Herzlichen Glückwunsch, Professor Zamorra!

von am 29. April 2022

Nanu? Hab ich mich im Blog geirrt? Mitnichten. Aber als Expo-Autor von DAS HAUS ZAMIS und PROFESSOR ZAMORRA-Redakteur („Die langlebigste Horror-Serie der Welt“) gleichzeitig sei es mir gestattet, dem Kollegen aus Frankreich zum 1250sten zu gratulieren. 1250 Hefte PROFESSOR ZAMORRA – da haben sowohl DORIAN HUNTER als auch DAS HAUS ZAMIS noch etliche Jahre vor sich. Und was lässt sich da noch alles erzählen! Oder – manchmal neige ich zu unerfüllbaren Wunschträumen – was hätte man alles erzählen können, wenn der DÄMONENKILLER seit dem ersten Erscheinungstag bis heute ebenso durchgängig erschienen wäre wie PROFESSOR ZAMORRA!

Vielleicht wäre ja dann sogar der DÄMONENKILLER die „langlebigste Horror-Serie der Welt“ – wobei der Streit vorprogrammiert wäre: Das allererste DK-Heft erschien zwar am 17.7.1973 (und damit fast ein Jahr vor dem Start der PROFESSOR ZAMORRA-Reihe), aber erst im Oktober 1974 wurde dem DÄMONENKILLER aufgrund des großen Erfolges eine eigenständige Heftserie gegönnt – bis dahin erschienen die Abenteuer in der Horrorreihe VAMPIR.

Wie auch immer  – bevor ich mich verliere: PROFESSOR ZAMORRA 1250 wurde von keinem Geringeren als Wolfgang Hohlbein geschrieben und trägt den originellen Titel „12:50“. Notiz am Rande: Wolfgangs allererster Heftroman und somit die erste Veröffentlichung überhaupt des späteren Bestseller-Autors war ein Beitrag für PROFESSOR ZAMORRA (“Zombie-Fieber“) und erschien am 13. Januar 1981 unter dem Pseudonym Robert Lamont – also vor über vierzig Jahren! So schließt sich also der Kreis.

Und damit komme ich zu den Wunschträumen, die zumindest theoretisch noch eines Tages Realität werden könnten: Dass Wolfgang Hohlbein auch einmal für DAS HAUS ZAMIS oder DORIAN HUNTER zur Feder greifen möge! Wer seinen neuen Roman für PROFESSOR ZAMORRA gelesen hat, weiß warum …

Mit schwarzen Grüßen
Uwe

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Redaktionsvideo April 2022 – Dorian Hunter Vinyl LP Extended Version!

von am 15. April 2022

In unserem neuen Redaktionsvideo erzählt euch Dennis Ehrhardt nicht nur über die Romanhefte und das neue „Das Haus Zamis“ Buch „Allem Anfang wohnt das Böse inne“, sondern auch über die Vinylausgabe der allerersten Dorian Hunter Hörspielfolge „Im Zeichen des Bösen“.

Bei der Vinylausgabe handelt es sich um eine Extended Version mit ca. vier Minuten zusätzlicher Spielzeit und bisher teilweise unveröffentlichtem Material! Diese Vinyl-Sonderausgabe erscheint im April 2022 und ist auf 300 handnummerierte Sammlerexemplare limitiert.

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Der Horror und der Tod

von am 8. April 2022

„Und was machen Sie beruflich?“

„Ich beschäftige mich mit Toten …“

Das ist meine Standardantwort. Manchmal, wenn mein Gegenüber zu bestürzt ist, muss ich es erklären: Nein, ich bin weder Bestatter noch Auftragskiller. Sondern schlicht und einfach ein Autor, der Krimis und Horror schreibt.

Im letzten Blogbeitrag habe ich über den Humor im Horror geschrieben. Diesmal geht es um den Tod. Und der ist nicht nur in der aktuellen Kriegsberichterstattung und im – auch meinem – persönlichen Umfeld zurzeit allgegenwärtig, sondern eben auch in den beiden Genres. Höchstens im Western pflastern noch mehr Leichen einen Roman.

Wobei es einen entscheidenden Unterschied gibt: Im Krimi oder Western sind es Menschen, die andere Menschen killen. Im Horror ist es das Übernatürliche.

