziemlich beeindruckenden Roman.

Unter anderem stellte sich in diesem Roman heraus, dass in Dorian Hunter schon immer der Rachedämon Alastor schlummerte. Schon beim ersten Lesen fand ich diese Idee faszinierend. Und ich dachte mir: Wenn dieser Dämon schon immer in Hunter geschlummert hat, sich aber die Ereignisse in DORIAN HUNTER und DAS HAUS ZAMIS erst an dem Punkt voneinander zu entfernen beginnen, an dem Coco von Asmodi den Auftrag erhält, Dorian zu töten … dann müsste doch auch in dem Dorian in der mit unterstellten Serie ein Alastor verborgen sein. Nur dass er eben nie so sehr zutage getreten ist.

bis jetzt.

weiterlesen

Dorian Hunter

Ausblick auf die nächsten Romanheft-Cover

von am 11. September 2020

Nächste Woche bringen wir an dieser Stelle eine hübsche kleine Überraschung für Liebhaber der großartigen DORIAN HUNTER-Illustrationen von Mark Freier … Zur Einstimmung gibt es deshalb heute einen Ausblick auf die demnächst erscheinenden DH-Romanhefte. Einige der Illustrationen hat Mark nämlich – übrigens genauso wie die des aktuell erhältlichen Bandes 53 – exklusiv für die Romanheftneuauflage angefertigt. Wie üblich zeigen wir euch die Titelbilder in der Fassung, in der wir sie an den Bastei-Verlag liefern, das heißt, ohne die Bastei-Fußzeile:

weiterlesen

Dorian Hunter

Corona, der reinste Horror!

von am 28. August 2020

Nun, zumindest für die meisten Menschen gestaltet sich Corona als Horror. Und auch, wenn man sich irgendwie arrangiert und durchwurstelt, auch Horror-Autoren und Verleger sind nicht gegen die Nachwirkungen des Virus gefeit …

Michael Marcus Thurner:
„Ich reise zur Zeit sehr viel mit dem Motorrad umher und lass mich dabei von unterschiedlichsten Begebenheiten inspirieren. Corona wirkt sich insofern auf mein Leben aus, als ich einige Länder nicht bereisen konnte. Auf meine Arbeitssituation hat das Virus glücklicherweise kaum Einfluss.“

Wer wissen will, was es mit Michaels Reisen auf sich hat und was er sonst in Corona-Zeiten so plant, lest ihr auf seiner Website: http://www.mmthurner.at

Der aktuelle DAS HAUS ZAMIS-Band von Michael Marcus Thurner trägt den Titel „Tatkammers Sündenfall“.

Simon Borner:
„Corona war und bleibt ein gewaltiger Einschlag in meinem beruflichen Leben. Warum? Nun, aus zwei großen Gründen.

Nummer 1: Ich schreibe unter meinem bürgerlichen Namen Christian Humberg auch Kinderbücher und Romane außerhalb der Horror- und Romanheftszene und bin mit diesen quasi ständig auf bundesweiter Lesereise. Ich trete also häufig an Schulen und in Bibliotheken auf, bin auf vielen Messen, Lesefestivals und Cons zu Gast usw. Diese Buchungen (und die damit einhergehenden Lesungshonorare und Buchverkäufe im Anschluss an meine Veranstaltungen, die einen Teil meines jährlichen Einkommens ausmachen) fielen quasi über Nacht ersatzlos weg, als der Lockdown kam. Für das laufende Jahr sind aktuell sämtliche geplanten Auftritte gestrichen, und Planungen für 2021 betrachte ich mit einiger Skepsis.

Grund Nummer 2: Durch die zeitweilige Schließung des stationären Buchhandels gingen die dortigen Umsätze (nicht nur bei mir, sondern generell) um bis zu 80 Prozent zurück. Auch meine Frühjahrsnovitäten haben sehr unter diesem Rückschlag leiden müssen. Die vollen Auswirkungen dieses Einbruchs werden wir Autoren erst so richtig spüren, wenn die nächsten Verlagstantiemen ausgezahlt werden (oder eben nicht). Auch werden wir sie noch spüren, weil Verlage momentan deutlich genauer selektieren müssen, welche Titel sie für die nahe Zukunft überhaupt einplanen und produzieren. Durch Corona sind zahlreiche Bücher kurz vor knapp gecancelt oder für bessere Zeiten verschoben worden – in einem meiner Fälle sogar kurz vor Drucklegung. Schlicht weil es plötzlich keine Möglichkeit mehr gab, sie erfolgreich an den Leser zu bringen. Auch das wird noch eine ganze Weile lang in der Branche nachhallen und dafür sorgen, dass es viele, viele schöne Buchideen gar nicht erst auf den Markt schaffen werden – darunter zweifellos auch zukünftige Titel von mir.