Wobei die Reihenfolge meistens die gleiche ist: Der Dämon, Vampir oder schlicht das Böse oder „Es“ vergreift sich an einen Menschen, woraufhin im Laufe der Handlung das Übernatürliche besiegt wird.

Ich erinnere mich, dass zu Zeiten der Freiwilligen Selbstkontrolle in den Romanheften stets darauf hingewiesen wurde, dass in einem Horror-Roman um Gottes willen kein Mensch einen anderen töten darf, sondern allein das Übernatürliche bekämpft werden dürfe. So griff man im DORIAN HUNTER-Universum zu dem Kniff, dass es sich zumeist um „dämonisierte“ – also ihres freien Willens beraubte – Menschen handelt, die von Dorian zur Strecke gebracht werden. Gerne auch dürfen Zombies und andere Untote herhalten.

Vielleicht ist ja gerade das der Reiz am Horror: Es geht niemals um reale Gräueltaten, sondern um imaginäre, von denen wir wissen, dass sie Gott sei Dank niemals das Licht der grausamen Wirklichkeit erblicken, sondern in der Schwärze der Nacht – oder der Erde – verborgen bleiben.

Insofern ist Horror – sofern es sich nicht um ekliges Extrem- und anderes fieses Zeug handelt – neben Liebes- und Arztromanen das harmloseste Lesevergnügen, das es unter dem Vollmond gibt.

Und wir Horrorleser sind es auch:

Ein harmloses, friedliebendes Völkchen.

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Kleine Erinnerungen an Hans Kneifel

von am 1. April 2022

Ich lernte den ehemaligen Dämonenkiller-Autor Hans Kneifel auf etwas ungewöhnliche Weise kennen. Ich war 2006 gebeten worden, die Exposés für eine Science Fiction-Miniserie zu entwickeln. Es war das erste Mal, dass ich eine derartige Verantwortung übernehmen sollte. Ich bekam von meiner Redaktion eine Liste mit möglichen Autoren zugeschickt, und unter ihnen befand sich auch der beliebte Münchner Autor. Ich freute mich sehr, mit ihm zusammenarbeiten zu können – und war auch ein klein wenig aufgeregt. Immerhin war Hans bereits seit Jahrzehnten als Autor aktiv und erfolgreich. Ich hingegen bloß ein kleines Würstchen, das erst seit einigen Jahren schriftstellerische Fußspuren in der Verlagslandschaft hinterlassen hatte.

Nun, ich wollte mich nicht irritieren lassen und verfasste für ihn ein Exposé, das ihm zusagen sollte. Meine Redaktion hatte mich vorab informiert, dass Hanns Wert auf Details legte. Wie sieht ein Raumanzug aus, welche Farbe hat er, wie ist er zu betätigen und so weiter – dies alles war wichtig für ihn.
Ich bemühte mich also – und scheiterte kläglich.

Ich erhielt einen Anruf von Hanns. Er war augenblicklich per Du mit mir, was ich als gutes Zeichen wertete – und begann anschließend, mein Exposé zu zerlegen. Was allgemein als schlechtes Zeichen zu werten ist.

Es war tatsächlich so, dass Hanns viele Informationen benötigte, um meine Vorgaben in einen Text umwandeln zu können. Ganz gewiss wollte er mir in dieser Unterhaltung auch mal zeigen, dass er ein alteingesessener Autor war, der sich nicht einfach etwas von einem Jungspund vorschreiben ließ.

Ich machte eifrig Notizen und versprach, alles so zu lösen, wie er es gerne hätte, und nachdem dieser Teil unserer Unterhaltung beendet war, verfiel Hanns in einen angenehmen Plauderton. Wir tauschten uns über unsere Reiseerfahrungen aus, und zum Ende des Gesprächs lud Hanns mich ein, ihn doch einmal auf Sardinien zu besuchen, seinem zweiten Wohnsitz, wo er jährlich einige Monate verbrachte. Wir verabschiedeten uns, als hätte es diesen kleinen Knatsch gebraucht, um anschließend miteinander auskommen zu können.

In den nächsten Jahren traf ich immer wieder mal mit Hanns zusammen. Ich befürchte, ich habe ihn in München in einer Hotelbar schrecklich enttäuscht, als ich ihm sagte, dass ich keinen Alkohol trinken würde und er grad damit beschäftigt war, sich an einer Flasche Whiskey abzuarbeiten. Dafür unterhielten wir uns ein anderes Mal lebhaft über Korsika, einer Insel, in die wir beide verliebt waren. Er erneuerte sein Angebot, mir mal Sardinien zu zeigen, doch dazu sollte es nicht mehr kommen.

Vor einigen Wochen habe ich es endlich mal auf Hanns‘ Lieblingsinsel geschafft – und ich verstehe ihn nun besser. Man kann sich sehr leicht in Land und Leute verlieben, es ist wirklich berauschend schön auf der Insel.

Hans Kneifel hat nicht den allerallergrößten Fußabdruck beim „Dämonenkiller“ hinterlassen. Er hatte einen recht pragmatischen Zugang zum Schreiben, für ihn war das schlichtweg Arbeit, die erledigt werden musste, um leben zu können. Aber wenn er sich einmal in einem Text wohlfühlte und er die Gelegenheit hatte, fremde Kulturen und deren Geschichte lebendig machen zu können, dann war Hanns richtig, richtig gut. So sehe ich auch seine Beiträge zum Dämonenkiller: Mit den Hauptfiguren fing er nicht sooo viel an, aber das Umfeld, in dem seine Erzählungen spielten, interessierte ihn.

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Horror und Humor

von am 18. März 2022

Oder eher Horror vs. Humor?

Eigentlich – wollte ich heute über ein ganz anderes Thema schreiben (das kommt dann beim nächsten Mal dran). Aber just heute Morgen wachte ich so früh auf, dass ich zu einem Buch auf dem Nachtschränkchen griff, das dort schon seit längerer Zeit liegt:„Höllische Klassenfahrt“ von Jörg Kleudgen und E.L. Brecht. Es ist im Blitz-Verlag erschienen, und nein – humorig ist es auch nicht wirklich. Unfreiwillig allerdings schon ein bisschen: Denn es handelt sich um eine Art Hommage an „die langlebigste Horror-Serie der Welt“ – PROFESSOR ZAMORRA. Doktor Mazarro, der Dämonenjäger in „Höllische Klassenfahrt“, ist natürlich ein Anagramm von Professor Zamorra.

Von anderen Serien sind mir keine derartigen Hommagen bekannt. Zumindest nicht im professionellen Rahmen.

Und damit komme ich zum Humor. Verträgt sich der überhaupt mit Horror? Im Romanheft zumindest kaum. Im Hörspiel scheint das dagegen besser zu funktionieren, wie man an den Umsetzungen von JOHN SINCLAIR und DORIAN HUNTER sieht. Vom Geisterjäger gibt es sogar ein Hörspiel „Die Comedy“ betitelt, eine echte Grusel-Komödie also. Ich erinnere mich an die letzte JOHN SINCLAIR-Convention, als ein Fan unbedingt eine weitere Comedy vorschlug und tosender Applaus einsetzte. Bis heute hat sich allerdings niemand daran gewagt – vielleicht ist das auch gut so. Eher mag ich den augenzwinkernden Humor, wie er sich zum Beispiel in der legendären Crossover-Folge „Herbstwind“ (DORIAN HUNTER Hörspiele Folge 21) äußert, in der sich John Sinclair und Dorian Hunter am Ende darüber in die Haare kriegen, ob es nun Ghouls oder Ghoule heißt.

Ziemlich humorfrei, fällt mir gerade auf, ist DAS HAUS ZAMIS, obwohl ich es ja als Expo-Autor in der Hand habe. Aber es würde in meinen Augen nicht passen. Nicht in dieser Serie. In DORIAN HUNTER wurde es ab und zu mit Sidekicks versucht. In PROFESSOR ZAMORRA und JOHN SINCLAIR wird durch die Vermenschlichung der Höllenkreaturen (Asmodis bzw. Asmodi) manchmal der Horror durch die Komik verdrängt – etwas, was im Zamis-Universum fehl am Platze wäre.

Wobei ich im HEXENHAMMER, der dritten Serie, die in diesem Universum spielt, im ursprünglichen Manuskript Asmodi und Olivaro manchmal zu parodistisch angelegt habe. Es geschah eher unbewusst, um den grausamen Geschehnissen um Charlotte de Conde etwas entgegenzusetzen und mich selbst während des Schreibprozesses aus einer Art Umklammerung zu befreien. Erst als mich Dennis Ehrhardt darauf hinwies, erkannte ich: Es funktionierte nicht.