Aber ich habe (bislang?) Glück im Unglück. Trotz aller Rückschläge (und trotz der arg mangelhaften finanziellen Hilfen für uns Soloselbständige) bleibe ich zumindest beschäftigt. Aktuell arbeite ich an einer kleinen Reihe von Kriminalgeschichten für einen bekannten großen Publikumsverlag, die mir viel Freude bereiten. Sie waren zum Glück bereits vor Corona in trockenen Tüchern, sind aber noch streng geheim und stehen hoffentlich ab dem kommenden Sommer überall in den Läden. Ich gebe euch sehr gerne Bescheid, wenn es so weit ist. Und wer weiß? Vielleicht klopfen ja auch Dorian Hunter und Coco Zamis bald wieder an meiner Bürotür an und wollen, dass ich sie bei neuen gruseligen Abenteuern begleite. Es wäre mir – wie immer – eine ausgesprochene Ehre!“

Auf seinem YouTube-Kanal präsentiert Simon regelmäßig kostenlose Lesungen. Und wer möchte, kann ihn gerne anschreiben und sich ein handsigniertes Exemplar seines neuen Grusel-Taschenbuchs „GOTHAM NOIR“ sichern. Auch dazu finden sich „Vorleseproben“ auf seinem YouTube-Kanal. Simon verschickt per Post, kontaktlos von Haustür zu Haustür. 🙂 Und natürlich sind derartige Bestellungen eine große Unterstützung für alle Autoren.

Der aktuelle DORIAN HUNTER-Roman von Simon Borner trägt den Titel „Der heilige Dämon“.

Christian Schwarz:
Hat sich mein Leben durch Corona verändert? Klar hat es das – wenn auch nicht so stark wie bei vielen anderen. Im Hauptberuf bin ich Redakteur bei einem Anzeigenblatt. Dort habe ich ein schnuckeliges Büro, das ganz alleine mir gehört. Das heißt, dass ich auch während des Lockdowns jederzeit zur Arbeit durfte. Ich war also nie eingeschränkt, durfte immer raus. Meine Frau sowieso, die ist Krankenschwester und wurde und wird dringender denn je gebraucht. Andererseits hat Corona fertiggebracht, an was zuvor ganz und gar vergeblich herumgekratzt hatte. Ich habe Home Office bekommen! So konnte ich immer wählen, ob ich von zu Hause aus arbeite oder ins Geschäft fahre. Allerdings: den größten Teil des Tages bin ich zu Hause geblieben, um auf meinen alten Hund aufzupassen. Die braucht mit ihren 16 Jahren jetzt viel Pflege und Zuwendung und will nicht mehr gerne alleine sein. So kann ich jetzt Hundehüten und Arbeit sehr gut verbinden, was vorher nicht ging. Corona sei Dank, muss ich da fast schon sagen.

Tja, ich bin schon seit Anfang April in Kurzarbeit. Wie so viele andere auch in meiner Branche. Offiziell arbeite ich nur 40 Prozent, bei aufgestockten 80 Prozent Lohnausgleich. Hört sich erst mal gut an. Jede Menge Zeit, um endlich mal vieeeeel mehr Romane zu schreiben. Denn da ist die Auftragslage gut. Dorian Hunter, Jerry Cotton, Maddrax, Zamorra, überall sind meine Dienste gefragt. Aber grau ist alle Theorie. Da ich bei der Zeitung redaktionell zwar tatsächlich nur eine Notausgabe mache, nun aber auch alle Sonderseiten übernehmen muss, die zuvor meine Mitarbeiterinnen produzierten, bin ich eher bei 110 bis 120 Prozent. Da hören sich die gegengerechneten 80 Prozent Lohn dann schon nicht mehr so gut an. Zumal ich dann ja nicht mehr Romane als vorher schreiben kann. Eher weniger. Könnte. Denn auch hier kommt die Theorie ein wenig ins Stolpern, wie wir nachher noch sehen werden. Dafür danke ich Corona trotzdem nicht.