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14 Jahre später …

von am 11. März 2022

Es ist beinahe 14 Jahre her, dass einer der Erfinder des Dämonenkillers starb. Ernst Vlcek erlitt im Schlaf eine Herzattacke. Als Regine, seine Frau, am Morgen erwachte, gab es keine Hilfe mehr für ihn.

Ernst hatte nicht sonderlich gesund gelebt. Vor allem die viel zu vielen Zigaretten hatten ihm geschadet. In den letzten Jahren seines Lebens hatte er mit Problemen zu kämpfen gehabt. Er hätte einige Dinge ändern müssen, um mehr Zeit für sich selbst rauszuschinden. Aber er verleugnete seine gesundheitlichen Schwierigkeiten und er tat sich schwer, Änderungen herbeizuführen.

Ich erhielt die Nachricht von seinem Tod von Uschi Zietsch, die eine sehr starke Freundschaft mit ihm aufrecht erhalten hatte. Sie konnte am Telefon kaum sprechen, so erschüttert war sie. Auch ich hatte Schwierigkeiten, mit der Nachricht umzugehen. Ich hatte Ernst in den letzten Jahren seines Lebens immer näher kennen und schätzen gelernt. Wir mochten uns auf eine sehr persönliche Art und Weise. Auch Regine hatte mich in ihr Herz geschlossen.

Ernst bekam eine große Trauerzeremonie in seinem Wohnort, Brunn am Gebirge. Er und Regine waren eigentlich Wiener; sie hatten dort nicht nur die besten Zeiten erlebt. In einer üblen Gegend der Stadt, unter widrigen Umständen, hatten sie sich eine Existenz aufgebaut. Der Kauf einer Wohnung in Brunn am Gebirge am südlichen Rand der Stadt war so etwas wie der Aufbruch in eine neue, bessere Zeit.

Dort fanden sie neuen Anschluss und neue Freunde. Beide Söhne wurden in Brunn groß, der dortige Tennisclub wurde zum zweiten Wohnzimmer für die Familie Vlcek. Ernst organisierte Spaßturniere und ging dabei weitaus mehr aus sich raus, als er es sonst zu tun pflegte. Kaum jemand im Tennisclub interessierte sich für Ernsts Beruf als SF- und Horror-Autor. Er war akzeptiert als das, was er als Mensch war.

Bei der Begräbniszeremonie waren dementsprechend viele Freunde vom Tennisclub mit dabei. Dazu kamen einige Fans, Freunde aus Ernsts Zeit bei der Science Fiction Gruppe Wien (die heute noch aktiv ist), Verlagsvertreter, Kollegen – und natürlich die Familie.

Sein älterer Sohn, Michael, hielt eine Trauerrede. Michael ist charakterlich ein gänzlich anderer Typ als sein Vater. Was er aber mit ihm gemeinsam hatte, war die Stimme. Als er über Ernst redete, schloss ich die Augen und meinte, den Vater zu hören. Also stand ich in der Halle und meinte, Ernst in den Worten seines Sohnes ein letztes Mal zu hören.

Ich kehrte später noch zweimal auf den Brunner Friedhof zurück. Einmal, um seine Witwe Regine bei einem ihrer häufigen Besuche zur Urne von Ernst zu begleiten – und ein zweites Mal, als sie unmittelbar neben ihrem Mann ihren Platz fand.

Tod ist immer mit Trauer verbunden. Aber bei Ernst ist es tatsächlich so, dass ich ihn immer noch deutlich in Erinnerung habe. Als einen kettenrauchenden, gewitzten Mann mit sprudelnder Fantasie. Als einen, der sich emporgearbeitet und seinen Traum verwirklicht hatte. Der mit ungemein viel Energie an der Arbeit saß. Manchmal war er gezwungen, Sachen, die er nicht mochte, zu schreiben. Um Geld zu verdienen und die vierköpfige Familie zu ernähren. Aber am Dämonenkiller hatte er immer große Freude gehabt.