Auch wenn es angesichts dieser Ausführungen etwas paradox klingen mag: Mein Leben hat sich entschleunigt. Denn mit Corona sind die ganzen Stadionbesuche weggefallen, die ich wirklich exzessiv betrieben habe. Aber das ist mir erst jetzt so richtig klar geworden. Champions League in der Allianz Arena in München, VfB Stuttgart, FC Altach in Österreich, FC St. Gallen in der Schweiz – ich war jedes zweite Wochenende und an den Champions-League-Spieltagen in irgendeinem Stadion, weil die allesamt in erreichbarer Nähe liegen. Ach ja, die Besuche beim Bundesliga-Handball hätte ich fast vergessen. Balingen-Weilstetten ist ein Katzensprung entfernt, Göppingen auch nicht so weit. Damals, vor Corona, wollte ich meine Sportveranstaltungsbesuche eher noch ausweiten. Völlig gaga. Denn als man mir dieses Spielzeug weggenommen hat, merkte ich, dass ich es eigentlich gar nicht vermisse. Plötzlich gab’s wieder Familienleben am Wochenende, auch abends bin ich fast immer zu Hause. Meine Frau freut sich. Und mein alter Hund erst. Die geht gar nicht mehr weg von mir. Fünf Monate kein Gedanke an irgendwelche Stadionbesuche, im Gegenteil. Ich habe die Ruhe genossen. So langsam allerdings kommt die Sehnsucht auf leisen Sohlen schleichend zurück. Doch, ich würde schon gerne mal wieder gehen. Meine Triple-Bayern mal wieder live sehen, das wär’s doch. Aber es ist jetzt nicht so, dass ich unter Entzugserscheinungen leide.

Ach ja, auch der wöchentliche Besuch in meiner Stammkneipe ist von Corona gekillt worden. Selbst seit ich wieder hin darf, komme ich da nur schwer in die Gänge. Irgendwie habe ich keine richtige Lust mehr da drauf. Ich bin jetzt lieber zu Hause. Und setze mich auch jetzt gerne wieder abends hin, um noch ein oder zwei Kapitel an meinem aktuellen Roman zu verfassen. Insofern schreibe ich doch ein kleines bisschen mehr als zuvor. Im Moment ist ein Cotton dran, dann kommt ein Maddrax. Und dann freue ich mich auf einen Dorian-Hunter-Doppelband, den ich dieses Mal ganz alleine stemmen darf. Muss alles noch vor Weihnachten fertig sein. Und im neuen Jahr will ich dann unbedingt mal wieder einen Zamorra machen. Da habe ich schon lange nichts mehr abgeliefert.

Ob sich mein Leben bis dahin erneut verändert hat? Keine Ahnung. Ich lasse mich einfach mal überraschen, wie das mit dem Corona-Zeugs weitergeht. In aller Ruhe, ohne Hektik, zu Hause.

Der aktuelle DORIAN HUNTER-Roman von Christian Schwarz trägt den Titel „Alastors Siegeszug“.

Andrea Bottlinger:
Andrea hat ihre bedrückenden Gedanken zum Thema auf ihrer eigenen Webite niedergeschrieben und sind hier nachzulesen.

Andrea bildet nach wie vor zusammen mit M.M. Thurner die Exposé-Redaktion für DORIAN HUNTER. Demnächst steht der Jubiläumsband 100 an, der den Titel „Dämonensterben“ trägt.