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DORIAN HUNTER ist nach Hause zurückgekehrt!

von am 5. März 2022
DORIAN HUNTER Folge 1, „Im Zeichen des Bösen“ (2008)

Ein Blick zurück: Fast 14 Jahre ist es her, dass die DORIAN HUNTER-Hörspielserie im August 2008 gestartet ist, mit drei Folgen auf einmal: „Im Zeichen des Bösen“, „Das Henkersschwert“ und „Der Puppenmacher“. Zu unserer großen Freude traf die Serie in der Hörspielgemeinde einen Nerv und wurde schon im kommenden Jahr mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Unter anderem wurden Thomas Schmuckert als „Bester Sprecher“, Marco Göllner als „Bester Regisseur“ sowie das Label Zaubermond als „Bestes Newcomer-Label“ und später sogar als „Bestes Label“ ausgezeichnet.

Zu diesem Zeitpunkt war auch das Majorlabel Universal Music mit seinem Hörspiel-Label Folgenreich längst auf DORIAN HUNTER aufmerksam geworden, und im Februar 2010 erschien Folge 9, „Im Labyrinth des Todes“, als erstes DH-Abenteuer in Lizenz bei Folgenreich. Es folgten die legendären Live-Auftritte in Hamburg und Berlin, bei denen neben dem Stammcast, bestehend aus Thomas Schmuckert, Claudia Urbschat-Mingues, Konrad Halver, Frank Gustavus, Stefan Krause u. a. weitere Schauspielgrößen wie Utz Richter, Michael von Rospatt, Klaus-Dieter Klebsch und Patrick Bach mit von der Partie waren.

Einen weiteren Meilenstein bildete im April 2013 das erste JOHN SINCLAIR/DORIAN HUNTER-Crossover, das mit JOHN SINCLAIR Folge 83, „Ein Leben unter Toten“, und DORIAN HUNTER 21, „Herbstwind“, erschien – mit keinem Geringeren als Hollywood-Legende Jürgen Prochnow als Bösewicht „Doc Rawson“!

DORIAN HUNTER Folge 9, „Im Labyrinth des Todes“ (2010)

Mitte 2014 schließlich kehrte DORIAN HUNTER mit dem Jubiläumsdreiteiler der Folge 25, „Die Masken des Dr. Faustus“ (diesmal als Gaststar: Dieter Hallervorden), zu Zaubermond zurück. Zumindest mit den Neuerscheinungen, denn die ersten 24 Folgen blieben weiterhin in Lizenz bei Folgenreich erhältlich. Zum 28. Februar 2022 endete die Zusammenarbeit nun endgültig, sodass mit Wirkung vom 1. März 2022 auch Folge 1-24 „nach Hause“ zurückgekehrt sind und die Serie sich ab sofort wieder vollständig unter dem Dach von Zaubermond befindet. Darüber freuen wir uns natürlich riesig und feiern dieses Ereignis mit der kommenden limitierten Vinylausgabe von Folge 1, „Im Zeichen des Bösen“. Die Doppel-LP erscheint am 22. April 2022 als „Extendend Version“ in einer um ca. vier Minuten verlängerten Fassung mit teilweise bisher unveröffentlichtem Original-Material von 2008.

Rückblickend möchten wir Folgenreich unseren herzlichen Dank aussprechen. Gerade in den ersten Jahren, in denen sowohl DORIAN HUNTER als auch Zaubermond trotz aller Erfolge noch neu im Hörspielmarkt waren, half Folgenreich ganz entscheidend, die Serie weiter zu etablieren. Dieser Dank gilt explizit nicht nur dem Label Folgenreich, sondern vor allem den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dort, insbesondere Doerte Poschau – vielen Dank für die Zusammenarbeit über 14 tolle Jahre!

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Allem Anfang wohnt das Böse inne

von am 25. Februar 2022

Am 18.3. ist es endlich soweit: Mit leichter Verspätung erscheint das neue DAS HAUS ZAMIS-Buch: „Allem Anfang wohnt das Böse inne“. Der Titel trifft im doppelten Sinne zu: Zum einen ist es ein Neuanfang für Coco Zamis, die sich endgültig aus ihrer Heimatstadt Wien verabschiedet hat und zu neuen Zielen aufbricht. Es kann aber auch ein Anfang für manchen Leser sein: Ob als Neu- oder Wiedereinstieg, beginnt mit diesem Buch doch quasi ein neuer Zyklus. Auch für die Leser, die chronologisch die im Bastei Verlag laufendende Romanheftserie lesen, könnte es interessant sein, gleichzeitig einen weiten Sprung in Cocos Zukunft zu vollziehen.