Und ich?
Wie viele von euch habe ich mich irgerndwie eingerichtet in meiner Blase. Da ich als Solo-Selbstständiger, wie es jetzt so schön neudeutsch heißt, eh zu Hause arbeite und tagsüber kaum einen Menschen sehe, hat sich meine berufliche SItuation wenig geändert. Dennoch fehlt mir gerade daher der Ausgleich. Ich bin ein kulturell sehr interessierter Mensch: Theater, Kino und sonstige Veranstaltungen lagen lange brach bzw. reizen mich auch jetzt wenig angesichts der Bedingungen, unter denen sie stattfinden. Auch meine eigene jährlich stattfindende Lieblingsveranstaltung „Morde im Grünen“ wurde gecancelt. Alles erscheint mir bizarr und wie ein schlechter Traum. Mehr noch als die Gegenwart bedrückt mich der Gedanke an die Zukunft. Horror zu schreiben und auch zu lesen erscheint mir im Moment eine gute Alternative, um mich abzulenken. Angesichts der realen Schrecken ist ein guter Horrorroman oder -Comic für mich jedes Mal ein Ausflug in eine angenehmere und vor allem vorhersehbarere Welt. Wer hätte das noch vor ein paar Monaten geglaubt?

Nach wie vor aktuell ist mein erster HEXENHAMMER-Roman „Die Inquisitorin“ – sowohl als Buch oder E-Book als auch als grandios eingespieltes Hörbuch oder MP3-Download!

Passt weiterhin auf euch auf, bleibt gesund und lest ein paar gute Horror-Romane!

Uwe

weiterlesen

Dorian Hunter

In den Abgrund – Im Gespräch mit Catalina Corvo

von am 16. August 2020

Catalina Corvo hat den zweiten Teilroman von DORIAN HUNTER Band 73 geschrieben und hatte damit die Aufgabe, den Jong-Zyklus abzuschließen. Heute erzählt sie ein wenig darüber, wie das war und welche Schwierigkeiten sie dabei überwinden musste.

Andrea: Hallo Catalina. Worauf können sich die Leser, die Band 73 Anfang September in den Händen halten werden, freuen?
Catalina: Nun, der charismatische Jong, seit Jahrhunderten Dorians Nemesis, wird nicht einfach sang- und klanglos untergehen. Dass er in der finalen Auseinandersetzung für Furore sorgt, sollte klar sein. Das zieht einige unerwartete Folgen nach sich. Ein überraschendes Ende wird garantiert. Außerdem wird die Magische Bruderschaft im gesamten Band eine große Rolle spielen. Nachdem sie zuvor länger nicht mehr vorgekommen ist, wird das einige Leser sicher freuen.

Zunächst war gar nicht geplant, dass du den zweiten Teil des Bandes übernimmst. Du bist kurzfristig für einen verhinderten Kollegen eingesprungen. Wie war es für dich, auf diese Weise unerwartet an das Zyklus-Finale zu kommen?
Zuerst war mir gar nicht klar, dass es sich um das Finale handelt. Als ich dann das Exposé gelesen hatte, habe ich erst einmal geschluckt, denn ich stand vor einer ziemlich großen Aufgabe. Dass ich sie übernehme, erschien aber nur logisch, da ich ja bereits einige Bände zum Jong-Zyklus beigesteuert hatte und mich in Dorians früherem Leben als der Sklavenjunge Eno bestens auskannte. Ein unschätzbarer Vorteil.

Ich war auch wirklich sehr froh, dass ich dich für diese Aufgabe gewinnen konnte. Wie bist du an diesen Roman herangegangen? War das Finale anders als andere Bände?
Auf jeden Fall. Einige der darin enthaltenen Entwicklungen dürften harter Tobak für die Leserschaft sein. Sie richtig zu beschreiben, erforderte Feingefühl und eine ordentliche Portion Dramatik. Aber es hat unglaublich Spaß gemacht, die Handlungsfäden zu einem würdigen Abschluss zu bringen. Ich bin sicher, dass uns ein sehr guter Abschlussband gelungen ist. Das Exposé sorgt außerdem dafür, dass sich aus den dramatischen Ereignissen dieses Finalbandes neue Handlungsfäden für den Folgezyklus entwickeln, so dass wir danach ohne großen Bruch weitermachen können.

Im Jong-Zyklus wird ja recht viel gestorben, auch unter den Charakteren, die schon von Anfang an dabei sind. Auch im Finale muss noch jemand daran glauben, den Leser und Autoren wahrscheinlich gleichermaßen lieb gewonnen haben. War es hart, das zu schreiben?
In der Tat. Aber der erste Band des neuen Zyklus trägt nicht umsonst den Titel „Aus der Asche“. Ich habe daher Hoffnung für die Zukunft.

weiterlesen