Blut geleckt? Nun, der Klappentext verspricht schon mal folgendes Szenario:

Coco Zamis steht vor den Trümmern ihrer Vergangenheit. Um endgültig mit allem abzuschließen, verlässt sie ihre Heimatstadt Wien und reist einem unbekannten Ziel entgegen. Als der Zug auf offener Strecke hält, trifft sie auf sechs weitere Reisende, die fortan ihr Schicksal bestimmen. Denn niemand ist der, der er zu sein vorgibt …

Es folgt eine Tour des Schreckens, in der nichts so schein, wie es ist, und in der … STOPP! Ich will ja nicht zu viel verraten. Aber ein klein wenig möchte ich den Vorhang öffnen. Mit einer Szene aus Michael Thurners Teilroman „3 Tode hat die Hexe“, in dem wir einen alten verhassten bekannten aus den allerersten Heften wiederbegegnen:

Nein, mit diesem Anblick hatte ich wirklich nicht gerechnet.

Ich sah zu den Zinnen eines Schlosses hoch, mittelalterlich geprägt und von giftigem Efeu umkränzt. Wie schon in meinen Jugendtagen auf dem Schloss meines Patenonkels Cyrano machte der steinerne Bau den Eindruck, als würde selbst das Sonnenlicht davor zurückschrecken.

Franky reichte mir galant die Hand und half mir die Stufen hinab. »Vergessen Sie nicht«, sagte er, »dies ist eine Prüfung. Sie haben nur noch drei Leben zur Verfügung, um Ihre Tests zu bestehen. Vergeuden Sie keines davon. Tun Sie, was man Ihnen sagt.«

Ich achtete kaum auf Frankys Worte. Zu sehr faszinierte mich der Blick über eine pittoreske Landschaft, die sich seit meiner Jugend nur wenig verändert hatte.

Vor mir befand sich ein kleines Stationsgebäude, in dessen Warteraum sich Menschen drängten. Sie achteten nicht auf mich, sie achteten nicht auf meinen Zug. Sie plauderten miteinander, telefonierten oder hielten den Kopf hinter Zeitungen versteckt.

Sie interessierten mich kaum. Ich hatte nur Blicke für Schloss Behemoth. Für jenen Ort, an dem ich sechs Jahre meines Lebens verbracht hatte und an dem ich in den schwarzdämonischen Künsten unterrichtet worden war.

Eine Kutsche näherte sich, aufgeputzt mit Girlanden und mit Schellen, die lustig klimperten. Auf dem Bock saß ein Mann, von dem ich gehofft hatte, ihn niemals mehr wiedersehen zu müssen: Graf Cyrano von Behemoth. Mein Patenonkel.

»Komm gefälligst her, du Gör!«, herrschte er mich an, kaum, dass er die beiden kohlrabenschwarzen Hengste zum Halt gezwungen hatte. »Ich hätte mir nie gedacht, dass ich mich nochmals mit dir abgeben muss.«

Die Menschen achteten nicht auf meinen Patenonkel, wie ich mit einem Seitenblick feststellte. Offenbar hatte Cyrano sie mit einem Zauber belegt. Sie bekamen nichts von dem mit, was rings um sie vor sich ging.

Zögerlich ging ich auf die Kutsche zu. Einer der Rappen stieg hoch und wieherte laut. Seine Augen glänzten feuerrot, auf den muskulösen Flanken hatte sich Schaum gesammelt.

»Gehorche gefälligst! Du machst Blücher und Feldmann nervös!« Cyrano hatte mit einem Mal eine lange Reitgerte bei der Hand und ließ sie zuerst in meine Richtung knallen, dann über die Rücken der beiden Pferde. »Der Unterricht beginnt bald. Willst du deine Lehrerin warten lassen?«

Lehrerin? Unterricht?

Ich hatte plötzlich ein ganz besonderes Gesicht vor Augen. Das von Sandra Thornton, einer leidlich begabten Dämonin, die mich über Jahre hinweg in Schloss Behemoth gequält hatte.

Ich kletterte auf den Kutschbock und ließ mich neben meinem Patenonkel nieder, möglichst weit von ihm entfernt. Er roch nach faulen Eiern.

»Warum muss ich mich wieder und wieder mit dir abgeben?«, fragte er und ließ die Peitsche erneut knallen. »Du warst bereits in deiner Jugend eine Schande für die Schwarze Familie. Und du hast dich niemals geändert. Aber ich werde dich weichkriegen. Und du wirst lernen müssen. Schließlich hast du dich übertölpeln lassen. Du alleine hast den Untergang deiner Familie zu verantworten. Deine Zeit als Schülerin auf Schloss Behemoth wird auf weitere sechs Jahre festgelegt, so wurde es mir befohlen. Du wirst hierbleiben, bis du endlich zu einer vollständigen Schwarzen Hexe ausgebildet bist …«

Das klingt nicht nach einem Happy End, oder? Aber mal ehrlich, wann gab es das schon mal in Coco Zamis‘ Leben?

Mit schwarzen Grüßen
Uwe

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Seelenwahn in Bonifacio

von am 19. Februar 2022

Aus gegebenem Anlass möchte ich heute nicht über Dorian Hunter plaudern, sondern über seine liebste Hexe, Coco Zamis. Das hat zum Großteil mit meinen derzeitigen Aktivitäten zu tun. Ich habe sicherlich schon mal erwähnt, dass ich mit dem Motorrad seit einigen Monaten auf großer Tour bin. In den nächsten Tagen setze ich, von Sardinien kommend, nach Korsika über. Und zwar nach Bonifacio, einen Ort im Süden der Insel, den ich vor etwa zehn Jahren schon mal besucht hatte.

Bonifacio ist eine Art Sehnsuchtsort für mich. Die kleine Stadt liegt auf hohen Felsen unmittelbar an der Küste. Die Häuser sind teilweise so gewagt gebaut, dass man glauben könnte, sie würden jetzt und jetzt ins Meer hinabstürzen. Schon bei meinem ersten Besuch war ich völlig fasziniert. Genovesische Einflüsse waren zu sehen, aber auch arabische, italienische und französische. Die Insel Korsika war über Jahrhunderte hinweg im Besitz einer Bank (!) mit Sitz in Genua, die Napoleons hatten dort ihren Stammsitz, sie war ein stetiger Streitpunkt zwischen mediterran geprägten Mächten. Und wenn man all dies unter einer Brennlinse verstehen lernen wollte, stünde vermutlich Bonifacio im Fokus.

Bald nach der Rückkehr von meiner Korsika-Reise wartete damals die Arbeit an einem COCO ZAMIS-Manuskript auf mich. Der damalige Expokrat Christian Montillon ging bereitwillig auf meinen Wunsch ein, einen Teil „meiner“ Handlung nach Korsika zu verlegen. Und so entstand Seelenwahn, mein Teilband, der im 32. Buch der COCO ZAMIS-Serie mit dem Titel Der Untergang des Hauses Zamis veröffentlicht wurde.

Ich ließ einen Teil der Handlung auf dem Friedhof verlegen, besser gesagt: in die Nekropole von Bonifacio. Einen Ort, der mich besonders beeindruckt hatte. Einflussreiche Familien haben dort steinerne Mausoleen, die gut und gern als kleine Häuser durchgehen könnten. Sie besitzen Kellergewölbe mit kleinen Grüften, aber auch steinerne Gräber im „ersten Stock“. Die Menschen werden über den Tod hinaus mit viel Pomp gewürdigt.

Ich war absolut fasziniert von der Stimmung, die in der Nekropole herrschte. Ich besuche regelmäßig Friedhöfe, weil die Behandlung der Toten viel über die Lebenden aussagt und man viel über die Kultur des jeweiligen Landes/der Gegend lernen kann. Der Friedhof von Bonifacio war und ist aber etwas ganz Besonderes für mich geblieben.

Wenn ich demnächst nach Korsika übersetze, wird mich mein erster Weg wieder dorthin führen. Ich bin neugierig, ob es mich genauso packen wird wie damals, als ich meine Eindrücke in einem COCO ZAMIS-Buch verarbeiten musste.

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Was passiert beim Schnitt?

von am 11. Februar 2022

Liebe Dorian Hunter-Fans!

Wie ich schon in meinem vorherigen Blogpost versprochen hatte, werde ich hier nun etwas über den Schnitt erzählen. Übrigens, wer nicht wissen will wie die Wurst gemacht wird, der sollte jetzt wieder vor den Vorhang treten! 🙂

Nachdem die Sprecher bzw. Schauspieler im Tonstudio aufgenommen wurden, lade ich mir die Dateien vom geheimen Zaubermond-Server runter auf meinen Rechner; und öffne die Dateien mit einem Sound-Editing-Programm wie z.B. Cubase. Wie man am ersten Bild unten sehen kann, habe ich als Beispiel die Aufnahme von Martín Flavio Núñez genommen, der den Esperno Cortez in Folge 46 gespielt hat. Die „Wellenform“, also das was so etwa wie eine Richterskala aussieht, ist das Gesprochene.

Ich höre mir die gesamte Aufnahme an, bei einer Hauptfigur wie Dorian Hunter alias Thomas Schmuckert sind das pro Folge schonmal so um die drei Stunden, weil immer mehrere Takes gemacht werden, um die beste Betonung zu finden. Während ich mir das anhöre, benutze ich eine digitale Schere und trenne die Datei auf und sortiere die einzelnen Takes. Meistens ist der letzte Take am besten, aber manchmal eben auch nicht, und dann ist es gut auch diese für später noch parat zu haben. Alle Regieanweisungen von Dennis Ehrhardt, sämtliche Versprecher, Huster usw. schneide ich raus. Auf dem zweiten Bild sieht man das an den Lücken.

Dann sortiere ich die besten Takes nach links, und die weniger tauglichen nach „hinten“, was in diesem Fall „nach rechts“ bedeutet, für den Fall, dass Dennis Ehrhardt später doch einen anderen Take bevorzugt. Das Bild unten zeigt die sortierte Sprachaufnahme von Esperno Cortez für Szene 5.

Tja, und dann wird das gleiche mit allen anderen Aufnahmen gemacht. Und dann kommt für mich der spannendste Teil! Da alle Sprecher einzeln aufgenommen werden, müssen die Takes nun so platziert werden, dass man meint, sie unterhalten sich bzw. reagieren aufeinander. Hier ist es gut die von mir sogenannten „weniger tauglichen“ Takes parat zu haben, denn manchmal funktioniert ein anderer Take besser, wenn man ihn neben einer anderen Person platziert. Das ist für mich wie ein Puzzlespiel.

Hier kommt noch dazu zu überlegen wie viele Sekunden Pause zwischen dem Gesprochenen sein sollte; hört die eine Person der anderen aufmerksam zu, oder fällt er ihr ins Wort. Das steht zwar für gewöhnlich im Skript, und trotzdem gibt es oft Spielraum. Dazu gibt es dann Feedback von Dennis Ehrhardt der vielleicht anderen Ideen hatte, denn so etwas wie die Länge einer Pause kann in einer bestimmten Situation Humor sowohl als auch Unbehagen erzeugen.

Zu guter Letzt suche ich mir Musikstücke von Andreas Meyer aus, die zu bestimmten Situationen passen. Hier wird auch sehr viel probiert, zerhackt und manchmal mehrere Stücke zusammengefügt, um das Geschehen in einer Szene zu unterstützen oder hervorzuheben. Und manchmal, wenn gar nichts passt, dann komponiere ich ein neues Stück dazu.

Auf dem letzten Bild sieht man nun die von mir „fertige“ Szene 5 mit allen Sprechern und Musikstücken. Dieses Paket wird nun als Zip-File auf den Zaubermond-Server geschickt, welches sich dann Sebastian Breidbach runterlädt, damit er die Geräusche, Sound-Effekte, Raumklang und das Mastering machen kann.

Was? Ihr wollt wissen wie ist der jetzige Stand der Folge 47 ist? Nun, mit 12 von 19 Szenen bin ich fertig, die liegen schon für Sebastian auf dem Server. 12 von 19 klingt zwar wie mehr als die Hälfte, aber ich befürchte ich habe die längsten Szenen noch vor mir…

Vielleicht erzähle ich beim nächsten mal, wie ich ein neues Musikstück für Folge 47 komponiert habe. Bis dahin, viele Grüße aus London. 🙂

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